Ein Mangold reicht nicht aus

Die Telekom Baskets Bonn sind im Viertelfinale der diesjährigen EuroChallenge Saison ausgeschieden. Gegen den ungeschlagenen russischen Vertreter aus Samara reichte es im Rückspiel nur zu einem 85:95 nach Verlängerung. Andrej Mangold war bester Mann auf dem Feld.

Ohne drei ins Rückspiel

Auch wenn der erkrankte Fabian Thülig inzwischen wieder nach Deutschland zurückkehren konnte, an einen Einsatz gegen Samara war nicht zu denken. Das galt auch für Benas Veikalas und Jamel McLean. Und so füllten die Baskets das Team mit Max Dohmen und Jonathan Apasu aus der Regionalligamannschaft auf. Bei deutlichem Rückstand hätte Coach Mike Koch beiden wohl auch Einsatzzeit gegeben, um seine etatmäßigen Spieler zu schonen, zu beidem kam es nicht. Denn die Baskets konnten von Beginn an mithalten. Hatten sie noch am Dienstag in Russland das Spiel im ersten Viertel schon fast aus der Hand gegeben, im heimischen Telekom Dome zeigten sie, dass sie das Spiel nicht abschenken würden. Nach zehn Minuten lagen sie mit einem Punkt vorne (25:24).

Und es wurde noch besser für die 3700 Fans im Telekom Dome. Vor allem Andrej Mangold wollte offensichtlich unbedingt noch einmal zurück nach Russland. Fünf Dreierversuche gab der Deutsche in der ersten Halbzeit ab, alle trafen ihr Ziel. Bis auf 13 Punkte zogen die Gastgeber davon (47:34), ehe Samara begriff, dass das ein anderes Spiel war als noch zwei Tage zuvor. Mit einem 10:0-Run kamen die Gäste zurück in die Partie. Zur Halbzeit war der Bonner Vorsprung auf drei Punkte geschrumpft (51:48).

Kampf ums Weiterkommen bis zum Schluss

Und auch in der zweiten Spielhäfte steckte die dezimierte Bonner Mannschaft nicht auf. Unter den Augen der verletzten Veikalas und McLean kämpften sie um den Einzug ins FinalFour-Turnier. Samara hielt dagegen und wollte seinerseits die weiße Weste behalten. Das Spiel blieb spannend, nach drei Vierteln lagen die Baskets noch immer leicht vorne (71:68).

Viertel vier brachte dann erstmals seit der Anfangsphase wieder eine Führung für die Russen. Aber auch jetzt steckten die Hausherren nicht auf. Knapp anderthalb Minuten vor Spielende versenkte Chris Ensminger einen Wurf zur 84:80 Führung. Aber Samara kam zurück (84:83). Sieben Sekunden vor der Schlusssirene hätte Kyle Weems alles klar machen können. Doch der junge Amerikaner versenkte nur einen seiner beiden Freiwürfe (85:83) und die Gäste bekamen einen letzten Angriff. Den verteidigten die Baskets gut, die Sirene dröhnte und gleichzeitig ertönte der Pfiff eines der Schiedsrichter. Er hatte ein Foul von Robert Vaden gesehen. Das bedeutete zwei Freiwürfe für die Gäste, beide saßen, Overtime (85:85).

In der Verlängerung lief dann für Bonn nicht mehr viel zusammen. Samara hatte das Momentum auf seine Seite gebracht und spielte jetzt seine ganze Routine aus. Die Baskets trafen nicht mehr, die Gäste schon, am Ende hieß es 85:95 und der Traum vom Finalturnier in eigener Halle war geplatzt.

Mangold überragend, Koch stolz

Andrej Mangold zeigte an diesem Abend, warum die Baskets ihn Anfang der Saison für zwei Jahre verpflichtet haben. Er traf nahezu jeden Wurf und brachte es am Ende auf 17 Punkte, bei einer Quote von 85,7 Prozent. Robert Vaden markierte ebenfalls 17 Zähler, Kyle Weems zwölf und auch David McCray punktete zweistellig (11). Jonas Wohlfarth-Bottermann holte sich bei sieben Punkten neun Rebounds.

Baskets-Coach Mike Koch war sichtlich stolz auf die Leistung seiner Mannschaft: „Wir waren nur einen Freiwurf weit weg von einem Spiel drei in Samara. Wenn mir das vor zwei Tagen jemand erzählt hätte, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Nach dem ersten Spiel und einer 18-stündigen Rückreise hätte ich nicht gedacht, dass wir heute eine solche Reaktion zeigen würden. Das war Bonner Teambasketball vom Feinsten. Die Mannschaften sind sich auf Augenhöhe begegnet, am Ende haben Nuancen über Sieg und Niederlage entschieden.“

Am kommenden Samstag schon geht es für die Baskets weiter. In der BekoBBL steht das wichtige Auswärtsspiel bei den Artland Dragons in Quakenbrück an. Beim direkten Gegner im Kampf um die Playoffs wollen die Bonner unbedingt punkten. Los geht es um 20 Uhr. Danach stehen zwei spielfreie Wochen auf dem Plan. Zeit, die vor allem Jamel McLean nutzen könnte, um nach dann auskurierter Verletzung gegen den Mitteldeutschen BC am 30.3. wieder ins Spielgeschehen eingreifen zu können. Das nächste Heimspiel steht dann am 3.4. an. Die Baskets empfangen um 19.30 Uhr Phoenix Hagen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s