Wie gewonnen, so zerronnen

Die Freude um die Verpflichtung von Tony Gaffney bei den Telekom Baskets währte nur kurz: der Amerikaner verlässt Bonn (vorerst) wieder und nimmt eine Einladung zum NBA-Trainingscamp bei den Memphis Grizzlies an. Die Möglichkeit dazu hatten ihm die Baskets vertraglich zugesichert.

Gemeldet hatte das via Twitter schon am späten Nachmittag der amerikanische Basketballexperte Marc Stein, der in der Regel sehr gut informiert ist. Bestätigt hat es Gaffney selbst in den späten Abendstunden auf seiner Facebookseite. Er bat die Bonner Fans um Verständnis für seine Entscheidung. In der besten Liga der Welt zu spielen, sei schon immer sein Traum gewesen, die Möglichkeit müsse er jetzt ergreifen.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ruf aus der US-Profiliga für Tony kommt, war außerordentlich gering“, sagt Sport-Manager Michael Wichterich, „andererseits muss man ehrlich sein: Ohne diese NBA-Ausstiegsklausel hätten wir Gaffney gar nicht in Bonn begrüßen können.“

Damit ist klar, dass die Baskets, drei Tage vor der offiziellen Teampräsentation beim heimischen Maritim Cup, (wahrscheinlich) ohne ihren geplanten PowerForward auskommen müssen. Waren die Baskets zuletzt auf der Suche nach einem Center, der einige Minuten spielen kann, muss jetzt einer für die Starting Five her. Oder Jamel McLean bleibt erste Wahl unter dem Korb, dann muss dringend ein Starter auf der Position vier her. Oder hofft man von Vereinsseite doch darauf, dass es Gaffney bei den Grizzlies nicht ins Team schafft und dann nach Bonn zurückkehrt? Vorstellen kann man sich das nur schwer.

Die Frage ist, ob man sich die Aufregung von Seiten des Clubs hätte sparen können. Wenn ein Spieler wie Tony Gaffney nach Bonn kommt, dann tut er das nicht nur, weil er die Stadt schön findet. Wenn er aber zu Bedingung macht, dass er so knapp vor Beginn der Saison noch gehen darf, dann muss man sich überlegen, ob man als Verein dieses Risiko eingeht. „Zu[r] Panik besteht überhaupt kein Anlass. Wir freuen uns für Tony Gaffney, dass er diese große Chance erhält,“ meint Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich. Die Baskets haben auf Risiko gespielt, jetzt stehen sie (vorerst) ohne Gaffney da.

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