Danke Jared.

Lieber Jared Jordan,

das vorneweg: Ich gönne dir jeden zusätzlichen Euro, den Du in Bamberg verdienen kannst. Ich verstehe, dass ein Profisportler nur eine gewisse Zeit hat, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen – auch für das Leben nach dem Sport. Ich gönne dir jeglichen sportlichen Erfolg. Allerdings hätte ich ihn Dir noch viel mehr bei uns in Bonn gegönnt.

Du hast dich vor Beginn der Saison – zu unser aller Freude – für die Baskets entschieden. Du bist zurück gekommen in die Stadt, die Dir so gut gefällt. Zu den Fans, die dich auf Händen getragen haben. Zu den Freunden, die Du hier in deinen Bonner Jahren gefunden hast. Du wolltest hier einen weiteren Schritt in Deiner Karriere machen, Dich mit den Baskets endlich einmal wieder über die erste Playoff-Runde hinaus kämpfen. Die Voraussetzungen dafür haben Dir die Baskets geschaffen – das diesjährige Team hat ein unglaubliches Potential gehabt.

Jetzt, mitten in der Saison, hast Du es Dir offensichtlich anders überlegt. Der Weg zum Erfolg scheint für Dich nicht mehr durch Bonn zu führen. Du willst den großen Sprung zur Meisterschaft so schnell wie möglich machen. Das ist verständlich. Erfolge machen Spaß, Meisterschaften sind das Gewürz in der Sportlersuppe. Dass Du dabei keine Rücksicht auf uns Fans, auf Deine Mitspieler oder auf den Verein nehmen kannst, schmerzt dafür umso mehr. Ja, es tut weh, Dich gehen zu sehen.

Wir Ich werden Dich vermissen hier in Bonn. Deine Behindthebacknolookwasauchimmer-Pässe. Den Flamingo-Dreier. Oder einfach das freundliche Lächeln des genialen Spielmachers im Umgang mit den Fans. Nach Mike und Chris geht mit Dir einmal mehr ein großer Teil des Baskets-Herzes. Warum es letztendlich dazu kommen musste, werde ich wohl nur schwer verstehen.

Deine Teamkameraden gönne Dir den Schritt. Das haben sie in Vechta gezeigt, als sie dich alle in ihre Mitte nahmen. Zunächst auf dem Spielfeld beim Feiern und dann, als Ihr aus der Halle kamt. „Habt ihr gesehen, wie wir unseren Pointguard beschützt haben? So machen wir das hier bei uns.“, hat Jamel gesagt. Das hat beeindruckt. Aber leider bist Du jetzt nicht mehr ihr, nicht mehr unser Pointguard. Es wird noch etwas dauern, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen. Beim ein oder anderen werden wohl auch noch einige Tränen verdrückt. Dir fiel der Abschied sichtlich auch nicht leicht.

Dich zum ersten Mal im Trikot der Brose Baskets zu sehen, wird meinem Herzen noch einmal einen tiefen Stich versetzen. Dich vielleicht irgendwann als Gegner in unserem Dome empfangen zu müssen ebenfalls. Dass das irgendwann passieren könnte, darauf war ich vorbereitet. Der Zeitpunkt ist es, der weh tut und enttäuscht.

Jared, ich wünsche Dir und Deiner Frau alles Gute, vor allem privat. Du bist ein toller Mensch, ein herausragender Sportler. Es war ein Fest, dich im Team der Telekom Baskets zu sehen. Danke dafür!

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Eine Antwort zu “Danke Jared.

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