Videobeweis in der BekoBBL

© Sebastian Derix

Die Ankündigung kam ziemlich beiläufig am Samstagabend. Und doch bedeuten die Neuerungen, die die Vertreter der BBL-Vereine am Wochenende in Berlin beschlossen haben, nicht weniger als eine kleine Revolution. Ab der kommenden Saison, also ab Donnerstag, führt die BBL den Videobeweis bei Schiedsrichterentscheidungen ein. Die Vereine hätten sich das gewünscht, sagte BBL-Chef Jan Pommer: „Durch den neuen Medienrechte-Vertrag mit der Deutschen Telekom verfügen wir über einheitliche Produktionsbedingungen an allen Standorten, die eine Einführung nunmehr möglich machen.“

Allerdings gelten strenge Regeln, wann der Blick auf den Bildschirm möglich ist. Beko-bbl.de schreibt dazu:

 

Anwendung des Instant Replay:

Ab sofort ist es den Schiedsrichtern erlaubt, in bestimmten Fällen getroffene Entscheidungen durch die Hinzuziehung von Bewegtbildern zu überprüfen. Hierfür gelten folgende verbindliche Rahmenbedingungen:

– Einzig die Schiedsrichter entscheiden, ob getroffene Entscheidungen anhand des Instant Replay überprüft werden.

– Ergibt das Bewegtbild keinen zweifelsfreien Aufschluss, bleibt es bei der getroffenen Entscheidung.

– Die Überprüfung durch den ersten Schiedsrichter (Crew Chief) erfolgt über einen Bildschirm, der am Anschreibertisch platziert ist und der das TV-Signal empfängt.

– Weiterhin sind auch die konkreten Fälle geregelt, in denen die Schiedsrichter Instant-Replay Einsatz einsetzen dürfen:

– Erfolgreicher Wurf: Überprüfung, ob es sich um einen erfolgreichen Zwei– oder Drei-Punkte-Wurf handelt.

– Ablauf der Spieluhr oder der 24-Sekunden-Uhr bzw. Korrektur der Spieluhr oder der 24-Sekunden-Uhr aufgrund von Bedienfehlern: Überprüfung, ob bei einem erfolgreichen Korbwurf der Ball die Hand des Werfers vor Ablauf der 24-Sekunden-Uhr oder der Spieluhr verlassen hat. Korrektur der 24-Sekunden-Uhr oder der Spieluhr bei irrtümlichen Bedienfehlern. In beiden Fällen gilt weiterhin: Stellt sich bei der Bildüberprüfung heraus, dass der Spieler vor dem Wurf im Aus stand, kann ein erzielter Korb nicht zählen.

– Identifizierung beteiligter Personen bei „Rudelbildungen“: Sind in solchen unübersichtlichen Szenen mehr als zwei Spielbeteiligte involviert, kann auf das Instant Replay zurückgegriffen werden.

– Identifizierung des richtigen Freiwerfers: Zweifelsfreie Identifizierung des richtigen Freiwerfers.

 

Der Videobeweis kann künftig durch die Spielleitung in folgenden Fällen genutzt werden:

– Bemessung des Strafmaßes bei Verstößen gegen die Sportdisziplin: Spielleitung und Schiedsgericht dürfen bei Verstößen gegen die Sportdisziplin (Disqualifikation Spieler oder Trainer) Bewegtbilder der betreffenden Partie für die Bemessung des Strafmaßes zu Rate ziehen. Alle übrigen Verfahrensabläufe bleiben hiervon unberührt.

– Ahndung der von Schiedsrichtern nicht bemerkten Verstöße gegen die Sportdisziplin durch die Spielleitung: Hat ein Spieler oder Trainer einen solchen Verstoß begangen, ohne dass die Schiedsrichter diesen während des Spiels wahrgenommen haben, können der betroffene Bundesligist oder aber die BBL GmbH bis spätestens 24.00 Uhr des auf das Spiel folgenden Werktages einen Antrag bei der Spielleitung stellen, das Vergehen nachträglich zu ahnden. Die Spielleitung entscheidet dann über eine eventuelle Sanktion im Rahmen der Bestimmungen des Strafenkataloges. Alle übrigen Verfahrensabläufe bleiben unberührt.

 

Außerdem haben die Vertreter am Wochenede auch für eine Verlängerung der „6+6-Regel“ gestimmt. Bis 2020 müssen jetzt weiterhin in einem Zwölfer-Kader mindestens sechs einheimische Spieler vertreten sein. Als deutsche Spieler gelten auch Ausländer, die im Jugendbereich mindestens drei Jahre bei einem Verein gespielt haben und im Anschluss mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet werden.

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