Horton, Gamble, Mayo und Mutti

© Sebastian Derix

Wenn Mutti zu Besuch ist, ist immer was los. So auch dieses Mal. Die dreiunddrölfzigste Auflage der Mutter aller Spiele – dem ewigen Duell zwischen den Telekom Baskets und ALBA Berlin – geriet einmal mehr zu einem wahren Spektakel. Das ging schon mit dem ersten Angriff los, als Yorman Polas-Bartolo mit einem Putback-Dunk zeigte, wo es an diesem Nachmittag lang gehen sollte. Wäre auf dem Hardtberg in diesen Minuten ein Feuer ausgebrochen, es hätte verheerende Folgen gehabt. Die Feuerwehr war im Telekom Dome zu Gast und überrannte die Gäste aus der Hauptstadt förmlich.

Oberbrandmeister war an diesem Sonntag Ken Horton. 31 Punkte legte der Amerikaner auf. Mutti wäre vor Stolz geplatzt, hätte sie nicht noch ausreichend andere Kinder zu loben. Josh Mayo und Julian Gamble lieferten jeweils ein Double-Double ab. Ojars Silins war genau dann da, als er gebraucht wurde. Und Yorman Polas-Bartolo biss einmal mehr in der Verteidigung jedem in die Waden, der Mutti zu Nahe kommen wollte.

ALBA fand einfach kein Mittel. Zu sehr hatte man sich darauf konzentriert, Topscorer Ryan Thompson aus dem Spiel zu nehmen, bestätigte auch Bonn-Rückkehrer Tony Gaffney nach dem Spiel. Für ihn war es ein eher durchwachsenes Spiel. Genau wie für Bonns Neuzugang Jamarr Sanders. Ihm merkte man an, dass er seit Monaten keine Wettkampfpraxis mehr sammeln durfte. Er mühte sich redlich. Zumindest war er kein Fremdkörper. Die Hoffnung, dass er sich zeitnah in die Familie eingliedern kann, ist da.

Am Ende stand ein überragender 95:72-Sieg für Mutti und die Jungs vom Hardtberg. Das Ergebnis reicht für die direkten Vergleiche in den kommenden drei Spielzeiten. Auf dem Weg in die Playoffs war das ein Meilenstein. Mit Muttis Hilfe könnte es sogar wieder zu einer Platzierung reichen, die nicht gleich Bamberg, Bayern und Ulm auf den Spielplan setzen würde. Bis das aber Realität wird, gibt es noch einiges zu tun. Mit einer Leistung wie im ALBA-Spiel stehen die Chancen aber nicht ganz schlecht.

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Baskets und Silas gehen getrennte Wege

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets und Xavier Silas gehen ab sofort getrennte Wege. Wie der Verein bekannt gab, habe man sich einvernehmlich auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Sowohl Spieler, als auch Verein, hätten eine Erwartungshaltung gehabt, denen keiner von beiden gerecht werden konnte. Silas war im Sommer als letzter Spieler (vor der Nachverpflichtung von Jimmy McKinney) an den Rhein gewechselt. Er kam in fünf Bundesliga- und vier Eurocupspielen zum Einsatz.

„Manchmal funktionieren die Dinge nicht wie geplant. Wir haben uns daher gemeinsam in den letzten beiden Tagen dafür entschieden, nicht mehr zusammenzuarbeiten. Im Namen der Baskets bedanke ich mich bei Xavier für sein Engagement und sein tadelloses Verhalten auf wie abseits des Parketts. Wir wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft.“ sagte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich.

Einzig in der Partie gegen Bayern München konnte Silas seinen eigenen hohen Erwartungen gerecht werden. Mit 19 Punkten, dabei vier von sechs Dreiern, hatte er einen großen Anteil am Sieg der Bonner in der bayerischen Hauptstadt. Nach der Rückkehr von Michal Chylinski ins Team war der Amerikaner aber nur noch einmal eingesetzt worden – bei der Niederlage der Baskets in Nanterre.