Das war´s

Mal wieder.

© Sebastian Derix

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Der Ring und die Stichwahl

© Sebastian Derix

Mönchengladbach hat einen neuen Bürgermeister. Bei der Stichwahl am Sonntag setzte sich Hans Wilhelm Reiners mit einem Vorsprung von wenigen hundert Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Norbert Bude durch. Bude war es, der in den vergangenen Wochen die Verhandlungen mit Marek Lieberberg über einen Umzug von Rock am Ring nach Mönchengladbach geführt hatte. Er war einer der Befürworter. Wird jetzt alles anders? Lässt sich Mönchengladbach diese Chance unter Reiners nehmen?

Die Antwort ist ein klares: vielleicht. Reiners war beim Gespräch zwischen Veranstalter, Behörden, Verwaltung etc. in der vergangenen Woche dabei. Natürlich wünscht auch er sich, dass die Stadt vom immensen Imagegewinn profitiert, die ein solches Festival an den Niederrhein bringen würde. Und doch war er im Gespräch nach dem Gespräch deutlich verhaltener. Das mag an seiner Art gelegen haben, an der Tatsache, dass er (noch) nicht Amtsinhaber war oder an der eher konservativen Grundausrichtung seiner Anhängerschaft.

Die Frage danach, ob er am Ende die Unterschrift unter den Kooperationsvertrag mit Marek Lieberberg leisten würde, beantwortete er mit einem „Ja“. Er klang dabei aber weniger enthusiastisch, als es der schon von Amtswegen etwas verhaltene Amtsinhaber Bude war. Hier mögen Wahlkampfgründe der Hintergrund gewesen sein oder aber doch Überzeugung. Reiners wies viel deutlicher auf die noch zu bewältigenden Probleme hin. Seiner Ansicht nach sei ein wasserdichtes Sicherheitskonzept das wichtigste, dass die Veranstalter präsentieren müssten. Ob die Besucher dann einige Kilometer mehr oder weniger im Stau stünden, sei ihm nicht so wichtig.

Er wolle nicht derjenige sein, der einen Vertrag unterschreibe, aus dem am Ende eine Katastrophe wie bei der Love-Parade in Duisburg resultiere, so Reiners. Rock am Ring oder im JHQ gibt es bei ihm also nur, wenn alle Verträge absolute Rechtssicherheit bieten (damit ist nicht gesagt, dass das bei Norbert Bude anders gewesen wäre!). Ergebnis der Überlegungen nach der Stichwahl: Mönchengladbach wäre weiter selten dämlich, sollte es sich diese Chance nehmen lassen. Für Dämlichkeiten sind weder Bude noch Reiners bekannt.

Unsägliche Dummheit

Ob man rassistische Aussagen im Privaten tätigt oder in aller Öffentlichkeit – dämlich sind sie allemal. Das musste/durfte jetzt auch der Besitzer der LA Clippers, Donald Sterling, erfahren. In einem aufgezeichneten Gespräch mit seiner Freundin hatte der Manager sich darüber beschwert, dass sie dunkelhäutige Freunde mit zu einem Basketballspiel gebracht und sich dann auch noch mit ihnen fotografiert hatte. Dass er Besitzer eines Basketballteams ist, dass ohne dunkelhäutige Spieler überhaupt nicht überleben könnte, muss ihm dabei kurzzeitig entfallen sein. Dussel.

Die NBA hat sehr schnell nach dem Bekanntwerden dieser unsäglichen Dämlichkeit reagiert und Sterling mit sofortiger Wirkung und auf Lebenszeit aus der Liga geworfen. Zudem soll er gezwungen werden, die Clippers zu verkaufen. Ein Verfahren dazu hat NBA-Commissioner Adam Silver in Gang gesetzt. Manch einer mag überlegen, ob dieses Vorgehen nicht zu hart ist. Schließlich hatte Sterling die Äußerungen privat getätigt und nicht in seiner Funktion als Sportfunktionär. Ich sage: Nein, ist es nicht. Ein Mensch, der solches Gedankengut von sich gibt, gehört nicht in den Sport, weder in den Basketball, noch Springreiten oder Fußball. Eigentlich gehört er gar nirgendwo hin, außer vielleicht in eine Schule (Achtung, der ist zum nachdenken).

Ein zweiter Fall von (Alltags-)Rassismus geistert derzeit auch noch durch die Medien und sozialen Netzwerke. Fußballer Dani Alves vom FC Barcelona wurde beim Spiel gegen Villarreal mit einer Banane beworfen. Eine Geste, die auch Olli Kahn oft genug erlebt hatte. Alves Reaktion auf diese Beleidigung war allerdings überragend: Er tat etwas für die Gesundheit und aß die Banane auf. Seitdem schicken tausende Sportler und „normale“ User ihren Respekt, indem sie sich selbst mit einer Banane und einem Statement gegen Rassismus fotografieren und auf facebook, Instagram oder twitter posten.

Es ist beruhigend, wie schnell und umfassend die Reaktionen auf die rassistischen Aktionen kommen. Es zeigt, dass die große Mehrheit der Menschen sich dieses Gedankengut nicht zu eigen machen. Leider zeigen sich aber auch, dass es diesen Rassismus immer noch gibt und das Aufklärung und Kampf dagegen weiter nötig sind. Die 2,5 Millionen Dollar Strafe werden Donald Sterling ärgern, ihn aber nicht in den Ruin treiben. Die öffentliche Ächtung wird ihn vermutlich/hoffentlich härter treffen. Den Bananenwerfer von Villarreal wird man wohl nicht finden. Vielleicht empfiehlt ihm dennoch jemand, der den Shitstorm mitbekommt, sich das Obst lieber zur Förderung der Hirnleistung einzuverleiben. Nötig wäre es allemal.

Mein Bonn – Teil 1

„Das ist mein Bonn“ ist der Titel der Blogparade, die Karin initiiert hat. Ich finde das Thema großartig, denn ich liebe Bonn. Und doch ist es so kompliziert, einen einzigen Blogeintrag über die Stadt zu schreiben, denn ich könnte eine ganze Serie daraus machen, was in Bonn alles so toll ist. Oder scheiße. Das gibt´s nämlich auch, selbst wenn ich das gerne verdränge. Und weil das so ist, gibt´s jetzt also eine kurze Bonn-Serie. Beschwert euch bei Karin, wenn´s euch langweilt. 😉

Bonn? Bonn.

Fangen wir mit meiner Bonn-Geschichte an: ursprünglich stamme ich aus dem westlichsten Kreis der Republik, dem Kreis Heinsberg. Allerdings lebten Tante, Onkel und Cousine meines Vaters schon seit ich denken kann in Bonn und deshalb habe ich die Stadt schon in frühster Kindheit kennengelernt, Das Haus der beiden Damen und des früh verstorbenen Herren lag damals in der Bonner Südstadt. Heute ist in ihm eine relativ angesagte Gaststätte untergebracht, seinerzeit war es der Tante-Emma-Laden von Großatante und -onkel. Ein Jammer, dass sie es irgendwann verkaufen mussten. Heutzutage könnten wir vermutlich eine sechsköpfige Familie allein von der Miete ernähren.

Als dann meine Studienzeit anstand, zog es mich unweigerlich nach  Bonn. Nach Köln wollte seinerzeit jeder, das war also nichts für mich. Bonn war aber nur wenige Minuten weiter von der elterlichen Waschmaschine und meinem Aushilfsjob im Altenheim der Heimatgemeinde entfernt. Das perfekte Ziel also. Und wie es der Zufall wollte, landete ich im ersten Semester in einem Zimmer, das nur wenige Meter vom ehemaligen Haus der Verwandten entfernt lag. Südstadt, großartig. Ich zog nach einigen Semestern um in ein Studentenwohnheim in der Kirschallee. Das sah von außen hervorragend aus, von innen lag mein Zimmer direkt zwischen Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsbad. Der Lärmpegel war ca. 24h am Tag gleich anstrengend, die Umgebung dennoch großartig. Zumindest wenn man davon absieht, dass nur wenige Monate zuvor der mutmaßliche Terrorist Mohammed Atta im benachbarten Gebäude, das ebenfalls zum Wohnheimskomplex gehört, ein und aus gegangen sein soll.

Als ein Bekannter aus dem Heimatdorf, der ebenfalls in Bonn studiert hatte, dann nach Mainz zog, um seine Stelle beim Aktuellen Sportstudio anzutreten, konnte ich seine kleine Wohnung in der Innenstadt übernehmen. Und da hause ich immer noch. Wenige Quadratmeter, dafür unschlagbare Lage. In nur wenigen Minuten in der Uni, in noch weniger Minuten am Bahnhof und zum Museum mit den den dauernd wechselnden Ausstellungen dauert es gar nur Sekunden.

Mir stinkts!

(Achtung, es folgt ein leicht boulevardesker Blogeintrag aus der Reihe „Wutbürger“)

Nur um das festzuhalten: ich finde rauchen vollkommen unnötig. Ich habe es in der Jugend ausprobiert, fand mich cool dabei und habe wieder aufgehört. Glücklicherweise fiel mir das sehr leicht. Von ein paar kleinen Rückfällen abgesehen bin ich inzwischen auch schon seit sieben Jahren rauchfrei. Mir ist bewusst, dass das Ende der Nikotinsucht nicht bei jedem so leicht einzuläuten ist, wie es bei mir war. Trotzdem finde ich gut, dass inzwischen in Kneipen nicht mehr geraucht werden darf. Es verbessert den Geruch meiner Klamotten und Haare nach einem Kneipenabend doch sehr deutlich. Sie mögen das doof finden, aber es hat auch Sie niemand gezwungen, verbrannte Kräuter zu inhalieren.

Was ich allerdings dennoch für völligen Blödsinn halte, ist das heute gefällte Urteil des Düsseldorfer Landgerichts. Ein Mann, der 40 Jahre in seiner Wohnung geraucht hat, muss jetzt ausziehen, weil sich seine Nachbarn vom Gestank der Zigaretten dermaßen gestört fühlten, dass sie es nicht mehr aushalten konnten. Um das noch einmal klar zu stellen: der gute Mann hat nicht im Treppenhaus geraucht, sondern in seiner eigenen Wohnung. Die Geruchsbelästigung muss also durch die minimalen Schlitze. die eine normiert eingebaute Wohnungstüre in Deutschland so bietet, passiert sein.

Nun weiß ich auch, dass vor allem Ex-Raucher ein sehr feines Näschen für den Geruch verbrannten Tabaks entwickeln. Ich selbst kann auch häufig riechen, wenn unterhalb meines gekippten Fensters auf der Straße jemand rauchend vorbei zieht. Wenn aber die Nachbarn auf der gleichen Etage rauchen, bekommt man davon rein gar nichts mit. Und so ist es umso fraglicher, wie es die Nachbarn unseres Altrauchers geschafft haben, ihn aus der Wohnung zu klagen.

Das Gericht selbst machte in seinem Urteil deutlich, dass es natürlich nicht verbieten könne und wolle, dass jemand in seinen eigenen vier Wänden, und seien sie nur gemietet, dem Herrgott oder wem auch immer ein Rauchopfer darbringt. Allerdings könne es, so das Gericht, schon entscheiden, dass der Rauchopfernde gefälligst regelmäßig zu lüften habe. So ist das also: wer raucht, muss die Fenster öffnen. Vorher, nachher, irgendwann. Hauptsache, es stinkt nicht ins Treppenhaus. Blöderweise hatten der Rauchfreund und seine Anwältin vergessen, sich rechtzeitig zu beschweren, deshalb galt der Gestank im Treppenhaus als gesetzt. Dumm gelaufen.

Was ist jetzt aber, wenn der Nachbar ein leidenschaftlicher Koch ist? Die meisten von uns wissen, dass auch die Zubereitung von Speisen, insbesondere die exotischerer Gerichte als Kartoffelsalat mit Bockwurst, mit den feinsten Gerüchen einhergehen kann. Wer einmal ein Semester in einem Studentenwohnheim verbracht hat, weiß, dass es Gerüche gibt, die kann es technisch gar nicht geben. Nehmen wir also an, der Nachbar ist ein passionierter Koch aus dem mittleren Orient: kann ich diesen olfaktorischen Sinnesbeleidiger auch aus seiner Bude klagen? Weil mir der Einsatz von Knoblauch und Kreuzkümmel stinkt? (Bitte, liebe Kulinaristen, belehren Sie mich nicht über den Einsatz oder Nichteinsatz bestimmter Gewürze und Kräuter in der mittelorientalischen Küche.)

Man denke die Geschichte vielleicht noch einen Schritt weiter: kann ich den jugendlichen HipHop-Fan oder die senile Schlageranhängerin aus der direkten Nachbarschaft des Hauses verweisen lassen, weil sie mit ihrer akustischen Umweltverschmutzung meine Ohren beleidigen? Was kann ich gegen den visuellen Angriff auf meine Sinne durch den Modegeschmack des Emporkömmlings aus der Dachgeschosswohnung tun? Da muss man doch was machen können?!

Alles neu und so…

Die Fotografie interessierte mich schon seit einiger Zeit. Zuerst die Bilder, dann die Möglichkeit, diese selbst zu erschaffen. Mit stinkenken Handy-Kameras oder den Billig-Digitalbildervernichtern, die ich mir als Jugendlicher leisten konnte, gelangen allerdings nur Ansätze von Fotografie. Folglich schoss ich mir seinerzeit bei ebay meine erste digitale Spiegelreflexkamera. Es wurde eine Canon, damit war die Glaubensrichtung auch schon vorgegeben.

Der Glaubenskrieg, vor allem zwischen Canon- und Nikon-Jüngern ist ein großer Spaß. Vor allem dann, wenn man sich selbst nichts daraus macht. Ich selbst entschied mich seinerzeit für die Canon-Cam, weil sie einfach preisgünstiger war – auch und vor allem in dem noch anzuschaffenden Zubehör. Aber, hinfort von Glaubenskriegerei.

Meine Kinder-Spiegelreflex leistete mit gute Dienste, den ein oder anderen Bären- noch dazu, dennoch war ich im Prinzip mit ihr zufrieden. Doch, der Sabber wächst mit den Aufgaben, oder: ich wollte mehr! Folglich informierte ich mich und entschied mich schlussendlich wieder für ein Modell der Firma Canon: die Eos 7d sollte es werden – und sie wurde es.

Und sie machte Spaß! Schon am ersten Tag erlag ich ihr vollkommen, nahm sie mit an den Strand zu meinen Freunden, zeigte sie der zukünftigen … ach, nein, das dann doch nicht. Aber: ich verliebte mich zeitnah nach der Eröffnung des Verpackungsbehältnisses in meine neue Knippskiste.

Es wird noch eine Weile dauern, bis wir beide uns blind und auf Anhieb verstehen, aber selbst bis dahin werden wir zusammen den ein oder anderen Schnapp(s)schuss gebären. Ich freue mich auf uns. Jetzt wird alles neu … oder so.

(St-)Auftragsarbeit

Wenn man so herausgefordert wird, wie es Frau ellebil vor kurzem mit mir tat, dann bleibt einem eigentlich keine andere Möglichkeit, als unverzüglich zu reagieren. Frau ellebil berichtet in ihrem Blog, dass sie in dieser Woche ungewöhnlich häufig im Stau stand. Ich hatte das, nunja, Vergnügen, sie bei der ein oder anderen Fahrt zu begleiten. Seien Sie versichert: Es war ein Heidenspaß – sollten Sie Frau ellebil aber bisher noch nicht persönlich kennen, nehmen Sie von dieser Erfahrung bitte Abstand. Eine Staufahrt mit der jungen Dame ist nämlich nichts für schwache Nerven.

Es begann damit, dass wir beide eine gemeinsame Sitzung in Königswinter aufzusuchen hatten. Nachdem ich in den vergangenen Wochen mehrfach den Chauffeur gespielt hatte, stimmte ich diesmal dem Fremdtransport duch Frau ellebil zu. Wir verabredeten eine Uhrzeit, zu der sie mich an meiner dauerhaften Bleibe abholen wollte und alles schien seinen geregelten Weg zu gehen. Schien, wohlgemerkt. Wir hatten die Rechnung ohne den nordrheinwestfählischen Straßenbaubetrieb gemacht, der just an jenem Tag jede einzelne Straße der Welt sanieren wollte. Die Uhrzeit meines Abgeholtwerdens verschob sich auf unabsehbare Zeit.

Ich beschloss, dem bestellten Fahrzeug entgegen zu gehen, um die Wartezeit zu verkürzen. Doch auch hier war der Wirt wieder zu keiner der üblichen Rechenarten fähig. Zum einen regnete es aus Eimern, zum anderen verstopfte sich in der Zwischenzeit auch die geplante Ausweichstrecke. Als Frau ellebil bei mir ankam, war sie ungefähr fünfundzwanzig Minuten über die geplante Zeit – ich ungefähr 10 Liter Wasser über die Aufnahmefähigkeit meiner Sommerklamotten.

Dennoch sollte der große Spaß jetzt erst beginnen. Nach einem – ungeplanten – zehnminütigen Aufenthalt hinter einem Bus der Bonner Stadtwerke, beschlossen Frau ellebil und ich, den Rest der Fahrt auf Zelluloid zu bannen. Dazu nutzten wir mein iPhone.

Dieses wurde gleich bis an die Grenzen der Belastbarkeit gefordert: eine wild fluchende Fahrerin, ein Beifahrer, der sich als Aushilfsstadtführer zu entpuppen versuchte, zerbissene Lenkräder, gute Ratschläge in Sachen Verkehrsplanung für Semi-Großstädte. Auf dieser Fahrt wurde alles geboten – und gefilmt. Allein die Technik machte einen Strich durch die Oscar Nominiereung. Der Speicher des tragbaren Telefongerätes war allzu plötzlich voll, ein Speichern der Ergüsse nicht mehr möglich. Die Scheiße war umsonst.

Und dennoch war es ein großer Spaß. Zwei völlig gestörte Menschen fahren, wirren Blödsinn redend, von Bonn in Richtung Königswinter. Nach der Aufgabe des Apple Gerätes entstand ein Kurzfilm auf der ellebils HTC Gerät. Aufgrund der Verkehrstechnischen Gegebenheiten ist dieser leider nicht halb so lustig, wie es der erste war. Dennoch sei er zur Ansicht empfohlen. Ebenso wie eine Staufahrt mit der Verrückten durch Bonn. Meiner Lieblingsverrückten – aber das nur nebenbei. 😉

Wenn Sie das Video zum zweiten Teil unserer Fahrt tatsächlich sehen wollen, stellen Sie bitte eine Anfrage hier:

ellebil Anfrage