Stay on these roads

Ich war ungefähr zehn. Mein Cousin brachte mich zum ersten Mal mit skandinavischer Musik in Verbindung. Es handelte sich um eine Band, die kurz zuvor mit ihrem ersten Welthit für Furore gesorgt hatte. A-Ha nannte sie sich. Eine reichlich bescheuerte Namensgebung, dachte ich. Aber die Musik war cool.

Die Band wurde größer, ich auch. Und dann trennten sich die Wege. Die von A-Ha im Allgemeinen und die der Band mit mir im Besonderen. Es mussten mehr Gitarren her. Metal war die Musik der Stunde. Vor allem in meinem noch recht frischen Rockerherz. Die Weltkarriere der drei Norweger verlief inzwischen auch im Sand, die Trennung war irgendwann die logische Folge.

Doch sowohl die Band, als auch meine Vorliebe für norwegische Popmusik erlebten eine Renaissance. A-Ha feierten ein grandioses Comeback. Auch und vor allem in meinem Bewusstsein. Sie selbst hatten sich nicht sehr verändert, ich dagegen schon. Der absolute Wille nie erwachsen zu werden paarte sich mit einer Art Dauernostalgie. Früher war alles besser.

Spätestens mit ihrem letzten Studioalbum – die endgültige Trennung war inzwischen beschlossene Sache – erreichten die drei Jungs aus Oslo auch bei mir endgültig den begehrten „Kult“-Status. Als ich dann noch die Freude hatte, sie auf ihrer (knapp dreijährigen) Abschiedstour in Köln live zu sehen, war es endgültig um jedwede Objektivität geschehen.

A-Ha gehören für immer zu mir.  Zu meiner Jugend, zu meiner Gegenwart und vermutlich auch zu meiner Zukunft. Ich gönnte mir die „deluxe Edition“ des wirklich allerletzen Konzertes der Jungs auf Ton- und Bildträger. Mit „Ending on a high note“ rannten sie bei mir offene Türen ein. Zwar gibt es genau null Überraschungen während des Konzertes, zum Teil wirkt die Veranstaltung auch ziemlich gekünstelt, aber es ist das letzte Konzert einer Legende. In den vergangenen drei Tagen habe ich die DVD ungefähr sieben mal komplett gesehen. Ich werde sie noch ein paarmal einwerfen.

Das ist A-Ha. Das ist meine Jugend. Und auch wenn sie nicht mehr als Band zusammen auf der Bühne stehen, bleibt die Botschaft: Stay on these roads. Die Sache läuft.

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