Mayo und Bartolo führen Baskets zum Sieg

Es war ein Basketballspiel. Und was für eins. Hatten die Telekom Baskets im Hinspiel am zweiten Weihnachtstag gegen den bärenstarken Aufsteiger Rasta Vechta noch den Kürzeren gezogen, so gingen sie am Donnerstagabend als Sieger vom Parkett. Allerdings nach doppelter Verlängerung. Die Partie war mehr als hart umkämpft.

117:112 hieß es am Ende für die Baskets. Mehr Punkte hatten die Bonner bisher noch in keiner Auswärtspartie in der Basketball Bundesliga erzielt. Allerdings hatten sie auch zehn Minuten Spielzeit mehr als üblich. Und sie hatten mit Vechta einen Gegner, der ihnen erneut alles abverlangte.

Bonn startete stark, musste dann aber wieder einen Lauf der Hausherren einstecken. Eine Zeit lang gaben die Baskets zu viele Bälle einfach beim Gegner ab. Allerdings verloren sie das Ziel nicht aus den Augen. Am Ende schafften sie es, sich bis zum Ende zu konzentrieren. Die Folge: Bonn ging als Sieger vom Parkett – ein wichtiger Schritt zurück in Richtung Playoffs.

Jetzt steht zunächst Pokal, dann Länderspiel an. Für Bonns Coach Chris O´Shea heißt das, dass er knapp zwei Wochen hat, um die Mannschaft weiter zusammen zu schweißen. Die Integration von Natel Linhart läuft immer besser – im nächsten Spiel sollte er auch endgültig in den Spielzügen der Baskets angekommen sein.

Hochball gegen Bremerhaven ist am 27.2. – dem Tag vor Weiberfastacht – um 19 Uhr.

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Mutti ist doof

Da war sie wieder, die Mutter aller Spiele: Die Telekom Baskets empfingen den Dauerrivalen ALBA Berlin. Es war bereits die 75. Ausgabe dieser Begegnung. Sie ging einmal mehr an die Gäste. Schon im ersten Viertel hatten die Bonner sich einen Rückstand eingehandelt, von dem sie sich nicht mehr erholen konnten.

Zwar legten sie in der Folge mehrere Kohlen nach, vor allem in der Defensive. In der zweiten Halbzeit stellten die Bonner ALBA damit auch zeitweise vor gewaltige Probleme. Aber immer, wenn die Baskets auf vier oder fünf Punkte heran gekommen waren, schaltete Berlin wieder einen Gang höher und vergrößerte den Abstand zwischen beiden Teams.

Eine bisweilen konfuse Linie der Schiedsrichter tat ihr übriges. Ab und an gab es seltsame Pfiffe, die auch den ansonsten besonnenen Coach Chris O´Shea an den Rand der Verzweiflung brachten. Der war bisweilen so erregt, dass er an der Linie seinem Vorgänger Predrag Krunic glich.

Aber O´Shea wäre nicht er selbst, wenn er dafür nicht nach dem Spiel um Entschuldigung gebeten hätte. So zu explodieren sei eigentlich nicht seine Art, sagte der Trainer. Aus dieser Situation zu lernen, sei seine Aufgabe nach diesem Spiel. Er werde versuchen, sich in Zukunft wieder besser im Griff zu haben.

Es ist diese bescheidene und besonnene Art, die den neuen Bonner Cheftrainer so sympathisch macht. Er weiß, was er kann und will. Aber er weiß genauso, dass das Team über allem steht. Seiner Mannschaft möglicherweise durch ein technisches Foul zu schaden, liegt ihm fern. Er setzt auf Kommunikation. Untereinander und auch mit den Schiedsrichtern. Nach jeder aus seiner Sicht falschen Entscheidung suchte er das Gespräch – und war an dessen Ende zumindest so beruhigt, dass er eben nicht das Foul riskierte.

Jetzt muss das Kollektiv aus Trainer und Team es noch schaffen, die offensichtlich vorhandene Qualität auf die Straße zu bringen. Schon am Donnerstag gibt es dazu die nächste Möglichkeit. Die Baskets sind in Vechta zu Gast. Der überraschend starke Aufsteiger wird beileibe keine einfach Aufgabe auf dem Weg zurück in die Playoff-Ränge.

Weiter im Europe Cup

© Sebastian Derix

Das Thema Champions League ist für die Telekom Baskets vorerst erledigt. Nach der Niederlage von Fribourg gegen PAOK Saloniki am Mittwochabend können die Bonner nicht mehr auf einen der ersten vier Plätze kletter. Das wäre aber nötig, um weiter in der BCL unterwegs zu sein.

Weil die Baskets aber am Dienstag gegen Holon verdient gewonnen hatten, können sie auch nicht mehr von Platz fünf oder sechs verdrängt werden. Damit ist klar, dass sie im März weiter durch Europa tingeln werden. Europe Cup ist angesagt. Auch keine neue Erfahrung. Vor zwei Jahren hatten sie es hier bis ins Halbfinale geschafft.

Jetzt steht am kommenden Wochenende aber zunächst wieder Bundesliga an. Die Baskets müssen nach Ludwigsburg. Es wird erneut eine schwierige Aufgabe für die Mannschaft von Chris O´Shea. Wollen die Bonner aber ihre Ausgangsposition im Playoffrennen verbessern, wird es Zeit, auch gegen direkte Konkurrenten zu gewinnen. Hochball ist am Samstag um 20.30 Uhr.

O´Shea ist neuer Chefcoach

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets haben sich entschieden. Chris O´Shea bleibt Cheftrainer der Bonner Basketballer. Oder wie es der Verein ausdrückt: „Es gibt keinen Grund, weiter aktiv nach einem Trainer zu suchen.“ Der ehemalige Co-Trainer hat sich festgespielt in der ersten Reihe. Und das in nur zwei Partien.

Beim Pokalspiel in Bamberg war schon die erste positive Reaktion des Teams zu erkennen. Die Mannschaft zeigte Einsatz, schien verstanden zu haben, dass es keine Ausreden mehr gibt. TJ Di Leo gab in der Halbzeit zu Protokoll, man habe Coach Krunic geliebt, aber der „Typ, der jetzt an der Linie steht, ist ein verdammt guter Trainer.“

Am Ende reichte es dann knapp nicht zu Einzug ins Finale. Auch eine Art Bonner Geschichte. Dennoch konnte man sehen, dass der Wechsel an der Linie gefruchtet hatte. Für die Spieler war es sicher eine Umstellung: vom hyperaktiven Krunic zum analytisch, ruhigen O´Shea. Man kam sich vor wie in einer anderen Welt.

Aber ganz offensichtlich kommt diese Art an. Schon am Dienstag gab es in der Champions League die nächste Bewährungschance für den neuen Cheftrainer und seine Mannschaft. Und dieses Mal gelang sogar der Sieg – überraschend beim Favoriten in Venedig.

Chris O´Shea scheint an den richtigen Schrauben gedreht zu haben. Deshalb ist es auch mehr als nachvollziehbar, dass der Verein sich jetzt entschieden hat, ihn vorerst mit der Verantwortung des Cheftrainers auszustatten. Einen neuen Vertrag gibt es offenbar noch nicht. Dass dem Neu-Trainer im Augenblick andere Dinge wichtiger sind, ist verständlich.

Am Samstag steht für ihn das erste Heimspiel in der neuen Rolle an. Für seine Mannschaft ist es indes ein weiteres extrem wichtiges Spiel auf dem Weg zurück in die Playoffränge. Hochball gegen den direkten Konkurrenten aus Gießen ist um 20.30 Uhr.

Die Reißleine

© Sebastian Derix

Von wegen „zurück in der Spur“. Die Telekom Baskets stecken weiter tief in der Krise. Gegen den Meister aus der Schweiz, Fribourg Olympic Basket setzte es in der Champions League eine Niederlage. Die erhoffte und erwartete Reaktion des Teams blieb aus. Coach Predrag Krunic schien ratlos, seine Spieler total verunsichert. Das hatte Konsequenzen.

Etwas mehr als einen Tag lang ließen diese auf sich warten. Eigentlich war klar, dass der Trainer keine Zukunft mehr haben würde. Am Donnerstagnachmittag kam dann die Mitteilung, dass Krunic fortan beurlaubt sei. Fürder hin hatten Verein und Ra´Shad James sich auf die Auflösung des Arbeitsvertrages des Amerikaners geeinigt.

Ein Paukenschlag, der im Internet schon von den Dächern gepfiffen wurde. Einer, der zudem nachvollziehbar scheint. Der Trainer ist ohnehin immer das schwächste Glied in der Kette der Krise. Da hilft es auch nicht, dass das Team den Übungsleiter eigentlich behalten wollte.

Auch bei James war die Trennung keine übergroße Überraschung. Zu sehr hatte der individuell beste Basketballer in der Mannschaft zuletzt seine Qualitäten versteckt. In einer Mitteilung in den sozialen Medien gab er zu Protokoll, dass die Rolle, die er zuletzt spielte, nicht mehr die gewesen sei, die gut für ihn und zudem mit dem Verein abgesprochen gewesen sei. Da müsse man dann die Konsequenzen ziehen, so der Amerikaner.

Schnell schob er ein Lob an Verein, Fans und überhaupt hinterher. Ein Stinkstiefel will er dann doch nicht sein. Mitglieder der Mannschaft hatten ohnehin unentwegt betont, dass es einen solchen im Team nicht gebe.

Für Krunic ist es der zweite Abschied aus Bonn. Menschlich sei er schwer gefallen, heißt es vom Verein. Fast mit dem gleichen Wortlaut, wie schon 2005. Dass die Trennung sportlich nachvollziehbar ist, ist unterdessen auch klar. Die Gebetsmühlen des Trainers, die immer wieder von sich gaben, dass das Team nicht bereit gewesen sei, hatten wohl auch erkannt, dass Krunic daran in den vergangenen Wochen nichts geändert hatte.

Vielleicht gibt der Paukenschlag für die kommenden Wochen einen neuen Ton vor. Als Dirigent der Baskets fungiert vorerst Co-Trainer Chris O´Shea. Zumindest beim Pokalspiel in Bamberg wird er an der Seitenlinie den Hut auf haben. Wann es danach einen neuen Cheftrainer gibt, ist aktuell noch unklar, heißt es vom Verein.

Klatsche in Nanterre

Da waren sie wieder, die „alten“ Telekom Baskets. Nach zuletzt zwei Siegen in der Bundesliga setzte es auswärts in der Champions League wieder eine richtige Klatsche. 56:103 hieß es am Ende aus Bonner Sicht im Pariser Vorort Nanterre. Gepasst hat an diesem Abend beim Team von Chefcoach Predrag Krunic aber so gar nichts.

Anders bei den Hausherren. Sie trafen ihre Würfe, verteidigten gut und nahmen den Baskets damit das frisch erarbeitete Selbstvertrauen nach und nach immer mehr wieder weg. Bei Bonn fiel der Dreier nicht, bei Nanterre ging jeder zweite rein. Unter den Körben mühte sich Martin Breunig redlich, aber selbst ohne den verletzten Ex-Bonner King Julian sah er am Ende relativ alt aus. Auch die Verteidigung war löchrig wie manch französischer Weichkäse gerne wäre.

Und so stehen die Baskets einmal mehr vor einem Scherbenhaufen. Ob der noch einmal zu einem Viertelfinalmosaik zusammengesetzt werden kann, wird immer fraglicher. Eine der letzten Chancen müssten die Bonner in der nächsten Woche nutzen. Dann kommt Fribourg in den Telekom Dome.

Vielleicht tut es dem Team gut, dass es am Wochenende in der Bundesliga spielfrei hat. Vielleicht schafft die Mannschaft es, sich endlich zusammenzuraufen. Mit einer Leistung wie der in Frankreich, bekommen die Baskets selbst gegen den Gruppenvorletzten aus der Schweiz ein Problem.

Zurück in der Spur

Der Turnaround scheint geschafft: Standen die Telekom Baskets vor Wochenfrist noch kurz vor dem Abgrund, so sind sie jetzt einen großen Schritt weiter. Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge in der Bundesliga, folgten in dieser Woche zwei Siege, von denen zumindest der gegen Ludwigsburg sehr überzeugend war.

Aber schon im Auswärtsspiel gegen Gießen zeigten sich die Bonner stark verbessert. Zwar fiel der Dreier wieder etwas zuverlässiger. Vor allem versuchten die Baskets aber, auch andere Lösungen zu finden. Und dank des Ausfalls von Starcenter John Bryant war vor allem unter den Körben eine Menge Platz. Diesen nutzte Martin Breunig.

Ohnehin scheint der 26-Jährige aufzublühen, seit Charles Jackson verletzt ausfällt. Breunig nutzt die Spielzeit, die er bekommt, immer sicherer. Der Einsatz stimmt immer. Inzwischen kommt er auch mit den ihm gestellten Aufgaben zurecht.

Das können dann auch Gegner wie Adam Waleskowski und Owen Klassen sein. Die bekamen den Bonner Center im Heimspiel gegen Ludwigsburg nie in den Griff. Breunig beißt sich inzwischen unter den Körben durch. Sein Selbstvertrauen scheint von Spiel zu Spiel zu steigen – und das auch mit Recht.

Bonn spielte gegen Ludwigsburg einfach gut. 38 Minuten lang hatten sie den Gegner weitgehend im Griff. Nur zu Spielbeginn schienen die Antennen noch nicht richtig ausgerichtet. Warum auch immer das passieren kann: Headcoach Predrag Krunic erkannte es zeitnah und gab den richtigen Kurs vor.

Durch die beiden Siege kletterten die Baskets in der Tabelle wieder in Richtung Playoff-Plätze. Aktuell stehen sie auf dem neunten Platz. Zum rettenden Ufer klafft eine kleine Lücke. Sollten die Bonner jetzt aber ihre Form wieder gefunden haben, scheinen die Playoffs wieder deutlich realistischer.

Schon am Mittwoch geht es auch europäisch weiter. Die Baskets sind in Frankreich zu Gast. Sie wollen sich in Nanterre für die deutliche Hinspielniederlage revanchieren. Für Martin Breunig ein Berg von einer Aufgabe, geht es doch gegen seinen letztjährigen Mannschaftskameraden Julian Gamble.