Warum ich nicht Max Eberl sein möchte

© Sebastian Derix

Zack, schon haben wir eine Trainerdiskussion. Nachdem Lucien Favre in Mönchengladbach das Handtuch geschmissen hatte, installierte Sportdirektor Max Eberl umgehend den U23-Trainer André Schubert als Interims-Trainer bei den Profis. Fetter könnte man das „Interims“ nicht machen, als es Eberl vor ein paar Wochen tat. Schubert sei eine Übergangslösung, wenn auch eine gute. Wie gut sie war, zeigte sich schon im ersten Spiel der Post-Favre-Ära. Die Borussia fertigte Augsburg mit 4:2 ab.

Wie gut sie aber wirklich war, zeigt sich seitdem Woche um Woche von neuem. Die Borussia eilt von Sieg zu Sieg. Einzig in der Champions League gab es einen kleinen Dämpfer. Die Gladbacher verloren zuhause nach einem starken Spiel nur knapp gegen Manchester City. André Schubert hat die alte Borussia aus dem Keller geholt. Die Mannschaft spielt wieder, wie zu besten Favre-Zeiten. Max Eberl konnte im Hintergrund nach einem Favre-Nachfolger suchen und mit Trainer-Kandidaten sprechen.

Und jetzt? Die Stimmen werden lauter, die hinterfragen, ob die perfekte Lösung für die Borussia nicht schon gefunden sei. Bei den Fans steht Schubert seit seinem ersten Sieg hoch im Kurs. Ein Trainer der siegt, kann so verkehrt nicht sein. Das sehen auch Granit Xhaka und Yann Sommer ähnlich. Beide haben schon öffentlich erklärt, dass Schubert sehr gut zur Mannschaft passe – der eine forscher als der andere. Und Max Eberl spielt weiter auf Zeit. Die Trainersuche laufe, es gebe Gespräche, aber keine Verhandlungen. Und er lobt die Zwischenlösung – Schubert mache einen herausragenden Job.

In Eberls Haut zu stecken, könnte zur Zeit schwieriger kaum sein. Natürlich ist es eine komfortable Situation einen Trainer zu suchen, ohne den Druck zu haben, dass das Team vor die Hunde geht. Aber genau da liegt auch die Krux. Wie erklärt man einer Mannschaft und deren Anhängern, dass der Coach, der inzwischen vier Bundesligasiege in Folge aufweisen kann und damit den vereinsinternen Startrekord hält, wieder gehen muss und dass ein anderer Mann künftig das Training leiten soll? Wann ist der richtige Zeitpunkt, einen neuen Mann zu installieren? Oder wann muss man sagen: Diese Interimslösung war so gut, dass sie jetzt zur Dauerlösung wird? Ich möchte die Entscheidung nicht treffen müssen.

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