Richter geht, Breunig kommt

Foto: Telekom Baskets Bonn

Das Personalkarussell bei den Telekom Baskets dreht sich weiter. Nachdem der Verein gestern die Vertragsverlängerung mit TJ DiLeo bekannt gegeben hatte, folgte heute die erste Neuverpflichtung: Martin Breunig wird im kommenden Jahr auf dem Hardtberg spielen. Der 25-jährige Forward kommt von den MHP Riesen Ludwigsburg nach Bonn. Nötig geworden war der Wechsel, weil Johannes Richter den Verein nach nur einem Jahr wieder verlassen wird. Er hat um Auflösung seines Vertrages gebeten.

„Manchmal entwickeln Dinge sich, wie sie nicht geplant waren. Johannes Rolle sollte eine andere sein, als sie sich dann durch die Nachverpflichtung von Ojars Silins ergeben hat. Sein Wunsch nach Veränderung ist daher verständlich, obwohl wir die neue Saison wieder mit einer Vierer-Rotation auf den Innenpositionen planen“, kommentierte Sportmanager Michael Wichterich den Wechselwunsch. „Wir danken Johannes für seinen Einsatz und wünschen ihm bei seinem nächsten Verein viel Erfolg. In Bonn wird er auch in Zukunft immer willkommen sein.“ Gleichzeitig freute sich der Sportmanager aber auch auf den Neuzugang: „Wir bekommen einen talentierten Spieler, der darauf brennt in einer neuen Situation seine Qualitäten unter Beweis zu stellen.“

Cheftrainer Predrag Krunic zeigte sich ebenfalls von der Verpflichtung überzeugt: „Martin ist ein starker Athlet, der am College über Jahre hinweg sehr produktiv war. Er ist bereit, uns auf den Innenpositionen zu helfen und möchte mit uns gemeinsam den nächsten Schritt machen.“ Allerdings könne sich Breunig auch noch entwickeln: „Er hat in Ludwigsburg nur teilweise sein Potenzial andeuten können und musste sich nach seiner Zeit in den Staaten zunächst an die Bundesliga gewöhnen.“

Bonns ehemaliger Cheftrainer, Silvano Poropat, hat derweil eine neue sportliche Aufgabe angenommen. Der 46-Jährige unterschrieb in den Niederlanden bei den New Heroes Den Bosch. Poropat bekam einen Vertrag für zwei Spielzeiten. „Wir sind stolz, dass sich Silvano Poropat dieser neuen Aufgabe stellt“, teilte der Verein mit. „Mit ihm bekommen wir eine Menge Erfahrung und einen Trainer, der weiß, wie man das Beste aus einem Team heraus holen kann – das zeigen auch seine Auszeichnungen, wie zum Beispiel die des Trainers des Jahres. Silvano ist ein Topper, der für die niederländische Liga eigentlich unerreichbar ist.“

Poropat selbst freut sich derweil wieder auf die Arbeit: „Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, mit den New Heroes zu arbeiten – einem Verein mit großer Geschichte, einem guten Umfeld und einer Vision für die Zukunft. Der Ehrgeiz und der unbedingte Siegeswille gefällt mir. Ich freue mich darauf, die Menschen im Verein und die Fans kennen zu lernen.“

DiLeo und O´Shea bleiben bis 2019

Die Telekom Baskets haben sich mit Spielmacher TJ DiLeo und Co-Trainer Chris O´Shea auf eine Vertragsverlängerung geeinigt. Beide unterschrieben neue Arbeitspapiere, die bis 2019 Gültigkeit haben. Der Vertrag von Cheftrainer Predrag Krunic hatte sich schon durch das Erreichen der Playoffs verlängert. Ein erster Schritt in Richtung der erhofften Kontinuität ist damit gemacht.

„TJ war und ist eine absolute Bereicherung für die Telekom Baskets Bonn, ein einwandfreier Charakter und auf dem Feld immer da, wenn und wo er gebraucht wird“, sagte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich zur Verlängerung. „Er ist einer der sozialen Anker innerhalb der Mannschaft gewesen und hat sich in der vergangenen Saison zu einer Führungspersönlichkeit entwickelt. Entsprechend freuen wir uns, TJ weiter als wichtigen Teil des Teams an Bord zu haben.“

Je länger die Saison dauerte, desto mehr wuchs der Guard in seine Rolle bei den Baskets hinein. Als Josh Mayo in den Playoffs ausfiel, übernahm der Deutsch-Amerikaner sogar komplett das Ruder und führte seine Mannschaft durch die beachtenswerte Serie.

Auch der neue Vertrag für den Co-Trainer war laut Wichterich verdient: „Es ist großartig, mit Chris weiterhin einen super Typen und akribischen Arbeiter in unserem Programm zu haben. Er hat sowohl in sportlich schwierigen als auch spannenden Phasen seine Professionalität und Loyalität unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit Predrag Krunic bildet er ein sich exzellent ergänzendes Trainergespann.“

O´Shea selbst freute sich ebenfalls, weiter in Bonn arbeiten zu können: „Ich fühle mich in Bonn und bei den Telekom Baskets sehr wohl, und bedanke mich für das mir von Seiten der Vereinsführung als auch von Coach Krunic entgegengebrachte Vertrauen. Wir haben hier einen ausgezeichneten Standort, der infrastrukturell und organisatorisch auf einem sehr hohen Level ist. Dennoch glaube ich, dass wir aus unseren Möglichkeiten noch mehr herausholen können. Ich freue mich darauf, die positive Entwicklung der Mannschaft des letzten Jahres auch in Zukunft  weiter zu unterstützen und aktiv daran mitzuwirken.“

Der Co-Trainer war bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten für die detaillierte Spielvor- und -nachbereitung als auch das Individualtraining zuständig. Diese Aufgaben wird er laut Verein auch weiter haben.

Zurück zum Ring

© Sebastian Derix

Eine knappe Woche dauert es noch, dann wird es am Nürburgring wieder laut. Und das nicht vom Lärm verschiedenster Sportwagen. Rock am Ring kehrt zurück an seinen Ursprungsort. Nach zwei Jahren in Mendig hat sich Veranstalter Lieberberg dazu entschieden, zurück an die Heimstätte seines Erfolgsfestivals zu gehen. Und langsam wird es ernst: Ende der Woche wurde bekannt, dass nach dem Anschlag auf ein Konzert in Manchester die Sicherheitsmaßnahmen für Deutschlands bekanntestes Festival noch einmal erhöht wurden.

Taschen sind auf dem Festivalgelände nicht erlaubt, gleiches gilt für die beliebten Tetra-Paks mit allerlei lustigen Getränken. Nach einem Aufschrei im Netz stellten die Veranstalter klar, dass es an den Wasserspendern auf dem Gelände kostenlose Becher geben wird. Wenn ich mich an den Mangel derselben im Pressezentrum täglich ab ca. 19 Uhr erinnere, bin ich gespannt, wie das funktionieren soll.

Ebenso wie die Sicherheitskontrollen an den Zeltplätzen und den Einlässen zum Gelände. Mehr Zeit müsse dafür eingeplant werden, heißt es. Das dürfte ohnehin klar sein. Ob es am Ende zum Chaos führt, wird sicher auch von den Zuschauern abhängen. Zeigen sie sich einsichtig und nehmen die Auflagen an, dann kann das funktionieren. In Zeiten „latenter Bedrohung“ lassen sich scharfe Kontrollen wohl nicht vermeiden.

So wird die 31. Auflage von Rock am Ring also wieder mal eine besondere. Es ist die Rückkehr nach Hause. Und es ist ein Festival, bei dem für rund 90.000 Menschen für Sicherheit gesorgt werden muss. Und das alles möglichst so, dass es den Spaß an der Freude nicht zu sehr behindert. Es wird eine Herkuslesaufgabe.

Eine weitere Spielzeit in den Büchern

© Sebastian Derix

Das war sie also, die Saison der Telekom Baskets. Mit der Abschlussfeier im Foyer des Telekom Domes ist auch der letzte halbwegs offizielle Termin für Mannschaft, Staff und Anhängerschaft ohne größere Unfälle über die Bühne gebracht. In den nächsten Tagen werden sich die Spieler in alle Windrichtungen verteilen. Vorher wurden und werden noch Saisonabschluss- und eventuell erste Sondierungsgespräche für die kommende Spielzeit geführt. Mit wem, darüber kann trefflich spekuliert werden. Sicher ist, wie im Basketball häufig, dass nur wenige Spieler einen Vertrag für die nächste Saison haben. Im Fall der Baskets sind das Yorman Polas-Bartolo, Konstantin Klein und Johannes Richter.

Kein schlechter (deutscher) Grundstock, um ein Team herum zu basteln. Und doch scheint etwas zu fehlen. Oder jemand. Die Rede ist natürlich von Florian Koch. Urgestein, Eigengewächs, Inventar. Flo war eigentlich immer da. Ob das auch in der kommenden Saison noch so sein wird, darf zumindest bezweifelt werden. Zwar ist er Bonner mit ganzem Herzen, mit den Baskets seit der Jugend verbunden und seit Jahren eine feste Konstante in der ersten Mannschaft. Mit der Entwicklung seiner Spielzeit in der abgelaufenen Saison kann er aber sicher nicht zufrieden sein. Da stellt sich dann irgendwann tatsächlich die Frage nach dem Propheten im eigenen Land. Muss er vielleicht in die weite Welt hinaus, um endlich Spielzeit zu sehen?

Für die Bonner Anhänger wäre es ein Verlust, das machten sie am letzten Spieltag mehr als deutlich. Auch Flo wird sich schwer tun, die Heimat zu verlassen. Das war ihm ebenfalls anzusehen. Den Entschluss kann er derweil nur alleine treffen – allenfalls noch mit seinem engsten Umfeld. Es wird vermutlich nicht viel weniger als eine Grundsatzentscheidung: In Bonn bleiben und (endgültig) zur „Legende“ bei den Fans werden, oder doch den Schritt wagen und darauf hoffen, bei einem anderen Club mit mehr Spielzeit Stufe für Stufe die Karriereleiter hinauf zu klettern. Beide Entscheidungen könnte man nachvollziehen. Möge er die treffen, mit der er glücklich werden kann.

Dauer(b)renner Mayo verletzt

© Sebastian Derix

Die Enttäuschung nach der Niederlage der Telekom Baskets gegen Brose Bamberg am späten Mittwochabend hielt sich in Grenzen. Zu dominant war der Deutsche Meister, zu realistisch sind auch die Bonner Fans. Sie können einordnen, dass der Sieg in Spiel eins an eine Sensation grenzte und es in der Serie schwer werden würde, diese Leistung zu wiederholen. Bamberg hätte einen ähnlich miesen Tag erwischen müssen, wie am vergangenen Samstag, Bonn dagegen einen Sahnetag in Angriff und Verteidigung.

Dass damit nicht zu rechnen war, war vermutlich jedem im Telekom Dome klar. Als dann nach knapp 25 Minuten auch noch Josh Mayo verletzt ausgewechselt werden musste, wurde klar, dass es an diesem Abend um Schadensbegrenzung gehen würde. Am Ende stand ein 87:71 für die Gäste auf der Anzeigetafel. Die Hausherren wurden trotzdem gefeiert. Auch Mayo, der noch etwas unrund durch die Halle stakste. Eine Verletzung im hinteren Oberschenkel sorgte dafür, dass sein aufrechter Gang etwas eingeschränkt war.

Am Donnerstagmorgen war der Spielmacher zur MRT-Untersuchung beim Arzt. Ein Ergebnis soll im Laufe des Tages bekannt werden. Ein Einsatz im dritten Playoff-Viertelfinale am Sonntag in Bamberg ist zumindest fraglich. Sollte Mayo ausfallen, würde Jamarr Sanders für ihn einspringen. Der Amerikaner kam erst im Laufe der Saison zu den Baskets und konnte bisher nur bedingt nachweisen, dass er eine Verstärkung ist. Am Sonntag wäre ein guter Zeitpunkt für eine Leistungsexplosion. Viel weniger dürfte nicht nötig sein, um den Bonner Traum vom Halbfinale aufrecht zu erhalten.

 

UPDATE MAYO: Das MRT hat laut Verein kein eindeutiges Ergebnis ergeben. Mayo wird jetzt durch die physiotherapeutische und die osteopathische Abteilung weiter eingehend untersucht und behandelt. Ein Einsatz am Sonntag ist deshalb weiterhin fraglich.

Baskets entführen den Heimvorteil

© Sebastian Derix

Ach übrigens, es steht 1:0 – so hieß es vor fast genau fünf Jahren, als die Telekom Baskets zuletzt in eine Playoff-Serie gegen Brose Bamberg ging. Am Ende stand es 3:1 für den damaligen und aktuell amtierenden Deutschen Meister. Dennoch schafften die Bonner seinerzeit eine Art Sensation. Nicht viel weniger gelang am vergangenen Samstag – ebenfalls gegen und in Bamberg – im ersten Spiel der diesjährigen Viertelfinalserie.

Mit 93:92 fügten die Baskets den Hausherren eine empfindliche Niederlage zu. Nach dem eher schwachen Ende der regulären Saison eine Energieleistung, die den Männern von Coach Predrag Krunic nur die absoluten Experten zugetraut hatten. Josh Mayo geriet dabei zum Dauerbrenner und -renner. Ohne Pause ackerte der kleine Bonner Aufbauspieler, sammelte in 40 Spielminuten 25 Punkte und gab zudem neun direkte Korbvorlagen. Stark agierten aber auch alle anderen Baskets, die Zeit auf dem Parkett verbringen durften.

Jetzt ist vor allem Regeneration angesagt. Die Starting Five musste im Schnitt rund 33 Minuten Vollgas geben. Schon am Mittwoch kommt der Meister in den Telekom Dome. Er wird Spiel 2 sicher nicht einfach abschenken wollen. Durch den Sieg haben die Baskets allerdings vorerst den Heimvorteil geklaut. Jetzt sind auch die Bonner Anhänger gefragt. Der Telekom Dome muss wie ein Mann hinter dem Team stehen, damit das Heim tatsächlich zum Vorteil wird. Wenn das klappt, heißt es vielleicht am Mittwoch: Ach übrigens, es steht 2:0.

Den Blick nach oben. Und unten.


Es hat ein paar Tage gedauert, die Niederlage der Telekom Baskets gegen Oldenburg und den damit verpassten fünften Platz in der Bundesliga-Endabrechnung zu verdauen. Zu ärgerlich war die Heimpleite. Und gleichzeitig so wenig notwendig. Dem Rückstand aus den ersten Minuten rannten die Bonner ein ganzes Spiel lang hinterher. Rickey Paulding hatte dafür gesorgt. Immer wieder stand Mr. Oldenburg frei und ließ die Kugel von jenseits der Dreierlinie fliegen. Und landen. Das taten schlussendlich auch die Hausherren. Auf dem harten Parkett der heimischen Spielstätte.

Inzwischen sind sie wieder aufgestanden. Die Krone gerichtet, die Niederlage in den Ordner „Giftschrank“ abgeheftet. Jetzt geht der Blick nach oben. In der Tabelle. Und nach unten. Auf der Landkarte. Bamberg ist das Ziel der nächsten Busreisen der Bonner Basketballer. Und das nicht zum Spaß: „Wir haben neun Monate gekämpft. Jetzt wollen wir Bamberg auch schlagen“, sagt Florian Koch. Dass dazu in allen Spielen eine perfekte Leistung notwendig ist, weiß jeder im Team.

Los geht es am Samstagnachmittag. Während in der Heimat Rhein in Flammen beginnt, soll in Franken ein Bonner Feuerwerk gezündet werden. Aber nicht nur in der Offensive müssen die Baskets über sich hinaus wachsen. Vor allem in Sachen Verteidigung gilt es, die Ladung eines ganzen Betonmischers auf dem Bamberger Parkett zu lassen. Am kommenden Mittwoch steht Spiel zwei an – im heimischen Telekom Dome. Hochball ist dann um 20.30 Uhr.