Ein Jahr ohne Jeff Hanneman

© Sebastian Derix

Sssslaaaaayeeeeerrr! – der Ruf hallt seit Jahren durch meine Gedanken, immer wenn es um Rockmusik geht. Vor allem auf Livekonzerten der härteren Art gibt es keine Minute, die nicht den Ruf nach den Heroen der Metalszene hört. Mein erster Kontakt mit den Göttern des Speed-/Thrashmetal liegt zahlreiche Jahre zurück. Mit ungefähr 16 Jahren hatte ich die Härte von Bon Jovi und Cinderella satt und war bereit, mich der Qualität der Geschwindigkeit zu widmen. Slayer und Kreator waren die Bands, die ich von Anfang an vergötterte. Slayer waren dabei eindeutig die Könige.

Leider konnte ich die Band bislang nur ein einziges Mal live sehen. Es war in der Turbinehalle in Oberhausen, irgendwann Mitte der 90er. Das Konzert war der Hammer. Mit Machine Head als Vorgruppe ließen es die Totschläger mehr als richtig krachen. Dieses Konzert war eines der härtesten, die ich je gesehen habe. Es war bombastisch. Im Sommer kommen Slayer zu Rock am Ring. Es wird nicht dasselbe sein.

Denn schon als Dave Lombardo, der vermutlich schnellste Drummer der Welt, die Band verließ, waren Slayer nicht mehr die Band, die ich hören wollte. Seit genau einem Jahr fehlt jetzt ein weiterer Baustein: Am 2. Mai 2013 starb Gitarrist Jeff Hannemann im Akter von 49 Jahren. Die offizielle Todesursache war eine Leberzirrhose, eine echte „Rockstarkrankheit“ also. Und auch wenn Hannemann nach einem Spinnenbiss schon seit zwei Jahren nicht mehr mit der Band touren konnte und durch Gary Holt (zeitweise) ersetzt worden war, so hätte er zurückkehren und wieder Teil der Band werden können.

Seit einem Jahr fehlt jetzt auch er, der zahlreiche Slayer-Songs geschrieben hat. Der „Riffmeister“, dessen Gitarrenriffs jedes Mitglied der Metal-Szene aus tausenden heraus erkennen kann, ist nicht mehr und er fehlt. Hannemann hat den Metal der 90er-Jahre geprägt. Ohne Slayer wäre die Szene um einen ihrer wichtigsten Bausteine ärmer gewesen. Slayer gehören schon lange nicht mehr zu den Bands, die ich mir regelmäßig anhöre. Die Erinnerung an die Jugend ist aber noch da. Und zu der gehörte Jeff Hannemann dazu.

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Mein Bonn – Teil 4

Irgendwann muss es dann aber auch gut sein mit blogparaden. Kommen wir also zum Abschluss der Serie über meine Stadt. Ich stelle vorsichtshalber aber schon jetzt fest und klar, dass die Serie nicht vollständig ist und beliebig erweitert werden könnte.

Heute auf dem Programm stehen die besonders schönen Seiten der Stadt. Da ist der Rhein. Wenn er nicht gerade durch die Beueler Uferrandgebiete fließt, gibt es vermutlich niemanden in Bonn, der diesen Fluss nicht mag. Naherholungsgebiet mit direktem Zugang, im Prinzip in der ganzen Stadt. Mit Biergärten, Strandbars und Aussichtspunkten auf allen Bonner Kilometern, Es ist einfach ein Traum, in der sommerlichen Dämmerung zu sitzen und auf den Fluss zu schauen. Schiffe, groß und laut oder klein und mit Ruderern drin, allerhand Wassergetier, auch fliegender Art.

Es gibt aber auch die andere Seite. Berge. Nicht ganz meine Welt und trotzdem schön. Der Blick vom Venus- oder Hardtberg über die Stadt ist traumhaft. Wege zum Wandern, Spazieren oder Flanieren gibt es zu Genüge. Das klappt auch in der Stadt selbst prima. Durch die Altstadt, in der Südstadt, oder einfach einmal quer durch die Fußgängerzone in der Innenstadt, Poppelsdorf, Endenich, alles hat seinen eigenen Charme und zusammen passt es einfach. Gründerzeitvillen, kurfürstliche Schlösser, das Bonner Münster. Und über allem wacht der große Komponist.

Und selbst wenn viele es Bonn absprechen: es gibt eine lebhafte Kulturszene in der Stadt. Die bietet im Prinzip für jeden etwas. Das geht von Oper und Schauspiel über Kleinkunstbühnen bis hin zu halb-legalen Parties und Streetart. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Bonn kann auch hier alles.

Vielleicht mag der Blick etwas verklärt sein. Das ist natürlich keine böse Absicht, sondern ein Ausdruck meiner Zuneigung zu dieser Stadt. Ich darf leben, wo andere Urlaub machen und noch viel mehr Urlaub machen könnten, wenn sie wüssten, wie schön es hier ist. Danke Bonn, ich bin gern bei dir.

Mein Bonn – Teil 2

Ich hatte angedeutet, in einem Teil der Blogparade auch über die schlechten Seiten Bonns zu schreiben. Um diese unangenehme Aufgabe schnell abzuhandeln, machen wir damit in Teil 2 der Serie weiter. So. Fertig.

Ganz so einfach ist es natürlich dann doch nicht. Was mich zum Beispiel stört, ist die Tatsache, dass Bonn am Rhein liegt. Natürlich nicht die Tatsache an sich, die ist hervorragend. Vielmehr sind es die Probleme, die durch die Lage in den kommenden Jahren auf uns hier zukommen werden. Es geht um die Brücken. Die braucht man, um den Rhein zu überqueren, wenn man nicht mit der Fähre fahren will. Und die sind schrott. Beide großen Autobahnbrücken haben einige Jahrzehnte auf dem Buckel und fangen langsam an zu bröckeln. Das ist unangenehm, wenn man mal wieder mit dem 18-Tonner auf die andere Rheinseite muss.

Verkehrsplaner haben ein System ausgetüftelt, nach dem die Verkehrsbehinderungen bei der Sanierung möglichst gering sein sollen. Dass das allerdings funktioniert, glaube ich aktuell noch nicht. Schon ein kleiner Unfall auf der Autobahn kann den kompletten Innenstadtverkehr lahmlegen. Und das kann natürlich nerven. Vor allem, wenn man gerade mit Auto oder auch Bus unterwegs ist. Viele Menschen beschweren sich auch, dass Auto fahren (z.B. wegen der vielen Einbahnstraßen) in Bonn generell sehr unangenehm wäre. Das sehe ich anders. Da finde ich Städte wie Köln oder Düsseldorf deutlich schlimmer.

Anstrengend sind allerdings die Bonner Mieten. Zwar liebe ich die Lage meiner Wohnung, deren Größe Kleine dagegen eher nicht. Und eine Behausung zu finden, die in einer ähnlichen (Preis-)lage liegt, allerdings vielleicht 10-15 m² mehr bietet, ist seit vielen Monaten unmöglich. Der Bonner Wohnungsmarkt gleicht einer Auktionshalle für Gold und Edelsteine, zumindest preislich. Das wird sich sicher auch nicht ändern, wenn im Wintersemester Milliarden neuer Studenten der doppelten Abiturjahrgänge an die hiesige Uni strömen.

Interessant ist der Bönnsche Klüngel, der immer wieder für Erheiterung, aber auch schon mal für handfesten Ärger sorgt. Da sollen sich städtische Mitarbeiter an einem Kongresszentrum bereichert haben, bevor noch einer seiner Bausteine am geplanten lag. Andere diskutieren seit hundert Jahren über ein Festspielhaus, das in Kürze stehen soll. Noch hat keiner das Geld dafür. Das alles kann nerven, ist aber nichts Bonn-spezifisches. Fälle wie diese kommen in jeder größeren Stadt vor.

Lassen wir es damit bewenden. Natürlich ist auch Bonn nicht perfekt. Dennoch sollen im kommenden Teil wieder ein paar schönere Seiten zur Sprache kommen. Denn, das sagte ich ja schon, Bonn ist toll.

Mein Bonn – Teil 1

„Das ist mein Bonn“ ist der Titel der Blogparade, die Karin initiiert hat. Ich finde das Thema großartig, denn ich liebe Bonn. Und doch ist es so kompliziert, einen einzigen Blogeintrag über die Stadt zu schreiben, denn ich könnte eine ganze Serie daraus machen, was in Bonn alles so toll ist. Oder scheiße. Das gibt´s nämlich auch, selbst wenn ich das gerne verdränge. Und weil das so ist, gibt´s jetzt also eine kurze Bonn-Serie. Beschwert euch bei Karin, wenn´s euch langweilt. 😉

Bonn? Bonn.

Fangen wir mit meiner Bonn-Geschichte an: ursprünglich stamme ich aus dem westlichsten Kreis der Republik, dem Kreis Heinsberg. Allerdings lebten Tante, Onkel und Cousine meines Vaters schon seit ich denken kann in Bonn und deshalb habe ich die Stadt schon in frühster Kindheit kennengelernt, Das Haus der beiden Damen und des früh verstorbenen Herren lag damals in der Bonner Südstadt. Heute ist in ihm eine relativ angesagte Gaststätte untergebracht, seinerzeit war es der Tante-Emma-Laden von Großatante und -onkel. Ein Jammer, dass sie es irgendwann verkaufen mussten. Heutzutage könnten wir vermutlich eine sechsköpfige Familie allein von der Miete ernähren.

Als dann meine Studienzeit anstand, zog es mich unweigerlich nach  Bonn. Nach Köln wollte seinerzeit jeder, das war also nichts für mich. Bonn war aber nur wenige Minuten weiter von der elterlichen Waschmaschine und meinem Aushilfsjob im Altenheim der Heimatgemeinde entfernt. Das perfekte Ziel also. Und wie es der Zufall wollte, landete ich im ersten Semester in einem Zimmer, das nur wenige Meter vom ehemaligen Haus der Verwandten entfernt lag. Südstadt, großartig. Ich zog nach einigen Semestern um in ein Studentenwohnheim in der Kirschallee. Das sah von außen hervorragend aus, von innen lag mein Zimmer direkt zwischen Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsbad. Der Lärmpegel war ca. 24h am Tag gleich anstrengend, die Umgebung dennoch großartig. Zumindest wenn man davon absieht, dass nur wenige Monate zuvor der mutmaßliche Terrorist Mohammed Atta im benachbarten Gebäude, das ebenfalls zum Wohnheimskomplex gehört, ein und aus gegangen sein soll.

Als ein Bekannter aus dem Heimatdorf, der ebenfalls in Bonn studiert hatte, dann nach Mainz zog, um seine Stelle beim Aktuellen Sportstudio anzutreten, konnte ich seine kleine Wohnung in der Innenstadt übernehmen. Und da hause ich immer noch. Wenige Quadratmeter, dafür unschlagbare Lage. In nur wenigen Minuten in der Uni, in noch weniger Minuten am Bahnhof und zum Museum mit den den dauernd wechselnden Ausstellungen dauert es gar nur Sekunden.

Auf Asche – ein Buch für Fußballromantiker

In den letzten Monaten habe ich es nur sehr selten geschafft, tatsächlich zum Spaß ein Buch zu lesen. Zu viel gab es in Sachen Hochschule zu inhalieren, zu oft fehlte danach jegliche Lust auf weiteren literarischen Input. Da die Vorlesungszeit jetzt beendet ist und ich mir ungefähr eine Woche freie Zeit von der Uni gönne (in der ich endlich mal wieder regelmäßig arbeiten kann, aber das ist ein anderes Themengebiet), hatte ich endlich auch mal wieder die Muße ein Buch zu lesen. Ich entschied mich für ein Fußballbuch: „Auf Asche“, Bolzplatzerinnerungen, zusammengetragen von Ben Redelings und Sascha Theisen.

Die beiden jungen Männer haben Freunde, Kollegen und andere Heroen des nonprofessionellen Ballsports zusammengeführt und sie gebeten, ihre Erinnerungen an die größten Zeiten ihrer eigenen Hartplatzkarriere zu erzählen. Herausgekommen ist ein Kleinod für Fußballromantiker. Szenegrößen wie Frank Goosen oder Ronald Reng erzählen, wie sie selbst zum sonntäglichen Morgensport kamen, wie sie inzwischen den Nachwuchs an den Sport heranführen. Michael Pahl erklärt, wie er mit einigen Kumpels als Nationalmannschaft von Tonga den Weg zur Weltmeisterschaft schaffen will und Herausgeber Sascha Theisen selbst beschreibt, warum sich Amateurfußballkarrieren und Beziehungen zum schönen Geschlecht nur schlecht vertragen.

Diese Sammlung von Texten ist ein Traum. Man(n) wird erinnert an die eigene Jugend und beginnt zu überlegen, wie denn der eigene Weg zum Fußball sich vollzog. Und auch wenn ich selbst nie in einem Verein gespielt habe (die Gründe werden vielleicht später einmal offenbart), kann ich jeden einzelnen Text nachvollziehen. Die Romantik der Kreisklasse, das Leiden nach einer durchzechten Nacht auf einem Ascheplatz, eiternde Schürfwunden und der Spaß am Fußball – die Autoren bringen fast jede nur denkbare Nuance des Spiels herüber. Wer dem Sport verfallen ist, wer selbst gespielt hat oder noch spielt, oder wer auch nur gerne gespielt hätte, für den ist dieses Buch genau das richtige. Lesen!

bonnFM geht an den Start

Sechs Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal die Idee bekam, mein Glück beim Radio zu versuchen. Dass ich „was mit Medien“ machen wollte war soweit klar, eigentlich dachte ich allerdings, dass es mich zu einer Zeitung treiben würde. Die ersten zaghaften Versuche waren auch mehr schlecht als recht geglückt, auch die ein oder andere Veröffentlichung bei aufstrebenden Online-Medien hatte ich inzwischen zu verbuchen. Dann sollte aber der nächste größere Schritt kommen, beim Bonner Uniradio.

Wie es der Zufall wollte kannte ich den Vereinsvorsitzenden einer der damals diversen Radiogruppen aus der Hochschule, auch wenn ich ihn seinerzeit nicht besonders sympathisch fand. Den Einstieg bzw. die Bewerbung beim Sender machte es doch etwas leichter. Was in den kommenden Wochen folgte, war so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Weder zum großen Vorsitzenden, noch zu vielen anderen Mitgliedern der Radiogruppe. Aber das Medium Radio nahm mich vom ersten Augenblick an gefangen. Lag das zunächst noch an der anarchischen Ausgestaltung des speziellen Senders, so wuchs die Zuneigung auch mit der Erfahrung verschiedener Praktika. Schnell konnte ich die ersten Euro mit dem Medium Radio verdienen – ein nicht zu verachtender Nebeneffekt.

Das Uniradio blieb mir und ich dem Uniradio erhalten. Zumindest so lange, bis ich die Hochschule wechselte und somit aufgrund der Bestimmung der Landesanstalt für Medien NRW den Sender verlassen musste. Ein (glücklicher) Zufall bzw. der erneute Studienortwechsel brachte es dann mit sich, dass ich wieder aktiv in die Bonner Campusradioarbeit einsteigen konnte. Wie auch vor meinem Ausscheiden arbeitete ich schnell wieder im Vorstand des Trägervereins mit. Es stand eine der größten Aufgaben der inzwischen knapp achtjährigen Radioarbeit an der Uni Bonn vor uns: aus den beiden noch existente Radiogruppen, dem unabhängigen radio96acht Bonn und der Gruppe bonncampus96,8, die sowohl am Medienwissenschaftlichen Institut in Bonn, als auch an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin beheimatet war, sollte nach Jahren der Trennung endlich ein Sender werden.

Monatelange Verhandlungen standen an, hatten bei meinem Wiedereinstieg sogar schon lange begonnen. Standort des neuen Senders, Name, Aufgaben der Mitarbeiter, Gebührenordnung, Satzung usw., all das musste verhandelt und geklärt werden. Zwischenzeitlich zweifelte wohl nicht nur ich daran, dass diese Mammutaufgabe bewältigt werden könnte. Zu viele Probleme tauchten an allen möglichen und unmöglichen Ecken immer wieder auf. Endlich gab es dann aber doch die Einigung der verhandelnden Personen, die anberaumte Mitgliederversammlung stimmte den Fusionsplänen weitgehend zu. Auch die Landesanstalt gab ihr OK, die Lizenz für den neuen Sender wurde erteilt.

Am kommenden Freitag kann nun bonnFM an den Start gehen. Die Führungsriege wird eine neue sein. Die Veteranen der Bonner Campusradioszene ziehen sich langsam zurück oder haben es längst getan. Viele von ihnen haben sich inzwischen in den verschiedenen Medien durchgesetzt. 1LIVE und der WDR, Radio Bonn/Rhein-Sieg, bis hin in das SWR3-Land oder den hohen Norden reichen die Spuren der Bonner Hochschul-Radiogruppen. Die gute Basisarbeit scheint sich also auszuzahlen. bonnFM wird an dieser guten Bilanz weiter arbeiten. Der neue Sender wird auch zukünftig jungen Medientalenten die Chance zur Entwicklung geben.

Ich bin froh, an diesem Projekt mitgearbeitet zu haben. Das Radioprojekt der Bonner Uni hat viele Jahre lang mein Leben bestimmt. Auch wenn die letzten Monate extrem hart und stressig waren, wird das Positive aus den vergangenen sechs Jahren im Gedächtnis bleiben. Tolle Menschen, fachliche Kompetenz und der ein oder anderen spektakulären Sendeausfall, der dann doch gelöst werden konnte. Ich habe dem Bonner Uniradio viel zu verdanken, deshalb werde ich auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen – vielleicht auch immer mal wieder am Mikrofon. Das neue Bonner Campusradio ist flügge geworden – unterstützen wir es beim fliegen.

Das war die schönste Zeit

Das Alter bringt es mit sich, dass man sich immer mal wieder, oft sehnsüchtig, an die Zeit der Jugend zurück erinnert. Oftmals helfen dabei Musikstücke, manchmal nerven sie. Warum aber treffen eigentlich gerade mich fast alle diese Songs so dermaßen? Juli, Bosse, selbst Tim Bendzko. die Sporties oder die Hosen. Bei all diesen Liedern bin ich bisweilen ein ziemlicher Jammerlappen. Ich kann mich mit fast allen Texten identifizieren. Traurig, peinlich vielleicht sogar – und trotzdem ehrlich.

Sie fehlt mir, die Jugend. Die Zeit vor und rund um die Zwanziger. Das Leben war schön, vermutlich nicht halb so schön, wie man es aus heutiger, verklärter Sicht sieht, aber dennoch gab es kaum Sorgen. Die Schule ging zu Ende, das Abi fiel zwar schlechter aus als gehofft, zittern musste man trotzdem nicht. Dann der Schritt ins Studium – was? völlig egal, Hauptsache studieren. Weg von Zuhause, aber bloß nicht zu weit, immerhin war da ja noch der sichere Aushilfsjob im Altenheim – und Mutters Waschmaschine. Und ein paar Freunde gab es auch noch. Ach, und ein Mädchen.

Die Besuche bei Mutters Waschmaschine werden immer seltener. Die Besuche bei den Freunden auch. Und das Mädchen ist längst Mutter eines Sohnes, nicht meines. Viele Freunde von damals sind längst erwachsen. Ich wehre mich mit Händen, Füßen und allem anderen dagegen. Vermutlich auch ein Grund, warum ich die Zeit vermisse. Hach, es war schon gut damals. Unspektakulär, aber gut. Das war die schönste Zeit.