Unsägliche Dummheit

Ob man rassistische Aussagen im Privaten tätigt oder in aller Öffentlichkeit – dämlich sind sie allemal. Das musste/durfte jetzt auch der Besitzer der LA Clippers, Donald Sterling, erfahren. In einem aufgezeichneten Gespräch mit seiner Freundin hatte der Manager sich darüber beschwert, dass sie dunkelhäutige Freunde mit zu einem Basketballspiel gebracht und sich dann auch noch mit ihnen fotografiert hatte. Dass er Besitzer eines Basketballteams ist, dass ohne dunkelhäutige Spieler überhaupt nicht überleben könnte, muss ihm dabei kurzzeitig entfallen sein. Dussel.

Die NBA hat sehr schnell nach dem Bekanntwerden dieser unsäglichen Dämlichkeit reagiert und Sterling mit sofortiger Wirkung und auf Lebenszeit aus der Liga geworfen. Zudem soll er gezwungen werden, die Clippers zu verkaufen. Ein Verfahren dazu hat NBA-Commissioner Adam Silver in Gang gesetzt. Manch einer mag überlegen, ob dieses Vorgehen nicht zu hart ist. Schließlich hatte Sterling die Äußerungen privat getätigt und nicht in seiner Funktion als Sportfunktionär. Ich sage: Nein, ist es nicht. Ein Mensch, der solches Gedankengut von sich gibt, gehört nicht in den Sport, weder in den Basketball, noch Springreiten oder Fußball. Eigentlich gehört er gar nirgendwo hin, außer vielleicht in eine Schule (Achtung, der ist zum nachdenken).

Ein zweiter Fall von (Alltags-)Rassismus geistert derzeit auch noch durch die Medien und sozialen Netzwerke. Fußballer Dani Alves vom FC Barcelona wurde beim Spiel gegen Villarreal mit einer Banane beworfen. Eine Geste, die auch Olli Kahn oft genug erlebt hatte. Alves Reaktion auf diese Beleidigung war allerdings überragend: Er tat etwas für die Gesundheit und aß die Banane auf. Seitdem schicken tausende Sportler und „normale“ User ihren Respekt, indem sie sich selbst mit einer Banane und einem Statement gegen Rassismus fotografieren und auf facebook, Instagram oder twitter posten.

Es ist beruhigend, wie schnell und umfassend die Reaktionen auf die rassistischen Aktionen kommen. Es zeigt, dass die große Mehrheit der Menschen sich dieses Gedankengut nicht zu eigen machen. Leider zeigen sich aber auch, dass es diesen Rassismus immer noch gibt und das Aufklärung und Kampf dagegen weiter nötig sind. Die 2,5 Millionen Dollar Strafe werden Donald Sterling ärgern, ihn aber nicht in den Ruin treiben. Die öffentliche Ächtung wird ihn vermutlich/hoffentlich härter treffen. Den Bananenwerfer von Villarreal wird man wohl nicht finden. Vielleicht empfiehlt ihm dennoch jemand, der den Shitstorm mitbekommt, sich das Obst lieber zur Förderung der Hirnleistung einzuverleiben. Nötig wäre es allemal.