Green Juice lebt weiter

© Sebastian Derix

Es hat funktioniert. Nach dem Wetterdebakel im vergangenen Jahr und dem daraus resultierenden Ausfall des Freitags hat das Green Juice Festival am Wochenende erstmal an zwei Tagen stattgefunden. Und wenn man die Querelen aus 2017 noch nicht ausreichen bereut hatte, dann muss man dies spätestens jetzt tun. Das Green Juice kann auch zwei Tage! Es war ein wunderbares Wochenende. Entspannt, musikalisch sehr weit vorne und, wenn auch mit reduzierter Zuschauerzahl, perfekt organisiert.

Wenn ich auch als Teil der arbeitenden Bevölkerung am Freitag erst am frühen Abend anreisen konnte, so war auch das einmal mehr ein Erlebnis. Dieser Park, dieses Publikum und die Bands, die mehr als offensichtlich Spaß daran haben, im erweiterten Garten der Familie Reininger zu spielen. Gaben die Donots schon am Nachmittag kurz hinter der Terrasse des veranstalterischen Elternhauses ein kurzes Stelldichein, so rockten sie dann am Abend als Freitagsheadliner den Platz dermaßen, dass es der Samstag schon schwer hatte, daran anknüpfen zu können.

Doch auch einen Tag später sollte es eine mindestens ähnlich große Party geben. Auch am Samstag kamen wieder deutlich mehr als 4.000 Zuschauer aufs Veranstaltungsgelände. Es waren sogar noch einige mehr als am Tag zuvor. Das Programm war insgesamt etwas (nur wenig) mainstreamiger, das Wetter ebenfalls (auch nur ganz wenig) besser. Der Green Juice-Samstag startete mit perfekten Voraussetzungen. Und er konnte sie nutzen. Dieser Tag war einfach schön. Stimmung, Musik, Orga. Selbst, dass mir meine EC-Karte abhanden kam, tat der Stimmung keinen Abbruch. Gut, das habe ich auch nicht gemerkt.

Als dann am Sonntag die Nachricht kam, man habe meine Karte gefunden, war ich zuerst schlagartig fit und dann schlagartig glücklich. Das ist eben Green Juice. Meine ohnehin spärlichen Ersparnisse waren noch da. Und die Karte bekam ich auch ohne Probleme ausgehändigt.

Ich freue mich schon jetzt auf ein Green Juice Festival 2019. Wo auch immer dieses stattfinden wird. Die Stadt Bonn plant einen Kreisverkehr und einen Supermarkt direkt an der Autobahnabfahrt Pützchen – hier beginnt das Green Juice Gelände und die autofahrende Gemeinde parkt dort. Aber, das hat wohl auch dieses Jahr gezeigt, die Organisatoren um Julian Reininger werden eine Lösung finden.

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Kleine Fototour zur Burg Eltz

Sie ist eines dieser Ziele, die vor allem Touristen aus dem Ausland gerne anpeilen: Die Burg Eltz in Wierschem. Die Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert liegt, völlig untypisch, in einem Tal, dem der Elz. Sie ist eine der ganze wenigen Burgen in der Eifel, die nie gewaltsam eingenommen werden konnte. Selbst eine eigens errichtete Belagerungsburg (Burg Trutzeltz) konnte dies nicht ändern.

Den meisten von uns wird die Burg Eltz bekannt sein, weil sie früher die Rückseite des 500 Mark-Scheins zierte.

Weil die Burg und auch das Umland in Privatbesitz ist, ist das Fliegen (und Fotografieren) mit Drohnen o.ä. nicht erlaubt. Deshalb gibt es „nur“ einige Bilder vom Boden aus:

Rock am Ring 2018

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, die wie vielte Ausgabe von Rock am Ring es für mich war. Ich denke, wir sind inzwischen deutlich im zweistelligen Bereich angelangt. Und obwohl die Zeiten von Camping und rappelvoll über das Gelände torkeln vorbei sind, ist es jedes Jahr aufs neue ein einzigartiges Erlebnis. Das muss nicht immer gut sein. Vor allem die Terrorwarnung im vergangenen Jahr war eine Erfahrung, auf die ich auch hätte verzichten können. Auch die schweren Unwetter in Mendig in den Jahren davor waren nicht wirklich notwendig.

Insofern war es in diesem Jahr schon fast wieder ein Erlebnis, dass so gar nichts passiert ist. Marek Lieberberg sprach von Konsolidierung. Das trifft es ganz gut. Und so gibt es nicht viel mehr zu erzählen. Lassen wir stattdessen ein paar Bilder sprechen.

Kurzer Test der DJI Mavic Air

Mein Arbeitgeber hat sich entschieden, in eine ordentliche Fotoausrüstung zu investieren. Das passt mir insofern ganz gut, als dass ich derjenige bin, der sie zu großen Teilen nutzen wird. Folgerichtig war ich auch bei der Anschaffung beteiligt und hatte ein nicht unerhebliches Mitspracherecht. Im Zuge dessen kam auf, dass uns eine Kameradrohne nicht schlecht zu Gesicht stehen würde. Wir entschieden uns schließlich für die DJI Mavic Air. An diesem Wochenende kam sie an und ich durfte sie testen habe sie heimlich für einen kurzen Rundflug entführt. Was soll ich sagen? Macht Spaß, das Ding!

Das Ende der Rockaue

© Sebastian Derix

Es war ein (un-)glücklicher Zufall, dass ich am späten Vormittag darauf aufmerksam wurde, dass die Veranstalter der Rockaue in Bonn schon im vergangenen September Insolvenz angemeldet hatten. Verwunderlich, dass das in all der Zeit noch niemand mitbekommen hatte – oder zumindest nicht darüber berichtet hatte. Zu sehr stand die Veranstaltung schon seit dem vergangenen Sommer auf der Kippe, als dass es nicht von Interesse sein würde, wie die Geschichte weiter geht. Wir mussten damit folglich an die Öffentlichkeit gehen. Schon alleine deshalb, weil wir als Radiosender eng mit der Veranstaltung verbunden waren. Außerdem ist das Ende der Rockaue natürlich eine Nachricht mit Gesprächswert, wenn auch eine wirklich traurige.

Noch vor einigen Wochen erinnerte mich eine App daran, dass vor ziemlich genau dreieinhalb Jahren das neue Festival in der Bonner Rheinaue aus der Taufe gehoben worden war. Schon zu jenem Anlass überkam mich eine bittere Vorahnung. Nicht nur das miserable Wetter im Vorfeld der Rheinaue 2017 hatte offensichtlich viele Zuschauer abgehalten. Schon von Kindesbeinen an hatte das Festival mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Der Bonner scheint nicht willens zu sein, 20-40 Euro für ein Festival vor seiner Haustüre zu zahlen. Peinlich.

Es war zu lange zu still um die Rockaue, als dass man nun wirklich überrascht sein könnte, dass die kurze Geschichte des Festivals wieder beendet ist. Das Weihnachtsgeschäft verstrich, ohne dass erste Bands genannt und der Vorverkauf gestartet war. Bei der Stadt war die Veranstaltung für 2018 nicht angemeldet. Das Ende war also nicht wirklich verwunderlich. Dennoch schmerzt die Gewissheit, dass es nun offenbar endgültig vorbei ist. Vom Insolvenzverwalter heißt es, er könne sich nicht vorstellen, dass der Betrieb unter den gegeben Voraussetzungen wieder aufenommen werden könne. Es bräuchte neue handelnde Personen und vor allem neues Geld.

Für 2018 wird daraus nichts. Wie es im kommenden Jahr weiter gehen könnte, ist aktuell noch völlig unklar. Bei der Stadt Bonn gibt es derzeit keine Anzeichen, dass sich jemand die Mühe macht, ein neues Rockfestival in der Rheinaue auf die Beine zu stellen. Es wäre schade, wenn sich niemand fände. Allerdings bedarf ein neuer Versuch sicher einiges Sitzfleisches. Der Bonner muss überzeugt werden, dass er ein solches Festival will – auch für einen moderaten Eintrittspreis. Und die Welt drum herum braucht ihre Zeit, um ein gutes neues Festival auch zu entdecken.

Foo Fighters, Thirty Seconds to Mars und die Gorillaz am Ring

© Sebastian Derix

© Sebastian Derix

Das wird ein Fest! Die Veranstalter von Rock am Ring haben heute die ersten Bands für die Ausgabe im Juni 2018 bekannt gegeben: Headliner sind die Foo Fighters, Thirsty Seconds to Mars und die Gorillaz. Außerdem am Start sind Giganten wie Rise Against, Casper, Marilyn Manson oder Body Count, inklusive Copkiller Ice-T.

Dazu kommt eine ganze Breitseite an harter Gitarrenmusik: Avenged Sevenfold, Stone Sour, A Perfect Circle, Parkway Drive, Good Charlotte, Bullet For My Valentine, Hollywood Undead, Enter Shikari,  Black Stone Cherry, Asking Alexandria, Meshuggah, Callejon, Caliban und Nothing But Thieves.

Auch die Fans von Indie-Rock und Urban kommen nicht zu kurz: Bilderbuch, Milky Chance, Kaleo, Trailerpark, Kettcar, RAF Camora, Jimmy Eat World, Walking On Cars, UFO361, Alma oder Yung Hurn.

Neu ist, dass Tickets für das Festival und fürs Camping einzeln gekauft werden. Das kommt vor allem denjenigen zugute, die aus dem nahen Umkreis kommen und täglich anreisen. Ein Frühbucherticket gibt es deshalb schon für 149 Euro. 15.000 Eintrittskarten werden an Early Birds rausgehauen. Der Vorverkauf startet am 1. November. Sind die Frühbucherkarten weg, steigt der Preis auf 169 Euro.

 

Capitano on board

© Sebastian Derix

Der Mann mit den karibischen Wurzeln fühlte sich sichtlich am wenigsten wohl: Yorman Polas Bartolo und die schmalen Ruderboote, das schien keine Liebe auf den ersten Blick zu werden. Die Baskets waren am Montagnachmittag im Rahmen der Aktion Baskets@School beim Ruderclub der Otto-Kühne-Schule in Bad Godesberg zu Gast. Und der Deutsch-Kubaner fremdelte doch deutlich mehr als seine Kollegen mit dem ungewohnten Sportgerät. Dennoch ließ er sich bereitwillig in die Kunst des Ruderns einweisen und nahm dann doch Platz. Nach einigen Metern huschte sogar eine Art Lächeln über sein Gesicht.

Ebenfalls mit ordentlichem Unwohlsein in der Magengegend ging der Kapitän an Bord. Josh Mayo erinnerte sich nur ungern an seine ersten Erfahrungen im Kajak-Bereich. Ihm sei dabei ordentlich schlecht geworden, gab er zu Protokoll, bevor er „Onkel Udo“ bestieg. Dennoch ging er die neue Aufgabe mit der Würde eines Mannschaftsführers an und zeigte schon kurz darauf sein breitestes Grinsen. Der Seegang auf dem Rhein gab sich aber auch Mühe, die Mägen der Basketballer nicht zu sehr auf links zu drehen. Zudem sahen sich alle Spieler in den Booten bester Betreuung durch Schüler und Lehrer ausgesetzt.

Für Alex Möller wurde die Bötchenstour zu einer Art Origami-Workshop. Bis der lange Lulatsch seine Beine in das Ruderboot gefaltet hatte, dauerte es eine ganze Weile. Es waren aber nicht seine ersten Erfahrungen im Schiffsbereich. Folgerichtig schlug er sich, einmal gut verstaut, sehr ordentlich auf dem Wasser.

Julian Jasinski und TJ diLeo durften sich ein Boot teilen. Auch hier gab es kleinere Schwierigkeiten: Erst hatte ein Hund ausgerechnet unter einen der Schuhe des Baskets-Guards gemacht. (Zum Glück war ausreichend Wasser vorhanden.) Dann fiel auf einmal der Sitz im Boot auseinander. Jasinski, der sich extra eine windschnittige Frisur zugelegt hatte, ertrug die Kapriolen seines Co-Piloten geduldig – genau so, wie die übrige Crew des „Nackter Mann“ auch.

Sorgen muss sich Sportmanager Michael Wichterich möglicherweise um die Zukunft eines weiteren Bonner Guards: Konsti Klein, als erster in eines der Boote gehüpft, verkündete im Vorbeifahren einen Sportartwechsel. Er werde von nun an auf Wassersport umsatteln. Wichterich allerdings konterte mit der Hoffnung, dass der Ruderclub der Schule den Vertrag der Baskets nicht überbieten könne. Es stehen augenscheinlich noch harte Verhandlungen bevor.

Zum Abschluss der munteren Rundfahrt gab es dann noch eine Baskets-Regatta. Nur logisch, dass sich der Kapitän und der frisch gekürte Wassersportler mit ihren Crews ein Boot-an-Boot-Rennen lieferten. Die Meinungen, wer am Ende die Bootsspitze vorne hatte, gingen dabei am Ende auseinander. Die Diskussionen dauerten noch an, als Yorman Polas Bartolo mit gemütlicher Geschwindigkeit (SWAG!) ins Ziel geschippert kam.