Das T auf dem Jersey

Es war einer dieser Termine in der Preseason: Die Telekom Baskets waren beim Hauptsponsor eingeladen, um sich anzusehen was das große T auf dem Trikot überhaupt zu bedeuten hat. Das Team war komplett angereist, inklusive Trainer- und Betreuerstab und Nachwuchsspieler. Auch eine kleine Schar von Journalisten war geladen. Geboten wurde schließlich eine gut einstündige Führung durch die so genannte T-Gallery, in der die Telekom ihre Zukunftsprojekte präsentiert. Smart-Home, Smart-Alles. Und ein paar Spielereien mit VR-Brillen.

Am Ende gab es höflichen Applaus der Mannschaft – und doch schienen alle froh zu sein, sich so bald als möglich wieder auf den Weg in den Dome machen zu können. Nach dem anstrengenden Trainingslager in Serbien stehen jetzt wieder Übungseinheiten in der zukünftigen Heimspielstätte an. Am Wochenende folgt dann endlich wieder Wettkampf. Das nächste Testspiel bei den Antwerp Giants steht an. Das Spiel in Belgien ist öffentlich.

Der Baskets-Kader ist vorerst komplett

Foto: medi Bayreuth

Foto: medi Bayreuth

Der Kader der Telekom Baskets ist fürs Erste komplett. Am Nachmittag gaben die Bonner die Verpflichtung von Kenneth Horton bekannt. Der (Power) Forward war in der vergangenen Saison bei medi Bayreuth unter Vertrag. In Bonn unterschrieb der 26-Jährige für eine Spielzeit. Neben der Position vier könne er auch auf die Drei ausweichen.

Das habe am Ende auch den Ausschlag für seine Verpflichtung gegeben, so Sportmanager Michael Wichterich: „[Wir wollten] im Trainingslager einen ersten Eindruck gewinnen, welche Fähigkeiten unser Team aktuell in der Summe hat und welche weniger.“ Folglich fiel die Wahl auf den Amerikaner Horton: „bei dem die Balance zwischen Wurfstärke und –auswahl sowie Athletik inklusive Schnelligkeit und Rebounding für die Position des lange von uns gesuchten 4/3ers nahezu optimal ist und der somit unsere Mannschaft sehr gut komplettiert.“ Dass Horton aber möglicherweise nicht die allererste Wahl der Baskets war, erklärte Wichterich in einem Nebensatz: „Der Spielermarkt im Sommer ist groß und nicht jede Verhandlung führt zum Erfolg.“

Coach Silvano Poropat zeigte sich mit der Verpflichtung seiner neuen Fachkraft zufrieden: „[Er ist] ein guter Werfer und schnell unterwegs, gerade im Fastbreak. Mit seinen Qualitäten passt er gut zu uns und ergänzt hervorragend unsere Mannschaft.“ Horton wird morgen zum Medizincheck in Bonn erwartet und kann dann mit seinen aus dem Trainingslager zurück gekehrten Mitspielern die weitere Saisonvorbereitung aufnehmen. Diese gewannen am Samstag ihr erstes Testspiel gegen KRKA Novo Mesto mit 64:57.

Coach Poropat hatte die Begegnung genutzt, um seine Mannschaft zu fordern und einige taktische Dinge auszuprobieren. „Das Team hat drei Dinge aufs Feld gebracht, die ich sehen wollte“, erklärte der Trainer. „Erstens ist die Einstellung aus dem Training mit ins Spiel genommen worden. Zweitens war die Intensität trotz der investierten Energie der letzten Tag auf einem hohen Level. Drittens haben wir in der Defense konstant viel Druck ausgeübt – das war sicherlich der Schlüssel zum Erfolg.“

Zwar gebe es vor allem offensiv noch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten. Mit der Kondition nach der harten Trainingsarbeit war der Cheftrainer aber zufrieden: „Es war schön zu sehen, dass wir im letzten Viertel noch etwas zuzusetzen hatten. Dass bei einer komplett neu formierten Mannschaften noch viel an der Abstimmung gefeilt werden muss, ist selbstverständlich.“

 

Mangold schwer verletzt

© Sebastian Derix

Für Ex-Basket Andrej Mangold könnte die neue Spielzeit schon beendet sein, bevor sie überhaupt angefangen hat. Am vergangenen Samstag zog sich der ehemalige Bonner Verteidigungsminister im Training seines neuen Clubs BG Göttingen einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Erfahrungsgemäß wird er damit sicher mehrere Monate ausfallen. Das Göttinger Tageblatt rechnet sogar damit, dass Mangold in dieser Saison gar nicht auflaufen wird.

Wie es für ihn weiter geht, ist noch offen. Auch, ob der Verein reagiert ist noch nicht klar. BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen sagte: „Dies ist natürlich eine schlimme Nachricht für uns, die auch wir – genauso wie Andrej – erst einmal verdauen müssen. Wir werden jetzt in Ruhe die weiteren Schritte besprechen.“

Zweiter Frankfurter wechselt an den Rhein

© Sebastian Derix

Nach Johannes Richter haben die Telekom Baskets einen weiteren Spieler aus dem letztjährigen Team der Fraport Skyliners verpflichtet. Nationalspieler Konstantin Klein wechselt nach Bonn. Er hat einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben, den sowohl er, als auch der Verein nach zwei Jahren kündigen können. Zusammen mit Josh Mayo soll Klein die Arbeit auf der Position 1 übernehmen.

„Zwei sehr unterschiedliche Spielertypen für unterschiedliche Spielsituationen“, sagte Baskets-Cheftrainer Silvano Poropat nach der Verpflichtung, „das gibt uns viele Möglichkeiten.“ Auch Sportmanager Michael Wichterich betonte, dass die neue Mannschaft vor allem variabel aufgestellt sei und Klein „ein weiteres Puzzlestück bei der Umsetzung von Coach Poropats Grundphilosophie bei der Teamkomposition ist: maximale Flexibilität.“

Mit der Verpflichtung Kleins stehen jetzt fünf Spieler mit deutschem Pass in Reihen der Baskets. Das eröffnet für spätere Nachverpflichtungen neue Möglichkeiten. Michael Wichterich: „Dadurch, dass wir zu Beginn nicht alle Ausländerspots besetzt haben, bleiben wir im Saisonverlauf maximal flexibel und können in alle Richtungen optimal reagieren, ohne mit der Deutschenquote in Konflikt zu geraten.“

Für die noch unbesetzte zweite Position des Power Forwar wird dennoch wohl ein ausländischer Spieler verpflichtet. Und auch hier wird gelten: „positionsvariabel“. Coach Poropat: „Yorman Polas Bartolo kann mehrere Positionen spielen, ebenso TJ DiLeo, Florian Koch, Konstantin Klein und Josh Mayo oder Ryan Thompson. Da haben wir je nach Gegner und Tagesform viele Möglichkeiten zu variieren.“

Konstantin Klein freut sich auf seine neue Aufgabe: „Ich werde für so einen traditionsreichen Club wie Bonn alles tun, um ihm zu helfen, wieder eine erfolgreiche Saison zu spielen.“ Nach den Gesprächen mit Coach Poropat habe er den Eindruck, „an den richtigen Ort zu kommen, um auch für mich selbst den nächsten Schritt zu machen“.

Still ruht der Berg

© Sebastian Derix

Es ist ruhig geworden rund um die Telekom Baskets. Die Geschäftsstelle auf dem Hardtberg rotiert vor sich hin, aber nach außen dringt zur Zeit nicht viel. Und das, obwohl in vier Tagen offizieller Trainingsstart ist und dem Team noch zwei Säulen fehlen. Sowohl ein Spielmacher, als auch ein zweiter Power Foward sollen noch kommen. Und die Fans knabbern sich die Nägel von den Fingern, weil sie es nicht mehr abwarten können. Heimlich, still und leise gingen dann in den vergangenen Tagen aber immerhin ein paar kleinere Infos online. So werden die Baskets offenbar zum ersten Mal seit Jahren ein Trainingslager außerhalb Bonns abhalten.

Laut aktuellem Spielplan fährt Coach Poropat mit seinem Team nach einer Woche Training ab dem 16. August für eine Woche nach Zrece in Slowenien. Am 22. August soll das Trainingslager dann beendet sein und die Mannschaft zurück nach Bonn reisen. Für den 28. August in ein Testspiel in Antwerpen vereinbart. Und am Wochenende darauf stehen die Bonner traditionell in Rhöndorf auf dem Parkett. Die Dragons bitten auch in diesem Jahr wieder zum Gezeiten Haus Cup. Die Baskets treffen hier am Samstag um 19 Uhr auf den Gastgeber.

Am folgenden Donnerstag steht dann die offizielle Mannschaftspräsentation im Telekom Forum in Bonn-Beuel an. Los geht es um 17 Uhr. Zwei Tage danach folgt dann der heimische Kranz Parkhotel Cup. Die Baskets haben mit dem FC Bayern München Basketball, Scandone Avellino und Darüssafaka Istanbul erneut starke Teams eingeladen. Zum Abschluss der Vorbereitung fahren die Baskets dann nach Polen. In Torun nehmen sie am 17. und 18. September am dortigen Turnier teil.

Baskets verpflichten Josh Mayo

Foto: basketdergisi.com

Foto: basketdergisi.com

Auf den kleinen Positionen fehlt bei den Telekom Baskets noch der ein oder andere Spieler. Am späten Mittwochabend gab der Verein deshalb die Verpflichtung von Josh Mayo bekannt. Der 29-jährige Amerikaner unterschrieb einen Vertrag für eine Spielzeit in Bonn. Er soll sowohl auf Position eins (Playmaker/Point Guard) als auch auf Position zwei (Shooting Guard) eingesetzt werden.

Mayo, der in der Saison 2014/15 noch in den Top-Ligen Spaniens und der Türkei unterwegs war, spielte in der vergangenen Spielzeit in der zweiten italienischen Liga bei Basket Givova Scafati und erzielte dort im Durchschnitt 15,7 Punkte, gab 5,2 Vorlagen und holte 3,2 Rebounds. Mit einer Wurfquote von 43,6% zeigte er sich dabei von jenseits der Dreierlinie als außerordentlich treffsicherer Distanzschütze.

Baskets-Headcoach Silvano Poropat freut sich auf den Neuzugang und stellt vor allem auch die menschlichen Qualitäten des Amerikaners in den Vordergrund: „Mit Josh bekommen wir einen Spieler mit viel Erfahrung, der beide Guard-Positionen spielen kann. Er ist ein exzellenter Werfer und guter Passgeber, der – neben seinen basketballerischen Fähigkeiten – besonders auch als Mensch überzeugt. Einfach ein guter Typ.“

Gruppengegner ausgelost

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets bekommen es in der ersten Runde des FIBA Europe Cups unter anderem mit alten Bekannten zu tun. Am Mittag sind in Freising die Gruppen ausgelost worden. Bonn muss zum Beispiel gegen Belfius Mons-Hainaut aus Belgien ran. Zuletzt trafen die beiden Clubs im Eurocup der Saison 2013/14 aufeinander.

Bei den beiden übrigen Gruppengegnern bleibt die Spannung noch ein paar Wochen erhalten. Mögliche Gegner sind die Portugiesen vom FC Porto oder Juventus Utena aus Litauen. Beide spielen die Champions League-Quali.

Außerdem noch mit im Rennen: Kataja Basket aus Finnland und die Södertälje Kings aus Schweden. Der Sieger trifft in der zweiten CL-Quali-Runde auf Proximus Spirou Charleroi aus Belgien. Der Verlierer dieser Paarung wird dann wiederum der letzte Gruppengegner der Bonner in Gruppe C.