Capitano on board

© Sebastian Derix

Der Mann mit den karibischen Wurzeln fühlte sich sichtlich am wenigsten wohl: Yorman Polas Bartolo und die schmalen Ruderboote, das schien keine Liebe auf den ersten Blick zu werden. Die Baskets waren am Montagnachmittag im Rahmen der Aktion Baskets@School beim Ruderclub der Otto-Kühne-Schule in Bad Godesberg zu Gast. Und der Deutsch-Kubaner fremdelte doch deutlich mehr als seine Kollegen mit dem ungewohnten Sportgerät. Dennoch ließ er sich bereitwillig in die Kunst des Ruderns einweisen und nahm dann doch Platz. Nach einigen Metern huschte sogar eine Art Lächeln über sein Gesicht.

Ebenfalls mit ordentlichem Unwohlsein in der Magengegend ging der Kapitän an Bord. Josh Mayo erinnerte sich nur ungern an seine ersten Erfahrungen im Kajak-Bereich. Ihm sei dabei ordentlich schlecht geworden, gab er zu Protokoll, bevor er „Onkel Udo“ bestieg. Dennoch ging er die neue Aufgabe mit der Würde eines Mannschaftsführers an und zeigte schon kurz darauf sein breitestes Grinsen. Der Seegang auf dem Rhein gab sich aber auch Mühe, die Mägen der Basketballer nicht zu sehr auf links zu drehen. Zudem sahen sich alle Spieler in den Booten bester Betreuung durch Schüler und Lehrer ausgesetzt.

Für Alex Möller wurde die Bötchenstour zu einer Art Origami-Workshop. Bis der lange Lulatsch seine Beine in das Ruderboot gefaltet hatte, dauerte es eine ganze Weile. Es waren aber nicht seine ersten Erfahrungen im Schiffsbereich. Folgerichtig schlug er sich, einmal gut verstaut, sehr ordentlich auf dem Wasser.

Julian Jasinski und TJ diLeo durften sich ein Boot teilen. Auch hier gab es kleinere Schwierigkeiten: Erst hatte ein Hund ausgerechnet unter einen der Schuhe des Baskets-Guards gemacht. (Zum Glück war ausreichend Wasser vorhanden.) Dann fiel auf einmal der Sitz im Boot auseinander. Jasinski, der sich extra eine windschnittige Frisur zugelegt hatte, ertrug die Kapriolen seines Co-Piloten geduldig – genau so, wie die übrige Crew des „Nackter Mann“ auch.

Sorgen muss sich Sportmanager Michael Wichterich möglicherweise um die Zukunft eines weiteren Bonner Guards: Konsti Klein, als erster in eines der Boote gehüpft, verkündete im Vorbeifahren einen Sportartwechsel. Er werde von nun an auf Wassersport umsatteln. Wichterich allerdings konterte mit der Hoffnung, dass der Ruderclub der Schule den Vertrag der Baskets nicht überbieten könne. Es stehen augenscheinlich noch harte Verhandlungen bevor.

Zum Abschluss der munteren Rundfahrt gab es dann noch eine Baskets-Regatta. Nur logisch, dass sich der Kapitän und der frisch gekürte Wassersportler mit ihren Crews ein Boot-an-Boot-Rennen lieferten. Die Meinungen, wer am Ende die Bootsspitze vorne hatte, gingen dabei am Ende auseinander. Die Diskussionen dauerten noch an, als Yorman Polas Bartolo mit gemütlicher Geschwindigkeit (SWAG!) ins Ziel geschippert kam.

 

Licht und Schatten in Frankfurt

© Sebastian Derix

Bei den Telekom Baskets läuft die Vorbereitung auf die neue Spielzeit auf Hochtouren. Am Wochenende standen in deren Rahmen zwei Spiele in Frankfurt an – einmal gegen die Antwerp Giants und einmal gegen die heimischen Skyliners. Gegen den belgischen Vertreter konnten die Männer von Coach Krunic gewinnen, gegen die Hausherren in der Basketball-City Mainhatten setzte es eine knappe Niederlage.

Gegen Antwerpen erstmals im Einsatz war Ron Curry. Von seinem Muskelfaserriss genesen, zeigte der Amerikaner gleich, dass auch er ein wichtiger Teil des Teams werden könnte. 15 Punkte bei drei Dreiern legte er auf und hatte damit erheblichen Anteil am Sieg gegen starke und vor allem bissige Belgier. Überragend war allerdings Julian Gamble. Der Bonner Center dominierte die Bretter und sammelte 21 Punkte und 15 Rebounds.

Diese Leistung konnte er am Sonntag nicht wiederholen. Auch Curry musste wieder aussetzen. Er wurde nach der Verletzungspause geschont. Dafür konnte Jordan Parks wieder normal eingesetzt werden. Er hatte am Samstag einen Schlag aufs Knie bekommen und war danach vorsichtshalber nicht mehr eingewechselt worden. Und, ebenfalls wie gegen Antwerpen, mussten die Baskets auch gegen Frankfurt einem zwischenzeitlichen Rückstand hinterherlaufen – und schafften das auch. Am Ende zogen sie dennoch den Kürzeren.

Chefcoach Predrag Krunic war mit der Leistung seiner Mannschaft an den beiden Tagen dennoch nicht unzufrieden: „Es war insgesamt ein sehr gutes Testspiel-Wochenende mit einer Partie gegen eine physisch auftretende Frankfurter Mannschaft. Wir hatten am Ende gar noch die Chance auf den Sieg, haben aber leichte Punkte liegen lassen. Jetzt geht es für uns darum, mit einem vollen Kader weiter zu arbeiten und dann den Feinschliff für die anstehende Champions League-Qualifikation voranzutreiben.“

Der Coach spricht dabei schon an, dass er bald einen weiteren Zugang zu seiner Trainingsgruppe erwartet. Nemanja Djurisic ist mit seiner Nationalmannschaft aus der Europameisterschaft ausgeschieden. Die Montenegriner scheiterten an Lettland. Djurisic wird jetzt zügig nach Bonn reisen und dann bald im Training erwartet. Ob er schon bei der Präsentation der Mannschaft am Mittwoch auf dem Friedensplatz dabei ist, ist aktuell noch nicht ganz klar. Beim Vorbereitungsturnier in Brüssel am kommenden Wochenende soll er aber auf jeden Fall dabei sein.