Offseason

© Sebastian Derix

Es hat gedauert, bis das erneute Ausscheiden der Telekom Baskets im Viertelfinale der Playoffs zumindest ansatzweise verdaut war. Zu enttäuschend war die Niederlage im fünften Spiel gegen Ulm. Niederlagen nach Spiel fünf kennt man bei den Baskets inzwischen zu Genüge – diese war besonders bitter, weil sie im heimischen Telekom Dome passierte. Das Spiel, auf das Mathias Fischer mit seiner Mannschaft die ganze Saison hingearbeitet hatte, ging vor den Augen der eigenen Fans verloren. Platz vier nach der Hauptrunde hatte im Endeffekt keinen Fortschritt gebracht.

Ulm war an diesem Abend besser. Nicht viel, aber das war Oldenburg in den vergangenen Jahren auch nicht immer. Bonn hatte einmal mehr den Einzug ins Halbfinale verpasst. Dabei war die Chance seit Jahren nicht mehr so groß gewesen. Aber in einer Fünf-Spiele-Schlacht zwischen zwei Teams auf Augenhöhe zogen die Baskets den Kürzeren. Was am Ende zum Weiterkommen gefehlt hat? Es war nicht viel: Etwas mehr Wurfglück an der Freiwurflinie, der ein oder andere Stopp in der Schlussphase, generell war die Wurfauswahl im Schlussviertel nicht immer glücklich.

Nach dem Ausscheiden galt es Wunden zu lecken. Geno Lawrence konnte in der Pressekonferenz nur flüsternd gratulieren, groß erklären konnte er die Niederlage nicht – wollte er wohl auch nicht. Der Abschied von Fans und Mannschaft zwei Tage später war erstmals seit Jahren eher so mittel besucht. Die Spieler lobten den mannschaftlichen Zusammenhalt, es wurden wieder erste Witze gemacht. Dennoch dominierte eine gedrückte Stimmung die Veranstaltung. Es war weniger Wut, als Trauer, die den Abend bestimmte.

Große Treueschwüre wurden nicht abgegeben. Dirk Mädrich und Andrej Mangold haben Verträge für die kommende Saison, ihr Bleiben war klar. Trainer Mathias Fischer deutete an, dass eine Vertragsverhandlung nur noch Formsache sei. War sie offenbar auch, nur wenige Tage später wurde die Zusammenarbeit von Verein und Coach für zwei weitere Jahre öffentlich gemacht. Wie es mit weiteren Verlängerungen oder Neuverpflichtungen aussieht, wollte Sportmanager Michael Wichterich nicht prognostizieren.

Geno Lawrence, der bärenstarke Playoffs gespielt hatte, verabschiedete sich via Facebook von den Fans. Das tat er allerdings im Vorjahr auch in ähnlicher Form. Die Aktion ist also nicht überzubewerten. Eine Entscheidung, wo er spielen wird, will der Amerikaner wohl erst im Juli fällen. Dass Capitano Benas Veikalas gerne in Bonn bleiben würde, dürfte außer Frage stehen. Meinem liebsten Interviewpartner, Tadas Klimavicius, scheint es im Rahmen seiner Möglichkeiten ebenfalls in Bonn gefallen zu haben. Ihn halten zu können, wäre eine tolle Sache.

Bei vielen anderen Spielern sind Prognosen schwierig. Die Planungen für die neue Saison befinden sich noch in der Anfangsphase. Grundsätzlich habe kein Spieler enttäuscht, so Fischer und Wichterich unisono. Alle Spieler halten zu können – oder auch zu wollen – sei dennoch utopisch. Außerdem sei das Ziel, die Mannschaft weiter zu verbessern. Dass das nicht automatisch in einem Saisonziel mit einem TOP3-Platz mündet, dürfte klar sein.

Es stehen spannende Wochen bevor. Verdauen des erneuten Ausscheidens, Beobachtung der Planungen für eine hoffentlich gute neue Spielzeit. Nebenbei steht noch eine Europameisterschaft im eigenen Land an – an der wird allerdings wohl kein Bonner Spieler teilnehmen. In ihren Abschlussinterviews im General Anzeiger und der Rundschau gaben Trainer und Sportmanager zu Protokoll, dass Veränderungen schon dem Budget geschuldet sein werden. Viele Spieler hätten sich für dickere Verträge empfohlen. Geno Lawrence würde der Coach dennoch sofort behalten wollen. Ich nehme Tadas Klimavicius. Damit haben wir eine erste Fünf fast voll. Es bleibt trotzdem spannend.

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Eine Antwort zu “Offseason

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