O´Shea ist neuer Chefcoach

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Die Telekom Baskets haben sich entschieden. Chris O´Shea bleibt Cheftrainer der Bonner Basketballer. Oder wie es der Verein ausdrückt: „Es gibt keinen Grund, weiter aktiv nach einem Trainer zu suchen.“ Der ehemalige Co-Trainer hat sich festgespielt in der ersten Reihe. Und das in nur zwei Partien.

Beim Pokalspiel in Bamberg war schon die erste positive Reaktion des Teams zu erkennen. Die Mannschaft zeigte Einsatz, schien verstanden zu haben, dass es keine Ausreden mehr gibt. TJ Di Leo gab in der Halbzeit zu Protokoll, man habe Coach Krunic geliebt, aber der „Typ, der jetzt an der Linie steht, ist ein verdammt guter Trainer.“

Am Ende reichte es dann knapp nicht zu Einzug ins Finale. Auch eine Art Bonner Geschichte. Dennoch konnte man sehen, dass der Wechsel an der Linie gefruchtet hatte. Für die Spieler war es sicher eine Umstellung: vom hyperaktiven Krunic zum analytisch, ruhigen O´Shea. Man kam sich vor wie in einer anderen Welt.

Aber ganz offensichtlich kommt diese Art an. Schon am Dienstag gab es in der Champions League die nächste Bewährungschance für den neuen Cheftrainer und seine Mannschaft. Und dieses Mal gelang sogar der Sieg – überraschend beim Favoriten in Venedig.

Chris O´Shea scheint an den richtigen Schrauben gedreht zu haben. Deshalb ist es auch mehr als nachvollziehbar, dass der Verein sich jetzt entschieden hat, ihn vorerst mit der Verantwortung des Cheftrainers auszustatten. Einen neuen Vertrag gibt es offenbar noch nicht. Dass dem Neu-Trainer im Augenblick andere Dinge wichtiger sind, ist verständlich.

Am Samstag steht für ihn das erste Heimspiel in der neuen Rolle an. Für seine Mannschaft ist es indes ein weiteres extrem wichtiges Spiel auf dem Weg zurück in die Playoffränge. Hochball gegen den direkten Konkurrenten aus Gießen ist um 20.30 Uhr.

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Die Reißleine

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Von wegen „zurück in der Spur“. Die Telekom Baskets stecken weiter tief in der Krise. Gegen den Meister aus der Schweiz, Fribourg Olympic Basket setzte es in der Champions League eine Niederlage. Die erhoffte und erwartete Reaktion des Teams blieb aus. Coach Predrag Krunic schien ratlos, seine Spieler total verunsichert. Das hatte Konsequenzen.

Etwas mehr als einen Tag lang ließen diese auf sich warten. Eigentlich war klar, dass der Trainer keine Zukunft mehr haben würde. Am Donnerstagnachmittag kam dann die Mitteilung, dass Krunic fortan beurlaubt sei. Fürder hin hatten Verein und Ra´Shad James sich auf die Auflösung des Arbeitsvertrages des Amerikaners geeinigt.

Ein Paukenschlag, der im Internet schon von den Dächern gepfiffen wurde. Einer, der zudem nachvollziehbar scheint. Der Trainer ist ohnehin immer das schwächste Glied in der Kette der Krise. Da hilft es auch nicht, dass das Team den Übungsleiter eigentlich behalten wollte.

Auch bei James war die Trennung keine übergroße Überraschung. Zu sehr hatte der individuell beste Basketballer in der Mannschaft zuletzt seine Qualitäten versteckt. In einer Mitteilung in den sozialen Medien gab er zu Protokoll, dass die Rolle, die er zuletzt spielte, nicht mehr die gewesen sei, die gut für ihn und zudem mit dem Verein abgesprochen gewesen sei. Da müsse man dann die Konsequenzen ziehen, so der Amerikaner.

Schnell schob er ein Lob an Verein, Fans und überhaupt hinterher. Ein Stinkstiefel will er dann doch nicht sein. Mitglieder der Mannschaft hatten ohnehin unentwegt betont, dass es einen solchen im Team nicht gebe.

Für Krunic ist es der zweite Abschied aus Bonn. Menschlich sei er schwer gefallen, heißt es vom Verein. Fast mit dem gleichen Wortlaut, wie schon 2005. Dass die Trennung sportlich nachvollziehbar ist, ist unterdessen auch klar. Die Gebetsmühlen des Trainers, die immer wieder von sich gaben, dass das Team nicht bereit gewesen sei, hatten wohl auch erkannt, dass Krunic daran in den vergangenen Wochen nichts geändert hatte.

Vielleicht gibt der Paukenschlag für die kommenden Wochen einen neuen Ton vor. Als Dirigent der Baskets fungiert vorerst Co-Trainer Chris O´Shea. Zumindest beim Pokalspiel in Bamberg wird er an der Seitenlinie den Hut auf haben. Wann es danach einen neuen Cheftrainer gibt, ist aktuell noch unklar, heißt es vom Verein.

Klatsche in Nanterre

Da waren sie wieder, die „alten“ Telekom Baskets. Nach zuletzt zwei Siegen in der Bundesliga setzte es auswärts in der Champions League wieder eine richtige Klatsche. 56:103 hieß es am Ende aus Bonner Sicht im Pariser Vorort Nanterre. Gepasst hat an diesem Abend beim Team von Chefcoach Predrag Krunic aber so gar nichts.

Anders bei den Hausherren. Sie trafen ihre Würfe, verteidigten gut und nahmen den Baskets damit das frisch erarbeitete Selbstvertrauen nach und nach immer mehr wieder weg. Bei Bonn fiel der Dreier nicht, bei Nanterre ging jeder zweite rein. Unter den Körben mühte sich Martin Breunig redlich, aber selbst ohne den verletzten Ex-Bonner King Julian sah er am Ende relativ alt aus. Auch die Verteidigung war löchrig wie manch französischer Weichkäse gerne wäre.

Und so stehen die Baskets einmal mehr vor einem Scherbenhaufen. Ob der noch einmal zu einem Viertelfinalmosaik zusammengesetzt werden kann, wird immer fraglicher. Eine der letzten Chancen müssten die Bonner in der nächsten Woche nutzen. Dann kommt Fribourg in den Telekom Dome.

Vielleicht tut es dem Team gut, dass es am Wochenende in der Bundesliga spielfrei hat. Vielleicht schafft die Mannschaft es, sich endlich zusammenzuraufen. Mit einer Leistung wie der in Frankreich, bekommen die Baskets selbst gegen den Gruppenvorletzten aus der Schweiz ein Problem.

Zurück in der Spur

Der Turnaround scheint geschafft: Standen die Telekom Baskets vor Wochenfrist noch kurz vor dem Abgrund, so sind sie jetzt einen großen Schritt weiter. Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge in der Bundesliga, folgten in dieser Woche zwei Siege, von denen zumindest der gegen Ludwigsburg sehr überzeugend war.

Aber schon im Auswärtsspiel gegen Gießen zeigten sich die Bonner stark verbessert. Zwar fiel der Dreier wieder etwas zuverlässiger. Vor allem versuchten die Baskets aber, auch andere Lösungen zu finden. Und dank des Ausfalls von Starcenter John Bryant war vor allem unter den Körben eine Menge Platz. Diesen nutzte Martin Breunig.

Ohnehin scheint der 26-Jährige aufzublühen, seit Charles Jackson verletzt ausfällt. Breunig nutzt die Spielzeit, die er bekommt, immer sicherer. Der Einsatz stimmt immer. Inzwischen kommt er auch mit den ihm gestellten Aufgaben zurecht.

Das können dann auch Gegner wie Adam Waleskowski und Owen Klassen sein. Die bekamen den Bonner Center im Heimspiel gegen Ludwigsburg nie in den Griff. Breunig beißt sich inzwischen unter den Körben durch. Sein Selbstvertrauen scheint von Spiel zu Spiel zu steigen – und das auch mit Recht.

Bonn spielte gegen Ludwigsburg einfach gut. 38 Minuten lang hatten sie den Gegner weitgehend im Griff. Nur zu Spielbeginn schienen die Antennen noch nicht richtig ausgerichtet. Warum auch immer das passieren kann: Headcoach Predrag Krunic erkannte es zeitnah und gab den richtigen Kurs vor.

Durch die beiden Siege kletterten die Baskets in der Tabelle wieder in Richtung Playoff-Plätze. Aktuell stehen sie auf dem neunten Platz. Zum rettenden Ufer klafft eine kleine Lücke. Sollten die Bonner jetzt aber ihre Form wieder gefunden haben, scheinen die Playoffs wieder deutlich realistischer.

Schon am Mittwoch geht es auch europäisch weiter. Die Baskets sind in Frankreich zu Gast. Sie wollen sich in Nanterre für die deutliche Hinspielniederlage revanchieren. Für Martin Breunig ein Berg von einer Aufgabe, geht es doch gegen seinen letztjährigen Mannschaftskameraden Julian Gamble.

Ein Jahresabschluss zum vergessen

© Sebastian Derix

Es war eine Woche, die die Telekom Baskets so sicher nicht vorhergesehen haben. Zwei Pleiten stehen an ihrem Ende – eine gegen einen Aufsteiger, eine gegen den Vorletzten der Tabelle, der bislang erst zwei Spiele gewonnen hatte. In beiden Spielen wirkten die Spieler komplett verunsichert. Fünf Niederlagen in der Liga in Folge sind das Ergebnis.

Gegen Vechta, die zugegeben ein starker Aufsteiger sind, brachten die Bonner in der ersten Halbzeit ungefähr nichts aufs Feld, von Lustlosigkeit vielleicht einmal abgesehen. Es war kein Einsatz da, der #BasketsSpirit hatte sich irgendwo in der Kabine versteckt – und in der Folge hatte es auch das Wurfglück nicht für nötig gehalten, auf dem Parkett zu erscheinen.

Zwar besserte sich der Einsatz in der zweiten Hälfte. Jetzt schien die Mannschaft aber schon so angeschlagen, dass sie sich immer wieder Fehler leistete, die Vechta umgehend bestrafte. Die Mannschaft aus dem Norden spielte die komplette Partie über mit immensem Einsatz – sie kam auch ausgeruht ins Spiel. Bonn schienen die entscheidenden Körner zu fehlen.

Besser werden sollte dann alles beim Tabellenvorletzten in Weißenfels. Dachte man zumindest. Allein, es wurde noch schlimmer. Das Wurfglück war gar nicht erst mit in den Bus gestiegen. Die Dreier, eine der stärksten Waffen der Bonner, waren ebenfalls noch vor Abfahrt wieder ausgestiegen. Und Martin Breunig alleine kann es unter den Körben auch nicht richten.

Es war ein Spiel zum wegsehen. Haarsträubende Ballverluste und hängende Köpfe ließen eigentlich zu keiner Zeit die Hoffnung aufkeimen, dass die Negativserie beim MBC gestoppt werden könnte. Hinzu kam, dass die Hausherren ausgerechnet aus der Distanz einen Sahnetag erwischt hatten.

Oft heißt es nach solchen Niederlagen, es sei gut, dass die Spieler nicht lange darüber nachdenken können, weil es schon bald weiter geht. Am 2. Januar müssen die Baskets in Gießen ran. Dass es in diesem Fall vielleicht nicht schaden könnte, zwei, drei Tage frei zu haben und sich dann in Ruhe auf das nächste Spiel vorbereiten zu können, scheint keine allzu steile These zu sein. Es muss sich etwas tun im Team. Die Mannschaft muss sich am sprichwörtlichen Riemen reißen.

Ruhig und überraschend

Länderspielpause. Das Team der Telekom Baskets hat ein paar Tage frei bekommen, einige Spieler nutzen das für Ausflüge ins benachbarte Ausland. Sightseeing ist angesagt. Sichtung steht auch beim Management auf dem Programm. Allerdings geht es nicht um alte Steine, sondern mutmaßlich junge Beine. Ein Ersatz für den verletzten Charles Jackson muss gefunden werden.

In die Ruhe der freien Tage platzt dann eine Überraschung: Die Baskets verpflichten einen neuen Spieler. Es ist aber kein Center, sondern ein Guard. Und der soll nicht Jackson ersetzen, sondern Shane Gibson. Der amerikanische Scharfschütze, der in den vergangenen Wochen immer besser in Tritt kam, wird die Mannschaft verlassen. Sein Zwei-Monats-Vertrag wird nicht verlängert. Dass er einen solchen hatte, war wohlweislich nicht an die Öffentlichkeit getragen worden. So konnten die Verantwortlichen in Ruhe nach einem Guard suchen, der besser ins Anforderungsprofil passt.

Mit Olivier Hanlan soll dieser jetzt gefunden sein. Der Kanadier ist der Neue im magentafarbenen Jersey.  Er spielte zuletzt im Unterbau der NBA und holte mit den Austin Spurs in der vergangenen Saison die Meisterschaft. Hanlan misst stolze 193cm. Laut Verein ist er vor allem im Ballvortrag ein deutliches Upgrade zu Gibson. An dessen Dreierquote reicht er hingegen nicht heran.

Hanlan ist inzwischen schon einige Tage im Mannschaftstraining. Er soll so schnell wie möglich in die Mannschaft integriert werden. Das ist auch die Hoffnung bei einem noch fehlenden Mann. Der Jackson-Ersatz ist noch nicht verpflichtet. Wenn in einer Woche das Heimspiel gegen Oldenburg ansteht, soll er allerdings mit auf dem Parkett stehen. An Ruhe dürfte bei Manager Michael Wichterich im Augenblick nicht zu denken sein. 

Die Leichtigkeit ist weg

Sie ist sprichwörtlich, diese Leichtigkeit. Sie ist da, wenn es gut läuft. Und kaum verliert man zwei, vielleicht drei Spiele, macht sie sich aus dem Staub. Dann fehlt sie. Und das merkt man recht schnell. Auch die Telekom Baskets sind aktuell nicht komplett. Zwar konnte Martin Breunig am Sonntagnachmittag nach überstandener Knieverletzung erstmals wieder mitspielen. Besagt Leichtigkeit hatte sich aber nach zuletzt nicht überzeugenden Auftritten in der Liga und einem glücklichen Sieg in der Championsleague eine Auszeit genommen. 

Das war auch beim Auswärtsspiel in Frankfurt zu sehen. Zwar war die Leistung der Männer von Coach Predrag Krunic besser als zuletzt. Trotzdem fehlte es an Konstanz, an klugen Entscheidungen, an Glück – an der Leichtigkeit eben. Alles, was zu Saisonbeginn so einfach aussah, muss aktuell hart erarbeitet werden. Dass die Mannschaft das versucht, kann man ihr nicht absprechen. Allein scheint die Situation noch zu ungewohnt zu sein, als dass das Verstehen der Probleme auch auf dem Parkett in Behebung derselben umgesetzt werden würde. 

Der Kampf ist da. Der Wille ist da. Und man darf sich sicher sein, dass auch Glück und Leichtigkeit längst wieder im Bus sitzen, um auf den #Heartberg zurück zu kommen. Die Mannschaft muss weiter hart arbeiten und analysieren, wo es noch hapert. Coach Krunic wird versuchen, sein Team auf Kurs zu halten. Die langjährigen Bonner rund um Mayo und DiLeo werden ihm helfen. Und sie werden auch die übrigen Teammitglieder auf Kurs halten oder bringen. 

Schon am Dienstag gibt es die nächste Chance, sich als Mannschaft zu präsentieren, die die Leichtigkeit zurückholen will. In der Championsleague steht das Heimspiel gegen Venedig an. Die Italiener stehen auf dem zweiten Tabellenplatz mit bislang nur einer Niederlage. Die Baskets liegen mit ausgeglichenem Punktekonto zwei Plätze dahinter. Sie könnten nach Punkten gleichziehen. Vielleicht eine Möglichkeit, die Leichtigkeit zur Rückkehr zu bewegen.