Averkamp nicht weiter dabei

Ben Averkamp gehört nicht weiter zum Team der Telekom Baskets Bonn. Der Probespieler, der ursprünglich für eine Woche getestet werden sollte und dann eine Chance erhalten sollte, am Wochenende die Krombacher Challenge in Hagen zu spielen, muss die Baskets jetzt doch schon wieder verlassen. Das teilte der Verein heute mit.

„Sein Tryout-Vertrag lief noch über die Dauer des Turniers, wir sind jedoch schon vorher zu der Überzeugung gekommen, dass er uns spielerisch nicht entscheidend weiterhelfen wird“, sagte Cheftrainer Matthias Fischer zu der Entscheidung. Und weiter: „Wir haben Ben in der zurückliegenden Woche als guten Charakter kennengelernt, der immer Gas gegeben hat. Für einen College-Abgänger ist die Hereinnahme mitten in der Vorbereitung nicht leicht, weswegen wir uns ausdrücklich für seinen Einsatz bedanken.“

Dass Averkamp ein College-Abgänger ist, muss dem Trainer auch vor der Verpflichtung klar gewesen sein. Dass er dennoch ins Team passt, sollte der Amerikaner beweisen. Offensichtlich ist es ihm nicht gelungen. Schon beim RheinMain Cup am vergangenen Wochenende spielte er nur eine Nebenrolle, auch wenn das Team ihn immer wieder suchte, damit er sich in Szene setzen konnte. Überzeugt hat er nicht, weder die Trainer, noch die Fans.

Wer den noch freien Platz im Team besetzen wird, ist noch unklar. Ob es die Baskets erneut mit einem Tryout versuchen, oder intensiv suchen, bis sie sicher sind, den richtigen gefunden zu haben, ebenfalls nicht. Fest steht hingegen, dass am Wochenende ein echter Härtetest auf die Bonner wartet.

Am Samstagabend treffen die Rheinländer auf den FC Bayern München. Bei der Krombacher Challenge in Hagen können Team und Zuschauer einen Vorgeschmack auf das erste Saisonspiel am 3. Oktober gewinnen. Außerdem nehmen Göttingen und Gastgeber Hagen am Cup teil. Sonntag finden dann das Spiel um Platz drei und das Finale statt.

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Auf Asche – ein Buch für Fußballromantiker

In den letzten Monaten habe ich es nur sehr selten geschafft, tatsächlich zum Spaß ein Buch zu lesen. Zu viel gab es in Sachen Hochschule zu inhalieren, zu oft fehlte danach jegliche Lust auf weiteren literarischen Input. Da die Vorlesungszeit jetzt beendet ist und ich mir ungefähr eine Woche freie Zeit von der Uni gönne (in der ich endlich mal wieder regelmäßig arbeiten kann, aber das ist ein anderes Themengebiet), hatte ich endlich auch mal wieder die Muße ein Buch zu lesen. Ich entschied mich für ein Fußballbuch: „Auf Asche“, Bolzplatzerinnerungen, zusammengetragen von Ben Redelings und Sascha Theisen.

Die beiden jungen Männer haben Freunde, Kollegen und andere Heroen des nonprofessionellen Ballsports zusammengeführt und sie gebeten, ihre Erinnerungen an die größten Zeiten ihrer eigenen Hartplatzkarriere zu erzählen. Herausgekommen ist ein Kleinod für Fußballromantiker. Szenegrößen wie Frank Goosen oder Ronald Reng erzählen, wie sie selbst zum sonntäglichen Morgensport kamen, wie sie inzwischen den Nachwuchs an den Sport heranführen. Michael Pahl erklärt, wie er mit einigen Kumpels als Nationalmannschaft von Tonga den Weg zur Weltmeisterschaft schaffen will und Herausgeber Sascha Theisen selbst beschreibt, warum sich Amateurfußballkarrieren und Beziehungen zum schönen Geschlecht nur schlecht vertragen.

Diese Sammlung von Texten ist ein Traum. Man(n) wird erinnert an die eigene Jugend und beginnt zu überlegen, wie denn der eigene Weg zum Fußball sich vollzog. Und auch wenn ich selbst nie in einem Verein gespielt habe (die Gründe werden vielleicht später einmal offenbart), kann ich jeden einzelnen Text nachvollziehen. Die Romantik der Kreisklasse, das Leiden nach einer durchzechten Nacht auf einem Ascheplatz, eiternde Schürfwunden und der Spaß am Fußball – die Autoren bringen fast jede nur denkbare Nuance des Spiels herüber. Wer dem Sport verfallen ist, wer selbst gespielt hat oder noch spielt, oder wer auch nur gerne gespielt hätte, für den ist dieses Buch genau das richtige. Lesen!