Aufbruchsstimmung

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1.000 Pflichtspiele in mehr als 20 Jahren Telekom Baskets – gefeiert wurde das mit einem Auswärtsspiel in Berlin, wo auch sonst? Beim ewigen Rivalen eröffneten die Bonner die neue Saison. Und das lautstark unterstützt von mehr als 300 Fans, die per Sonderzug angereist waren. Es herrscht Aufbruchsstimmung, auch im Lager der Anhänger. Und das trotz des tragischen Ausfalls von Coach Silvano Poropat und des kurzfristigen Trainerwechsels zu Predrag Krunic.

Im Spiel selbst brauchten die Baskets dann aber fast eine Halbzeit Anlaufzeit. Es passte zu Beginn noch nicht viel zusammen. Vermutlich hatten die vergangenen Tage auch bei den Spielern Spuren hinterlassen. Und doch gaben alle Vollgas – allen voran Coach Krunic. Immer wieder holte er Spieler zu sich, um ihnen kurze Anweisungen zu geben. Er agierte an der Seitenlinie, wie man es in Berlin in den vergangenen Jahren eher vor der anderen Bank gewohnt war.

Nach der Pause schienen seine Männer verstanden zu haben, was der Trainer geplant hatte. Punkt um Punkt knabberten sie vom Halbzeitrückstand ab und konnten sogar kurzfristig in Führung gehen. Dann aber kapierte Berlin, dass es auch gegen mutmaßlich verunsicherte Baskets kein Selbstläufer werden würde. Es blieb ein offenes Spiel bis kurz vor dem Ende. Auch wenn noch längst nicht alle Räder ineinander griffen, so wurde wieder einmal deutlich, dass die neuen Baskets sich nicht aufgeben. Schlussendlich ging der Sieg dennoch an Berlin (96:89).  Krunics Team zeigte aber eine Leistung, auf der man definitiv aufbauen kann.

Der Trainer zeigte sich nach dem Spiel in einigen Punkten entsprechend zufrieden: „Für ein erste Saisonspiel haben wir heute ein sehr gutes Basketballspiel gesehen. Wir sind natürlich nicht zufrieden mit der Niederlage, aber ich bin froh, wie wir bis zum Schluss gekämpft haben. Wir haben im dritten Viertel das Spiel gedreht, dann aber in den kritischen Phasen zu viele Fehler gemacht, um hier in Berlin zu gewinnen.“ Am kommenden Freitag steht das erste Heimspiel der Saison an. Dann empfangen die Baskets die Skyliners aus Frankfurt.

Trainerwechsel kurz vor Saisonstart

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Schocknachricht für die Telekom Baskets: Trainer Silvano Poropat ist schwer erkrankt und fällt vermutlich mehrere Monate aus. Die Baskets mussten deshalb reagieren und haben Predrag Krunic an den Rhein zurück geholt. Der 49-Jährige arbeitete bereits zwischen 1998 und 2005 auf dem Hardtberg.

„Die Dinge sind so, wie sie sind und plötzlich vom heiteren Himmel gefallen“, sagte Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich. „Die schnelle Verfügbarkeit und Einigung mit Predrag, die binnen Stunden erfolgte, war nach unserer aller Einschätzung die beste unter den gegebenen Umständen“, so Wiedlich. „Er hat Erfahrung und kennt die BBL.“

Vor dem Hintergrund der medizinischen Diagnose Poropats sei es notwendig gewesen, „schnell zu handeln und nicht mit risikobehafteten Interimslösungen zu operieren“, erklärte der Präsident. Das sei man der Mannschaft schuldig „und auch unseren Fans nach der letzten Chaos-Saison“.

Nachhilfe im eigenen Wohnzimmer

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Der Kranz Parkhotel Cup bot großartigen Basketball und eine Lehrstunde im eigenen Wohnzimmer. Die Telekom Baskets hatten mit Darüssafaka Istanbul, Bayern München und Scandone Avelliono echte Hochkaräter eingeladen. Dass sie selbst dabei am Ende nur den vierten Platz erreichten, scheint verschmerzbar und war in gewissen Maße zu erwarten.

Coach Silvano Poropat war deshalb zumindest nach dem zweiten Spiel seiner Mannschaft nicht komplett unzufrieden, auch wenn er noch Verbesserungsbedarf sah: „Ich denke, dass wir ein paar Sachen in der Vereidigung noch lernen müssen. Zum Beispiel müssen wir uns besser positionieren und die gegnerischen Dreier besser verteidigen. In der Offensive dribbeln wir manchmal zuviel. Da müssen wir den Ball noch besser bewegen.“

Eines wurde im Gespräch klar: Der Coach verlangt viel von seinem Team. Ryan Thompson kam zum Beispiel nach nur einem Mannschaftstraining aufs Parkett. Am Samstag konnte man das sehen, am Sonntag zeigte er sich schon verbessert. Poropat: „Mit Pausieren kommt er nicht weiter. Wir haben ihn ins kalte Wasser geworfen und er muss sich da jetzt frei schwimmen. Man hat gesehen, was für eine Klasse er hat. Wenn er die kommenden Wochen durch trainiert, dann kann man noch viel mehr von ihm erwarten.“

Durch Thompsons Einsatzzeit hat sich die einiger anderer Spieler verändert. Yorman Polas-Bartolo schien das nicht recht zu schmecken. Zumindest offensiv hatte er nicht sein bestes Wochenende. „Die Spieler müssen lernen, dass es solche Tage gibt. Dann müssen sie Wege finden, um damit umzugehen und da raus zu kommen“, so der Cheftrainer, „Ich denke, keiner meiner Spieler will in der Pro B spielen und 38 Minuten Spielzeit im Schnitt haben. Das ist ein Lernprozess.“

Im Fall der Verletzung von Florian Koch konnte der Coach vorsichtige Entwarnung geben: „Er hat einen Schlag aufs Knie bekommen. Aber er hat sich durchgebissen und auch heute wieder gespielt und positiv reagiert. Ich denke nicht, dass es so schlimm ist.“ Man kann also damit rechnen, dass sowohl Thompson, als auch Koch beim Vorbereitungsturnier in Polen am kommenden Wochenende auf dem Parkett stehen. Auch für den Saisonstart am 24. September bei ALBA Berlin stehen die Chancen gut, dass die Baskets vollzählig antreten werden.

Weiter mit der Telekom

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Teampräsentation der Telekom Baskets im Telekom Forum heute – und die wichtigste Botschaft kam vom Hauptsponsor. Die Deutsche Telekom bleibt Namensgeber der Bonner Profi-Basketballmannschaft. Der Leiter des Konzernsponsorings beim Bonner Telekommunikationsriesen, Stephan Althoff,  gab im Rahmen der Mannschaftsvorstellung ein Bekenntnis zum Verein ab. Der Vertrag wurde jüngst bis 2019 verlängert. Die Baskets haben damit für drei weitere Jahre Planungssicherheit.

Althoff: „Mit den Telekom Baskets verbindet uns eine mehr als 20-jährige enge Partnerschaft. Diese setzen wir mit großer Begeisterung für einen tollen Verein, für die sensationellen Fans der Baskets und für einen begeisternden Sport fort. Mit der weiteren Zusammenarbeit geben wir ein klares Bekenntnis zu unserem Engagement am Konzernstandort Bonn ab. Die Partnerschaft von Telekom und Baskets hat darüber hinaus in der deutschen Sportlandschaft seit langem einen festen Platz.“

Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich zeigte sich erfreut, dass diese Partnerschaft weiter besteht: „Diese Verlässlichkeit ist ein großer Wert an sich, es ist der Humus, auf dem einiges reifen konnte, zum Beispiel die eigene Halle. Deshalb hat der Basketball in Bonn der Telekom auch sehr viel zu verdanken.“ Und weiter: „Natürlich profitieren wir in unserer Arbeit im Verein von einem so starken und engagierten Hauptsponsor. Die Verbindung mit der Telekom reicht jedoch über das finanzielle Engagements des Konzerns weit hinaus. Zusammen haben wir die Telekom Baskets zu einer starken Marke im deutschen und europäischen Basketball geformt. Wir freuen uns sehr, dass die Telekom die gemeinsame Arbeit mit den Baskets fortführt.“

Hoffnung auf bessere Zeiten

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Es war nur ein Vorbereitungsspiel. Deren Aussagekraft sollten man ja nie zu hoch bewerten. Und doch machte der Auftritt der neuen Telekom Baskets vor eigenem ohne Publikum gegen Aalst durchaus Lust auf mehr. Vor allem defensiv zeigte das Team Qualitäten, von denen man sich in der vergangenen Saison auch nur einen Bruchteil gewünscht hätte. Ein Yorman Polas Bartolo zum Beispiel hätte mit Berti Vogts in besten Terrier-Zeiten (die älteren unter uns mögen sich erinnern) durchaus mithalten können. Der Mann gab aber auch keinen einzigen Ball verloren. Aber nicht nur er, die komplette Mannschaft legte einen Einsatzwillen an den Tag, der wieder auf bessere Zeiten hoffen lässt.

Offensiv hatten die Baskets gegen Okapi Aalstar ebenfalls fast immer die Oberhand – fünf Minuten nach der Pause mal außen vor gelassen. Julian Gamble und Filip Barovic standen wie zwei Türme unter den Körben, beide mit einer körperlichen Präsenz und Ruhe, die beeindruckend war. Stark auch Johannes Richter. Viel Einsatz zeigten zudem die Guards, hier hat der Coach mit DiLeo, Klein und Mayo viele Variationsmöglichkeiten. Wenn jetzt noch Ryan Thompson (soll morgen wieder trainieren) ins Laufen kommt, kann das schon sehr gut aussehen.

Am Ende stand ein völlig ungefährdeter 94:64-Sieg für die Baskets. Nach der knappen Niederlage gegen Antwerpen schon ein ordentlicher Fortschritt, wie auch Coach Silvano Poropat bestätigte: „Offensiv war das ein guter Schritt nach vorne. Und auch defensiv war unsere Leistung top.“ Heute stand dann zur Abwechslung Schafe hüten auf dem Programm – Teambuilding war angesagt (an dieser Stelle sei der Snapchat-Account von Julian Gamble empfohlen – @hurricane45). Am Wochenende wird es dann wieder sportlich. Die Baskets sind beim Kooperationspartner in Rhöndorf zu Gast. Am Samstag um 19 Uhr geht es gegen Ulm, Sonntag um 13 Uhr kommt es zum Duell gegen den Gastgeber. Grund für die Änderung im Spielplan ist die kurzfristige Absage der iranischen Nationalmannschaft.

AllStars kommen wieder nach Bonn

enseabschied

Am 14. Januar findet der diesjährige easyCredit-BBL AllStar Day statt – und die vermeindlich besten Basketballer der Liga treffen sich mal wieder in Bonn. Der Telekom Dome ist zum inzwischen dritten Mal Ausrichter des großen Spektakels. Zuvor war der AllStar Day auch einmal in der Hardtberghalle zu Gast gewesen. Bonn wird jetzt also Gastgeber der 29. Auflage des Spiels der Besten der Liga.

„Wir haben in Bonn schon tolle Veranstaltungen und emotionale Momente erlebt“, sagte der Geschäftsführer der esayCredit BBL, Dr. Stefan Holz. Vor zwei Jahren hatte zum Beispiel Center-Legende Chris Ensminger einen überraschenden „Kurz-Auftritt“ im BBL AllStar Game und wurde hernach vom Publikum frenetisch gefeiert – schließlich hatte der Amerikaner seine langjährige Aktivenlaufbahn in Bonn beendet.

Neben des AllStar-Spiels gibt es auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm. Dazu gehört neben dem Spiel der besten Nachwuchsakteure auch wieder eine Autogrammstunde mit den Teilnehmern des AllStar Days. Karten gibt es ab dem 8. September. Dauerkarten-Inhaber der Telekom Baskets haben aber vom 29. August bis einschließlich 7. September 2016 ein Vorkaufsrecht mit einem Rabatt von 10 %.

Das T auf dem Jersey

Es war einer dieser Termine in der Preseason: Die Telekom Baskets waren beim Hauptsponsor eingeladen, um sich anzusehen was das große T auf dem Trikot überhaupt zu bedeuten hat. Das Team war komplett angereist, inklusive Trainer- und Betreuerstab und Nachwuchsspieler. Auch eine kleine Schar von Journalisten war geladen. Geboten wurde schließlich eine gut einstündige Führung durch die so genannte T-Gallery, in der die Telekom ihre Zukunftsprojekte präsentiert. Smart-Home, Smart-Alles. Und ein paar Spielereien mit VR-Brillen.

Am Ende gab es höflichen Applaus der Mannschaft – und doch schienen alle froh zu sein, sich so bald als möglich wieder auf den Weg in den Dome machen zu können. Nach dem anstrengenden Trainingslager in Serbien stehen jetzt wieder Übungseinheiten in der zukünftigen Heimspielstätte an. Am Wochenende folgt dann endlich wieder Wettkampf. Das nächste Testspiel bei den Antwerp Giants steht an. Das Spiel in Belgien ist öffentlich.