Kurzer Test der DJI Mavic Air

Mein Arbeitgeber hat sich entschieden, in eine ordentliche Fotoausrüstung zu investieren. Das passt mir insofern ganz gut, als dass ich derjenige bin, der sie zu großen Teilen nutzen wird. Folgerichtig war ich auch bei der Anschaffung beteiligt und hatte ein nicht unerhebliches Mitspracherecht. Im Zuge dessen kam auf, dass uns eine Kameradrohne nicht schlecht zu Gesicht stehen würde. Wir entschieden uns schließlich für die DJI Mavic Air. An diesem Wochenende kam sie an und ich durfte sie testen habe sie heimlich für einen kurzen Rundflug entführt. Was soll ich sagen? Macht Spaß, das Ding!

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Das Ende der Rockaue

© Sebastian Derix

Es war ein (un-)glücklicher Zufall, dass ich am späten Vormittag darauf aufmerksam wurde, dass die Veranstalter der Rockaue in Bonn schon im vergangenen September Insolvenz angemeldet hatten. Verwunderlich, dass das in all der Zeit noch niemand mitbekommen hatte – oder zumindest nicht darüber berichtet hatte. Zu sehr stand die Veranstaltung schon seit dem vergangenen Sommer auf der Kippe, als dass es nicht von Interesse sein würde, wie die Geschichte weiter geht. Wir mussten damit folglich an die Öffentlichkeit gehen. Schon alleine deshalb, weil wir als Radiosender eng mit der Veranstaltung verbunden waren. Außerdem ist das Ende der Rockaue natürlich eine Nachricht mit Gesprächswert, wenn auch eine wirklich traurige.

Noch vor einigen Wochen erinnerte mich eine App daran, dass vor ziemlich genau dreieinhalb Jahren das neue Festival in der Bonner Rheinaue aus der Taufe gehoben worden war. Schon zu jenem Anlass überkam mich eine bittere Vorahnung. Nicht nur das miserable Wetter im Vorfeld der Rheinaue 2017 hatte offensichtlich viele Zuschauer abgehalten. Schon von Kindesbeinen an hatte das Festival mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Der Bonner scheint nicht willens zu sein, 20-40 Euro für ein Festival vor seiner Haustüre zu zahlen. Peinlich.

Es war zu lange zu still um die Rockaue, als dass man nun wirklich überrascht sein könnte, dass die kurze Geschichte des Festivals wieder beendet ist. Das Weihnachtsgeschäft verstrich, ohne dass erste Bands genannt und der Vorverkauf gestartet war. Bei der Stadt war die Veranstaltung für 2018 nicht angemeldet. Das Ende war also nicht wirklich verwunderlich. Dennoch schmerzt die Gewissheit, dass es nun offenbar endgültig vorbei ist. Vom Insolvenzverwalter heißt es, er könne sich nicht vorstellen, dass der Betrieb unter den gegeben Voraussetzungen wieder aufenommen werden könne. Es bräuchte neue handelnde Personen und vor allem neues Geld.

Für 2018 wird daraus nichts. Wie es im kommenden Jahr weiter gehen könnte, ist aktuell noch völlig unklar. Bei der Stadt Bonn gibt es derzeit keine Anzeichen, dass sich jemand die Mühe macht, ein neues Rockfestival in der Rheinaue auf die Beine zu stellen. Es wäre schade, wenn sich niemand fände. Allerdings bedarf ein neuer Versuch sicher einiges Sitzfleisches. Der Bonner muss überzeugt werden, dass er ein solches Festival will – auch für einen moderaten Eintrittspreis. Und die Welt drum herum braucht ihre Zeit, um ein gutes neues Festival auch zu entdecken.

Foo Fighters, Thirty Seconds to Mars und die Gorillaz am Ring

© Sebastian Derix

© Sebastian Derix

Das wird ein Fest! Die Veranstalter von Rock am Ring haben heute die ersten Bands für die Ausgabe im Juni 2018 bekannt gegeben: Headliner sind die Foo Fighters, Thirsty Seconds to Mars und die Gorillaz. Außerdem am Start sind Giganten wie Rise Against, Casper, Marilyn Manson oder Body Count, inklusive Copkiller Ice-T.

Dazu kommt eine ganze Breitseite an harter Gitarrenmusik: Avenged Sevenfold, Stone Sour, A Perfect Circle, Parkway Drive, Good Charlotte, Bullet For My Valentine, Hollywood Undead, Enter Shikari,  Black Stone Cherry, Asking Alexandria, Meshuggah, Callejon, Caliban und Nothing But Thieves.

Auch die Fans von Indie-Rock und Urban kommen nicht zu kurz: Bilderbuch, Milky Chance, Kaleo, Trailerpark, Kettcar, RAF Camora, Jimmy Eat World, Walking On Cars, UFO361, Alma oder Yung Hurn.

Neu ist, dass Tickets für das Festival und fürs Camping einzeln gekauft werden. Das kommt vor allem denjenigen zugute, die aus dem nahen Umkreis kommen und täglich anreisen. Ein Frühbucherticket gibt es deshalb schon für 149 Euro. 15.000 Eintrittskarten werden an Early Birds rausgehauen. Der Vorverkauf startet am 1. November. Sind die Frühbucherkarten weg, steigt der Preis auf 169 Euro.

 

Capitano on board

© Sebastian Derix

Der Mann mit den karibischen Wurzeln fühlte sich sichtlich am wenigsten wohl: Yorman Polas Bartolo und die schmalen Ruderboote, das schien keine Liebe auf den ersten Blick zu werden. Die Baskets waren am Montagnachmittag im Rahmen der Aktion Baskets@School beim Ruderclub der Otto-Kühne-Schule in Bad Godesberg zu Gast. Und der Deutsch-Kubaner fremdelte doch deutlich mehr als seine Kollegen mit dem ungewohnten Sportgerät. Dennoch ließ er sich bereitwillig in die Kunst des Ruderns einweisen und nahm dann doch Platz. Nach einigen Metern huschte sogar eine Art Lächeln über sein Gesicht.

Ebenfalls mit ordentlichem Unwohlsein in der Magengegend ging der Kapitän an Bord. Josh Mayo erinnerte sich nur ungern an seine ersten Erfahrungen im Kajak-Bereich. Ihm sei dabei ordentlich schlecht geworden, gab er zu Protokoll, bevor er „Onkel Udo“ bestieg. Dennoch ging er die neue Aufgabe mit der Würde eines Mannschaftsführers an und zeigte schon kurz darauf sein breitestes Grinsen. Der Seegang auf dem Rhein gab sich aber auch Mühe, die Mägen der Basketballer nicht zu sehr auf links zu drehen. Zudem sahen sich alle Spieler in den Booten bester Betreuung durch Schüler und Lehrer ausgesetzt.

Für Alex Möller wurde die Bötchenstour zu einer Art Origami-Workshop. Bis der lange Lulatsch seine Beine in das Ruderboot gefaltet hatte, dauerte es eine ganze Weile. Es waren aber nicht seine ersten Erfahrungen im Schiffsbereich. Folgerichtig schlug er sich, einmal gut verstaut, sehr ordentlich auf dem Wasser.

Julian Jasinski und TJ diLeo durften sich ein Boot teilen. Auch hier gab es kleinere Schwierigkeiten: Erst hatte ein Hund ausgerechnet unter einen der Schuhe des Baskets-Guards gemacht. (Zum Glück war ausreichend Wasser vorhanden.) Dann fiel auf einmal der Sitz im Boot auseinander. Jasinski, der sich extra eine windschnittige Frisur zugelegt hatte, ertrug die Kapriolen seines Co-Piloten geduldig – genau so, wie die übrige Crew des „Nackter Mann“ auch.

Sorgen muss sich Sportmanager Michael Wichterich möglicherweise um die Zukunft eines weiteren Bonner Guards: Konsti Klein, als erster in eines der Boote gehüpft, verkündete im Vorbeifahren einen Sportartwechsel. Er werde von nun an auf Wassersport umsatteln. Wichterich allerdings konterte mit der Hoffnung, dass der Ruderclub der Schule den Vertrag der Baskets nicht überbieten könne. Es stehen augenscheinlich noch harte Verhandlungen bevor.

Zum Abschluss der munteren Rundfahrt gab es dann noch eine Baskets-Regatta. Nur logisch, dass sich der Kapitän und der frisch gekürte Wassersportler mit ihren Crews ein Boot-an-Boot-Rennen lieferten. Die Meinungen, wer am Ende die Bootsspitze vorne hatte, gingen dabei am Ende auseinander. Die Diskussionen dauerten noch an, als Yorman Polas Bartolo mit gemütlicher Geschwindigkeit (SWAG!) ins Ziel geschippert kam.

 

Green Juice darf nicht sterben

© Sebastian Derix

Es hat lange gedauert, wahrscheinlich sogar zu lange, bis sich meine Wege mit denen des Green Juice Festivals in Bonn-Beuel-Neu-Vilich kreuzten. Erst vor drei Jahren entschied ich mich erstmalig, die Reise im einstelligen Kilometerbereich in Richtung des kleinen Parks anzutreten. Zwar hatte ich schon vorher von den teils legendären Festen gehört, der letzte Impuls hatte aber immer gefehlt.

Dann kam ich also an, mitten im Wohngebiet, und es tat sich eine eigene kleine Welt auf. Es war eine Art Nachbarschaftsfest mit auswärtigen Gästen. Dazu Musik. Und die Eltern stehen am Grill und sorgen außerdem dafür, dass die jugendliche Meute nicht zu sehr über die Stränge schlägt. Ich war sofort beeindruckt. Von der Freundlichkeit, der Organisation, dem Familiären auf dem Festgelände und der Qualität der musikalischen Gäste, aufspielend auf einer mehr als professionellen Bühne.

© Sebastian Derix

Am vergangenen Wochenende feierte das Festival seinen inzwischen zehnten Geburtstag. Oder wollte ihn feiern. Denn zunächst machte der einzig garstige Gast, Petrus, dem bunten Treiben einen nassen Strich durch die Rechnung. Erstmals sollte das OpenAir über zwei Tage gehen. Am Freitag wäre aber eher ein Schwimmkurs, denn ein Konzert auf dem Gelände möglich gewesen. Der Start wurde zunächst verschoben, dann sogar abgesagt.

Aber die Green Juice-Macher wären nicht die Green Juice-Macher, wenn sie nicht auch für diese widrige Situation ein Lösung anzubieten gehabt hätten. Kurzerhand wurde die Aftershow-Party im Brückenforum vorgezogen und zum Indoor-Festival umfunktioniert. Alle Bands erklärten sich bereit, auch über die Saalanlage ihre Musik zum Besten zu geben, einzig Lygo hatten da schon ihren Auftritt ins BLA verlegt. Selbst die Headliner, Royal Republik, traten unter Pseudonym mit einem kurzen Akustikset an.

© Sebastian Derix

Derweil werkelte eine ansehnliche Truppe von Freiwilligen auf dem eigentlichen Festivalgelände, um es für den nächsten Tag einigermaßen gangbar zu machen. Bis weit nach Mitternacht wurde gearbeitet. Und ab dem frühen Morgen wieder. Schließlich konnte die frohe Kunde verbreitet werden: Der Samstag findet statt. Und die Kunde war tatsächlich froh. Schon zum Einlass um 11.30 Uhr standen die Fans Schlange. Gut gelaunt und bereit, den Freitag zu vergessen und den Samstag zu einem Fest zu machen. Das funktionierte vorzüglich.

Alle Bands in bester Spiellaune, das Wetter nahm sich nur eine kurze Auszeit von wenigen Minuten, ansonsten blieb es trocken. Auch der befürchtete Sturm zog am Green Juice-Gelände vorbei. Vor allem die rund 5.500 Fans, die den Weg nach Vilich fanden, gaben von Beginn an Gas. Es wurde ein (denk-)würdiges Jubiläum – vor allem auch wegen der zweiten Halbzeit. Und selbst als der Verfasser dieser Zeilen (weil er ein alter, ungeduldiger Mann ist und nicht im Stau stehen wollte) schon im Auto saß und auf dem Heimweg war, feuerten Madsen noch einen Hit nach dem anderen ins weite, matschige Rund, unterstützt durch ein Feuerwerk am Himmel.

© Sebastian Derix

Und trotz des erfolgreichen Samstags klafft in der Kasse der Green Juicer ein tiefes Loch, gerissen durch Petrus´ Querelen am Freitag. Ob es eine elfte Ausgabe des Festivals geben wird, ist aktuell noch nicht klar. „Es gibt einen Termin und wir haben Bock“, verkündete Green Juice-Geschäftsführer Julian Reininger noch am Samstagabend. Eine feste Zusage konnte er aber noch nicht geben – erst muss Kassensturz gemacht werden.

Vermutlich wird dem Orga-Team so manches einfallen, um verschiedenste Euro aufzutreiben. Nach zehn Jahren Innovation und Erfahrung, sollte es so nicht enden. Auch, wenn das Projekt, das mit dem Traum von Madsen auf der Bühne hinter dem eigenen Haus begann, seinen eigenen Kreis inzwischen geschlossen hat, so ist Green Juice doch inzwischen so viel mehr. Für Bonn, für Beuel, für Vilich. Für die Nachbarschaft. Es ist eine Art von Völkerverständigung zwischen Alt und Jung. Ein Modellprojekt. Green Juice darf nicht sterben.

Zurück zum Ring

© Sebastian Derix

Eine knappe Woche dauert es noch, dann wird es am Nürburgring wieder laut. Und das nicht vom Lärm verschiedenster Sportwagen. Rock am Ring kehrt zurück an seinen Ursprungsort. Nach zwei Jahren in Mendig hat sich Veranstalter Lieberberg dazu entschieden, zurück an die Heimstätte seines Erfolgsfestivals zu gehen. Und langsam wird es ernst: Ende der Woche wurde bekannt, dass nach dem Anschlag auf ein Konzert in Manchester die Sicherheitsmaßnahmen für Deutschlands bekanntestes Festival noch einmal erhöht wurden.

Taschen sind auf dem Festivalgelände nicht erlaubt, gleiches gilt für die beliebten Tetra-Paks mit allerlei lustigen Getränken. Nach einem Aufschrei im Netz stellten die Veranstalter klar, dass es an den Wasserspendern auf dem Gelände kostenlose Becher geben wird. Wenn ich mich an den Mangel derselben im Pressezentrum täglich ab ca. 19 Uhr erinnere, bin ich gespannt, wie das funktionieren soll.

Ebenso wie die Sicherheitskontrollen an den Zeltplätzen und den Einlässen zum Gelände. Mehr Zeit müsse dafür eingeplant werden, heißt es. Das dürfte ohnehin klar sein. Ob es am Ende zum Chaos führt, wird sicher auch von den Zuschauern abhängen. Zeigen sie sich einsichtig und nehmen die Auflagen an, dann kann das funktionieren. In Zeiten „latenter Bedrohung“ lassen sich scharfe Kontrollen wohl nicht vermeiden.

So wird die 31. Auflage von Rock am Ring also wieder mal eine besondere. Es ist die Rückkehr nach Hause. Und es ist ein Festival, bei dem für rund 90.000 Menschen für Sicherheit gesorgt werden muss. Und das alles möglichst so, dass es den Spaß an der Freude nicht zu sehr behindert. Es wird eine Herkuslesaufgabe.

Der Rock ist zurück am Ring

© Sebastian Derix

Paukenschlag am Montagmittag: Rock am Ring kehrt mit sofortiger Wirkung zurück an den Nürburgring. Das teilten die Veranstalter mit. Der Wechsel zurück an den alten Standort des Festivals sei unausweichlich, heißt es in einer Erklärung. Wirtschaftlich sei die ehemals neue Spielstätte, der Flugplatz in Mendig, nicht mehr haltbar. Trotz Rekordbesucherzahlen könne man ständig wachsende Auflagen in Sachen Umweltschutz nicht finanzieren, so Marek Lieberberg. Es wären Investitionen in Millionenhöhe notwendig, um das Festival in Mendig weiter genehmigt bekommen zu können. Das sei nicht machbar.

Gleichzeitig bedankte sich der Veranstalter bei der Verbandsgemeinde Mendig. Die Verantwortlichen hätten alles getan, um dem Festival eine neue Heimat zu geben. Auch die Anwohner, insbesondere die Landwirte, die Parkflächen zur Verfügung gestellt hätten, treffe keine Schuld. Vielmehr seien die bereit gewesen, ihr Engagement sogar noch auszuweiten.

Die Rückkehr an den Ursprungsort sei verbunden mit klaren Auflagen, die man erfüllen könne, so Lieberberg. Durch den Umzug werde das größte deutsche Festival zukunftsfähig gemacht. Nach dem großen Knall und der Trennung hätten sich die aktuellen Betreiber glaubwürdig um eine Rückkehr bemüht. Auch die jetzt ausgemachten Bedingungen seien für beide Seiten annehmbar.

So kehrt also Rock am Ring zurück an die traditionsreiche Rennstrecke in der Eifel. Verbunden damit wird sicher nicht nur von Seiten der Veranstalter der Wunsch, nach zwei (vor allem durch widriges Wetter) doch eher chaotischen Ausgaben wieder zum Kerngeschäft Festival zurückkehren zu können. Rock am Ring ist wieder zuhause.