Gesprächsbedarf

© Sebastian Derix

Der Dome hatte sich schon merklich geleert. Johannes Voigtmann gab strahlend dem Fernsehen das übliche Siegerinterview. Jimmy McKinney und Andrej Mangold hingegen hatten noch anderweitig Gesprächsbedarf. Angeregt diskutierten der Verteidigungsminister und der Distanzspezialist über die vergangenen vierzig Minuten. Und sie sahen dabei nicht glücklich aus. Verständlich, hatten sich die Telekom Baskets doch fast ein komplettes Spiel lang vorführen lassen.

Als vor der Mannschaftspräsentation die Pyramide des Danceteams zusammenbrach, hatte sich schon angedeutet, dass es ein Spiel zum Vergessen werden würde. Dass die Baskets dann fast fünfeinhalb Minuten brauchten, um per Freiwurf den ersten Punkt zu markieren, machte den Tag endgültig zu einem gebrauchten. Der Frankfurter Zug rollte längst auf Hochtouren. Bonn kam nicht mehr hinterher. Von einer Sequenz nach der Halbzeit abgesehen, als Mangold zum Angriff blies. Leider zog kaum einer seiner Mitspieler am gleichen Strang, was den Funken der Bonner Hoffnung gleich wieder erlöschen lies.

Viel Hoffnung auf Besserung machte an diesem Abend wenig. Geno Lawrence zum Beispiel. Neun Assists, acht Rebounds und sieben Punkte sind verdächtig nahe an einem Triple-Double. Man mag sich gar nicht vorstellen, wo die Baskets ohne ihren Spielmacher stehen würden. Auch Tadas Klimavicius mit 16 Punkten und fünf Rebounds brachte eine ordentliche Leistung. Und Aaron White schultert die ihm nach der Verletzung Philmores übertragene Verantwortung in Anbetracht seines jungen Alters bravourös (12 Punkte, sechs Rebounds). Andrej Mangold war der Initiator der kurzen Aufholjagd nach der Pause und Michael Chylinski kommt ganz wirklich sehr langsam ins Rollen.

Ansonsten war da viel Schatten. Und Ratlosigkeit. Auch beim Trainer. „Bei uns muss sich grundsätzlich etwas ändern. Wir haben zu viele Baustellen, von denen ich nach dem Eurocup-Spiel in Oldenburg dachte, dass wir einen Schritt nach vorn gemacht hätten. Wir haben gut trainiert, deshalb verstehe ich nicht, warum wir uns heute 35 Minuten haben vorführen lassen“, meinte Coach Mathias Fischer. Wenn sie Glück hat, kommt die Mannschaft sogar um eine Videoanalyse des Spiels herum: „Aus diesem Spiel möchte ich am liebsten gar nichts mitnehmen, ich bin nicht mal sicher, ob ich den Spielern noch einmal die Clips zeigen werde.“

Ob das des Pudels Lösung ist, mag trefflich diskutiert werden. Natürlich müssen die heutigen Fehler angesprochen werden. Andererseits scheint die Mannschaft so verunsichert, dass ein großer Batzen Watte vielleicht den besseren Effekt verspricht. In vielen Gesprächen will der Trainer versuchen, seine Mannschaft wieder aufzubauen. Olli Kahn forderte einst in einer Krisensituation Eier von seinen Mannschaftskameraden. Dass er backen wollte, darf bezweifelt werden. Auch die Baskets sollten die Weihnachtsplätzchen noch auf die lange Bank schieben. Die Produkte vom Federvieh würden aber dennoch sicher nicht schaden.

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Eine Antwort zu “Gesprächsbedarf

  1. Pingback: Bonner Linktipps am Montag: Baskets-Niederlage, Ironblogger und Weihnachtsbäume | Bundesstadt.com

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