300 – Fans müssen draußen bleiben

Manchmal sollte man, und kann es vermutlich auch nur, ausgiebig mit dem Kopf schütteln. Das gilt zum Beispiel dann, wenn sich FIFA-Chef Sepp Blatter überlegt, eine Fußball WM in die Wüste zu vergeben, um dann zahlreich Monate später zu merken, dass es in Katar im Sommer vermutlich relativ warm werden kann. Das gilt aber auch dann, wenn sich die Vereine einer Basketball Bundesliga dazu entschließen, in der kommenden Saison bei Spielen nur noch 300 Eintrittskarten für auswärtige Fans zu reservieren.

Bislang galt, dass ein Kontingent von 10% der Hallenkapazität frei gehalten werden muss. Das soll sich in der kommenden Saison ändern. Unabhängig von der Größe einer Spielstätte, dürfen in Zukunft offiziell nur noch 300 Gästefans anreisen. Unsinnigerweise wurde das beschlossen, ohne dass offizielle Fanvertreter dazu ihre Meinung äußern konnten. Die erfuhren offiziell auf einer Sitzung mit Liga-Präsident Jan Pommer von der Neuerung – und waren alles andere als erfreut.

Zwar ist wohl sicher, dass bei einer Vielzahl der Partien der Liga, jenes Kontingent ausreicht, was aber ist mit Nachbarschaftsduellen oder heißen Playoff-Spielen? Als die Fans der Telekom Baskets Ende vergangener Saison mit rund 700 Fans nach Oldenburg reisten, herrschte in der dortigen EWE-Arena eine grandiose Stimmung. Sowas soll jetzt also unmöglich gemacht werden? Mit welcher Begründung?

Und die Anhänger wehren sich. In einer konzertierten Aktion wenden sie sich an die BekoBBL und ihre Clubs. 25 Fanclubs und Supportervereine haben einen offenen Brief verfasst, in dem sie von der Liga fordern, den umstrittenen Beschluss zurück zu nehmen. Und das über alle Animositäten und „Feindschaften“ der Fangruppen untereinander hinweg. Sie fordern, „dass ein Antrag gestellt wird, in dem die neue Regelung wieder rückgängig gemacht wird, so dass es weiterhin die 10%-Regel gibt“ und hoffen, „dass in Zukunft mehr auf Dialog gesetzt wird und bei Ihnen [den Clubs der BekoBBL] ein Bewusstsein und eine Wertschätzung entstehen für die einzigartige, lebendige und friedliche Fankultur, die wir im Deutschen Basketball haben!“ Besser kann man es wohl kaum sagen. Augen auf und Gehirn einschalten, liebe Clubs der BekoBBL.

Den kompletten offenen Brief gibt es hier.

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