Auf dem Weg in die ChampionsLeague

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Die Telekom Baskets stehen mit einem Bein in der ChampionsLeague. Am Abend gewannen die Bonner deutlich mit 90:70 beim finnischen Vertreter Kataja Basket. Drei Viertel lang waren die Baskets überhaupt nicht zu stoppen. Gegen Ende ließen sie die Hausherren dann doch noch etwas rankommen. Dennoch geht das Team von Chefcoach Predrag Krunic als haushoher Favorit ins Rückspiel am kommenden Montag.

Nach den Querelen der Anreise war es ein Blitzstart der Baskets, der so kaum zu erwarten gewesen sein dürfte. Nach knapp zwei Minuten lagen sie schon zweistellig vorne. Die Hausherren wurden förmlich an die Wand gespielt und standen ein ums andere Mal staunend da, wenn die Bonner ihnen keine Chance ließen. Offensiv gelang Kataja so gut wie nichts, die Gäste vom Rhein dagegen legten vor allem auch von außen eine starke Leistung aufs Parkett.

Dabei verteilte Coach Krunic die Spielzeit das ganze Spiel über sehr ausgeglichen. Heraus stachen Yorman Polas Bartolo, der fast 33 Minuten auf dem Feld stand und Julian Jasinski, der keine einzige Minute sah. Auch Malcolm Hill wurde noch nicht eingesetzt. Alle anderen Spieler lagen in einem ähnlichen Bereich. Polas Bartolo nutzte seine Spielzeit und schwang sich zum besten Spieler der Baskets auf. 14 Punkte und zwölf Rebounds standen am Ende hinter seinem Namen im Statistikbogen.

Auf die Bremse trat nach dem überzeugenden Sieg allerdings Coach Krunic: „Auch wenn das Spiel vorbei ist, war das insgesamt nur eine Halbzeit. Der zweite schwere Test steht uns am Montag daheim bevor“, so Krunic nach dem Schlusspfiff. „Wir haben in den ersten 30 Minuten eine gute Verteidigung gezeigt, doch Kataja Basket hat dann nochmals klargemacht, warum sie Badalona geschlagen haben. Jetzt gilt es für uns alle – das Team gemeinsam mit den Fans – am Montag bereit zu sein.“

Folgerichtig wird er die Zeit bis zum Montagabend mit seiner Mannschaft nutzen. Um 20 Uhr steht dann das Rückspiel im Telekom Dome an. Allerdings sollte es mit mindestens einem Teufel zugehen, sollten sich die Baskets den Einzug in die ChampionsLeague am Montag noch nehmen lassen. Kurz nach dem Abpfiff heißt es dann auch schon wieder Vorbereitung auf das erste BBL-Spiel. Am Mittwoch kommt dann Ulm in den Telekom Dome.

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Die Baskets sind komplett

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Das fehlende Puzzleteil ist gefunden: Die Telekom Baskets haben Malcolm Hill verpflichtet. Der Amerikaner spielte zuletzt einige Monate auf den Philippinen. Vorher war der Rookie vier Jahre lang an der University of Illionis. Sportmanager Michael Wichterich spricht von einem Spieler, der „aus einem guten Basketball-College-Programm“ kommt.

„Mit Malcolm Hill vervollständigt ein mit vielen Fähigkeiten ausgestatteter Spieler unser Team“, so Wichterich weiter. „Er ist sowohl aus der Distanz gefährlich, kann aber auch dynamisch und mit einer guten Ballsicherheit den Korb attackieren. Mit ihm sind wir auf den Außenpositionen maximal variabel.“

Trotz seiner erst 21 Jahre ist auch Headcoach Predrag Krunic von seinem Neuzugang überzeugt. Er sei sicher, „dass Hill unsere Optionen im Team deutlich erweitert. Malcolm ist ein athletischer Spieler mit ausgeprägten Allround-Fähigkeiten und passt in unser System und Team. Mit 21 Jahren ist er sehr jung, weshalb wir ihn behutsam entwickeln werden“, so Krunic.

Wann Hill in Bonn ankommt, ist noch nicht ganz klar. Man gehe davon aus, dass er bis zum Wochenende auf dem Hardtberg eintreffen werde, heißt es vom Verein.

Licht und Schatten in Frankfurt

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Bei den Telekom Baskets läuft die Vorbereitung auf die neue Spielzeit auf Hochtouren. Am Wochenende standen in deren Rahmen zwei Spiele in Frankfurt an – einmal gegen die Antwerp Giants und einmal gegen die heimischen Skyliners. Gegen den belgischen Vertreter konnten die Männer von Coach Krunic gewinnen, gegen die Hausherren in der Basketball-City Mainhatten setzte es eine knappe Niederlage.

Gegen Antwerpen erstmals im Einsatz war Ron Curry. Von seinem Muskelfaserriss genesen, zeigte der Amerikaner gleich, dass auch er ein wichtiger Teil des Teams werden könnte. 15 Punkte bei drei Dreiern legte er auf und hatte damit erheblichen Anteil am Sieg gegen starke und vor allem bissige Belgier. Überragend war allerdings Julian Gamble. Der Bonner Center dominierte die Bretter und sammelte 21 Punkte und 15 Rebounds.

Diese Leistung konnte er am Sonntag nicht wiederholen. Auch Curry musste wieder aussetzen. Er wurde nach der Verletzungspause geschont. Dafür konnte Jordan Parks wieder normal eingesetzt werden. Er hatte am Samstag einen Schlag aufs Knie bekommen und war danach vorsichtshalber nicht mehr eingewechselt worden. Und, ebenfalls wie gegen Antwerpen, mussten die Baskets auch gegen Frankfurt einem zwischenzeitlichen Rückstand hinterherlaufen – und schafften das auch. Am Ende zogen sie dennoch den Kürzeren.

Chefcoach Predrag Krunic war mit der Leistung seiner Mannschaft an den beiden Tagen dennoch nicht unzufrieden: „Es war insgesamt ein sehr gutes Testspiel-Wochenende mit einer Partie gegen eine physisch auftretende Frankfurter Mannschaft. Wir hatten am Ende gar noch die Chance auf den Sieg, haben aber leichte Punkte liegen lassen. Jetzt geht es für uns darum, mit einem vollen Kader weiter zu arbeiten und dann den Feinschliff für die anstehende Champions League-Qualifikation voranzutreiben.“

Der Coach spricht dabei schon an, dass er bald einen weiteren Zugang zu seiner Trainingsgruppe erwartet. Nemanja Djurisic ist mit seiner Nationalmannschaft aus der Europameisterschaft ausgeschieden. Die Montenegriner scheiterten an Lettland. Djurisic wird jetzt zügig nach Bonn reisen und dann bald im Training erwartet. Ob er schon bei der Präsentation der Mannschaft am Mittwoch auf dem Friedensplatz dabei ist, ist aktuell noch nicht ganz klar. Beim Vorbereitungsturnier in Brüssel am kommenden Wochenende soll er aber auf jeden Fall dabei sein.

Jordan Parks und Ron Curry kommen nach Bonn

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Die Telekom Baskets haben ihre ersten ausländischen Neuverpflichtungen getätigt. Vom italienischen Zweitligisten Pallacanestro Alma Trieste wechselt Jordan Parks auf den Hardtberg. Der Amerikaner unterschrieb einen Vertrag für eine Spielzeit. Zuletzt hatte der Power Foward mit seinem Team das Finale der Playoffs in Italiens zweiter Liga erreicht. Er sorgte in der abgelaufenen Saison für 14,3 Punkte und 7,4 Rebounds. Außerdem verpflichteten die Bonner Ron Curry. Der 23-Jährige spielte zuletzt in Novo Mesto in der slowenischen Liga.

Der ebenfalls 23-jährige Parks stand bis Anfang vergangener Woche noch in der Finalserie auf dem Parkett. Im Anschluss an die gegen Virtus Bologna errungene Vizemeisterschaft reiste Parks für ein Kennenlernen nach Bonn – und hinterließ dabei einen bleibenden Eindruck. „Wir haben ihn während der Playoffs ohne sein Wissen vor Ort in Augenschein genommen, wollten ihn im Anschluss aber unbedingt auch einmal nach Bonn einladen“, erklärte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich. „Dabei hat Jordan sich als außerordentlich offener, sympathischer und an unseren Strukturen interessierter Typ gezeigt. Als einer, der die Telekom Baskets Bonn national wie international mit viel Engagement und Ehrgeiz repräsentieren wird.“

Der Amerikaner selbst hofft auf einen Karrieresprung in Bonn: „Ich freue mich darauf, Teil des Programms der Telekom Baskets Bonn zu werden. Ich denke, dass ich dem Team mit meinen Fähigkeiten helfen kann, Spiele zu gewinnen, aber in Bonn gleichzeitig auch den nächsten Entwicklungsschritt machen kann.“

Ron Curry hat seine erste professionelle Spielzeit in Europa hinter sich gebracht. Der Guard sorgte für 12,1 Punkte und holte 3,1 Rebounds. Dazu gab er im Schnitt 2,5 Assists. Damit hat er Headcoach Predrag Krunic beeindruckt. Wichtig soll er aber vor allem in der Defensive werden: „Mit Ron stößt ein junger Spieler zu uns, der in seiner Rookie-Saison als Profi gezeigt hat, dass er beide Guard-Positionen besetzen kann. Für uns wird er primär als starker Verteidiger und sicherer Schütze auftreten, soll darüber hinaus aber auch den Spielaufbau unterstützen.“

Bittere Pleite gegen Braunschweig

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Pfiffe gegen die eigene Mannschaft gab es im Telekom Dome selbst in der vergangenen Saison nur selten. Nach der Pleite gegen den Tabellenvorletzten aus Braunschweig waren die Unmutsbekundungen der Bonner Anhänger dagegen nicht zu überhören. Vorausgegangenen war eine Leistung der Telekom Baskets, die vor allem in der Defensive keinen Sieg verdient gehabt hätte. Folgerichtig stand am Ende ein 91:93 auf der Anzeigetafel.

Zu keiner Zeit war es den Hausherren gelungen, Braunschweigs Center Geoffrey Groselle in den Griff zu bekommen. Nach Belieben dominierte er unter den Brettern und ließ sowohl Julian Gamble, als auch Filip Barovic ein ums andere Mal reichlich alt aussehen. Vom jungen Johannes Richter mal ganz zu schweigen. Apropos schweigen: Auch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel herrschte weitgehend Sprachlosigkeit. Viel mehr als „Wir haben einfach schlecht verteidigt“ war weder Yorman Polas Bartolo, noch Chefcoach Predrag Krunic zu entlocken.

Genau das soll am Dienstagabend besser werden. Dann treten die Baskets beim schwedischen Meister an. Mit einem Sieg wäre der Einzug in die nächste Runde des Europapokals perfekt. Im Heimspiel gewannen die Baskets mit 85:76. Auch in der Vorbereitung hatten sie die Södertälje Kings im polnischen Torun besiegt – damals mit 76:63.

Nach Hagen ist vor Europa

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Es war der erwartbare Pflichtsieg für die Telekom Baskets, aber er war hart erkämpft. Finanziell gebeutelte Hagener verlangten den Hausherren alles ab, so dass sich die Bonner erst weit in der zweiten Hälfte in Richtung Siegerstraße aufmachen konnten. Grund dafür war eine Mannschaftsleistung, die auch die bekannt wilde Hagener Taktik am Ende zunichte machen konnte. Angeführt von Konstantin Klein, Ryan Thompson und einem überragenden Filip Barovic (24 Pkt.) marschierte das Bonner Team so lange, bis der Hagener Widerstand zwar nicht erstarb, ihm aber zumindest aufgrund schwindender Kräfte der Saft ausging.

Für eine Schrecksekunde sorgte Thompson, als er mit dem linken Knöchel umknickte und vom Parkett humpelte. Nach kurzer Behandlung schickte ihn die medizinische Abteilung aber wieder aufs Feld. „Nichts Schlimmes“, twitterte der Bonner Topscorer später. Laut Verein befindet er sich „in umfassender medizinischer und physiotherapeutischer Behandlung“. Ob Thompson am Dienstagabend bei der Bonner Europe Cup-Premiere auflaufen kann, werde kurzfristig entschieden. Gleiches gilt für Yorman Polas Bartolo, der gegen Hagen wegen eines ausgekugelten Fingers geschont wurde.

Verzichten muss Coach Predrag Krunic gegen die Södertälje Kings definitiv noch auf Ken Horton. Und das, obwohl der Amerikaner sich am Abend via Facebook fit meldete. Beim Spiel gegen Jena am Sonntag sei er auf jeden Fall wieder dabei, so Horton. Damit neigt sich die Zeit in Bonn für seinen zwischenzeitlichen Ersatz Ojars Silinš dem Ende entgegen. Zwar überzeugt er mit starken Leistungen und einer unglaublichen Ruhe. Eine Weiterverpflichtung des Letten bezeichnete Sportmanager Michael Wichterich aber schon früh als „nicht sinnvoll“.