Ryan Thompson verteilt Geschenke

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Unter den Augen gleich mehrerer ehemaliger Bonner Cheftrainer haben die Telekom Baskets gegen den FC Bayern Basketball einen berauschenden Sieg eingefahren. Neben Mike Koch und Carsten Pohl bestaunte auch Silvano Poropat das Spiel live im Telekom Dome. Ob es die Anwesenheit des Ex-Trainers war, die seine ehemaligen Schützlinge zu einer bärenstarken Leistung trieb, darf bezweifelt werden. Viel wahrscheinlicher war dafür die Ansprache des aktuellen Übungsleiters, Predrag Krunic, nach der Pleite in Oldenburg verantwortlich. „Der Coach hat uns nach der Niederlage ordentlich zusammengestaucht und uns Feuer unter dem Hintern gemacht. Wir wussten, dass wir heute etwas gut zu machen haben“, gab dann auch Ryan Thompson nach dem Spiel zu Protokoll.

Damit sind wir auch schon beim eigentlichen Protagonisten des Abends: Thompson schien am Nikolaustag besonders motiviert zu sein. Und so verteilte er munter Geschenke, 32 an der Zahl. Die Bayern sahen in der Regel nur die Rücklichter des Amerikaners. Mit beeindruckender Selbstverständlichkeit lieferte er immer wieder das ab, was sein Team gerade am nötigsten brauchte. Noch dazu hatte er seinen kongenialen Partner mitgebracht: Joshua Andrew Mayo. Der kleine Bonner Aufbauspieler machte einmal mehr, was er eben macht. Bälle in Körbe werfen. Viele. Seinen ersten verworfenen Freiwurf der Saison lieferte er frühzeitig ab, sodass er, als es ernst wurde, mit gewohnter Sicherheit agieren konnte.

Dass die beiden aber nicht alleine in Spiellaune waren, wurde den Bayern schließlich endgültig zum Verhängnis. Hatte man wochenlang zwar eine stärkere Defensive beschworen, auf dem Parkett aber höchstens Spuren davon bemerkt, so machten die Baskets den Gästen an diesem Abend ein ums andere Mal das Leben schwer. Das begann schon mit dem berühmten Bonner Verkehrschaos, welches die Anreise der Bayern arg verzögerte. Ken Horton zum Beispiel ließ seinen Namensvetter aus der Spielzeit 2008/09 fast vor Neid erblassen. Gleich viermal schickte er Würfe der Münchener zurück zum Absender. Insgesamt standen am Ende elf Blocks auf dem Scoutingbogen. Man möge die Statistiker befragen, ob dies in Bonn jemals vorher geschah.

Es war alles in allem eine Mannschaftsleistung, die des Feiertags würdig war. Und sie zeigte einmal mehr, dass es für die Bayern im Telekom Dome schwierig ist, Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Gleichzeitig positionierten die Baskets sich im Kampf um die Pokal-Quali-Plätze wieder auf Rang fünf in der Tabelle. Vorerst weiter zusehen muss wohl Konstantin Klein. An eine Rückkehr aufs Parkett ist zur Zeit nicht zu denken. Zu seinem doppelten Bänderriss gesellte sich in der vergangenen Woche noch eine Knochenprellung. Eine Untersuchung im Laufe der Woche soll klären, wann er wieder ins Geschehen eingreifen kann.

Der Rock ist zurück am Ring

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Paukenschlag am Montagmittag: Rock am Ring kehrt mit sofortiger Wirkung zurück an den Nürburgring. Das teilten die Veranstalter mit. Der Wechsel zurück an den alten Standort des Festivals sei unausweichlich, heißt es in einer Erklärung. Wirtschaftlich sei die ehemals neue Spielstätte, der Flugplatz in Mendig, nicht mehr haltbar. Trotz Rekordbesucherzahlen könne man ständig wachsende Auflagen in Sachen Umweltschutz nicht finanzieren, so Marek Lieberberg. Es wären Investitionen in Millionenhöhe notwendig, um das Festival in Mendig weiter genehmigt bekommen zu können. Das sei nicht machbar.

Gleichzeitig bedankte sich der Veranstalter bei der Verbandsgemeinde Mendig. Die Verantwortlichen hätten alles getan, um dem Festival eine neue Heimat zu geben. Auch die Anwohner, insbesondere die Landwirte, die Parkflächen zur Verfügung gestellt hätten, treffe keine Schuld. Vielmehr seien die bereit gewesen, ihr Engagement sogar noch auszuweiten.

Die Rückkehr an den Ursprungsort sei verbunden mit klaren Auflagen, die man erfüllen könne, so Lieberberg. Durch den Umzug werde das größte deutsche Festival zukunftsfähig gemacht. Nach dem großen Knall und der Trennung hätten sich die aktuellen Betreiber glaubwürdig um eine Rückkehr bemüht. Auch die jetzt ausgemachten Bedingungen seien für beide Seiten annehmbar.

So kehrt also Rock am Ring zurück an die traditionsreiche Rennstrecke in der Eifel. Verbunden damit wird sicher nicht nur von Seiten der Veranstalter der Wunsch, nach zwei (vor allem durch widriges Wetter) doch eher chaotischen Ausgaben wieder zum Kerngeschäft Festival zurückkehren zu können. Rock am Ring ist wieder zuhause.

 

Kein Spaß in Oldenburg

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Mit „Es macht immer Spaß“ beendete Telekom Basketball-Kommentator Arne Malsch die Übertragung des Spiels der Telekom Baskets bei den EWE Baskets in Oldenburg. Zumindest aus Bonner Sicht hatte er die Unwahrheit gesagt. Was die Gäste gezeigt hatten, war alles andere als schön anzusehen – zumindest über weite Strecken des Spiels. Hatten sie zu Beginn noch versucht, unter den Körben die Kreise von Brian Qvale zu stören und waren dabei sogar kurzzeitig erfolgreich, so war es genau ebenjener Center der Hausherren, der sich irgendwann komplett jeglichen Zugriffs der Bonner entzog. Am Ende zeichnete er für 33 Punkte verantwortlich – seine bisherige Bestleistung in der Liga.

Aber nicht nur Qvale bekamen die Bonner nicht in den Griff. Auch der ewige Paulding spielte (mal wieder) wie ein 26-Jähriger und hatte am Ende 23 Punkte auf dem Konto. Und gegen Chris Kramer (12 Pkt, 13 Rbds) war ebenfalls kein rheinländisches Kraut gewachsen. Da halfen auch 27 Punkte vom einmal mehr starken Josh Mayo nicht (ebenfalls Karriere-Bestwert). Der Bonner Spielmacher punktete zwar fast nach Belieben, er schaffte es aber nicht, seine Mannschaft derart zu ordnen, dass sie Oldenburg unter Kontrolle hätte bringen können. Auch Ryan Thompson produzierte zwar selbst, aber eine endgültige Ordnung konnte auch er nicht ins Spiel der Baskets bringen.

Die deutliche 77:91-Niederlage war eine logische Folge dessen. Viel Zeit sich über die Leistung zu ärgern bleibt bei den Bonnern indes nicht. Schon am Dienstag empfangen die Baskets Bayern München im Telekom Dome. Ein Spiel, das sicher sportlich kein Stück leichter werden dürfte. Nach der Pleite in Oldenburg sind die Baskets auf Platz sieben abgerutscht. Die Bayern stehen drei Plätze weiter oben und haben bislang ein einziges Spiel verloren. Hochball im Telekom Dome ist um 19 Uhr.

Auf ein Selfie mit Ryan Thompson

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Er war der coolste Spieler der Partie Telekom Baskets Bonn vs. Eisbären Bremerhaven, und er wusste es auch. Als Telekom Basketball-Kommentator Chris Schmidt Bonns Ryan Thompson zum Interview nach dem Spiel bat, zückte der Amerikaner erst einmal sein Smartphone und machte ein Selfie mit dem Reporter. Breit grinsend standen beide am Rande des Parketts im Telekom Dome. Gute Laune hatten offenbar beide, aber nur einer von ihnen hatte gerade dem Gegner 27 Punkte eingeschenkt – bei einer Quote von 78 Prozent aus dem Feld und einer makellosen Bilanz von der Freiwurflinie. Thompson hatte den Dome gerockt.

Aber auch seine Mannschaftskollegen hatten über weite Strecken der Partie eine starke Leistung gezeigt. Folgerichtig stand am Ende ein 98:93-Heimsieg in den Büchern. Stark waren auch einmal mehr Josh Mayo, Ojars Silins und Ken Horton. In der Liga immer besser zurecht kommt zudem Julian Gamble. Der Koloss räumte unter den Körben auf und „ruinierte“ sich sich seine Wurfquote (75%) durch drei vergebene Würfe – davon war einer ein Verlegenheits-Dreier. Außerdem verfehlte nur einer seiner Freiwürfe sein Ziel. Ohnehin konnte man sich ob der Quote der Bonner Freiwürfe nur verwundert die Augen reiben. Der Fehlwurf von Gamble war auch schon der einzige seiner Mannschaft von der Linie, alle 28 anderen Versuche fanden ihren Weg ins Ziel. Das hatte man in dieser Saison auch schon ganz anders gesehen.

Weiter Verbesserungsbedarf besteht hingegen in Sachen Verteidigungsarbeit. Zuhause 93 Gegenpunkte zu kassieren, wenn man sich vorher auf die Fahnen geschrieben hatte, die – zugegeben gefährliche – Offensive Bremerhavens stoppen zu wollen, zeugt noch nicht von einer perfekten Leistung. Dennoch war auch der Coach nach dem Sieg froh: „Wir haben vor dem Spiel viel über die Verteidung gegen Bremerhaven gesprochen. Das hat Anfang des ersten Viertels auch funktioniert, dann haben wir jedoch zu viele zweite Chancen zugelassen. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit der Leistung und der Intensität.“ Seine Mannschaft habe in den vergangenen zwölf Tagen viele Spiele absolvieren müssen. Da seien Siege das richtige Medikament gegen schlappe Beine, so Predrag Krunic.

Eine knappe Woche haben die Baskets jetzt Zeit, die müden Knochen wieder etwas zu lockern. Am Samstag müssen sie dann in Oldenburg antreten. Eine Aufgabe, die sicher nicht leichter als die vergangenen sein wird. Ob die Bonner dann schon wieder auf die Dienste von Konsti Klein zurückgreifen können, wird sich im Laufe der Woche zeigen. Die Trainingsintensität soll langsam gesteigert werden. Dann müsse man sehen, wie der Körper auf die Belastung reagiert. Gleichzeitig läuft die Suche nach einem weiteren Spieler weiter – allerdings offenbar mit gebremstem Schaum. Die Mannschaft habe sich in der schwierigen Situation mit zwei verletzten Guards zusammen gerauft und den Ausfall von Klein und Thompson stark kompensiert, sagte Coach Krunic. Allerdings halte man natürlich weiter die Augen offen, um im Ernstfall reagieren zu können.

Als Gruppenerster in Runde zwei

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Der Auftrag war klar: gewinnen, Gruppensieg einfahren und als Tabellenführer in die zweite Runde einziehen. Für die Telekom Baskets ging es im letzten Gruppenspiel des FIBA Europe Cups darum, möglichst auch in der nächsten Runde lösbare Aufgaben zugelost zu bekommen. Dazu sollte ein Sieg bei Belfius Mons Hainaut her. Im Hinspiel hatten die Bonner knapp mit 77:75 triumphiert. Nach Möglichkeit sollte das Rückspiel deutlicher an den Rhein geholt werden.

Dementsprechend konzentriert ging das Team von Predrag Krunic auch zur Sache. Die Baskets zeigten, dass sie sich beim Auswärtssieg in Würzburg einiges an Selbstvertrauen zurück erobert hatten. Was bei den Schweden vor einer Woche am Ende noch den Bach runter ging, klappte trotz einer heiklen Phase im Schlussviertel in Belgien deutlich besser. Eigentlich hatten die Bonner das Spiel von Beginn an im Griff. Als das Momentum sich Mitte der Schlussabschnitts noch einmal in Richtung Belgien aufmachte, behielten Krunics Schützlinge – anders als bei den Södertälje Kings – die Nerven und konterten. Am Ende stand der letztlich ungefährdete und verdiente 82:72-Auswärtssieg und damit der Einzug in Gruppenphase zwei.

Dominiert hatten die Baskets vor allem unter den Körben. 14 Rebounds mehr als die Gegner sicherte sich die lange Bonner Garde. In Sachen Spielaufbau wird gleichzeitig TJ di Leo immer wichtiger. Nach einer starken Leistung in Würzburg stand er auch in Mons mehr als 31 Minuten auf dem Parkett, schnappte sich dabei sechs Abpraller, gab drei direkte Korbvorlagen und machte vier Punkte selbst. Zudem klaute er dreimal dem Gegner den Ball, ohne selbigen einmal zu verlieren. Ryan Thompson hingegen braucht nach seiner Verletzung noch etwas Zeit, um wieder auf Hochtouren zu laufen.

Nach dem Gruppensieg stehen die Gegner der Baskets in Runde zwei bisher nur zum Teil fest. Die Bonner treffen auf die Oberwart Gunners aus Österreich und Prienu-Birstono aus Litauen. Der dritte Gegner ist noch unklar. Gespielt wird ab dem 14. Dezember.

 

Mayo führt die Baskets zum Sieg

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Zweimal in Folge wurden bei den Telekom Baskets große Reden von Verteidigung geschwungen, zweimal waren die während des Spiels auf einmal vergessen. Folgerichtig gingen die Partien gegen Braunschweig und bei den Södertälje Kings verloren. Und das, obwohl die Bonner – vor allem in Schweden – das Spiel eigentlich schon im Sack hatten. Vor dem Auswärtsspiel in Würzburg gab Coach Predrag Krunic wieder die Losung aus, die Angriffe der Hausherren zu stoppen. Am Ende standen wieder 81 Punkte auf des Gegners Seite auf der Anzeigetafel. Der Unterschied: Auf Bonner Seite waren es deren 85 – in der entscheidenden Phase waren die Baskets tatsächlich ein Stück bissiger gewesen. Josh Mayo sorgte dann kurz vor Schluss mit vier verwandelten Freiwürfen in Folge für den Sieg.

Ohnehin scheint der kleine Amerikaner sich in der BBL und auch in Bonn immer besser zurecht zu finden. 23 Punkte, sechs Assists und noch immer kein einziger verworfener Freiwurf in der kompletten Saison sind eine Sprache, die der Gegner versteht. Verbessert zeigte sich auch Julian Gamble. Mit einem Double-Double aus 18 Punkten und zehn Rebounds bei sage und schreiben keinem einzigen Turnover und einer makellosen Freiwurfbilanz lassen auf bessere Zeiten hoffen.

Weitgehend verzichten musste Coach Krunic dagegen auf die Dienste von Ryan Thompson. Der ehemalige Bamberger war im Braunschweig-Spiel erneut umgeknickt und hatte in Schweden komplett ausgesetzt. In Würzburg konnte er ein paar Minuten ran. Aber ihm war anzusehen, dass er noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Ob er am Dienstag in Mons wieder auflaufen kann, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Bittere Pleite gegen Braunschweig

© Sebastian Derix

Pfiffe gegen die eigene Mannschaft gab es im Telekom Dome selbst in der vergangenen Saison nur selten. Nach der Pleite gegen den Tabellenvorletzten aus Braunschweig waren die Unmutsbekundungen der Bonner Anhänger dagegen nicht zu überhören. Vorausgegangenen war eine Leistung der Telekom Baskets, die vor allem in der Defensive keinen Sieg verdient gehabt hätte. Folgerichtig stand am Ende ein 91:93 auf der Anzeigetafel.

Zu keiner Zeit war es den Hausherren gelungen, Braunschweigs Center Geoffrey Groselle in den Griff zu bekommen. Nach Belieben dominierte er unter den Brettern und ließ sowohl Julian Gamble, als auch Filip Barovic ein ums andere Mal reichlich alt aussehen. Vom jungen Johannes Richter mal ganz zu schweigen. Apropos schweigen: Auch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel herrschte weitgehend Sprachlosigkeit. Viel mehr als „Wir haben einfach schlecht verteidigt“ war weder Yorman Polas Bartolo, noch Chefcoach Predrag Krunic zu entlocken.

Genau das soll am Dienstagabend besser werden. Dann treten die Baskets beim schwedischen Meister an. Mit einem Sieg wäre der Einzug in die nächste Runde des Europapokals perfekt. Im Heimspiel gewannen die Baskets mit 85:76. Auch in der Vorbereitung hatten sie die Södertälje Kings im polnischen Torun besiegt – damals mit 76:63.