Ein würdiger Abschied

Fans und Spieler hatten beim AllStarDay im Bonner Telekom Dome schon einige Stunden hinter sich gebracht und damit das NBBL-Spiel des Nachwuchses, den Dreier-Contest und den Wettbewerb um den besten Dunker der Liga – den einmal mehr ein so genannter Amateur gewann, auch wenn der seit Jahren professionell Bälle in Körbe stopft. Dann lief das große Spiel der besten internationalen gegen die besten nationalen Stars der Liga. Mit Tony Gaffney, Jared Jordan und Benas Veikalas waren gleich drei Baskets-Spieler dabei. Und sie zeigten schon zu Beginn, was das Publikum sehen wollte: Alley-Oops und Dreier.

Der nicht nur heimliche Höhenpunkt kam dann aber wenige Minuten vor Ende der ersten Halbzeit. Heiko Schaffartzik feuerte einen Ball in den Kabinengang und das Volk rieb sich die Augen. Zunächst wegen des beschissenen Passversuchs und dann wegen des Auftritts eines Urgesteins der Liga, welches im Sommer seine aktive Karriere beendet hatte: In voller AllStar-Montur erschien Chris Ensminger im Gang und ließ sich vom Schiedsrichter der Ball geben. Die Halle stand Kopf. Und wie ein junges Reh marschierte der 40-jährige von Coast to Coast und teilte dabei das Meer der Sportkameraden wie einst Moses das Rote. Mit einem Dunking, den er wohl zuletzt vor hundertdreiundfünfzig Jahren gezeigt hatte, feuerte er den Ball durch die Reuse.

Jamel McLean, der an diesem Abend den Twitter-Account des Bonner General Anzeigers gekapert hatte, mutmaßte, die Sprungkraft könne der Routinier nur bei ihm gelernt haben – in der vergangenen Spielzeit waren beide Teamkameraden bei den Baskets. Bis zur Halbzeit durfte Ensminger auf dem Parkett bleiben und er genoss es sichtlich. Aber nicht nur er, auch alle Mitspieler machten ihm die Rückkehr leicht. Es gab wohl kaum jemanden in der Halle, der ihm diesen besonderen Auftritt nicht gegönnt hat.

Mit einer bewegenden Rede nach dem Spiel endete die Karriere des Spielers Chris Ensminger dann endgültig. Auch wenn die Baskets derzeit einen durchsetzungsfähigen Center gebrauchen könnten, bleibt Ense wohl bei seinem Trainerjob in Gotha. Zum Abschied aus der aktiven Zeit gab es von der Liga ein Trikot, dass alle Wappen der ehemaligen Vereine Ensmingers trug – ein Novum, wie Ligachef Pommer erklärte. Mit der ein oder anderen Träne im Auge verschwand der Spieler Ensminger dann aus dem Rampenlicht. Es war ein würdiger Abschied.

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