Einfach weg

Weg. Einfach weg. Das war zum einen der grandiose Film über das DreamTeam 1992, den ich vor nicht allzu kurzer Zeit hier postete. Die NBA hatte ihre Krakenarme ausgeworfen und sich auf ihr Copyright berufen. Damit war die Datei bei einem bekannten Videoportal nach viel zu kurzer Zeit verschwunden. Weg, einfach weg, war allerdings auch ich. Nein, nicht aus dem Leben, auch nicht auf einer schönen Reise, lediglich dies Portal meiner Gedanken sah mich eine ganze Zeit lang nicht. Ich bereue das.

Nachdem mir zuletzt damit gedroht wurde, mich aus der Blogroll eines allzu erfolgreichen Blogs zu entfernen, muss allerdings dringend ein Lebenszeichen her.  Welch Vortrefflichkeit, dass sich gerade zu Beginn des vergangenen Tages eine Unverschämtheit ereignete, die ich der geneigten Öffentlichkeit nicht vorenthalten kann, nicht vorenthalten darf! Doch, lassen Sie mich vorne beginnen:

es begab sich, dass die vergangene Nacht, die Gründe mögen hier verschwiegen bleiben, erst sehr spät begann. Kurz: ich schlief erst nach zwei Uhr ein. Das war nicht weiter dramatisch, hatte ich doch geplant, die Nacht erst gegen 10 Uhr zu beenden, da ich gleitzeitbedingt erst mittags dem Broterwerb nachzugehen gedachte. Allerdings hatte ich die Rechnung ohne den, naja, Wirt, gemacht.

Der Morgennebel hatte sich noch nicht gemütlich über dem Rheintal niedergelassen, da wurde er auch schon wieder vertrieben. Von einer Horde lärmwütiger Bauarbeiter. Ein Loch musste gebohrt werden. Durch Straße und Bürgersteig. Gegenüber meines Schlafzimmerfensters. Und zwar dringend noch vor sieben Uhr.

Nun sind mir – als lärmgeplagter Innenstadtbewohner – Belästigungen der Ohren nicht fremd. Als ich allerdings, den Lärm schon gefühlt Stunden ignorierend, einen Blick auf die Uhr warf, zeigte ebenjene noch immer keine sieben am Anfang der wirren Zahlenreihe. Wütend warf ich die gekippten Fenster ins Schloss. Die Lärmarbeiter ignorierten es und lufthämmerten weiter auf die sich wehrende Straße ein.

Ich wiederum stopfte mir ausreichend Dämmmaterial in die Ohren, stellte den Wecker eine angemessen scheinende Zeit weiter gen Mittag und versuchte, erneut Schlaf zu finden. Es gelang, mühselig, doch schlussendlich erfolgreich.

Irgendwann war dann jedoch die Zeit gekommen, das Schlafgemach und hernach auch das Haus zu verlassen. Der Lärm der bauenden Arbeiter war schon lange verklungen. Auch ihr Fahrzeug war längst weg, einfach weg. So verließ ich die Wohnung, um einen Blick auf den Krater zu werfen, der mir am frühen Morgen den Schlaf raubte. Ich erwartete mindestens einen mittleren Tagebau vorzufinden – eigentlich eher eine offene Diamantenmine, denen in afrikanischen Staaten gleich.

Was mir allerdings unter die Augen kam, überstieg jedwede Erwartung meinerseits. Nicht nur bauende Arbeiter und deren Fahrzeug, auch besagter Tagebau waren weg. Einfach weg. Was geblieben war, war eine kleine Wunde im Asphalt. Keine 50 Zentimeter lang und keine 30 breit – definitiv wert, in den frühesten Morgenstunden einen ganzen Straßenzug aus den wohlverdienten Träumen zu reißen.

Arschlöcher.

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