„Neues Handy, eh?!“

© Sebastian Derix

Im Zuge der Vorbereitung auf das erste Heimspiel der Saison hatten die Telekom Baskets zum Pressetraining geladen. Bis auf Andrej Mangold, der erst heute wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, war das Team komplett. Es wurde konzentriert gearbeitet, bis Coach Mathias Fischer die Session für beendet erklärte. Dann ging es für verschiedene Spieler und den Trainer zu den Einzelinterviews mit der lokalen Journalistenmeute.

Ich fürchtete schon, der weitere Tag würde zum Desaster werden. Hatte ich mir doch den großen Schweiger im Team der Telekom Baskets als Interviewpartner ausgesucht: Tadas Klimavicius. Natürlich verschwand der nach dem Training in Windeseile in der Kabine und der Kollege Jörg Bähren aus der Presseabteilung musste ihn erst wieder in die Halle zerren. Dann fand ich auch noch auf dem neuen Telefon die Sprachaufzeichnungs-App nicht und war der Verzweiflung nahe. Von weiter oben kam aber nur ein amüsiertes: „New phone, he?!“

Der große, grimmig dreinschauende Litauer war zumindest nicht annähernd so genervt, wie ich befürchtet hatte. Zu langen Monologen ließ er sich dennoch nicht hinreißen. Tadas Klimavicius beschränkt sich eben auf das Wesentliche an seinem Job: gegnerische Körbe verhindern und eigene produzieren. Ein kleines Gespräch entspann sich dann aber doch. Aber lest selbst:

Tadas, du bist jetzt gut zwei Monate in Bonn. Was hältst du von der Stadt, dem Verein und deinen Teamkameraden?

Gute Frage (Puh! – d. Red.). Bisher ist alles gut soweit. Aber das habe ich auch nicht anders erwartet, sonst wäre ich nicht nach Bonn gekommen. Wir arbeiten gut, haben ein Spiel gewonnen. Bonn erreicht eigentlich immer die Playoffs. Das ist schon ordentlich.

Hast du schon was von der Stadt gesehen? Irgendwelche Lieblingsplätze?

Ich habe es ein paarmal in die Stadt geschafft, da gibt es viel Grün. Bisher hab ich noch keinen Lieblingsplatz, aber generell gefällt mir Bonn gut.

Während der Vorbereitung hast du dir diese Verletzung zugezogen. Wie ärgerlich ist das dann, nicht mit der Mannschaft trainieren zu können?

Es war schon schwer nur an der Seitenlinie zu stehen. Aber jetzt bin ich ja wieder da. Ich weiß, dass ich noch ein bißchen arbeiten muss, um wirklich in Bestform zu kommen. Das wird vielleicht auch noch etwas dauern, aber ich arbeite hart daran.

Gegen Tübingen hast du das erste Mal in der Mannschaft gestanden. Wie fandest du das Spiel?

Der Coach hat mir viel Spielzeit gegeben. Das war gut. Insgesamt war unser Zusammenspiel nicht so schlecht, nachdem ich so lange nicht dabei sein konnte. Aber ich denke, das wird von Spiel zu Spiel noch besser werden.

Wie müsst ihr am Freitag spielen, um gegen ALBA zu gewinnen?

Coach Fischer hat uns darauf vorbereitet, dass es ein hartes, körperbetontes Spiel wird. Ich habe ALBA im Fernsehen gesehen, sie spielen sehr physisch. Wir müssen über unsere Defense ins Spiel kommen und dann Druck aufbauen. Und dann müssen wir unsere Plays ausspielen. Wir trainieren das schließlich jeden Tag. Und dann schauen wir mal, was dabei rum kommt.

Es wird das erste Spiel vor Bonner Publikum für dich. Freust du dich darauf?

Ein Spiel bringt immer Emotionen mit sich. Gerade auch ein Heimspiel. Und wir sind alle professionelle Basketballer, weil wir genau diese Emotionen mögen.

Was willst du persönlich, aber auch mit dem Team erreichen in dieser Saison?

Ich will einfach nur spielen. Durch die Verletzung, die ich vor zwei Jahren hatte, durfte ich zuletzt nicht viel auf dem Parkett stehen. Da verliert man mit der Zeit alles: die Form ist weg, dir fehlen die Emotionen im Spiel und auch sonst nervt alles. Dir fehlt der Basketball und das Gewinnen in so einer Zeit. Deshalb will ich einfach nur spielen – und das möglichst gut.

Vielen Dank und viel Erfolg.

 

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