Karnevalshochburg Telekom Dome

© Sebastian Derix

Karneval. Das können sie einfach in Bonn. Die einen verkleiden sich als ich. Mit allem drum und dran. Die anderen feuern mal eben eine halbe Sekunde vor Spielende einen Dreier vom Parkplatz aus mit Brett ins Netz – und sorgen so für einen gewonnenen direkten Vergleich. Und wieder andere feiern Bonns größte Karnevalsparty in der närrischen Hoch- und (inoffiziellen) Hofburg von Prinz Mirko und Bonna Patty.

Foto: Christiane Haronska-Adelt

Foto: Christiane Haronska-Adelt

Das Spiel an sich gerät bei all dem Trubel oft in den Hintergrund. medi Bayreuth sorgte aber am Samstagabend dafür, dass es soweit nicht kommen konnte. Zum einen sind die Gäste ohnehin sowas wie das Überraschungsteam der Liga. Zum anderen ließen sie sich durch Trommeln, Fanfaren und 6.000 verkleidete Bonner nicht irritieren. Steve Wachalski hatte sie offenbar gebührend vorbereitet.

So avancierte die Partie von der Party zum dramatischen Duell zweier offensivstarken Mannschaften. „Wenn zwei Teams gegeneinander antreten, die beide nicht verteidigen, gewinnt in der Regel die Heimmannschaft“, versuchte Bayreuths Coach Raoul Korner zu erklären, warum Zählbares am Ende doch auf dem Hardtberg blieb. Dass Bonns Trainer Predrag Krunic in der Pressekonferenz schon wieder nüchtern analysieren konnte, war wenige Minuten vorher noch nicht zu vermuten gewesen. Da war er derart explodiert, wie es selbst für seine HB-Männchen-Verhältnisse ungewöhnlich war.

Dennoch warf er schon wieder einen Blick nach vorne: „Das war ein tolles Spiel für die Fans in dieser großartigen Atmosphäre. In der ersten Halbzeit hat unserer Fokus in der Defense gefehlt – wir haben komplett ohne Emotionen gespielt. Das haben wir in der zweiten Halbzeit geändert. Ich freue mich sehr über den Sieg, jetzt heißt es aber: nach vorne blicken!“

Nach dem Bonner Prinzenpaar bekommen es die Baskets am nächsten Wochenende mit einem wahren König zu tun. Die Bonner müssen in Tübingen antreten – beim frisch gekrönten besten Assistgeber und Rekordhalter der Liga, Jared Jordan. Was ein Glück, dass sich Bonns neuer König, King Julian (Gamble), vermutlich nach seinen 29 Punkten nicht vor dem kleinen Magier der Hausherren verstecken wird.

Die Reise geht weiter

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets haben die nächste Runde im FIBA Europe Cup erreicht. Nach dem deutlichen Sieg im Hinspiel, gewannen die Bonner auch das Rückspiel bei Kataja Basket in Finnland – mit 88:84. Den größten Anteil am Sieg hatte Julian Gamble. Der Center legte 27 Punkte auf, zudem schnappte er sich sechs Rebounds. Eine starke Leistung zeigte auch Neuzugang Jamarr Sanders. Der Amerikaner brachte es auf 18 Punkte, fünf Assists und fünf Rebounds. Das alles bei einer Quote aus dem Feld von rund 78 Prozent.

Auch Bonns neuer Verteidigungsminister, Yorman Polas Bartolo, bekam einmal mehr die Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Im finnischen Winter war er vor allem als Kettenhund für Teemu Rannikko vorgesehen und machte seine Aufgabe sehr gut. Mit acht Rebounds sammelte er gleichzeitig so viele Abpraller, wie kein anderer Spieler an diesem Abend. All das sorgte dafür, dass die Baskets sich am Ende über die Ziellinie retten konnten. Zwischenzeitlich war der schöne 19-Punkte-Vorsprung aus dem Hinspiel schon fast aufgebraucht gewesen. Weil sich die Bonner aber in den vergangenen Wochen eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein erarbeitet haben und deshalb nicht in Panik verfallen, übernahmen sie im Schlussviertel die Regie, das Ruder und auch die Führung.

Damit geht es für die Baskets zum fünften Mal in ein internationales Viertelfinale. Und da treffen die Bonner auf flüchtige alte Bekannte. Kein Spaß: Beim nächsten Bonner Gegner, Ironi Nahariya, spielt der Kurzzeit-Bonner Yancy Gates. Einst als Heilsbringer geholt und dann plötzlich nicht mehr gesehen. Außerdem läuft der ehemalige BBL-Profi Tyrone Nash für die Israelis auf.

Bevor es aber in zwei Wochen europäisch weiter geht, steht am Samstag erstmal wieder Liga-Alltag gegen Bayreuth auf dem Spielplan. Wobei, Alltag dürfte für das alljährliche Karnevalsspiel nicht gelten. Einmal mehr wird es spannend, zu sehen, wie vor allem die neuen Spieler mit rund 6.000 kostümierten Jecken zurecht kommen werden. Hochball zu Bonns größter Karnevalsparty ist um 20.30 Uhr.

Würzburg ohne Chance

© Sebastian Derix

Für Kresimir Loncar von s.Oliver Würzburg war der Tag eigentlich schon vor dem Spiel bei den Telekom Baskets gelaufen. Beim Aufwärmen knotete der Deutsch-Kroate sein Gummiband vor dem Dehnen an eines der Gegengewichte der Korbanlage. Dass dieses den rund 115 Kilo des Centers bei Volllast nicht standhalten würde, hätte man sich bei genauerer Betrachtung denken können. Loncar legte sich jedenfalls mit voller Wucht ins Seil und konnte in der Folge froh sein, dass die fliegende Stahlplatte ihn nicht unter sich begrub. Allerdings war das nur das erste von einer Reihe von Missgeschicken, die den Würzburgern am Sonntagabend widerfuhren.

Auch auf dem Parkett lief ab dem Hochball nicht viel zusammen. Angeführt von einem offensichtlich mit ausreichend Zielwasser gewaschenem Yorman Polas Bartolo (21 Punkte, 100% Feldwurfquote) überrannten die Baskets die Gäste förmlich. 31 Punkte im ersten Viertel, 23 im zweiten. Das Spiel war nach zwanzig Minuten eigentlich gegessen. Selbst ein kurzes Aufbäumen der Würzburger brachte die Bonner nicht aus der Ruhe. „Bestraft“ wurde es am Ende von Ojars Silins, der im letzten Angriff die Anzeige auf dreistellig (101: 84) stellte, obwohl das Spiel längst entschieden war. Des feinen Engländers Art war das nicht, vom Publikum gefordert allerdings schon.

Mit dem Sieg sicherten die Baskets einmal mehr die Festung Telekom Dome. Wettbewerbsübergreifend stehen damit 15 Siege in 17 Heimspielen in den Büchern. Bonn festigte seinen siebten Platz und hat sich im Rennen um die Playoffplätze eine vielversprechende Ausgangsposition erarbeitet. „Nach einer Woche ohne internationales Spiel hatten wir die richtige Energie, um der Partie gleich zu Beginn unseren Stempel aufzudrücken. Mit dem eigenen Publikum im Rücken ist es deutlich leichter, auch schwächere Phasen wie in der zweiten Hälfte zu überstehen“, gab Center Julian Gamble nach der Partie zu Protokoll.

Und er blickte gleich voraus: „Die Bereitschaft vom Hochball weg muss auch am Mittwoch stimmen, wenn wir im FIBA Europe Cup die nächste Runde erreichen wollen.“ Nach dem 91:72-Heimsieg müssen die Bonner diesmal nach Finnland reisen. Bei Kataja Baskets gilt es, den erarbeiteten Vorsprung nicht zu verspielen.

Silins trägt die Baskets ins Ziel

© Sebastian Derix

Schaut man in einem der gängingen Wörterbücher nach dem Begriff „Leckerbissen“, wird man das Spiel der Telekom Baskets bei RASTA Vechta wohl nicht finden. Vor allem in der ersten Halbzeit hatten die Gäste arge Probleme. Aus der Distanz fand kaum ein Ball den Weg in den Korb. Zudem übergaben sie der bissigen Verteidigung der Hausherren ein ums andere Mal den Ball.

Erst in der Schlussphase fanden die Bonner dann aber doch den Weg in die Erfolgsspur. Allen voran war da der Lette in Reihen der Baskets: Ojars Silins. Hatte er sich in den vergangenen Wochen eher zurückgehalten, so trug er seine Mannschaft am Sonntagnachmittag nahezu alleine über die Ziellinie. Vier Dreier im Schlussabschnitt brachen Vechta am Ende das Genick.

„Ich wusste schon vorher, dass dies ein schwieriges Siel wird, da Vechta über viel Qualität verfügt“, kommentierte Baskets-Coach Predrag Krunic. „Doug hat im Vorfeld einen guten Job gemacht, sein Team war sehr gut auf uns eingestellt. Sie haben physisch agiert und gezeigt, wie gut sie seien können.“

Das zeigten allerdings spätestens im Schlussviertel auch seine eigenen Spieler. Deshalb war der Coach letztendlich auch zufrieden mit der Leistung: „Der Glückwunsch geht an meine Spieler, die ein schweres Auswärtsspiel gewonnen haben. Nach der ersten Halbzeit haben wir es besser verstanden, was heute zu tun ist, um den Sieg nach Hause zu bringen. Herzlichen Dank auch an unsere Fans! Ohne deren Unterstützung wäre es heute noch weitaus schwieriger gewesen, das Parkett als Sieger zu verlassen.“

 

Polas Bartolo wird immer mehr zum Faktor

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets haben das Achtelfinal-Hinspiel im FIBA Europe Cup gewonnen. Mit einer starken Leistung wiesen sie die Gäste von Kataja Basket in ihre finnischen Schranken. Nicht ganz unbeteiligt am am Ende deutlichen 91:72-Sieg war ein Mann, der für die Baskets immer mehr zu einem wichtigen Faktor wird: Yorman Polas Bartolo.

Der Deutsch-Kubaner ackerte einmal mehr wie ein Besessener. Keinen Ball gab er verloren, um keinen Block drückte er sich nicht herum. Und auch offensiv drehte der 31-Jährige richtig auf. Elf Punkte und sechs Rebounds, drei davon am offensiven Brett sammelte er. Sechsmal klaute er zudem den gegnerischen Ball und dreimal gab er direkte Korbvorlagen.

Folgerichtig steigt auch die Einsatzzeit des neuen Bonner Kettenhundes. Mit nur knapp unter 30 Minuten stand er am dritt-längsten auf dem Parkett des Telekom Domes. Dass es nicht noch mehr wurde, lag daran, dass er nach seinem fünften Foul vorzeitig auf die Bank musste. Das ändert aber vermutlich nichts daran, dass so manch gegnerischer Spieler in den nächsten Tagen Alpträume wegen seiner langen Arme haben dürfte.

In zwei Wochen reisen die Baskets in die finnische Einöde. Dort gilt es, den 19-Punkte-Vorsprung zu verteidigen. Eine Aufgabe, bei deren Erfüllung Polas Bartolo einen nicht zu unterschätzenden Anteil liefern wird werden muss. Hält er bis dahin seine Form, stehen die Chancen auf eine Bonner Viertelfinalteilnahme nicht schlecht.

Horton, Gamble, Mayo und Mutti

© Sebastian Derix

Wenn Mutti zu Besuch ist, ist immer was los. So auch dieses Mal. Die dreiunddrölfzigste Auflage der Mutter aller Spiele – dem ewigen Duell zwischen den Telekom Baskets und ALBA Berlin – geriet einmal mehr zu einem wahren Spektakel. Das ging schon mit dem ersten Angriff los, als Yorman Polas-Bartolo mit einem Putback-Dunk zeigte, wo es an diesem Nachmittag lang gehen sollte. Wäre auf dem Hardtberg in diesen Minuten ein Feuer ausgebrochen, es hätte verheerende Folgen gehabt. Die Feuerwehr war im Telekom Dome zu Gast und überrannte die Gäste aus der Hauptstadt förmlich.

Oberbrandmeister war an diesem Sonntag Ken Horton. 31 Punkte legte der Amerikaner auf. Mutti wäre vor Stolz geplatzt, hätte sie nicht noch ausreichend andere Kinder zu loben. Josh Mayo und Julian Gamble lieferten jeweils ein Double-Double ab. Ojars Silins war genau dann da, als er gebraucht wurde. Und Yorman Polas-Bartolo biss einmal mehr in der Verteidigung jedem in die Waden, der Mutti zu Nahe kommen wollte.

ALBA fand einfach kein Mittel. Zu sehr hatte man sich darauf konzentriert, Topscorer Ryan Thompson aus dem Spiel zu nehmen, bestätigte auch Bonn-Rückkehrer Tony Gaffney nach dem Spiel. Für ihn war es ein eher durchwachsenes Spiel. Genau wie für Bonns Neuzugang Jamarr Sanders. Ihm merkte man an, dass er seit Monaten keine Wettkampfpraxis mehr sammeln durfte. Er mühte sich redlich. Zumindest war er kein Fremdkörper. Die Hoffnung, dass er sich zeitnah in die Familie eingliedern kann, ist da.

Am Ende stand ein überragender 95:72-Sieg für Mutti und die Jungs vom Hardtberg. Das Ergebnis reicht für die direkten Vergleiche in den kommenden drei Spielzeiten. Auf dem Weg in die Playoffs war das ein Meilenstein. Mit Muttis Hilfe könnte es sogar wieder zu einer Platzierung reichen, die nicht gleich Bamberg, Bayern und Ulm auf den Spielplan setzen würde. Bis das aber Realität wird, gibt es noch einiges zu tun. Mit einer Leistung wie im ALBA-Spiel stehen die Chancen aber nicht ganz schlecht.

Dauerkarten zählen auch für Achtelfinale

© Sebastian Derix

Zum sechsten Mal seit der Vereinsgründung haben die Telekom Baskets ein Achtelfinale eines europäischen Wettbewerbs erreicht. In der nächsten Woche startet das Duell gegen Kataja Basket aus der finnischen Stadt Joensuu. Schon heute beginnt der Vorverkauf für das Spiel am 8. Februar.

Die Auslastung des Telekom Domes ist allerdings während der diesjährigen Europapokalsaison alles andere als optimal. Um das zu ändern und auch, um denjenigen Fans, die eine Dauerkarte für die easyCreditBBL-Saison gekauft haben, ihren Dank auszudrücken, haben die Baskets sich eine Aktion ausgedacht. Zum Hinspiel des Achtelfinales im FIBA Europe-Cups haben ebenjene Dauerkarteninhaber freien Zugang zum Spiel.

Die Bundesliga-Dauerkarte gilt automatisch für den jeweils reservierten Platz. Zuschauer können – wie bei einem Bundesligaspiel – mit ihrer Dauerkarte zu den Scannern am Eingang des Telekom Dome, sie werden dann eingelassen. Die Karte ist schon jetzt für das Spiel freigeschaltet. Mehrkosten gibt es nicht, auch weitere Maßnahmen sind nicht notwendig.

Vorher steht noch das Ligaspiel gegen ALBA Berlin an. Am kommenden Sonntag kommen die Hauptstädter in den Telekom Dome. Hochball ist um 15.30 Uhr.