Mit Niederlage und ohne Jackson in die Länderspielpause

Am Ende der Woche ist es gut, dass sie vorbei ist. Die Freude über einen haushohen Sieg gegen völlig überforderte Gäste aus Tschechien in der Championsleague wich schon bald dem Frust. Vermutlich mehrere Monate müssen die Telekom Baskets auf einen ihrer besten, Center Charles Jackson, verzichten. Diverse Bänderrisse an unmöglichen Stellen im Fuß sorgen dafür, dass der Amerikaner vorerst an Krücken läuft.

Da war es auch kein Wunder, dass selbst die Rückkehr von Bojan Subotic im Spiel gegen Ulm nicht ausreichte, um den Baskets ausreichend Kraft unter den Körben zu geben. Offensiv machte Martin Breunig das sehr gut. In der Defensive fehlte aber doch die Präsenz, die Jackson in den vergangenen Wochen ausgestrahlt hatte. Ulm hatte sich schnell darauf eingestellt. Zudem hatten einige Bonner Schlüsselspieler frühe Foulprobleme. Das war dann endgültig zuviel für tapfer kämpfende Baskets. Am Ende stand eine 85:96-Niederlage. Mit der geht es jetzt in die Länderspielpause.

Dass Jackson nicht mit dem vorhandenen Personal zu ersetzen sein würde, dass war sehr schnell klar. Die Baskets sind auf der Suche nach einem Ersatz. Ein Schnellschuss wird es nicht werden. Dennoch wäre es natürlich sinnvoll, wenn der neue Spieler möglichst viele der Trainingseinheiten vor dem nächsten Spiel mit der Mannschaft absolvieren würde. So wird es aller Voraussicht nach auch nicht allzu lange dauern, bis Sportmanager Michael Wichterich Vollzug meldet.

Weiter Luft nach oben

Es war eine durchwachsene Woche für die Telekom Baskets. Nach einem wenig erfolgreichen Ausflug ins frühlingshafte Israel, folgte am Sonntag ein Heimspiel gegen den direkten Playoff-Konkurrenten Würzburg auf dem heimischen #Heartberg. Ein Sieg und eine Niederlage waren das Ergebnis der Bonner Auftritte.

Gegen Holon war für die Baskets dieses Mal nichts zu holen. Offenbar geschlaucht von den Reisestrapazen gelang den Bonnern nicht viel . Eine Zeit lang konnten sie die Partie im offenen Bereich halten. In Halbzeit zwei gingen ihnen aber die sprichwörtlichen Körner aus. Das Resultat war einen deutliche Niederlage bei den favorisierten Gastgebern.

Die Heimkehr von Flo Koch in den Telekom Dome gelang dann aus Bonner Sicht schon besser. Zwar konnten die Baskets sich das ganze Spiel über nicht sicher sein, dass sie am Ende siegreich das Parkett verlassen würden. Erfolgreich waren sie am Ende dann aber doch. Einmal mehr rettet ihnen Ra´Shad James den Arsch, unterstützt vor allem durch Charles Jackson und James Webb III.. Auch Shane Ginson punktete zweistellig.

Ein Sonderlob gab es von Coach Predrag Krunic aber für Julian Jasinski. Dieser trainiere immer gut, spiele stark in Rhöndorf und sei bereit, wenn er benötigt würde, sagte Krunic auf Nachfrage in der Pressekonferenz. 

Schon am Dienstag steht wieder Champions League auf dem Programm. Die Baskets empfangen den Gruppenletzten BK Opava im Telekom Dome. Ein Sieg im Heimspiel ist ein Muss, will man die Chancen auf ein Weiterkommen in Europa bewahren. Hochball ist um 20 Uhr.

Viel Arbeit vor der Brust

© Sebastian Derix

Es bleibt dabei: Bei den Telekom Baskets läuft aktuell nicht vieles rund. Unter der Woche gab es eine Niederlage in der Championsleague. Gegen Venedig zogen die Bonner mit 84:94 den Kürzeren – nicht unbedingt notwendig, wenn man sich den Verlauf des Spiels ansieht. Am Sonntagnachmittag stand am Ende zumindest endlich wieder ein Sieg auf dem Kassenzettel. 89:87 hieß es am Ende eines Spiels, in dem die Gastgeber die Rolle des Favoriten nur in der ersten Halbzeit ausreichend ausfüllten.

Nach einem starken Start, sowohl offensiv, als auch in der Verteidigung, ging den Baskets nach dem Pausentee die Puste aus. Coach Predrag Krunic sprach von kleineren Wehwehchen, die sein Team plagten. Zudem muss die Mannschaft seit Dienstag auf Bojan Subotic verzichten. Bei einem Zusammenprall zog er sich eine Schulterverletzung zu und wird rund einen Monat aussetzen müssen. Das alles trägt natürlich nicht dazu bei, dass die schon beschriebene Leichtigkeit wieder Einzug hält. 

Der Wille allerdings ist dem Team auch weiterhin nicht abzusprechen. Immer wieder feuerten sich die Spieler gegenseitig an. Dazu kam, dass bei Shane Gibson endlich einmal der Knoten platzte. 17 Zähler markierte der Amerikaner, traf fünf von sechs Versuchen aus dem Dreipunktland. „Es war ein Sieg, den wir gebraucht haben“, sagte der Amerikaner nach der Partie. Unterstützt wurde er als Punktelieferant vor allem vom einmal mehr bärenstarken Ra´Shad James (22 Pkt.) und von Capitano Josh Mayo (15 Pkt.).

Noch am Abend nach dem Spiel ging es für die Baskets nach Brüssel. Von hier aus geht es dann am Morgen in den Flieger nach Israel, wo am Dienstag der nächste Versuch in Sachen Leichtigkeit gestartet wird. UNET Holon hat in der Championsleague-Gruppe der Bonner aktuell einen Sieg mehr eingefahren und steht auf Platz drei – und damit auf einem der Plätze, die für ein Weiterkommen reichen würden. Die Baskets werden daran arbeiten, ihre Ausgangssituation in der Gruppe zu verbessern – helfen soll auch das kleine Pflänzchen Selbstvertrauen, dass sie gegen Crailsheim gesammelt haben.

Drei Pleiten in sieben Tagen

Es war eine schwarze Woche für die Telekom Baskets. Am Ende von drei Spielen in sieben Tagen stehen drei Niederlagen in den Büchern. Immerhin haben sich die Bonner im nominell schwierigsten der Spiele noch ganz ordentlich verkauft. Bei den Bayern konnten sie lange mithalten. 

Gegen Nanterre legten die Baskets dann ebenfalls los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Ex-Centerkönig Julian Gamble sah lange kein Land gegen seien Nachfolger Charles Jackson. Dann aber kam die zweite Halbzeit und ein Einbruch des Teams von Trainer Predrag Krunic, den der Telekom Dome in dieser Spielzeit noch nicht erlebt hatte. Am Ende setzte es eine echte Klatsche (57:81)

Für das Auswärtsspiel in Jena war dann Wiedergutmachung angesagt. Allein, sie blieb aus. Zwar konnten die Gastgeber nie komplett enteilen. Der Rückstand der Baskets war aber immer so hoch, dass es nicht reichte, um komplett wieder aufzuschließen. Vor allem aus der Distanz und von der Freiwurflinie klappte an diesem Samstagabend fast nichts. Folgerichtig blieben die Punkte zum zweiten Mal in Folge in Jena.

Zeit für Wehleidigkeit bleibt nicht. Schon am Dienstag müssen die Baskets wieder in der Championsleague ran. Das Auswärtsspiel im schweizerischen Fribourg steht an. Die schweizer Freiburger sind aktuell punktgleich mit den Bonnern, haben ebenfalls zwei Niederlage und einen Sieg auf dem Konto. Wollen die Baskets das Ruder herumreißen, wäre ein Auswärtssieg bei den Eidgenossen ratsam.

Spielverderber aus der Barockstadt

© Sebastian Derix

Dass das Karnevalsspiel der Telekom Baskets auch in diesem Jahr wieder ein Spektakel werden würde, das war abzusehen. Dass es aber so ein Kracher wurde, lag nicht zuletzt an zwei Teams, die mit offenem Visier aufeinander los gingen. Verteidigung wurde an diesem Samstagabend relativ klein, Offensive dagegen verdammt groß geschrieben. 105:109 leuchtete es am Ende von der Anzeigetafel. Ein wahrer Dreierregen war über dem Parkett im Telekom Dome niedergegangen.

Die Gäste aus Ludwigsburg erwiesen sich damit als Spielverderber. Zwar schienen auch sie von der Atmosphäre im Dome zunächst überrascht, wenn nicht sogar überfordert. Nach einem Bonner 9:0-Lauf zu Beginn fingen sich die Riesen aber und konnten schlussendlich die Punkte mit in die Heimat nehmen. Es war erst die zweite Niederlage der Baskets in einem Karnevalsspiel.

Sichtlich erleichtert war der Ex-Bonner Florian Koch nach der Partie. Schlug ihm vor dem Spiel das Herz noch bis zum Hals, so konnte auch er sich über den Sieg gegen seine alte Liebe freuen.

Der Ring und die Stichwahl

© Sebastian Derix

Mönchengladbach hat einen neuen Bürgermeister. Bei der Stichwahl am Sonntag setzte sich Hans Wilhelm Reiners mit einem Vorsprung von wenigen hundert Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Norbert Bude durch. Bude war es, der in den vergangenen Wochen die Verhandlungen mit Marek Lieberberg über einen Umzug von Rock am Ring nach Mönchengladbach geführt hatte. Er war einer der Befürworter. Wird jetzt alles anders? Lässt sich Mönchengladbach diese Chance unter Reiners nehmen?

Die Antwort ist ein klares: vielleicht. Reiners war beim Gespräch zwischen Veranstalter, Behörden, Verwaltung etc. in der vergangenen Woche dabei. Natürlich wünscht auch er sich, dass die Stadt vom immensen Imagegewinn profitiert, die ein solches Festival an den Niederrhein bringen würde. Und doch war er im Gespräch nach dem Gespräch deutlich verhaltener. Das mag an seiner Art gelegen haben, an der Tatsache, dass er (noch) nicht Amtsinhaber war oder an der eher konservativen Grundausrichtung seiner Anhängerschaft.

Die Frage danach, ob er am Ende die Unterschrift unter den Kooperationsvertrag mit Marek Lieberberg leisten würde, beantwortete er mit einem „Ja“. Er klang dabei aber weniger enthusiastisch, als es der schon von Amtswegen etwas verhaltene Amtsinhaber Bude war. Hier mögen Wahlkampfgründe der Hintergrund gewesen sein oder aber doch Überzeugung. Reiners wies viel deutlicher auf die noch zu bewältigenden Probleme hin. Seiner Ansicht nach sei ein wasserdichtes Sicherheitskonzept das wichtigste, dass die Veranstalter präsentieren müssten. Ob die Besucher dann einige Kilometer mehr oder weniger im Stau stünden, sei ihm nicht so wichtig.

Er wolle nicht derjenige sein, der einen Vertrag unterschreibe, aus dem am Ende eine Katastrophe wie bei der Love-Parade in Duisburg resultiere, so Reiners. Rock am Ring oder im JHQ gibt es bei ihm also nur, wenn alle Verträge absolute Rechtssicherheit bieten (damit ist nicht gesagt, dass das bei Norbert Bude anders gewesen wäre!). Ergebnis der Überlegungen nach der Stichwahl: Mönchengladbach wäre weiter selten dämlich, sollte es sich diese Chance nehmen lassen. Für Dämlichkeiten sind weder Bude noch Reiners bekannt.