Auf ein Selfie mit Ryan Thompson

© Sebastian Derix

Er war der coolste Spieler der Partie Telekom Baskets Bonn vs. Eisbären Bremerhaven, und er wusste es auch. Als Telekom Basketball-Kommentator Chris Schmidt Bonns Ryan Thompson zum Interview nach dem Spiel bat, zückte der Amerikaner erst einmal sein Smartphone und machte ein Selfie mit dem Reporter. Breit grinsend standen beide am Rande des Parketts im Telekom Dome. Gute Laune hatten offenbar beide, aber nur einer von ihnen hatte gerade dem Gegner 27 Punkte eingeschenkt – bei einer Quote von 78 Prozent aus dem Feld und einer makellosen Bilanz von der Freiwurflinie. Thompson hatte den Dome gerockt.

Aber auch seine Mannschaftskollegen hatten über weite Strecken der Partie eine starke Leistung gezeigt. Folgerichtig stand am Ende ein 98:93-Heimsieg in den Büchern. Stark waren auch einmal mehr Josh Mayo, Ojars Silins und Ken Horton. In der Liga immer besser zurecht kommt zudem Julian Gamble. Der Koloss räumte unter den Körben auf und „ruinierte“ sich sich seine Wurfquote (75%) durch drei vergebene Würfe – davon war einer ein Verlegenheits-Dreier. Außerdem verfehlte nur einer seiner Freiwürfe sein Ziel. Ohnehin konnte man sich ob der Quote der Bonner Freiwürfe nur verwundert die Augen reiben. Der Fehlwurf von Gamble war auch schon der einzige seiner Mannschaft von der Linie, alle 28 anderen Versuche fanden ihren Weg ins Ziel. Das hatte man in dieser Saison auch schon ganz anders gesehen.

Weiter Verbesserungsbedarf besteht hingegen in Sachen Verteidigungsarbeit. Zuhause 93 Gegenpunkte zu kassieren, wenn man sich vorher auf die Fahnen geschrieben hatte, die – zugegeben gefährliche – Offensive Bremerhavens stoppen zu wollen, zeugt noch nicht von einer perfekten Leistung. Dennoch war auch der Coach nach dem Sieg froh: „Wir haben vor dem Spiel viel über die Verteidung gegen Bremerhaven gesprochen. Das hat Anfang des ersten Viertels auch funktioniert, dann haben wir jedoch zu viele zweite Chancen zugelassen. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit der Leistung und der Intensität.“ Seine Mannschaft habe in den vergangenen zwölf Tagen viele Spiele absolvieren müssen. Da seien Siege das richtige Medikament gegen schlappe Beine, so Predrag Krunic.

Eine knappe Woche haben die Baskets jetzt Zeit, die müden Knochen wieder etwas zu lockern. Am Samstag müssen sie dann in Oldenburg antreten. Eine Aufgabe, die sicher nicht leichter als die vergangenen sein wird. Ob die Bonner dann schon wieder auf die Dienste von Konsti Klein zurückgreifen können, wird sich im Laufe der Woche zeigen. Die Trainingsintensität soll langsam gesteigert werden. Dann müsse man sehen, wie der Körper auf die Belastung reagiert. Gleichzeitig läuft die Suche nach einem weiteren Spieler weiter – allerdings offenbar mit gebremstem Schaum. Die Mannschaft habe sich in der schwierigen Situation mit zwei verletzten Guards zusammen gerauft und den Ausfall von Klein und Thompson stark kompensiert, sagte Coach Krunic. Allerdings halte man natürlich weiter die Augen offen, um im Ernstfall reagieren zu können.

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