Baskets springen auf Platz vier

© Sebastian Derix

Es war ein wirklich wichtiger Sieg, den die Telekom Baskets am Samstagabend in Gießen eingefahren haben. Und es war ein hartes Stück Arbeit. Nicht nur unter den Körben, wo mit John Bryant eine wahre Maschine ihr Unwesen treibt. Auch über das ganze Feld hatten die Bonner alle Hände voll zu tun. Gießen zeigte, dass es noch an seine Playoff-Chance glaubt. Erst in der zweiten Halbzeit konnten die Baskets dem eine adäquate Verteidigung entgegenstellen.

Es war eine Kampfes- und Willensleistung der ganzen Mannschaft. Allen voran TJ DiLeo und Konstantin Klein. Der Deutsch-Amerikaner war nicht zu stoppen. Und Konsti, als ehemaliger Frankfurter ohnehin nicht gerade beliebt in Gießen, schaffte sich durch seine bissige Verteidigung sicher keinen neuen Freunde in der Sporthalle Gießen-Ost. Wenn doch, dann standen die im gut gefüllten und bestens gelaunten Gästeblock.

Aber auch der Rookie, Malcolm Hill, machte ein gutes Spiel. Zeitweise standen ihm die Verteidiger arg auf den Füßen, aber Hill biss sich durch. Er zeigte, dass er in der Lage ist, sich auch in diesen Situationen durchzubeißen. Unter den Körben waren alle Bonner mit einer Länge von über zwei Metern gemeinsam damit beschäftigt, den vermutlich zukünftigen MVP der Liga zu beackern. Zwar gelang es der langen Garde nicht, ihn auszuschalten. Der verbissene Widerstand sorgte aber dafür, dass es keine komplette One-Man-Show wurde.

Am Ende des Spiels standen glückliche Bonner Sieger. Sie hatten damit einen Konkurrenten im Playoff-Rennen geschlagen. Wohl noch auf der Heimfahrt erfuhren die Baskets dann, dass Oldenburg zuhause die Punkte an Würzburg abgegeben hatte. Dadurch kletterten die Bonner in der Tabelle vorübergehend auf Platz vier. Eine Tatsache, die Coach Predrag Krunic nicht interessiert. „Ich gucke weiter nur von Spiel zu Spiel“, sagte er gut gelaunt vor der Heimreise. „Am 1. Mai sehen wir dann weiter.“

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Mutti wäre stolz

© Sebastian Derix

Es hat nicht sollen sein. Aufopferungsvoll warfen sich die Telekom Baskets in die Schlacht der Schlachten, die Mutter aller Spiele. Mit einer unglaublich intensiven Verteidigung versuchten sie, den Tabellenzweiten, ALBA Berlin, den Schneid abzukaufen. Und sie schlugen sich hervorragend. Bis weit ins Schlussviertel hatten sie immer die Chance, die Punkte auf dem Hardtberg zu halten. Dann aber setzte sich die Berliner Qualität durch. Die Baskets gaben unter den Körben zu viele Bälle ab. Das nutzte ALBA aus und sicherte sich am Ende den Sieg.

Es war aber eine Partie, auf die Mutti stolz gewesen wäre. Der ausverkaufte Telekom Dome bekam #BasketsSpirit in seiner reinsten Form zu sehen. Der deutsch-kubanische Wirbelsturm, Yorman Polas Bartolo, wehte mit einer Kraft durch die Halle, dass einem Hören und Sehen vergehen konnte. Tomislav Zubcic lieferte 20 Punkte ab. Aber auch alle anderen Bonner Basketballer warfen sich in den Kampf. Es war keiner gekommen, um Gefangene zu machen. Dass es am Ende nicht reichte, ist schade. Vor allem, weil einmal mehr Platz vier gelockt hätte.

Die Fans im Dome hatten allerdings gesehen, dass das Team gebissen hatte. Und so war die Stimmung nach der Schlusssiren, trotz der Niederlage, nicht schlecht. Es gab anerkennenden Applaus. Und auch wenn einige Köpfe hingen wie Krokusse, die zu lange kein Wasser gesehen haben: Dieses Team hat einmal mehr gezeigt, dass es bereit ist, den Kampf anzunehmen. Dass die Bonner die Playoffs erreichen werden, dessen darf man sich inzwischen fast sicher sein. Wie weit es dann geht, das hängt sicher auch davon ab, wie sich die Männer von Predrag Krunic in den kommenden Wochen noch motivieren können. In der Tabelle ist nach oben und nach unten noch vieles möglich.

Extraschicht am Ostersonntag

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets haben es am Ostersonntag spannend gemacht. Nach einem überragenden Start in Ulm mussten die Bonner doch bis zum Ende kämpfen – und sogar darüber hinaus. Erst nach Verlängerung war der so wichtige Auswärtssieg eingefahren. 94:87 hieß es am Ende aus Bonner Sicht.

Nicht zu stoppen war dabei Bonns König: Julian Gamble sorgte für 28 Punkte, schnappte sich neun Rebounds und schickte gleich vier Bälle zurück an den Absender. Ein verdientes Lob durften sich aber auch Josh Mayo (15 Punkte, sechs Assists), Yorman Polas Bartolo (16 Punkte, acht Rebounds) und TJ DiLeo (11 Assists, acht Punkte) abholen.

Dass es dennoch der Overtime bedurfte, um den Sieg in Ulm zu holen, war einigen schwachen Bonner und starken Phasen der Hausherren geschuldet. Trotz oft schwankender Leistungen zählt das Team der Ulmer noch immer vom Potential her zu den besten in der easyCreditBBL. Diese Mannschaft über vierzig Minuten im Griff zu haben, gelang den Bonnern nicht.

Dennoch war Baskets-Trainer Predrag Krunic nach Spielende zufrieden: „Es war ein sehr gutes Spiel und sicherlich eine sehr interessante Partie für die Zuschauer. Es war nicht einfach heute hier zu gewinnen, aber mein Team hat sehr hart gekämpft, mit Emotionen gespielt und eine gute Verteidigung gezeigt. Dazu haben wir im Angriff gute Entscheidungen getroffen. Dass es zur Verlängerung kommt, ist unser Fehler. Dennoch haben wir in der Verlängerung Charakter gezeigt und letztendlich gewonnen. Das war ein wichtiger Sieg für uns.“

Die Baskets kletterten durch den Sieg wieder auf Platz fünf, der vierte Platz bleibt in Sichtweite. Hier thronen derzeit die Oldenburger. Bayreuth liegt mit einem Spiel weniger knapp hinter den Bonnern. Dennoch haben die Baskets in Ulm einen großen Schritt in Richtung Playoffs gemacht. Sie haben jetzt drei Siege Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz.

Chance vergeben

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Es war eine dieser Chancen. Immer mal wieder bringen sich die Telekom Baskets in durchaus aussichtsreiche Positionen, ab und an sogar kurz vor einen großen Erfolg. Statt dann aber auch den nächsten Schritt zu gehen, scheitert das Team. Das beginnt bei der Chance auf eine gute Playoff-Platzierung und endet wenige Sekunden vor dem Gewinn einer Deutschen Meisterschaft. Mal sind die Chancen größer, mal kleiner. Beim Spiel der Baskets gegen die Fraport Skyliners am Sonntag war es eine vergleichsweise unwichtige Chance, die allerdings zu einer starken Ausgangsposition geführt hätte. Das Ende mag sich jeder selbst ausdenken.

Zur Halbzeit lagen die Baskets noch klar vorne. Platz vier und damit der Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde war nur noch einen Steinwurf entfernt. Blöderweise traf der Stein aber offenbar den Verteidigungswillen der Bonner Basketballer. Denn dieser ward in Halbzeit zwei nur noch selten gesehen. Zu sicher schien sich das Team von Chefcoach Predrag Krunic, dass man an diesem Nachmittag die Punkte in heimischer Halle holen würden. Allein, dem sollte am Ende nicht so sein.

Frankfurt besann sich seiner Fähigkeiten, zeigte Einsatz und Kampfgeist. Der war den Hausherren dagegen abhanden gekommen. Fast folgerichtig ging die Partie am Ende verloren. Vor allem direkt nach der Pause hatten die Baskets ihre Verteidigung eingestellt. Die Skyliners kamen heran und zogen vorbei. Die Baskets konnten nur noch die Rücklichter sehen. Das zwar bis zum Spielende. Vorbei kamen sie aber nicht mehr.

Und so war die Chance auf Platz vier vorerst vertan. Und das, obwohl eigentlich alle Gegner für die Baskets gespielt hatten. Ob sich die Chance bis zum Saisonende noch einmal ergibt, wird sich zeigen. Immerhin verloren die Bonner Basketballer gegen Frankfurt nicht auch noch den direkten Vergleich. Wer weiß, für was das am Ende noch einmal gut sein kann…

Wiedergutmachung abgeschlossen

© Sebastian Derix

Runde drei der Wiedergutmachungswochen: Auch in Weißenfels haben sich die Telekom Baskets nach der Hinspielpleite rehabilitiert. Im Rückspiel gab es einen überzeugenden 87:61-Sieg. Malcolm Hill war einmal mehr bester Bonner. 20 Punkte machte der Rookie und das, ohne ein einziges Foul zu begehen. „Ich bin gar nicht so sicher, ob das so gut ist“, meinte der Amerikaner danach gefragt bei Telekom Sport. Coach Predrag Krunic fordere vor allem in der Defensive unbedingten Einsatz. Das könne auch mal mit einem Foul einher gehen, so Hill. Dennoch bekam er ein leichtes Grinsen nicht aus dem Gesicht. Man merkt ihm an, dass er sich aktuell durchaus wohl fühlt im Team der Baskets.

Und da ist er offensichtlich nicht der einzige. Capitano Josh Mayo lötet einen Dreier nach dem anderen in die gegnerische Reuse. 19 Punkte waren es für ihn beim MBC. Auch Julian Gamble kommt immer mehr in Playoff-Form. 14 Punkte und sieben Rebounds standen am Ende für den bulligen Center zu Buche. Gamble war mit gut 27.40 Minuten auch derjenige, der die meiste Zeit auf dem Parkett verbrachte. Alles in allem konnte Coach Krunic die Spielzeit aber recht ausgeglichen verteilen.

Die Baskets scheinen sich an den neuen Rhythmus gewöhnt zu haben. Nur ein Spiel am Wochenende, dazwischen ausgiebige Trainingswochen. Nach der Europapokalzeit zu Beginn der Saison war das eine Umstellung. Allerdings scheint es, als hätten die Jungs jetzt noch mehr Freude am einzigen Spiel der Woche. Die Motivation ist ungebrochen hoch. Geduldig nehmen sie jede Aufgabe an und wissen, dass sie sich Zeit lassen können. Die Kraft reicht auch am Ende noch, um nötigenfalls eine Schippe zulegen zu können. Das sollte auch für die Saison gelten. In der geht es so langsam in die entscheidende Phase. Der Sprung auf Platz vier ist noch möglich.

Die Wiedergutmachungswochen gehen weiter

© Sebastian Derix

Mit 18 Punkten hatten die Telekom Baskets im Hinspiel in Jena schon geführt. Danach schalteten sie nicht nur mental einen Gang zurück. Die Hausherren latschten dagegen ordentlich aufs Gas und zogen schlussendlich sogar noch an den Bonnern vorbei. Es war schon die zweite unerwartete Pleite nacheinander.

Nachdem die Baskets die Hinspielscharte gegen Bremerhaven schon wettmachen konnten, ging es jetzt also in die zweite Runde. Dass das ein Zuckerschlecken würde, hat nach der Hinrunde wohl niemand erwartet. Und so war es dann auch nicht – zumindest in der ersten Hälfte. Da taten sich die Hausherren schwer gegen eine gut aufspielende „Altherrentruppe“ Mannschaft, gespickt mit Routiniers, aus Jena.

Erst in Halbzeit zwei setzten sich die Männer von Predrag Krunic dann ab. Getragen von König Julian Gamble und einem Rookie, der eigentlich noch nie wie einer gespielt hat. Malcolm Hill wurde am Ende Topscorer mit 24 Punkten. Es war ein überragendes Spiel des Jungspundes, der nie lacht. Und so konnte sogar er sich ein Lächeln nach der Partie nicht verkneifen.

Am kommenden Wochenende gehen die Wiedergutmachungswochen dann in Runde drei. Die Baskets müssen zum MBC nach Weißenfels. Wieder so eine Hinspielpleite, die nicht eingeplant und vermeidbar war. In der aktuellen Form gibt es berechtigte Hoffnungen, dass der Sieg auch da eingefahren werden kann.

Zubcic trägt die Baskets zur Wiedergutmachung

© Sebastian Derix

Es waren lange zwei Wochen Pause für die Telekom Baskets. Erst das Top Four ohne Bonner Beteiligung und dann das so heiß geliebte zweite Nationalmannschaftsfenster. Zeit, die auf dem Hardtberg genutzt wurde. Zum einen, um die Batterien wieder aufzuladen. Ein paar Tage frei hatten die Spieler nach der Pleite in Bayreuth. Dann wurde der verletzte Nemanja Djurisic wieder auf Vordermann gebracht. Und auch an vielen kleinen Dingen in der Abstimmung konnte endlich mal in Ruhe gearbeitet werden.

Am Freitagabend sollte sich dann zeigen, ob das alles genutzt hatte. Endlich wieder easyCreditBBL – die Baskets waren in Bremerhaven zu Gast. Und sie hatten etwas gut zu machen. Die Klatsche aus dem Hinspiel lastete doch noch arg auf den Gemütern, zumal sie seinerzeit auch die Quali für den Pokal gekostet hatte. Im ersten Viertel war das noch zu merken. Das und der Rhythmus, der in den vergangenen Wochen etwas auf der Strecke geblieben war. Danach aber nahmen die Baskets das Heft in die Hand. Und das Spiel auch.

Federführend war Tomislav Zubcic. Obwohl Djurisic wieder fit war, bekam der lange Kroate wieder haufenweise Spielzeit. Und er wusste sie zu nutzen. 27 Punkte hatte er am Ende auf der Habenseite. Damit war er Topscorer des Spiels, das die Bonner mit 89:73 gewannen. Nur Geoffrey Groselle konnte es ihm nahezu gleich tun (26). Einmal mehr bekamen die Baskets ihn nicht in den Griff. Da Bremerhaven ansonsten aber eher harmlos, die Bonner dagegen ab Viertel zwei sehr konzentriert zu Werke gingen, war der Sieg nicht in Gefahr.

Die Rückkehr von Djurisic endete allerdings mit einem neuen Verletzten. Martin Breunig stürzte noch in der ersten Halbzeit unglücklich auf den Rücken. Er zog sich nach ersten Diagnosen eine Prellung im unteren Rücken zu. Genauere Untersuchungen sollen folgen, wenn das Team wieder in Bonn ist.

Nach geglückter Wiedergutmachung geht es jetzt nächste Woche Sonntag weiter. Dann kommt Jena in den Telekom Dome. Auch hier haben die Baskets noch eine Hinspielrechung offen. Danach wartet der MBC. Ein weiterer Gegner, der in der Hinrunde unnötig Punkte aus dem Telekom Dome entführte.