Zweiter Frankfurter wechselt an den Rhein

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Nach Johannes Richter haben die Telekom Baskets einen weiteren Spieler aus dem letztjährigen Team der Fraport Skyliners verpflichtet. Nationalspieler Konstantin Klein wechselt nach Bonn. Er hat einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben, den sowohl er, als auch der Verein nach zwei Jahren kündigen können. Zusammen mit Josh Mayo soll Klein die Arbeit auf der Position 1 übernehmen.

„Zwei sehr unterschiedliche Spielertypen für unterschiedliche Spielsituationen“, sagte Baskets-Cheftrainer Silvano Poropat nach der Verpflichtung, „das gibt uns viele Möglichkeiten.“ Auch Sportmanager Michael Wichterich betonte, dass die neue Mannschaft vor allem variabel aufgestellt sei und Klein „ein weiteres Puzzlestück bei der Umsetzung von Coach Poropats Grundphilosophie bei der Teamkomposition ist: maximale Flexibilität.“

Mit der Verpflichtung Kleins stehen jetzt fünf Spieler mit deutschem Pass in Reihen der Baskets. Das eröffnet für spätere Nachverpflichtungen neue Möglichkeiten. Michael Wichterich: „Dadurch, dass wir zu Beginn nicht alle Ausländerspots besetzt haben, bleiben wir im Saisonverlauf maximal flexibel und können in alle Richtungen optimal reagieren, ohne mit der Deutschenquote in Konflikt zu geraten.“

Für die noch unbesetzte zweite Position des Power Forwar wird dennoch wohl ein ausländischer Spieler verpflichtet. Und auch hier wird gelten: „positionsvariabel“. Coach Poropat: „Yorman Polas Bartolo kann mehrere Positionen spielen, ebenso TJ DiLeo, Florian Koch, Konstantin Klein und Josh Mayo oder Ryan Thompson. Da haben wir je nach Gegner und Tagesform viele Möglichkeiten zu variieren.“

Konstantin Klein freut sich auf seine neue Aufgabe: „Ich werde für so einen traditionsreichen Club wie Bonn alles tun, um ihm zu helfen, wieder eine erfolgreiche Saison zu spielen.“ Nach den Gesprächen mit Coach Poropat habe er den Eindruck, „an den richtigen Ort zu kommen, um auch für mich selbst den nächsten Schritt zu machen“.

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Man will nicht mehr hingucken

© Sebastian Derix

Mehr aus dem Zweierbereich und weniger aus dem Dreipunktland wollten sie schießen – das hatte Telekom Baskets-Trainer Carsten Pohl vor drei Tagen nach der Heimpleite gegen Gießen gesagt. Das hat geklappt. Das war dann aber auch schon fast alles, was die Bonner in Hagen auf die Kette bekamen. Vier von 22 Dreier, fünf magere Offensivrebounds, im Vergleich zu 17 beim Gegner. Schon allein die nackten Zahlen zeigen, dass auch zum Jahreswechsel noch unheimlich viel Arbeit vor Team und Trainer liegt.

Routinier Tadas Klimavicius fehlt an allen Ecken und Enden, Neuzugang Langston Hall verteilte zwar neun Assists, ansonsten gähnt sein Statistikbogen aber fast vor Leere. Jimmy McKinney fiel in Hagen eigentlich nur durch Fouls und Meckern auf und die Youngster Robin Lodders und Valentin Blass sind mit der Lage einfach überfordert. Andrej Mangold ist weiter angeschlagen und kann in dieser Verfassung auch nur bedingt helfen. Man will einfach nicht mehr hingucken.

Und jetzt auch noch Bamberg. Am Sonntag müssen die Baskets ins Frankenland. Von einer weiteren Klatsche ist auszugehen. Die wäre auch möglich, wenn die Bonner nicht 16 ihrer letzten 17 Spiele in den Sand gesetzt hätten. Oberstes Ziel muss sein, die nächsten drei Tage ohne weitere Verletzte zu überstehen. Dann kommt der AllStar-Break mit zwei Wochen ohne Spiel. In dieser Zeit soll dann endlich auch der erhoffte Ersatz-Center kommen. Bis zum 10. Januar solle der in Bonn sein. Wer es ist, ist derweil nach Vereinsangaben noch unklar. Man habe drei Kandidaten in den engeren Kreis aufgenommen, sagte der Trainer in Hagen. Unterschrieben sei da aber noch nichts.

Zuletzt geisterte der Name Yancy Gates durch die sozialen Medien. Der Amerikaner ist vor rund zwei Wochen in China entlassen worden. 15,3 Punkte und 8,1 Rebounds hatte er dort im Schnitt verzeichnet. Zuvor war der 26-Jährige in Israel, Puerto Rico und Litauen unterwegs.

 

Pohl nicht mehr Co-Trainer

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Carsten Pohl wird in der kommenden Saison nicht mehr als Co-Trainer der Profimannschaft der Telekom Baskets fungieren. Das teilte der Verein heute mit. Pohl, der drei Jahre lang an der Seite von Michael Koch und Mathias Fischer die erste Mannschaft der Baskets betreute, konzentriert sich in Zukunft komplett auf seine Arbeit als Sportlicher Leiter des Telekom Baskets Bonn e.V. – er bleibt dem Bonner Programm also erhalten.

Pohl war seit 2012 neben seinem Job als Sportlicher Leiter auch als Co-Trainer der Profis tätig. Die Zusammenarbeit zwischen dem Jugendbereich und der ersten Mannschaft wurde so deutlich intensiviert. Immer intensiver wurde dabei aber auch der Zeitaufwand. Das war vermutlich auch einer der Gründe für Pohl, sich jetzt ganz auf die Jugendarbeit zu konzentrieren. Wer seinen Platz an der Seite von Chefcoach Mathias Fischer einnimmt, ist bisher noch nicht klar.

Nachwuchs-Center seit ein paar Tagen in Bonn

Seit zehn Tagen steht das Team der Telekom Baskets, die zweite Trainingswoche der neuen Saison ist angebrochen. Viel Grundlagentraining, Kondition, dazu PR- und Fototermine. Preseason ist nicht der größte Spaß in der Karriere eines Profi-Basketballers. Da inzwischen aber zumindest auch mit dem Ball gearbeitet wird, geht es zumindest nicht nur um den konditionellen Unterbau des Körpers.

Die Mannschaft an sich ist komplett, das hatten die Baskets in der vorvergangenen Woche mitgeteilt. Mit einem Vertrag wurde jetzt aber noch ein weiterer Spieler ausgestattet. Das Online Magazin Courtreview und das Portal sportando vermeldeten den Wechsel von Tony Wroblicky an den Rhein. Seine Uni (American University, Washington D.C.) in den USA hatte auf ihrer Webseite bekanntgegeben, dass der 2,08m-Center künftig in Bonn spielen werde.

Der Amerikaner befindet sich bereits seit einigen Tagen in Deutschland und soll in Bonn auch mit der Bundesligamannschaft trainieren. Spielpraxis wird er in erster Linie in der zweiten Mannschaft sammeln. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Wroblicky, der auch einen litauischen Pass besitzt, im EuroCup zumindest den Kader auffüllt, heißt es vom Verein.

Tony Wroblicky ist an seiner Uni im vergangenen Jahr zum besten männlichen Studierenden (-sportler) gewählt worden. Er brachte es bei rund 32 Minuten Spielzeit auf 12,2 Punkte, 7,2 Rebounds, 3 Assists und 1,8 Blocks im Schnitt. Der 22-Jährige bringt 104 Kilogramm auf die Waage. Laut seiner Uni soll er in Bonn Erfahrungen im professionellen europäischen Basketball sammeln.

Der Center freut sich auf die Aufgabe in Deutschland: „In der Vergangenheit hätte ich nie gedacht, dass ich einmal meinen Lebensunterhalt mit dem Basketball bestreiten könnte, deshalb bin ich extrem dankbar, dass es jetzt soweit ist … egal wie lange es sein wird.“ Vor allem seinen Coaches an der Uni dankte er. Sie hätten ihn auf das Leben in Übersee vorbereitet: „Ohne die Hilfe von Coach Brennan und seinem Team wäre ich nicht, wo ich jetzt bin.“

Geno bleibt an Bord

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Der Steuermann bleibt an Bord: Auch in der kommenden Saison hält Pointguard Geno Lawrence bei den Telekom Baskets das Ruder in der Hand. Der Amerikaner war Anfang des Jahres aus der Ukraine nach Bonn gekommen, als der langjährige Bonner Aufbauspieler, Jared Jordan, das Weite und den Erfolg anderenorts suchte. Lawrence lief erstmals während des Karnevalsspiels für die Baskets auf – und ließ sich nicht schocken. Bis zum Saisonende brachte er es auf 9,9 Punkte und 6 Assists im Schnitt. Die Baskets verloren unter seiner Führung kein Heimspiel mehr.

„Es ist sicher kein Geheimnis, dass Eugene unser Wunschkandidat war. Um so schöner ist es, dass wir jetzt ein weiteres Jahr auf seine Dienste zählen können“, freut sich Baskets-Chefcoach Mathias Fischer deshalb. Die wichtigste Personalie für die kommende Saison ist damit geklärt. Neben Lawrence stehen Andrej Mangold, Steve Wachalski, Dirk Mädrich, Benas Veikalas, Ryan Brooks und Florian Koch im Kader für die Spielzeit 2014/15. Außerdem sollen auch die Youngster Thomas Michel und Valentin Blass näher an das Profiteam herangeführt werden.

 

Saisonende

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Es wird etwas Zeit vergehen, bis alle Spieler und Fans diese Niederlage verdaut haben. Die Telekom Baskets zeigten in Spiel fünf des Playoff-Viertefinales nur phasenweise die Leistung, die sie in den ersten vier Partien ausgezeichnet hatte. Coach Mathias Fischer brachte es auf den einfachen Nenner: „Wir haben heute unser schlechtestes Spiel gespielt“, sagte er noch in der Nacht von Oldenburg. Man mag ergänzen, dass es sogar die einzig wirklich schlechte Partie der Serie war.

Zu lange fanden die Bonner nicht ins Spiel. Zu lange machte Oldenburg in eigener Halle, was es wollte mit den Baskets. Der Druck schien die Athleten mehr zu belasten als die Routiniers. Ulms Trainer Thorsten Leibenath hatte das Spiel im General Anzeiger auf dieses Duell runter gebrochen. Rickey Paulding und Julius Jenkins erreichten erstmals in der Serie annähernd Normalform und die Bonner Kettenhunde konnten sie zu selten halten. Dazu kam wieder das Wurfpech, dass schon aus Spiel drei bekannt war.

Erst weit in der zweiten Hälfte sahen die rund 400 mitgereisten Bonner Fans dann die Baskets, die sie aus den anderen Viertelfinalspielen gewohnt waren. Kampf und unbedingter Einsatzwille drängten Oldenburg in die Defensive, aus mehr als zwanzig Punkten Rückstand wurden unter zehn. Leider war das Spiel dann zwei bis vier Minuten zu früh zu Ende. Für  den ultimativen Run zur Verlängerung reichte es nicht mehr. Niederlage, hängende Köpfe, Wut, Enttäuschung. Die Saison war beendet.

Bis der Stolz auf die eigene Leistung sich in die Spielerköpfe vor gekämpft hat, wird es vermutlich ein paar Stunden, vielleicht Tage dauern. Die offizielle Verabschiedung der Mannschaft am Freitagnachmittag (17 Uhr) wird vielleicht dabei helfen. Zeit für Gespräche mit den Fans, Lob und Dank, Autogramme geben. Team, Trainer und Umfeld können mehr als zufrieden mit dem Erreichten sein. Durch viele Widrigkeiten hat sich das Team gekämpft, hat sich gefunden und stand füreinander ein. Aus Einzelkämpfern wurde eine Mannschaft. Diese gebührend zu verabschieden, sollte jedem Fan ein Bedürfnis sein. Verdient hat sie es sich.

Glanzleistung und Geburtstagsparty

Es gibt Basketballspiele, da ärgerst du dich, nicht dabei gewesen zu sein. Das Spiel der Baskets in Bayreuth gehört definitiv dazu. Zwar wäre ich vermutlich spätestens mit Ablauf der ersten Overtime gestorben, das Ende hätte dann aber wohl selbst dafür entschädigt. Tony Gaffney spricht seit einigen Wochen von dem Team mit dem größten Herzen von allen, in denen er bislang gespielt hat. Genau das haben die Baskets am Samstagabend wieder gezeigt.

Allen voran ging Jamel McLean. 24 Punkte und 18 Rebounds – eine Wahnsinnsleistung. Die McLean wohl auch fast mit dem Leben bezahlt hätte, natürlich nur bildlich. Dennoch war er am Ende des Spiels auch am Ende seiner Kräfte. Eine Maschine mit Treibstoffmangel gegen Ende. Kein Wunder bei 40 Minuten Einsatzzeit und Vollpower. Mehr hatten in Bayreuth nur Ryan Brooks und Tony Gaffney. Nur knapp dahinter lag der Neue, Eugene Lawrence.

Seit einigen Wochen ist er erst dabei, aber seine Leistung heute hat gezeigt, dass er sich immer besser im Team zurecht findet. Punkten war heute mehr gefragt, denn assistieren. Also markierte der bullige Amerikaner 20 Punkte, traf vier von sieben Dreiern. Gleichzeitig behielt er seine Mitspieler immer im Blick. Sechs Assists waren ebenfalls eine starke Leistung. Lawrence scheint keine Eingewöhnungszeit zu brauchen.

Stark war in Bayreuth auch Andrej Mangold. Der Guard, der in den vergangenen Wochen oft nur wenig Spielzeit bekam, war da, als er gebraucht wurde. Im vierten Viertel trieb er sein Team an und nahm auch den Spalding immer häufiger in die Hand, um ihn dann auch durch die Reuse zu werfen. Mangold kam am Ende auf zwölf Zähler (3 von 4 Dreier), drei Assists und fünf Rebounds. Eine mehr als ordentliche Leistung.

Einzig die Singerei zu Ehren von Geburtstagskind und Co-Trainer Carsten Pohl hätte sich der ein oder andere Bonner Spieler wohl sparen sollen. Am Ende fallen dem guten Mann noch an seinem Ehrentag die Ohren ab. Der Partystimmung im Bus hat es indes nicht geschadet, wie das Video von Kamerakind Dre Gold zeigt:

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Glückwunsch Baskets, Glückwunsch Carsten.