Bamberg regelrecht demontiert

© Sebastian Derix

Es waren nicht nur die Fans im Bonner Telekom Dome, denen ab und an die Kinnlade runter klappte und die staunend da standen. Selbst Topscorer Tomislac Zubcic schien bisweilen gar nicht glauben zu können, was sich an diesem Sonntagnachmittag in der heimischen Turnhalle abspielte. Die Telekom Baskets schraubten Serienmeister Brose Bamberg nach allen Regeln der Kunst auseinander. Und die Gäste, nach einer langen Reise nach Moskau und wieder zurück offensichtlich körperlich platt, fanden kein Mittel gegen Bonner Basketballer auf der Überholspur. Vielmehr machten sie sich gar nicht erst auf die Suche und ließen sich fast widerstandslos überfahren.

Die sprichwörtliche Feuerwehr war ein Dreck gegen die Baskets. Von Beginn an waren sie an diesem Sonntagnachmittag im fünften Gang unterwegs. Die Bamberger schienen nicht zu wissen, wie ihnen geschah. Angeführt von Zubcic, der bis zum Ende des dritten Viertels keinen einzigen Wurf daneben setzte, marschierte das Team von Headcoach Predrag Krunic nur so durch die fränkischen Reihen. Müde und geschwächt waren die. Als dann auch noch Center Leon Radosevic verletzt ausgewechselt werden musste, schien sein Bonner Kollege Julian Gamble endgültig die Macht unter den Körben zu übernehmen.

Es war eine beeindruckende Leistung aller Bonner. Zu keiner Zeit brachen sie ein, niemals schienen sie auch nur den Hauch eines Zweifels aufkommen lassen zu wollen, dass dieser Sieg nicht auf dem Hardtberg bleiben würde. Der geneigte Anhänger zweifelte dennoch, aus Gewohnheit. Allerdings nicht wirklich lange. Als das erwartete Aufbäumen der Gäste nach der Halbzeitpause durch weitere Dreier von Zubcic und Josh Mayo noch vor Aufkommen eines Hoffnungskeimes zertreten wurde, machte sich im Dome gespannte Erwartung breit. Wo würde diese Partie noch hinführen?

Am Ende war es ein Blowout-Sieg. Brose Bamberg wurde mit 106:69 nach Hause geschickt. Es dürfte eine lange, unschöne Heimfahrt werden. Von vier Niederlagen in Folge, war diese vermutlich die, mit der man am wenigsten gerechnet hätte. In Bonn wird dagegen gefeiert. Durch den überzeugenden Sieg holten sich die Baskets sogar den direkten Vergleich aus Hin- und Rückspiel. Dass dies am Saisonende wichtig werden könnte, hat es seit Jahren nicht gegeben. Die Bonner zogen an Bamberg vorbei und kletterten vorübergehend auf Platz fünf der Tabelle.

Lange Zeit zu feiern haben die Jungs allerdings nicht. Schon am Dienstag steht das nächste Auswärtsspiel in der Basketball Championsleague an. Die Mannschaft muss die beiden abschließenden Spiele in Istanbul und zuhause gegen Avellino gewinnen, um sicher weiter im europäischen Wettbewerb vertreten zu sein. Deshalb freute sich Chefcoach Krunic auch zurecht nach der Partie über die gute Leistung und den Sieg, mahnte aber gleich wieder, sein Team möge auf der Tatschen Boden bleiben. Von Spiel zu Spiel, so denkt der Coach. Und auch nur so freut er sich. Drücken wir die Daumen, dass es auch in der Türkei einen kurzen Grund zur Freude geben wird.

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