Erste Verträge aufgelöst

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Wie einige andere Mannschaften der easyCreditBBL auch, haben die Telekom Baskets auf die Ungewissheit der Liga reagiert. Die ersten Spielerverträge wurden aufgelöst. Die Amerikaner Stephen Zimmerman, Geno Lawrence, Branden Frazier und Donald Sloan haben Deutschland verlassen und sind zurück in die USA geflogen.

Auch Coach Will Voigt ist in seine Heimat zurückgekehrt. Der Vertrag mit dem erst jüngst verpflichteten Cheftrainer wurde ebenfalls aufgelöst. Wie die seiner Spieler auch übrigens einvernehmlich, heißt es vom Verein. Sollte die Liga ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen, was eigentlich niemand mehr glaubt, stünde Voigt auf Abruf bereit.

Für einen Großteil der übrigen Spieler gilt inzwischen Kurzarbeit. Der gemeinsame Trainingsbetrieb ruht ohnehin. Erst recht, nach dem jüngsten Erlass des Landes NRW.

Basketballerische Fastenzeit

Unter der Woche verpflichteten die Telekom Baskets mit Donald Sloan einen Guard, der über reichlich NBA-Erfahrung verfügt. Auf dem Parkett war am Sonntag nach dem Karnevalssieg aber eher Fastenzeit angesagt. Ein einziges Mal lagen die Baskets in Führung. Die meiste Zeit mussten sie einem unterschiedlich großen Rückstand hinterher laufen.

Dabei ließen sie, auch für den Geschmack von Coach Will Voigt, Einsatz und Einstellung, vor allem in der Defensive vermissen. Woran das gelegen habe, konnte sich der Trainer allerdings auch nicht erklären. Am Ende läuft es aber immer wieder darauf hinaus, dass das Selbstvertrauen trotz des Sieges noch tief im Keller des Telekom Domes wohnt.

Don Sloan machte derweil ein ordentliches Spiel. Nicht mehr, nicht weniger. Da er aber auch erst seit wenigen Einheiten im Training dabei war, war zu erwarten, dass er nicht sofort die Liga auf den Kopf stellen würde.

Weiter geht es für die Baskets schon am Mittwoch. Dann steht wieder ChampionsLeague auf dem Programm. Die Bonner sind bei AEK Athen zu Gast. Auch nicht gerade das Fallobst der Liga.

Karneval ist anders

Karnevalsspiel. Ausnahmezustand im Telekom Dome. Verständlich, dass die Telekom Baskets alles daran setzten, das Spiel auch in diesem Jahr stattfinden zu lassen. Und das, obwohl eigentlich Länderspielfenster angesagt war. Da hat die Liga Pause. Der Kompromiss: Ihr sucht euch einen Gegner. Und ihr stellt mögliche Nationalspieler ab – außerdem darf an diesem Tag selbst kein Länderspiel stattfinden.

Gegner gefunden, Joshi Saibou abgestellt. Das Spiel gegen Gießen konnte starten. Und es hätte kaum besser laufen können: Grandioser Start der Baskets. Gießen schien überfordert und war eigentlich geistig schon fast auf dem Heimweg. Dann bekamen sie aber doch Zugriff auf das Spiel und kamen zurück. Es wurde eng.

Trotzdem setzten sich die Baskets am Ende durch. Angefeuert von 6.000 Jecken, von einem Coach, der es offensichtlich endlich geschafft hat, das Team so einzustellen, dass jeder zur richtigen Zeit seine Stärken ausspielen kann und angetrieben von einem Trey McKinney-Jones, der seitdem er mehr Spielzeit bekommt, aufzublühen scheint. Sein Dank: 27 Punkte und fünf Rebounds.

Am Ende stand ein recht deutlicher 112:96-Sieg und einmal mehr eine fette Karnevalsparty, die vermutlich keiner der Spieler jemals vergessen wird. Der Dank der Baskets gilt, aller Voraussicht nach, den Gießenern, dass sie sich diesem Inferno gestellt haben, obwohl abzusehen war, dass es verdammt schwierig werden würde, in Bonn etwas zu holen. Alaaf.

Stürmische Woche

Will Voigt ist der neue Trainer der Telekom Baskets. Der Amerikaner ist gleichzeitig Nationaltrainer von Angola. Am Donnerstag leitete er sein erstes Training auf dem #heartberg. Er unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende. Voigt bereitete die Mannschaft auf das erste Spiel am Sonntag gegen Ulm vor. Dazu kam es allerdings nicht.

Sturmtief Sabine machte dem neuen Coach und seiner Mannschaft einen Strich durch die Rechnung. Wegen einer Unwetterwarnung mussten die Baskets das Spiel kurzfristig absagen. Damit kommt es am nächsten Mittwoch zum Debut des Trainers. Dann ist Ludwigsburg zu Gast im Telekom Dome.

Päch muss gehen

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Am Ende kam die Nachricht, mit der einige schon früher gerechnet hatten, doch einigermaßen überraschend: Die Telekom Baskets haben Cheftrainer Thomas Päch freigestellt. Und das nach einer Woche, in der erstmals der Einzug ins Achtelfinale der ChapionsLeague geschafft wurde. Zum Verhängnis wurde Päch wohl die erneute Niederlage der Baskets gegen Crailsheim.

„Leider spielt unser Team auch mit Beginn der Rückrunde in der Bundesliga weiter unter seinen Möglichkeiten“, versucht sich Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich an einer Art Erklärung. Und weiter: „Eine noch längere Geduldsphase können wir uns nicht leisten; wir spielen um unsere Bundesliga-Existenz. Dass wir nach Liga-Maßstäben so spät reagieren, hat etwas mit den positiven Impulsen zu tun, die Thomas Päch im gesamten Umfeld, insbesondere im Nachwuchs-Trainerbereich, gesetzt hat. Auch damit, dass wir uns eine Ära Päch auf dem Hardtberg haben vorstellen können.“

„Wir waren lange überzeugt, unseren Neustart in eine gute Richtung bringen zu können“, kommentiert Sportmanager Michael Wichterich, „auch weil Thomas Päch inhaltlich und in seiner Ansprache an das Team in schwierigen Phasen Impulse setzen konnte. Aber über weite Strecken der vergangenen Partien war kein Fortschritt zu erkennen, teilweise wirkte die Mannschaft überfordert. Ich bin fest davon überzeugt, dass Thomas Päch einen erfolgreichen Weg als Trainer gehen wird, aber der sportliche Erfolg im Sinne eines frühzeitig gesicherten Klassenerhalts steht für uns jetzt an erster Stelle.“

Und der Trainer? Findet kein böses Wort für das vorzeitige Ende seines Arbeitsverhältnisses: „Zuerst möchte ich mich bei den Baskets für die Chance und das Vertrauen bedanken. Leider ist die Saison nicht so verlaufen, wie wir uns das alle vorgestellt haben. Trotz der schwierigen Situation habe ich immer vollste Unterstützung und Vertrauen vom Verein bekommen, was ich sehr zu schätzen weiß. Bedanken möchte ich mich auch bei meinem Staff, der einen sensationellen Job gemacht und mir zu jeder Zeit den Rücken freigehalten hat.“

Am Dienstag in der ChampionsLeague soll Co- und Ex-Cheftrainer Chris O´Shea das Team dirigieren. Danach muss er wieder zurück in die zweite Reihe. Schon die Vorbereitung auf das Spiel gegen Ulm am nächsten Sonntag soll ein neuer Cheftrainer verantworten, teilte der Verein mit.

Zwei Spiele, zwei Niederlagen

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Es war noch nicht der erhoffte Befreiungsschlag: Nach dem Auswärtssieg in Gießen fielen die Telekom Baskets in sich zusammen und unterlagen in Klaipeda fast ohne Gegenwehr. Auch beim Tabellenführer in der BBL schafften es die Bonner nicht, von Beginn an fokussiert zu sein.

Es war die beschämenste Leistung bisher, hatte Sportmanager Michael Wichterich nach dem Auswärtsspiel in der Champions League gesagt. Ein Sieg in München sei nur mit dem richtigen Mindset möglich, hieß es auf der Website des Vereins in der Ankündigung zum Auswärtsspiel beim Deutschen Meister.

Blöd, dass das Mindset wohl nicht mehr in den Bus gepasst hatte und deshalb mit der Bahn fahren musste. Denn als es in der Halle ankam, war das erste Viertel der Baskets gegen Bayern München schon gelaufen. Die Bonner lagen mit 19 Punkten hinten.

Dann jedoch schien sich das Team zu erinnern. An seine Fähigkeiten, an bisher schon gezeigte Leistungen und daran, dass es eigentlich Basketball spielen kann. Bonn holte auf, München legte einen Gang zu, Bonn konterte mit einem 19:0-Lauf.

Allerdings zeigte sich dann, dass die Bayern zum einen über die besseren Spieler verfügen. Und zum anderen, dass das fehlende Mindset vom Beginn auch zu viel Kraft gekostet hatte. Die Baskets waren nicht mehr in der Lage, entscheidend dagegen zu halten. Mit 85:93 fiel die Niederlage dennoch noch moderat aus. Es war nicht alles schlecht auf Bonner Seite.

Am Dienstag steht wieder Champions League an. Mit einem Sieg stehen die Baskets im Achtelfinale. Nach dem Hinspiel muss man sagen: Das ist möglich. Wenn das Mindset stimmt.