Würzburg ohne Chance

© Sebastian Derix

Für Kresimir Loncar von s.Oliver Würzburg war der Tag eigentlich schon vor dem Spiel bei den Telekom Baskets gelaufen. Beim Aufwärmen knotete der Deutsch-Kroate sein Gummiband vor dem Dehnen an eines der Gegengewichte der Korbanlage. Dass dieses den rund 115 Kilo des Centers bei Volllast nicht standhalten würde, hätte man sich bei genauerer Betrachtung denken können. Loncar legte sich jedenfalls mit voller Wucht ins Seil und konnte in der Folge froh sein, dass die fliegende Stahlplatte ihn nicht unter sich begrub. Allerdings war das nur das erste von einer Reihe von Missgeschicken, die den Würzburgern am Sonntagabend widerfuhren.

Auch auf dem Parkett lief ab dem Hochball nicht viel zusammen. Angeführt von einem offensichtlich mit ausreichend Zielwasser gewaschenem Yorman Polas Bartolo (21 Punkte, 100% Feldwurfquote) überrannten die Baskets die Gäste förmlich. 31 Punkte im ersten Viertel, 23 im zweiten. Das Spiel war nach zwanzig Minuten eigentlich gegessen. Selbst ein kurzes Aufbäumen der Würzburger brachte die Bonner nicht aus der Ruhe. „Bestraft“ wurde es am Ende von Ojars Silins, der im letzten Angriff die Anzeige auf dreistellig (101: 84) stellte, obwohl das Spiel längst entschieden war. Des feinen Engländers Art war das nicht, vom Publikum gefordert allerdings schon.

Mit dem Sieg sicherten die Baskets einmal mehr die Festung Telekom Dome. Wettbewerbsübergreifend stehen damit 15 Siege in 17 Heimspielen in den Büchern. Bonn festigte seinen siebten Platz und hat sich im Rennen um die Playoffplätze eine vielversprechende Ausgangsposition erarbeitet. „Nach einer Woche ohne internationales Spiel hatten wir die richtige Energie, um der Partie gleich zu Beginn unseren Stempel aufzudrücken. Mit dem eigenen Publikum im Rücken ist es deutlich leichter, auch schwächere Phasen wie in der zweiten Hälfte zu überstehen“, gab Center Julian Gamble nach der Partie zu Protokoll.

Und er blickte gleich voraus: „Die Bereitschaft vom Hochball weg muss auch am Mittwoch stimmen, wenn wir im FIBA Europe Cup die nächste Runde erreichen wollen.“ Nach dem 91:72-Heimsieg müssen die Bonner diesmal nach Finnland reisen. Bei Kataja Baskets gilt es, den erarbeiteten Vorsprung nicht zu verspielen.

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