In der Liga läuft´s

Nach der bitteren Pleite und dem Ausscheiden im Europe Cup unter der Woche, stand für die Telekom Baskets am Sonntag wieder Ligaalltag an. Die Bonner hatten Göttingen zu Gast. Ein Team, dessen Ergebnisse nicht unbedingt mit den gezeigten Leistungen korrespondieren. Oder wie Coach Chris O´Shea es ausdrückte: „Sie sind besser, als es die Ergebnisse zeigen.“

Aus diesem Grund war es nicht verwunderlich, dass sich unter den Augen von Ex-Basket Andrej Mangold eine lange Zeit offene Partie entwickelte. Bonn erwischte den klar besseren Start. Allerdings ließ sich Göttingen zu keiner Zeit abschütteln. Dass die Hausherren am Ende dennoch die Punkte auf dem #Heartberg behalten konnten, lag unter anderem einmal mehr am Capitano.

Josh Mayo sorgte für 19 Punkte und traf dabei fünf von sechs Würfen aus dem Dreipunktland. „Er führt uns, das ist überragend“, lobte sein Trainer nach dem Spiel. Auch Martin Breunig und TJ DiLeo bekamen ein Sonderlob.

Diese beiden und Yorman Polas Bartolo sind dann auch die einzigen, die am kommenden Wochenende spielen müssen oder dürfen. Die drei reisen nach Trier zum AllStar Day der BBL. Für Breunig kam die Nominierung erst Ende der Woche. Er rückt verdient für Johannes Thiemann nach, der mit ALBA Berlin im Eurocup spielen muss.

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Kantersieg gegen Bremerhaven

Vollgas. Das war in etwa das einzige, das die Telekom Baskets am Mittwochabend in Halbzeit eins gegen Bremerhaven an den Tag legten. Das Pedal war durchgedrückt bis ans Bodenblech. Die Gäste wurden förmlich überfahren. „Sie haben uns ordentlich den Arsch versohlt“, formulierte Gästetrainer Dan Panaggio. „Peinlich“ nannte er die Vorstellung seiner Mannschaft.

Offensichtlich war sie ihm so peinlich, dass er am nächsten Tag die Brocken hin schmiss. Er habe sein Bestes gegeben, um die Mannschaft auf Kurs zu bringen. Geklappt hat das nicht. Bremerhaven dümpelt weiter am Tabellenende. Ganz im Gegenteil die Baskets. Sie scheinen so langsam wieder in sicheres Fahrwasser zu kommen. Durch den Sieg im Nachholspiel kletterten sie endlich wieder auf einen Playoff-Platz.

Man konnte erkennen, dass das Team Spaß hat – gut, bei 41 Punkten allein im ersten Viertel kein Wunder. Am Ende leuchtete es 108:75 von der Anzeigetafel. Da hatte die große Karnevalsparty am kommenden Samstag schon längst ihre bunten Schatten aufs Parkett geworfen. In dieser Form wird es auch ratiopharm Ulm schwer haben, ein Bein auf den Boden zu bekommen. Zumal ihnen mit Ra´Shad James, Per Güther, Katin Reinhardt und Isaac Fotu gleich vier Leistungsträger fehlen werden.

Testspiel in Brüssel

Schon anderthalb Wochen haben die Telekom Baskets kein reguläres Spiel mehr bestritten. Wegen der Länderspielpause haben die Bonner ein paar Tage frei bekommen. Relaxen war angesagt. Viele Spieler und auch der Trainer haben sich ein paar Tage Urlaub gegönnt. Seit Anfang der Woche war dann aber wieder Training angesagt.

Inzwischen läuft die Vorbereitung auf die Partie am Mittwoch gegen Bremerhaven. Am Samstagabend stand dann ein Testspiel in Brüssel an. Und die Baskets holten sich weiter Selbstvertrauen. Zur Halbzeit lagen sie schon mit 20 Punkten vorne (48:28). Dann wurde es noch einmal verdammt eng. Aber am Ende ging der Sieg an Bonn – denkbar knapp (80:79).

Bevor es dann aber auf die Heimreise ging, musste noch das ein oder andere Hindernis aus dem Weg geräumt werden. Der Mannschaftsbus war zugeparkt. Kurzerhand hob das Team den blockierenden PKW aus dem Gefahrenbereich, vortrefflich dokumentiert über Instagram – natürlich nur, um nachweisen zu können, dass keine Schäden entstanden waren.

Mayo und Bartolo führen Baskets zum Sieg

Es war ein Basketballspiel. Und was für eins. Hatten die Telekom Baskets im Hinspiel am zweiten Weihnachtstag gegen den bärenstarken Aufsteiger Rasta Vechta noch den Kürzeren gezogen, so gingen sie am Donnerstagabend als Sieger vom Parkett. Allerdings nach doppelter Verlängerung. Die Partie war mehr als hart umkämpft.

117:112 hieß es am Ende für die Baskets. Mehr Punkte hatten die Bonner bisher noch in keiner Auswärtspartie in der Basketball Bundesliga erzielt. Allerdings hatten sie auch zehn Minuten Spielzeit mehr als üblich. Und sie hatten mit Vechta einen Gegner, der ihnen erneut alles abverlangte.

Bonn startete stark, musste dann aber wieder einen Lauf der Hausherren einstecken. Eine Zeit lang gaben die Baskets zu viele Bälle einfach beim Gegner ab. Allerdings verloren sie das Ziel nicht aus den Augen. Am Ende schafften sie es, sich bis zum Ende zu konzentrieren. Die Folge: Bonn ging als Sieger vom Parkett – ein wichtiger Schritt zurück in Richtung Playoffs.

Jetzt steht zunächst Pokal, dann Länderspiel an. Für Bonns Coach Chris O´Shea heißt das, dass er knapp zwei Wochen hat, um die Mannschaft weiter zusammen zu schweißen. Die Integration von Natel Linhart läuft immer besser – im nächsten Spiel sollte er auch endgültig in den Spielzügen der Baskets angekommen sein.

Hochball gegen Bremerhaven ist am 27.2. – dem Tag vor Weiberfastacht – um 19 Uhr.

Mutti ist doof

Da war sie wieder, die Mutter aller Spiele: Die Telekom Baskets empfingen den Dauerrivalen ALBA Berlin. Es war bereits die 75. Ausgabe dieser Begegnung. Sie ging einmal mehr an die Gäste. Schon im ersten Viertel hatten die Bonner sich einen Rückstand eingehandelt, von dem sie sich nicht mehr erholen konnten.

Zwar legten sie in der Folge mehrere Kohlen nach, vor allem in der Defensive. In der zweiten Halbzeit stellten die Bonner ALBA damit auch zeitweise vor gewaltige Probleme. Aber immer, wenn die Baskets auf vier oder fünf Punkte heran gekommen waren, schaltete Berlin wieder einen Gang höher und vergrößerte den Abstand zwischen beiden Teams.

Eine bisweilen konfuse Linie der Schiedsrichter tat ihr übriges. Ab und an gab es seltsame Pfiffe, die auch den ansonsten besonnenen Coach Chris O´Shea an den Rand der Verzweiflung brachten. Der war bisweilen so erregt, dass er an der Linie seinem Vorgänger Predrag Krunic glich.

Aber O´Shea wäre nicht er selbst, wenn er dafür nicht nach dem Spiel um Entschuldigung gebeten hätte. So zu explodieren sei eigentlich nicht seine Art, sagte der Trainer. Aus dieser Situation zu lernen, sei seine Aufgabe nach diesem Spiel. Er werde versuchen, sich in Zukunft wieder besser im Griff zu haben.

Es ist diese bescheidene und besonnene Art, die den neuen Bonner Cheftrainer so sympathisch macht. Er weiß, was er kann und will. Aber er weiß genauso, dass das Team über allem steht. Seiner Mannschaft möglicherweise durch ein technisches Foul zu schaden, liegt ihm fern. Er setzt auf Kommunikation. Untereinander und auch mit den Schiedsrichtern. Nach jeder aus seiner Sicht falschen Entscheidung suchte er das Gespräch – und war an dessen Ende zumindest so beruhigt, dass er eben nicht das Foul riskierte.

Jetzt muss das Kollektiv aus Trainer und Team es noch schaffen, die offensichtlich vorhandene Qualität auf die Straße zu bringen. Schon am Donnerstag gibt es dazu die nächste Möglichkeit. Die Baskets sind in Vechta zu Gast. Der überraschend starke Aufsteiger wird beileibe keine einfach Aufgabe auf dem Weg zurück in die Playoff-Ränge.

Weiter im Europe Cup

© Sebastian Derix

Das Thema Champions League ist für die Telekom Baskets vorerst erledigt. Nach der Niederlage von Fribourg gegen PAOK Saloniki am Mittwochabend können die Bonner nicht mehr auf einen der ersten vier Plätze kletter. Das wäre aber nötig, um weiter in der BCL unterwegs zu sein.

Weil die Baskets aber am Dienstag gegen Holon verdient gewonnen hatten, können sie auch nicht mehr von Platz fünf oder sechs verdrängt werden. Damit ist klar, dass sie im März weiter durch Europa tingeln werden. Europe Cup ist angesagt. Auch keine neue Erfahrung. Vor zwei Jahren hatten sie es hier bis ins Halbfinale geschafft.

Jetzt steht am kommenden Wochenende aber zunächst wieder Bundesliga an. Die Baskets müssen nach Ludwigsburg. Es wird erneut eine schwierige Aufgabe für die Mannschaft von Chris O´Shea. Wollen die Bonner aber ihre Ausgangsposition im Playoffrennen verbessern, wird es Zeit, auch gegen direkte Konkurrenten zu gewinnen. Hochball ist am Samstag um 20.30 Uhr.

O´Shea ist neuer Chefcoach

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets haben sich entschieden. Chris O´Shea bleibt Cheftrainer der Bonner Basketballer. Oder wie es der Verein ausdrückt: „Es gibt keinen Grund, weiter aktiv nach einem Trainer zu suchen.“ Der ehemalige Co-Trainer hat sich festgespielt in der ersten Reihe. Und das in nur zwei Partien.

Beim Pokalspiel in Bamberg war schon die erste positive Reaktion des Teams zu erkennen. Die Mannschaft zeigte Einsatz, schien verstanden zu haben, dass es keine Ausreden mehr gibt. TJ Di Leo gab in der Halbzeit zu Protokoll, man habe Coach Krunic geliebt, aber der „Typ, der jetzt an der Linie steht, ist ein verdammt guter Trainer.“

Am Ende reichte es dann knapp nicht zu Einzug ins Finale. Auch eine Art Bonner Geschichte. Dennoch konnte man sehen, dass der Wechsel an der Linie gefruchtet hatte. Für die Spieler war es sicher eine Umstellung: vom hyperaktiven Krunic zum analytisch, ruhigen O´Shea. Man kam sich vor wie in einer anderen Welt.

Aber ganz offensichtlich kommt diese Art an. Schon am Dienstag gab es in der Champions League die nächste Bewährungschance für den neuen Cheftrainer und seine Mannschaft. Und dieses Mal gelang sogar der Sieg – überraschend beim Favoriten in Venedig.

Chris O´Shea scheint an den richtigen Schrauben gedreht zu haben. Deshalb ist es auch mehr als nachvollziehbar, dass der Verein sich jetzt entschieden hat, ihn vorerst mit der Verantwortung des Cheftrainers auszustatten. Einen neuen Vertrag gibt es offenbar noch nicht. Dass dem Neu-Trainer im Augenblick andere Dinge wichtiger sind, ist verständlich.

Am Samstag steht für ihn das erste Heimspiel in der neuen Rolle an. Für seine Mannschaft ist es indes ein weiteres extrem wichtiges Spiel auf dem Weg zurück in die Playoffränge. Hochball gegen den direkten Konkurrenten aus Gießen ist um 20.30 Uhr.