Klatsche in Nanterre

Da waren sie wieder, die „alten“ Telekom Baskets. Nach zuletzt zwei Siegen in der Bundesliga setzte es auswärts in der Champions League wieder eine richtige Klatsche. 56:103 hieß es am Ende aus Bonner Sicht im Pariser Vorort Nanterre. Gepasst hat an diesem Abend beim Team von Chefcoach Predrag Krunic aber so gar nichts.

Anders bei den Hausherren. Sie trafen ihre Würfe, verteidigten gut und nahmen den Baskets damit das frisch erarbeitete Selbstvertrauen nach und nach immer mehr wieder weg. Bei Bonn fiel der Dreier nicht, bei Nanterre ging jeder zweite rein. Unter den Körben mühte sich Martin Breunig redlich, aber selbst ohne den verletzten Ex-Bonner King Julian sah er am Ende relativ alt aus. Auch die Verteidigung war löchrig wie manch französischer Weichkäse gerne wäre.

Und so stehen die Baskets einmal mehr vor einem Scherbenhaufen. Ob der noch einmal zu einem Viertelfinalmosaik zusammengesetzt werden kann, wird immer fraglicher. Eine der letzten Chancen müssten die Bonner in der nächsten Woche nutzen. Dann kommt Fribourg in den Telekom Dome.

Vielleicht tut es dem Team gut, dass es am Wochenende in der Bundesliga spielfrei hat. Vielleicht schafft die Mannschaft es, sich endlich zusammenzuraufen. Mit einer Leistung wie der in Frankreich, bekommen die Baskets selbst gegen den Gruppenvorletzten aus der Schweiz ein Problem.

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Zurück in der Spur

Der Turnaround scheint geschafft: Standen die Telekom Baskets vor Wochenfrist noch kurz vor dem Abgrund, so sind sie jetzt einen großen Schritt weiter. Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge in der Bundesliga, folgten in dieser Woche zwei Siege, von denen zumindest der gegen Ludwigsburg sehr überzeugend war.

Aber schon im Auswärtsspiel gegen Gießen zeigten sich die Bonner stark verbessert. Zwar fiel der Dreier wieder etwas zuverlässiger. Vor allem versuchten die Baskets aber, auch andere Lösungen zu finden. Und dank des Ausfalls von Starcenter John Bryant war vor allem unter den Körben eine Menge Platz. Diesen nutzte Martin Breunig.

Ohnehin scheint der 26-Jährige aufzublühen, seit Charles Jackson verletzt ausfällt. Breunig nutzt die Spielzeit, die er bekommt, immer sicherer. Der Einsatz stimmt immer. Inzwischen kommt er auch mit den ihm gestellten Aufgaben zurecht.

Das können dann auch Gegner wie Adam Waleskowski und Owen Klassen sein. Die bekamen den Bonner Center im Heimspiel gegen Ludwigsburg nie in den Griff. Breunig beißt sich inzwischen unter den Körben durch. Sein Selbstvertrauen scheint von Spiel zu Spiel zu steigen – und das auch mit Recht.

Bonn spielte gegen Ludwigsburg einfach gut. 38 Minuten lang hatten sie den Gegner weitgehend im Griff. Nur zu Spielbeginn schienen die Antennen noch nicht richtig ausgerichtet. Warum auch immer das passieren kann: Headcoach Predrag Krunic erkannte es zeitnah und gab den richtigen Kurs vor.

Durch die beiden Siege kletterten die Baskets in der Tabelle wieder in Richtung Playoff-Plätze. Aktuell stehen sie auf dem neunten Platz. Zum rettenden Ufer klafft eine kleine Lücke. Sollten die Bonner jetzt aber ihre Form wieder gefunden haben, scheinen die Playoffs wieder deutlich realistischer.

Schon am Mittwoch geht es auch europäisch weiter. Die Baskets sind in Frankreich zu Gast. Sie wollen sich in Nanterre für die deutliche Hinspielniederlage revanchieren. Für Martin Breunig ein Berg von einer Aufgabe, geht es doch gegen seinen letztjährigen Mannschaftskameraden Julian Gamble.

Ein Jahresabschluss zum vergessen

© Sebastian Derix

Es war eine Woche, die die Telekom Baskets so sicher nicht vorhergesehen haben. Zwei Pleiten stehen an ihrem Ende – eine gegen einen Aufsteiger, eine gegen den Vorletzten der Tabelle, der bislang erst zwei Spiele gewonnen hatte. In beiden Spielen wirkten die Spieler komplett verunsichert. Fünf Niederlagen in der Liga in Folge sind das Ergebnis.

Gegen Vechta, die zugegeben ein starker Aufsteiger sind, brachten die Bonner in der ersten Halbzeit ungefähr nichts aufs Feld, von Lustlosigkeit vielleicht einmal abgesehen. Es war kein Einsatz da, der #BasketsSpirit hatte sich irgendwo in der Kabine versteckt – und in der Folge hatte es auch das Wurfglück nicht für nötig gehalten, auf dem Parkett zu erscheinen.

Zwar besserte sich der Einsatz in der zweiten Hälfte. Jetzt schien die Mannschaft aber schon so angeschlagen, dass sie sich immer wieder Fehler leistete, die Vechta umgehend bestrafte. Die Mannschaft aus dem Norden spielte die komplette Partie über mit immensem Einsatz – sie kam auch ausgeruht ins Spiel. Bonn schienen die entscheidenden Körner zu fehlen.

Besser werden sollte dann alles beim Tabellenvorletzten in Weißenfels. Dachte man zumindest. Allein, es wurde noch schlimmer. Das Wurfglück war gar nicht erst mit in den Bus gestiegen. Die Dreier, eine der stärksten Waffen der Bonner, waren ebenfalls noch vor Abfahrt wieder ausgestiegen. Und Martin Breunig alleine kann es unter den Körben auch nicht richten.

Es war ein Spiel zum wegsehen. Haarsträubende Ballverluste und hängende Köpfe ließen eigentlich zu keiner Zeit die Hoffnung aufkeimen, dass die Negativserie beim MBC gestoppt werden könnte. Hinzu kam, dass die Hausherren ausgerechnet aus der Distanz einen Sahnetag erwischt hatten.

Oft heißt es nach solchen Niederlagen, es sei gut, dass die Spieler nicht lange darüber nachdenken können, weil es schon bald weiter geht. Am 2. Januar müssen die Baskets in Gießen ran. Dass es in diesem Fall vielleicht nicht schaden könnte, zwei, drei Tage frei zu haben und sich dann in Ruhe auf das nächste Spiel vorbereiten zu können, scheint keine allzu steile These zu sein. Es muss sich etwas tun im Team. Die Mannschaft muss sich am sprichwörtlichen Riemen reißen.

Ruhig und überraschend

Länderspielpause. Das Team der Telekom Baskets hat ein paar Tage frei bekommen, einige Spieler nutzen das für Ausflüge ins benachbarte Ausland. Sightseeing ist angesagt. Sichtung steht auch beim Management auf dem Programm. Allerdings geht es nicht um alte Steine, sondern mutmaßlich junge Beine. Ein Ersatz für den verletzten Charles Jackson muss gefunden werden.

In die Ruhe der freien Tage platzt dann eine Überraschung: Die Baskets verpflichten einen neuen Spieler. Es ist aber kein Center, sondern ein Guard. Und der soll nicht Jackson ersetzen, sondern Shane Gibson. Der amerikanische Scharfschütze, der in den vergangenen Wochen immer besser in Tritt kam, wird die Mannschaft verlassen. Sein Zwei-Monats-Vertrag wird nicht verlängert. Dass er einen solchen hatte, war wohlweislich nicht an die Öffentlichkeit getragen worden. So konnten die Verantwortlichen in Ruhe nach einem Guard suchen, der besser ins Anforderungsprofil passt.

Mit Olivier Hanlan soll dieser jetzt gefunden sein. Der Kanadier ist der Neue im magentafarbenen Jersey.  Er spielte zuletzt im Unterbau der NBA und holte mit den Austin Spurs in der vergangenen Saison die Meisterschaft. Hanlan misst stolze 193cm. Laut Verein ist er vor allem im Ballvortrag ein deutliches Upgrade zu Gibson. An dessen Dreierquote reicht er hingegen nicht heran.

Hanlan ist inzwischen schon einige Tage im Mannschaftstraining. Er soll so schnell wie möglich in die Mannschaft integriert werden. Das ist auch die Hoffnung bei einem noch fehlenden Mann. Der Jackson-Ersatz ist noch nicht verpflichtet. Wenn in einer Woche das Heimspiel gegen Oldenburg ansteht, soll er allerdings mit auf dem Parkett stehen. An Ruhe dürfte bei Manager Michael Wichterich im Augenblick nicht zu denken sein. 

Die Leichtigkeit ist weg

Sie ist sprichwörtlich, diese Leichtigkeit. Sie ist da, wenn es gut läuft. Und kaum verliert man zwei, vielleicht drei Spiele, macht sie sich aus dem Staub. Dann fehlt sie. Und das merkt man recht schnell. Auch die Telekom Baskets sind aktuell nicht komplett. Zwar konnte Martin Breunig am Sonntagnachmittag nach überstandener Knieverletzung erstmals wieder mitspielen. Besagt Leichtigkeit hatte sich aber nach zuletzt nicht überzeugenden Auftritten in der Liga und einem glücklichen Sieg in der Championsleague eine Auszeit genommen. 

Das war auch beim Auswärtsspiel in Frankfurt zu sehen. Zwar war die Leistung der Männer von Coach Predrag Krunic besser als zuletzt. Trotzdem fehlte es an Konstanz, an klugen Entscheidungen, an Glück – an der Leichtigkeit eben. Alles, was zu Saisonbeginn so einfach aussah, muss aktuell hart erarbeitet werden. Dass die Mannschaft das versucht, kann man ihr nicht absprechen. Allein scheint die Situation noch zu ungewohnt zu sein, als dass das Verstehen der Probleme auch auf dem Parkett in Behebung derselben umgesetzt werden würde. 

Der Kampf ist da. Der Wille ist da. Und man darf sich sicher sein, dass auch Glück und Leichtigkeit längst wieder im Bus sitzen, um auf den #Heartberg zurück zu kommen. Die Mannschaft muss weiter hart arbeiten und analysieren, wo es noch hapert. Coach Krunic wird versuchen, sein Team auf Kurs zu halten. Die langjährigen Bonner rund um Mayo und DiLeo werden ihm helfen. Und sie werden auch die übrigen Teammitglieder auf Kurs halten oder bringen. 

Schon am Dienstag gibt es die nächste Chance, sich als Mannschaft zu präsentieren, die die Leichtigkeit zurückholen will. In der Championsleague steht das Heimspiel gegen Venedig an. Die Italiener stehen auf dem zweiten Tabellenplatz mit bislang nur einer Niederlage. Die Baskets liegen mit ausgeglichenem Punktekonto zwei Plätze dahinter. Sie könnten nach Punkten gleichziehen. Vielleicht eine Möglichkeit, die Leichtigkeit zur Rückkehr zu bewegen.

Zwei verrückte Spiele in drei Tagen

© Sebastian Derix

Es war ein strammes Programm, das die Telekom Baskets in den vergangenen Tagen zu absolvieren hatte: Heimspiel gegen Bayreuth in der Liga und dann auswärts in der Championsleague gegen PAOK Thessaloniki. Und in beiden Fällen machte es das Team von Trainer Predrag Krunic spannend. Gegen Bayreuth führten die Baskets schon mit 19 Punkten, um dann einen 20:0-Lauf der Gäste zuzulassen. In Griechenland machten sie sich das Leben selbst schwer, vor allem in Form von Charles Jackson und James Webb, die mit fünf beziehungsweise einem disqualifizierendem Foul aus dem Spiel ausstiegen. Und trotzdem hatten die Bonner in beiden Fällen am Ende die Nase vorn.

Das führt dazu, dass die Baskets jeweils weit oben in der Tabelle zu finden sind. Am kommenden Wochenende steht in der Bundesliga das Spitzenspiel gegen Bayern München an. In der BCL-Gruppe stehen die Bonner sogar ganz oben – zumindest vorübergehend. Und das, obwohl mit Martin Breunig ein wichtiger Faktor unter den Körben aktuell ausfällt. Das Team springt in die Bresche. Gegen Thessaloniki sorgte zum Beispiel Julian Jasinski für sieben Punkte und vier Rebounds. Bärenstark war auch Bojan Subotic, der 18 Punkte ablieferte und übernahm, als es nötig wurde.

 

 

Auftaktniederlage in der Champions League

© Sebastian Derix

Es war nicht der Abend der Telekom Baskets. Zum Auftakt der neuen Champions League-Saison haben die Bonner auf Teneriffa eine herbe Klatsche einstecken müssen. Ohne den weiter verletzten Martin Breunig und Shane Gibson, der wegen der Ausländerregelung aussetzen musste, reicht es am Ende nur zu einem 68:87 aus Bonner Sicht. Teneriffa hatte das Heft des Handelns fast das ganze Spiel über in der Hand. Nur kurz vor der Pause konnten die Gäste auftrumpfen – die Halbzeit brach den frisch entstandenen Rhythmus der Baskets aber wieder.

Vor allem defensiv waren die Hausherren besser, konstatierte auch Baskets-Coach Predrag Krunic nach dem Spiel. Die Niederlage seiner Mannschaft sei verdient, weil Bonn es nicht geschafft habe, die richtige Antwort auf die gestellten Aufgaben zu finden. Phasenweise funktionierte bei Teneriffa zudem in der Offensive nahezu alles, während bei den Baskets vor allem aus der Distanz nicht viel zusammen lief.

Für das Highlight des Spiels sorgte dennoch einmal mehr Ra´Shad James. Mit offensichtlicher Wut im Bauch trat er kurz vor der Pause in den sprichwörtlichen Aufzug, stieg auf und feuerte den Ball mit Wucht durch die Reuse. Es war der Startschuss für die beste Bonner Phase. Aber schon kurz nach Beginn des dritten Viertels war das Wurfglück und die Bonner Kurzzeitdominaz wieder passé. Schlussendlich fuhren die Baskets das Spiel mit gebremstem Schaum zu Ende.

Am kommenden Sonntag steht wieder Bundesliga auf dem Plan. Dann kommt Bayreuth in den Telekom Dome. Auch das Team von Raoul Korner hat sein Auftaktspiel in der Champions League gegen Besiktas Istanbul verloren. Hochball im Telekom Dome ist um 18 Uhr.