„Wir schauen von Spiel zu Spiel“

© Sebastian Derix

Seit einigen Wochen haben die Telekom Baskets einen neuen Pointguard: Eugene „Geno“ Lawrence. Ich hatte heute die Chance, mich mit dem jungen Mann zu unterhalten.

 

Geno, du bist jetzt seit ungefähr fünf Wochen bei den Baskets. Was hältst du von deinem neuen Club und deinen Mitspielern?

Der Club ist großartig und sehr professionell. Das geht vom Management bis zu den Coaches und den Spielern. Sie haben mir alle das Gefühl gegeben, willkommen zu sein. Das macht die Eingewöhnung und den Job sehr viel leichter. Bei vielen anderen Clubs in Europa gibt es zum Beispiel Probleme mit der Wohnung oder andere Dinge abseits des Feldes passen nicht recht zusammen. Das hat dann immer auch einen negativen Einfluss auf dein Spiel. Aber wenn all diese kleinen Sachen stimmen, so wie hier in Bonn, dann macht es das viel einfacher, ordentlich Basketball zu spielen.

Als du angekommen bist war gerade Karneval. Das Karnevalsspiel war dein erstes Spiel für die Baskets, danach seid ihr mit der Mannschaft im Rosenmontagszug mitgefahren. Was hast du gedacht, als du die vielen verkleideten Fans und die Jecken am Zug gesehen hast?

(lacht) Das war wirklich verrückt, hat aber auch riesigen Spaß gemacht. Wenn man in den USA am College spielt, dann sieht man da schon eine Menge verrückte Sachen bei den Fans. Meine Mitspieler haben mich auch vorgewarnt. Als ich dann raus kam, hat mich das Ganze trotzdem irgendwie unvorbereitet getroffen. Aber es war toll. Wir hatten eine sagenhafte Stimmung in der Halle und konnten das Spiel glücklicherweise gewinnen. Und auch der Karnevalszug war lustig. Es war toll, den Menschen in Bonn eine Freude machen zu können. Und es war schön zu sehen, dass da eine ganze Stadt zusammen gefeiert hat, von jung bis alt.

Du hast jetzt einige Spiele in der BekoBBL gemacht. Wie siehst du die Liga?

Vom Tabellenkeller bis an die Spitze ist die deutsche Liga eine der stärksten in ganz Europa. Viele Leute reden immer von Spanien, der Türkei, Italien oder Russland, aber für mich gehört Deutschland definitiv mit zu den stärksten Ligen. Hier kann jeder jeden schlagen. Die Zuschauer sind fantastisch. Und es gibt hier viele sehr talentierte Spieler.

Wo siehst du den größten Unterschied zur Ukraine, wo du vorher gespielt hast?

Der größte Unterschied sind wahrscheinlich die Zuschauer. In Deutschland feuern die Fans ihre Teams immer an und machen Stimmung. In der BekoBBL spielst du immer vor mehreren tausend Zuschauern, in der Ukraine sind es manchmal nur 600 und niemals 6000.

Wie schwer war es für dich, in ein funktionierendes Team zu kommen, das schon seit einigen Monaten zusammen trainiert und spielt?

Es ist natürlich nicht ganz einfach in so ein Team rein zu finden. Aber ich habe die Telekom Baskets schon immer beobachtet, war ständig in Kontakt mit Benas Veikalas. Ich habe ein paar Spiele im Fernsehen oder Internet gesehen. Ich wusste also, wie das Team spielt. Ich wusste auch, was für eine Art Spieler Jared Jordan ist und dass wir beide eine ähnliche Spielweise haben. Deshalb war mir bewusst, welche Rolle mich hier erwarten würde. Das hat die ganze Sache deutlich unkomplizierter gemacht. Dass das Team mich sofort akzeptiert hat und die Coaches nie Druck aufgebaut haben, hat natürlich auch geholfen.

Du hast schon gesagt, dass Jared und du immer zuerst den besser postierten Mitspieler suchen. Es macht die Integration vermutlich einfacher, wenn das Team schon weiß, dass es in jeder Sekunde des Spiels einen Pass erwarten muss und kann.

Es erleichtert den Job unheimlich. Den Ball zu passen und meine Mitspieler in eine gute Position zu bringen, damit sie punkten können, das ist mein Spiel. Und weil die Jungs das schon kannten, klappte das relativ schnell relativ gut.

In Prostejov hast du mit Benas zusammen gespielt. Jetzt trefft ihr euch in Bonn wieder.

Benas ist einer der besten Shooter, die ich in meiner Karriere bisher gesehen habe. Dass wir jetzt wieder zusammen spielen, ist toll für uns beide. Er weiß, dass er ein paar Bälle von mir bekommt und ich weiß, wo ich hin passen muss, damit er den Dreier schießen kann.

Am Samstag müsst ihr nach Trier. Deine Teamkameraden haben im Heimspiel eine ziemliche Klatsche kassiert. Wie wollt ihr das wieder gut machen?

Trier ist ein starkes Team mit vielen schnellen Guards, die alle schießen können. Auf die müssen wir aufpassen. Trevon Hughes ist einer der besten Scorer der Liga. Wir müssen vor allem als Team auftreten und stark verteidigen. Und dann müssen wir versuchen, selber zu punkten und das Publikum aus dem Spiel zu nehmen. Wenn wir das schaffen, haben wir eine Chance.

Was für Ziele habt ihr als Team noch in dieser Saison und was willst du persönlich erreichen?

Wir schauen als Team im Augenblick von Spiel zu Spiel. Wir wollen in die Playoffs und dann vielleicht noch weiter. Aber wie gesagt, erst mal denken wir nur an das nächste Spiel. Ich persönlich möchte weiter gute Pässe spielen und gleichzeitig so wenig Ballverluste wie möglich verursachen. Außerdem will ich meine Mitspieler glücklich machen und noch ein paar gute Spiele zeigen. Und dann sehen wir mal, was noch kommt.

 

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