Zweite Niederlage in der Champions League

© Sebastian Derix

Drei Spiele in fünf Tagen. Selbst für ein fittes und komplettes Team schon kein Zuckerschlecken. Für aktuell dezimierte Telekom Baskets, die auch beim Champions League Spiel in Polen wieder auf Konsti Klein und jetzt auch noch auf Kapitän Josh Mayo verzichten mussten, eine etwas zu große Aufgabe. Dazu kam, dass Yorman Polas Bartolo weiter unter Rückenproblemen leidet. Phasenweise gelang den Bonnern deshalb bei Zielona Gora überhaupt nichts. Gerade aus der Distanz lahmte die Offensive anfänglich. Und das Fehlen zweier Aufbauspieler machte sich deutlich bemerkbar.

Am Leben erhalten wurden die Bonner ausgerechnet vom Jüngsten: Malcolm Hill markierte, wie schon in seiner ersten Partie in der Champions League, 28 Punkte. Fast tragisch, dass er es war, der sich kurz vor Spielende den einzigen Ballverlust der Baskets im Schlussviertel leistete und damit die letzte Chance auf den Sieg aus der Hand gab. Nach einem Rückstand im zweistelligen Bereich hatte er sein Team vorher bis auf einen Punkt an die Hausherren herangebracht.

Jetzt steht also wieder Ligaalltag an. Immerhin müssen die Baskets erst am späten Samstagabend ran. Vielleicht Zeit genug, um die ein oder andere Wunde zu lecken und die heilenden Hände der Physios wirbeln zu lassen. Gegen den MBC sollte ein Sieg her, am besten ein überzeugender. Auch und vor allem für die Psyche der Mannschaft. Verdient hätte sie es sich.

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Noch Sand im Getriebe

© Sebastian Derix

Vier Spiele haben die Telekom Baskets in der noch jungen Bundesligasaison absolviert. Mit 3:1 Siegen steht von den Zahlen her ein durchaus ordentlicher Start in den Büchern. Allerdings wurde in den vergangenen Partien deutlich, dass es noch nicht ganz rund läuft im Team von Chefcoach Predrag Krunic. Kämpferisch ist der Mannschaft kein Vorwurf zu machen. Allerdings mangelt es bisweilen noch an der Abstimmung, so dass zu viele Einzelaktionen die vergangenen Spiele prägten. Gegen Braunschweig und Gotha reichte es damit zum Sieg. Bei ALBA, das doch auf einer anderen Qualitätsstufe agiert, gingen die Bonner dagegen im letzten Viertel baden.

Die Gründe für die Probleme dürften vielfältig sein. Nemanja Djurisic stieß zum Beispiel erst sehr spät zum Team, Malcolm Hill sogar noch später. Dann gab es in der Vorbereitung und auch in den ersten Spielen kleinere Verletzungsprobleme, die einzelne Mannschaftsmitglieder aus dem Team nahmen. Ein wirkliches Einspielen wird so natürlich erschwert. Noch dazu mussten die Baskets quasi von null auf 100 in die Wettkampfphase starten. Alle drei Tage spielen die Krunic-Schützlinge im Augenblick, inklusive zum Teil langer Reisen. Darunter leidet natürlich auch das Training.

Zu hoffen bleibt, dass der Spielrhythmus den Baskets auf Dauer hilft. Spieler spielen ohnehin lieber, als sie trainieren. Möglicherweise spielen sich die Bonner Basketballer in einen Flow. Mit der Zeit wird das Spielverständnis untereinander wachsen. Und es ist ja nicht alles schlecht, was nicht glänzt. Von den Ergebnissen her können sich die ersten Wochen noch sehen lassen. Wichtig wäre, in der Champions League am Dienstag in Polen zu punkten.

Einzug in die Champions League geschafft

© Sebastian Derix

Die Tür in die Champions League stand schon vor dem Rückspiel der Telekom Baskets gegen Kataja Basket am Montagabend weit offen. Hindurch gehen mussten die Bonner allerdings noch. Das schien deutlich schwieriger zu werden, als es noch das Aufstoßen der Türe war. Die Gäste hatten sich vorgenommen, nicht wieder so überrannt zu werden. Das funktionierte. Die Baskets sahen sich von Beginn an deutlich mehr Gegenwehr ausgesetzt. Dennoch gelang der Sprung über die Schwelle am Ende. Mit einem 85:81 zog das Team von Coach Predrag Krunic erstmals in die Champions League ein.

Verzichten mussten die Baskets gleich auf zwei Spieler: Nemanja Djurisic und Graham Hill. Der junge Amerikaner war für die CL-Quali nicht spielberechtigt. Djurisic hatte sich eine leicht Knieverletzung zugezogen. Deshalb entschieden die Baskets kurz vor Spielbeginn, ihn pausieren zu lassen. Ob der Montenegriner beim ersten Ligaspiel der Saison am Mittwochabend gegen Ulm auflaufen kann, ist noch unklar. Auch das wird vermutlich kurzfristig entschieden.

Durch die Qualifikation erwartet die Baskets jetzt ein Reise quer durch Europa:

Telenet Oostende (Belgien)
Scandone Avellino (Italien)
Besiktas Istanbul (Türkei)
Stelmet Zielona Gora (Polen)
FSF Nanterre 92 (Frankreich, FIBA Europe Cup-Champion)
CEZ Basketball Nymburk (Tschechien)
Aris Thessaloniki (Griechenland)

Dabei treffen sie auf alte Bekannte. Beim tschechischen Meister zieht inzwischen der ehemalige Bonner Point Guard Geno Lawrence die Fäden. Für Nanterre trifft Heiko Schaffartzik aus der Distanz. Und bei Besiktas spielt der ehemalige Bonner Publikumsliebling Kyle Weems. Nicht nur deshalb wird der europäische Wettbewerb ein großes Abenteuer. Coach Krunic und seine Mannschaft schauen erwartungsfroh in die nächsten Wochen: „Meine Mannschaft ist jung, entsprechend ist die anstehende Basketball Champions League-Saison eine riesige Herausforderung für uns. Einige Spieler haben noch nie an einem internationalen Wettbewerb teilgenommen – umso mehr freuen wir uns nun darauf.“

Auf dem Weg in die ChampionsLeague

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets stehen mit einem Bein in der ChampionsLeague. Am Abend gewannen die Bonner deutlich mit 90:70 beim finnischen Vertreter Kataja Basket. Drei Viertel lang waren die Baskets überhaupt nicht zu stoppen. Gegen Ende ließen sie die Hausherren dann doch noch etwas rankommen. Dennoch geht das Team von Chefcoach Predrag Krunic als haushoher Favorit ins Rückspiel am kommenden Montag.

Nach den Querelen der Anreise war es ein Blitzstart der Baskets, der so kaum zu erwarten gewesen sein dürfte. Nach knapp zwei Minuten lagen sie schon zweistellig vorne. Die Hausherren wurden förmlich an die Wand gespielt und standen ein ums andere Mal staunend da, wenn die Bonner ihnen keine Chance ließen. Offensiv gelang Kataja so gut wie nichts, die Gäste vom Rhein dagegen legten vor allem auch von außen eine starke Leistung aufs Parkett.

Dabei verteilte Coach Krunic die Spielzeit das ganze Spiel über sehr ausgeglichen. Heraus stachen Yorman Polas Bartolo, der fast 33 Minuten auf dem Feld stand und Julian Jasinski, der keine einzige Minute sah. Auch Malcolm Hill wurde noch nicht eingesetzt. Alle anderen Spieler lagen in einem ähnlichen Bereich. Polas Bartolo nutzte seine Spielzeit und schwang sich zum besten Spieler der Baskets auf. 14 Punkte und zwölf Rebounds standen am Ende hinter seinem Namen im Statistikbogen.

Auf die Bremse trat nach dem überzeugenden Sieg allerdings Coach Krunic: „Auch wenn das Spiel vorbei ist, war das insgesamt nur eine Halbzeit. Der zweite schwere Test steht uns am Montag daheim bevor“, so Krunic nach dem Schlusspfiff. „Wir haben in den ersten 30 Minuten eine gute Verteidigung gezeigt, doch Kataja Basket hat dann nochmals klargemacht, warum sie Badalona geschlagen haben. Jetzt gilt es für uns alle – das Team gemeinsam mit den Fans – am Montag bereit zu sein.“

Folgerichtig wird er die Zeit bis zum Montagabend mit seiner Mannschaft nutzen. Um 20 Uhr steht dann das Rückspiel im Telekom Dome an. Allerdings sollte es mit mindestens einem Teufel zugehen, sollten sich die Baskets den Einzug in die ChampionsLeague am Montag noch nehmen lassen. Kurz nach dem Abpfiff heißt es dann auch schon wieder Vorbereitung auf das erste BBL-Spiel. Am Mittwoch kommt dann Ulm in den Telekom Dome.

Die Baskets sind komplett

© Sebastian Derix

Das fehlende Puzzleteil ist gefunden: Die Telekom Baskets haben Malcolm Hill verpflichtet. Der Amerikaner spielte zuletzt einige Monate auf den Philippinen. Vorher war der Rookie vier Jahre lang an der University of Illionis. Sportmanager Michael Wichterich spricht von einem Spieler, der „aus einem guten Basketball-College-Programm“ kommt.

„Mit Malcolm Hill vervollständigt ein mit vielen Fähigkeiten ausgestatteter Spieler unser Team“, so Wichterich weiter. „Er ist sowohl aus der Distanz gefährlich, kann aber auch dynamisch und mit einer guten Ballsicherheit den Korb attackieren. Mit ihm sind wir auf den Außenpositionen maximal variabel.“

Trotz seiner erst 21 Jahre ist auch Headcoach Predrag Krunic von seinem Neuzugang überzeugt. Er sei sicher, „dass Hill unsere Optionen im Team deutlich erweitert. Malcolm ist ein athletischer Spieler mit ausgeprägten Allround-Fähigkeiten und passt in unser System und Team. Mit 21 Jahren ist er sehr jung, weshalb wir ihn behutsam entwickeln werden“, so Krunic.

Wann Hill in Bonn ankommt, ist noch nicht ganz klar. Man gehe davon aus, dass er bis zum Wochenende auf dem Hardtberg eintreffen werde, heißt es vom Verein.

Capitano on board

© Sebastian Derix

Der Mann mit den karibischen Wurzeln fühlte sich sichtlich am wenigsten wohl: Yorman Polas Bartolo und die schmalen Ruderboote, das schien keine Liebe auf den ersten Blick zu werden. Die Baskets waren am Montagnachmittag im Rahmen der Aktion Baskets@School beim Ruderclub der Otto-Kühne-Schule in Bad Godesberg zu Gast. Und der Deutsch-Kubaner fremdelte doch deutlich mehr als seine Kollegen mit dem ungewohnten Sportgerät. Dennoch ließ er sich bereitwillig in die Kunst des Ruderns einweisen und nahm dann doch Platz. Nach einigen Metern huschte sogar eine Art Lächeln über sein Gesicht.

Ebenfalls mit ordentlichem Unwohlsein in der Magengegend ging der Kapitän an Bord. Josh Mayo erinnerte sich nur ungern an seine ersten Erfahrungen im Kajak-Bereich. Ihm sei dabei ordentlich schlecht geworden, gab er zu Protokoll, bevor er „Onkel Udo“ bestieg. Dennoch ging er die neue Aufgabe mit der Würde eines Mannschaftsführers an und zeigte schon kurz darauf sein breitestes Grinsen. Der Seegang auf dem Rhein gab sich aber auch Mühe, die Mägen der Basketballer nicht zu sehr auf links zu drehen. Zudem sahen sich alle Spieler in den Booten bester Betreuung durch Schüler und Lehrer ausgesetzt.

Für Alex Möller wurde die Bötchenstour zu einer Art Origami-Workshop. Bis der lange Lulatsch seine Beine in das Ruderboot gefaltet hatte, dauerte es eine ganze Weile. Es waren aber nicht seine ersten Erfahrungen im Schiffsbereich. Folgerichtig schlug er sich, einmal gut verstaut, sehr ordentlich auf dem Wasser.

Julian Jasinski und TJ diLeo durften sich ein Boot teilen. Auch hier gab es kleinere Schwierigkeiten: Erst hatte ein Hund ausgerechnet unter einen der Schuhe des Baskets-Guards gemacht. (Zum Glück war ausreichend Wasser vorhanden.) Dann fiel auf einmal der Sitz im Boot auseinander. Jasinski, der sich extra eine windschnittige Frisur zugelegt hatte, ertrug die Kapriolen seines Co-Piloten geduldig – genau so, wie die übrige Crew des „Nackter Mann“ auch.

Sorgen muss sich Sportmanager Michael Wichterich möglicherweise um die Zukunft eines weiteren Bonner Guards: Konsti Klein, als erster in eines der Boote gehüpft, verkündete im Vorbeifahren einen Sportartwechsel. Er werde von nun an auf Wassersport umsatteln. Wichterich allerdings konterte mit der Hoffnung, dass der Ruderclub der Schule den Vertrag der Baskets nicht überbieten könne. Es stehen augenscheinlich noch harte Verhandlungen bevor.

Zum Abschluss der munteren Rundfahrt gab es dann noch eine Baskets-Regatta. Nur logisch, dass sich der Kapitän und der frisch gekürte Wassersportler mit ihren Crews ein Boot-an-Boot-Rennen lieferten. Die Meinungen, wer am Ende die Bootsspitze vorne hatte, gingen dabei am Ende auseinander. Die Diskussionen dauerten noch an, als Yorman Polas Bartolo mit gemütlicher Geschwindigkeit (SWAG!) ins Ziel geschippert kam.

 

Licht und Schatten in Frankfurt

© Sebastian Derix

Bei den Telekom Baskets läuft die Vorbereitung auf die neue Spielzeit auf Hochtouren. Am Wochenende standen in deren Rahmen zwei Spiele in Frankfurt an – einmal gegen die Antwerp Giants und einmal gegen die heimischen Skyliners. Gegen den belgischen Vertreter konnten die Männer von Coach Krunic gewinnen, gegen die Hausherren in der Basketball-City Mainhatten setzte es eine knappe Niederlage.

Gegen Antwerpen erstmals im Einsatz war Ron Curry. Von seinem Muskelfaserriss genesen, zeigte der Amerikaner gleich, dass auch er ein wichtiger Teil des Teams werden könnte. 15 Punkte bei drei Dreiern legte er auf und hatte damit erheblichen Anteil am Sieg gegen starke und vor allem bissige Belgier. Überragend war allerdings Julian Gamble. Der Bonner Center dominierte die Bretter und sammelte 21 Punkte und 15 Rebounds.

Diese Leistung konnte er am Sonntag nicht wiederholen. Auch Curry musste wieder aussetzen. Er wurde nach der Verletzungspause geschont. Dafür konnte Jordan Parks wieder normal eingesetzt werden. Er hatte am Samstag einen Schlag aufs Knie bekommen und war danach vorsichtshalber nicht mehr eingewechselt worden. Und, ebenfalls wie gegen Antwerpen, mussten die Baskets auch gegen Frankfurt einem zwischenzeitlichen Rückstand hinterherlaufen – und schafften das auch. Am Ende zogen sie dennoch den Kürzeren.

Chefcoach Predrag Krunic war mit der Leistung seiner Mannschaft an den beiden Tagen dennoch nicht unzufrieden: „Es war insgesamt ein sehr gutes Testspiel-Wochenende mit einer Partie gegen eine physisch auftretende Frankfurter Mannschaft. Wir hatten am Ende gar noch die Chance auf den Sieg, haben aber leichte Punkte liegen lassen. Jetzt geht es für uns darum, mit einem vollen Kader weiter zu arbeiten und dann den Feinschliff für die anstehende Champions League-Qualifikation voranzutreiben.“

Der Coach spricht dabei schon an, dass er bald einen weiteren Zugang zu seiner Trainingsgruppe erwartet. Nemanja Djurisic ist mit seiner Nationalmannschaft aus der Europameisterschaft ausgeschieden. Die Montenegriner scheiterten an Lettland. Djurisic wird jetzt zügig nach Bonn reisen und dann bald im Training erwartet. Ob er schon bei der Präsentation der Mannschaft am Mittwoch auf dem Friedensplatz dabei ist, ist aktuell noch nicht ganz klar. Beim Vorbereitungsturnier in Brüssel am kommenden Wochenende soll er aber auf jeden Fall dabei sein.