Eine weitere Spielzeit in den Büchern

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Das war sie also, die Saison der Telekom Baskets. Mit der Abschlussfeier im Foyer des Telekom Domes ist auch der letzte halbwegs offizielle Termin für Mannschaft, Staff und Anhängerschaft ohne größere Unfälle über die Bühne gebracht. In den nächsten Tagen werden sich die Spieler in alle Windrichtungen verteilen. Vorher wurden und werden noch Saisonabschluss- und eventuell erste Sondierungsgespräche für die kommende Spielzeit geführt. Mit wem, darüber kann trefflich spekuliert werden. Sicher ist, wie im Basketball häufig, dass nur wenige Spieler einen Vertrag für die nächste Saison haben. Im Fall der Baskets sind das Yorman Polas-Bartolo, Konstantin Klein und Johannes Richter.

Kein schlechter (deutscher) Grundstock, um ein Team herum zu basteln. Und doch scheint etwas zu fehlen. Oder jemand. Die Rede ist natürlich von Florian Koch. Urgestein, Eigengewächs, Inventar. Flo war eigentlich immer da. Ob das auch in der kommenden Saison noch so sein wird, darf zumindest bezweifelt werden. Zwar ist er Bonner mit ganzem Herzen, mit den Baskets seit der Jugend verbunden und seit Jahren eine feste Konstante in der ersten Mannschaft. Mit der Entwicklung seiner Spielzeit in der abgelaufenen Saison kann er aber sicher nicht zufrieden sein. Da stellt sich dann irgendwann tatsächlich die Frage nach dem Propheten im eigenen Land. Muss er vielleicht in die weite Welt hinaus, um endlich Spielzeit zu sehen?

Für die Bonner Anhänger wäre es ein Verlust, das machten sie am letzten Spieltag mehr als deutlich. Auch Flo wird sich schwer tun, die Heimat zu verlassen. Das war ihm ebenfalls anzusehen. Den Entschluss kann er derweil nur alleine treffen – allenfalls noch mit seinem engsten Umfeld. Es wird vermutlich nicht viel weniger als eine Grundsatzentscheidung: In Bonn bleiben und (endgültig) zur „Legende“ bei den Fans werden, oder doch den Schritt wagen und darauf hoffen, bei einem anderen Club mit mehr Spielzeit Stufe für Stufe die Karriereleiter hinauf zu klettern. Beide Entscheidungen könnte man nachvollziehen. Möge er die treffen, mit der er glücklich werden kann.

Dauer(b)renner Mayo verletzt

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Die Enttäuschung nach der Niederlage der Telekom Baskets gegen Brose Bamberg am späten Mittwochabend hielt sich in Grenzen. Zu dominant war der Deutsche Meister, zu realistisch sind auch die Bonner Fans. Sie können einordnen, dass der Sieg in Spiel eins an eine Sensation grenzte und es in der Serie schwer werden würde, diese Leistung zu wiederholen. Bamberg hätte einen ähnlich miesen Tag erwischen müssen, wie am vergangenen Samstag, Bonn dagegen einen Sahnetag in Angriff und Verteidigung.

Dass damit nicht zu rechnen war, war vermutlich jedem im Telekom Dome klar. Als dann nach knapp 25 Minuten auch noch Josh Mayo verletzt ausgewechselt werden musste, wurde klar, dass es an diesem Abend um Schadensbegrenzung gehen würde. Am Ende stand ein 87:71 für die Gäste auf der Anzeigetafel. Die Hausherren wurden trotzdem gefeiert. Auch Mayo, der noch etwas unrund durch die Halle stakste. Eine Verletzung im hinteren Oberschenkel sorgte dafür, dass sein aufrechter Gang etwas eingeschränkt war.

Am Donnerstagmorgen war der Spielmacher zur MRT-Untersuchung beim Arzt. Ein Ergebnis soll im Laufe des Tages bekannt werden. Ein Einsatz im dritten Playoff-Viertelfinale am Sonntag in Bamberg ist zumindest fraglich. Sollte Mayo ausfallen, würde Jamarr Sanders für ihn einspringen. Der Amerikaner kam erst im Laufe der Saison zu den Baskets und konnte bisher nur bedingt nachweisen, dass er eine Verstärkung ist. Am Sonntag wäre ein guter Zeitpunkt für eine Leistungsexplosion. Viel weniger dürfte nicht nötig sein, um den Bonner Traum vom Halbfinale aufrecht zu erhalten.

 

UPDATE MAYO: Das MRT hat laut Verein kein eindeutiges Ergebnis ergeben. Mayo wird jetzt durch die physiotherapeutische und die osteopathische Abteilung weiter eingehend untersucht und behandelt. Ein Einsatz am Sonntag ist deshalb weiterhin fraglich.

Baskets entführen den Heimvorteil

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Ach übrigens, es steht 1:0 – so hieß es vor fast genau fünf Jahren, als die Telekom Baskets zuletzt in eine Playoff-Serie gegen Brose Bamberg ging. Am Ende stand es 3:1 für den damaligen und aktuell amtierenden Deutschen Meister. Dennoch schafften die Bonner seinerzeit eine Art Sensation. Nicht viel weniger gelang am vergangenen Samstag – ebenfalls gegen und in Bamberg – im ersten Spiel der diesjährigen Viertelfinalserie.

Mit 93:92 fügten die Baskets den Hausherren eine empfindliche Niederlage zu. Nach dem eher schwachen Ende der regulären Saison eine Energieleistung, die den Männern von Coach Predrag Krunic nur die absoluten Experten zugetraut hatten. Josh Mayo geriet dabei zum Dauerbrenner und -renner. Ohne Pause ackerte der kleine Bonner Aufbauspieler, sammelte in 40 Spielminuten 25 Punkte und gab zudem neun direkte Korbvorlagen. Stark agierten aber auch alle anderen Baskets, die Zeit auf dem Parkett verbringen durften.

Jetzt ist vor allem Regeneration angesagt. Die Starting Five musste im Schnitt rund 33 Minuten Vollgas geben. Schon am Mittwoch kommt der Meister in den Telekom Dome. Er wird Spiel 2 sicher nicht einfach abschenken wollen. Durch den Sieg haben die Baskets allerdings vorerst den Heimvorteil geklaut. Jetzt sind auch die Bonner Anhänger gefragt. Der Telekom Dome muss wie ein Mann hinter dem Team stehen, damit das Heim tatsächlich zum Vorteil wird. Wenn das klappt, heißt es vielleicht am Mittwoch: Ach übrigens, es steht 2:0.

Den Blick nach oben. Und unten.


Es hat ein paar Tage gedauert, die Niederlage der Telekom Baskets gegen Oldenburg und den damit verpassten fünften Platz in der Bundesliga-Endabrechnung zu verdauen. Zu ärgerlich war die Heimpleite. Und gleichzeitig so wenig notwendig. Dem Rückstand aus den ersten Minuten rannten die Bonner ein ganzes Spiel lang hinterher. Rickey Paulding hatte dafür gesorgt. Immer wieder stand Mr. Oldenburg frei und ließ die Kugel von jenseits der Dreierlinie fliegen. Und landen. Das taten schlussendlich auch die Hausherren. Auf dem harten Parkett der heimischen Spielstätte.

Inzwischen sind sie wieder aufgestanden. Die Krone gerichtet, die Niederlage in den Ordner „Giftschrank“ abgeheftet. Jetzt geht der Blick nach oben. In der Tabelle. Und nach unten. Auf der Landkarte. Bamberg ist das Ziel der nächsten Busreisen der Bonner Basketballer. Und das nicht zum Spaß: „Wir haben neun Monate gekämpft. Jetzt wollen wir Bamberg auch schlagen“, sagt Florian Koch. Dass dazu in allen Spielen eine perfekte Leistung notwendig ist, weiß jeder im Team.

Los geht es am Samstagnachmittag. Während in der Heimat Rhein in Flammen beginnt, soll in Franken ein Bonner Feuerwerk gezündet werden. Aber nicht nur in der Offensive müssen die Baskets über sich hinaus wachsen. Vor allem in Sachen Verteidigung gilt es, die Ladung eines ganzen Betonmischers auf dem Bamberger Parkett zu lassen. Am kommenden Mittwoch steht Spiel zwei an – im heimischen Telekom Dome. Hochball ist dann um 20.30 Uhr.

Zurück in der Spur

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Mit einer beeindruckenden Leistung haben sich die Telekom Baskets in der easyCreditBBL zurück gemeldet. Durch einen ungefährdeten 102:85-Sie bei den Giessen 46ers sicherte sich das Team von Cheftrainer Predrag Krunic zudem die Playoff-Teilnahme. Nach einem Jahr Abstinenz sind die Bonner damit wieder da, wo sie nach eigenem Selbstverständnis hin wollen – und das zum 18. Mal in der 21-jährigen Bundesligageschichte des Vereins.

Nach zuletzt drei Niederlagen dominierten die Baskets in Gießen von Beginn an. Kapitän Josh Mayo hielt früh die Zügel straff in der Hand, Ryan Thompson zeigt erstmals seit seiner Verletzung, wie wichtig er für die Mannschaft sein kann und gegen Julian Gamble war unter keinem der Körbe in der Gießener Sporthalle Ost auch nur der Hauch eines Krauts gewachsen. Nach einer stimmungsvollen Verabschiedung ihres Trainers Denis Wucherer, war es um die festliche Stimmung in Gießen schnell geschehen. Wen auch immer Wucherer aufbot, Bonn hatte stets die bessere Antwort.

Drei Viertel lang gaben die Baskets Vollgas. Dann begann Coach Krunic, seinen wichtigsten Spielern längere Pausen zu gönnen. Schonung war angesagt für das letzte reguläre Saisonspiel am kommenden Montag. Gegen Oldenburg geht es um Platz fünf. Gewinnen die Baskets, heißt der Gegner in der ersten Playoff-Runde Bayreuth. Verliert Bonn, landet das Team in der Endabrechnung auf Platz sieben. Damit würden die Baskets einmal mehr auf Bamberg treffen. Sicher die deutlich unangenehmere Aufgabe.

Baskets stolpern auch gegen Göttingen

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Hätte man sich vor dem Spiel der Telekom Baskets am Sonntagnachmittag einen Spieltag malen dürfen, er hätte vermutlich ziemlich so ausgesehen, wie er es tatsächlich tat. Alle, aber auch wirklich alle direkten Konkurrenten um die Playoff-Plätze, unter anderem auch um den begehrten Platz fünf, waren gestrauchelt und hatten ihre Spiele verloren. Es war eine Art Elfmeter ohne Torwart, den die Baskets nur noch verwandeln mussten. Das ging schief. Hätte der Telekom Dome kein Dach, der Ball wäre vermutlich irgendwo in der Innenstadt runter gekommen, so dermaßen hatten sie das Tor verfehlt.

Es lief von Anfang an nicht viel zusammen bei den Bonnern. Sie wirkten gehemmt. Es schien, als kämen sie mit dem Druck, Platz fünf unbedingt erreichen zu wollen, nicht klar. Es mangelte an Konzentration und Genauigkeit in vielen Aktionen. Der Einsatz war bei den meisten Spielern da, er lief nur viel zu häufig ins Leere. Das Teamspiel, dass die Mannschaft vor allem in engen Phasen in dieser Saison ausgezeichnet hatte, scheint irgendwann in der Schlussphase des verlorenen Europe Cup-Halbfinales abhanden gekommen zu sein. Zu viele Einzelaktionen prägten die Crunchtime. Die meisten waren nicht erfolgreich. Bonn stolperte einmal mehr.

Dass die Baskets mal wieder an der ein oder anderen Linie schwächelten, kam zum ohnehin anwesenden Übel dazu. Aus dem Dreipunktland fiel gerade einmal ein Viertel der Würfe auch in den Korb. Und auch die 69 Prozent Freiwurfquote trugen nicht gerade zur Sicherheit der Schützen bei. Und so wurde die Entscheidung über den Einzug ins Viertelfinale vertagt. Die schon vorher angepriesenen Playoff-Shirts mussten in den Kartons bleiben. Das große Zittern droht. In Gießen am Freitagabend und am kommenden Montag gegen Oldenburg stehen echte Endspiele an.

Es wird Zeit, dass das Team sich wieder findet. Sich und die Ruhe, die es schon mehrfach in wichtigen Spielen ausgezeichnet hat. Die fünf muss aus dem Kopf. Wichtig ist, den Einzug in die Playoffs zu sichern. Dass dabei, im Idealfall, ebenjener fünfte Platz herausspringt, wäre ein Zubrot. Er sollte allerdings vorerst aus den Köpfen der Spieler verbannt werden. Julian Gamble sagte nach dem Spiel, das Team sei bereit. Den Nachweis können er und seine Mitspieler am Freitag erbringen.

Das war nix

© Sebastian Derix

Ostern. Das dickste Ei selbst ins Nest gelegt. Vergeblich nach der Defense gesucht. All das spare ich mir an dieser Stelle. Ein einfaches: „Das war nix“ soll es auch tun. Die Telekom Baskets haben auch das Rückspiel gegen Braunschweig verloren. Im Kampf um Platz fünf ein herber Rückschlag, auch wenn die Bonner es noch immer selbst in der Hand haben, die Platzierung zu halten. Mit drei Siegen aus den noch anstehenden drei Spielen wäre das der Fall. In der Form von Ostermontag eine Herkulesaufgabe. Die scheint es auch zu sein, Ryan Thompson seine Beckenprellung auszutreiben. Einmal mehr musste der Amerikaner aussetzen. Für ihn stand Jamarr Sanders im Kader.

Das Spiel selbst begann kurios. Braunschweig warf und traf nur von außen, Bonn nur von innen. In abgeschwächtem Ausmaß blieb das auch für den Rest der Spiels der Fall. Auf Seiten der Baskets fielen zu wenige Distanzwürfe – und Distanz meint in dem Fall auch die Freiwurflinie (30%/64%). Die Hausherren hingegen gingen mit der 60%-Quote aus dem Dreipunktland und einer 77-prozentigen solchen von der Linie aus der Partie.

Bonn rannte folgerichtig fast das ganze Spiel einem Rückstand hinterher. Irgendwann setzte sich der Frust durch. Und die Erkenntnis, dass mit einer solch schwachen Leistung nichts zu holen sein würde. Allein, ein möglicher Leistungsschub schien nicht in Frage zu kommen. Der BasketsSpirit, der gerade dieses Team fast die komplette Saison ausgezeichnet hatte, war irgendwo auf der A2 im Stau stecken geblieben. Was blieb waren Durchhalteparolen. „Die nächsten drei Spiele müssen gewonnen werden.“ Richtig.