Poropat übernimmt die Baskets sofort

Foto: Telekom Baskets Bonn / Dirk Eultgen

Foto: Telekom Baskets Bonn / Dirk Eultgen

Die Telekom Baskets haben einen neuen Cheftrainer. Silvano Poropat übernimmt mit sofortiger Wirkung die Aufgaben von Interims-Coach Carsten Pohl. Der neue Trainer hat einen Vertrag bis zum Ende der kommenden Saison unterschrieben – mit einer Option auf eine weitere Spielzeit. Der zweimalige Trainer des Jahres übernimmt schon heute Abend das erste Training der Mannschaft.

„Wir danken Carsten, dass er in sportlich ziemlich schwieriger Zeit die heikle Headcoach-Aufgabe übernommen hat und für den beurlaubten Mathias Fischer eingesprungen ist“, zollt Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich dem Übergangscoach Respekt. Er habe geholfen „mit einem Team, das er nicht zusammengestellt hat, etwas Luft zu den Abstiegsrängen geschaffen“.

Gleichzeitig war der Aufschwung nicht so groß wie erhofft. Präsident Wiedlich: „Unsere heikle Phase [ist] keineswegs beendet, weshalb ich Silvano Poropat danke, dass er sich früher als geplant bei den Baskets und in Bonn einlebt und die sportlichen Geschicke in die Hand nimmt.“

Sportmanager Michael Wichterich hofft schon bald auf einen positiven Effekt: „Die letzten Wochen und Monate waren für alle Baskets nicht leicht, aber jetzt schauen wir nach vorne. Mit Silvano wird dabei ein im Sinne des Wortes ausgezeichneter BBL-Coach von der Seitenlinie die Richtung vorgeben, die geprägt sein soll von einem Plus an Ordnung, Kampf und Durchschlagskraft im Spiel unserer Mannschaft.“

Und der Coach, der einst in Ludwigsburg mit Ex-Baskets-Legende Bruno Soce zusammengearbeitet hatte, freut sich auf eine spannende Aufgabe auf dem Hardtberg: „Die Vereinsführung hat sich in den Gesprächen sehr professionell und gleichzeitig menschlich überzeugend gezeigt. Ich freue mich auf die Herausforderung und ich werde meine Erfahrung und Leidenschaft für den Bonner Basketball einbringen.“

Genau das hat auch Carsten Pohl getan. In schwieriger Lage eingesprungen, geht er jetzt zurück in den Jungendbereich. Allerdings nicht, ohne seinem Nachfolger die Daumen zu drücken: „Gutes Gelingen – nicht nur für den Rest der Saison. Die Mannschaft muss jetzt kämpfen, um verlorenen Boden in der Tabelle gut zu machen und Kredit bei den Fans zurückzugewinnen. Bedanken möchte ich mich bei allen, die mich unterstützt und mir vertraut haben. Es ist der richtige Moment, die Weichen für die kommende Spielzeit zu stellen.“

Dabei war die Entscheidung für Poropat keine ganz so schwierige. Michael Wichterich: „Silvano war in unserem engen Favoritenkreis für die kommende Saison – und zudem ab sofort verfügbar. Nach dem Spiel gegen Giessen haben wir das Engagement sozusagen vorgezogen.“

An der Vertragssituation von Ex-Trainer Mathias Fischer hat sich derweil nichts geändert. Er bleibt beurlaubt, der Vertrag ist nach Vereinsangaben nicht aufgelöst.

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Pohl nicht mehr Co-Trainer

© Sebastian Derix

Carsten Pohl wird in der kommenden Saison nicht mehr als Co-Trainer der Profimannschaft der Telekom Baskets fungieren. Das teilte der Verein heute mit. Pohl, der drei Jahre lang an der Seite von Michael Koch und Mathias Fischer die erste Mannschaft der Baskets betreute, konzentriert sich in Zukunft komplett auf seine Arbeit als Sportlicher Leiter des Telekom Baskets Bonn e.V. – er bleibt dem Bonner Programm also erhalten.

Pohl war seit 2012 neben seinem Job als Sportlicher Leiter auch als Co-Trainer der Profis tätig. Die Zusammenarbeit zwischen dem Jugendbereich und der ersten Mannschaft wurde so deutlich intensiviert. Immer intensiver wurde dabei aber auch der Zeitaufwand. Das war vermutlich auch einer der Gründe für Pohl, sich jetzt ganz auf die Jugendarbeit zu konzentrieren. Wer seinen Platz an der Seite von Chefcoach Mathias Fischer einnimmt, ist bisher noch nicht klar.

Assistenztrainer aus Leidenschaft

© Sebastian Derix

Er steht nicht unbedingt in der ersten Reihe bei den Telekom Baskets und doch ist er einer der wichtigsten Personen im Verein: Carsten Pohl ist nicht nur Assistenztrainer der Profi-Mannschaft, sondern auch sportlicher Leiter des Telekom Baskets Bonn e.V.. Er ist zuständig für die Konzepte im Nachwuchs, für die Rekrutierung von Spielern und die Qualität der Trainer im Jugendbereich. Knapp 30 Mannschaften muss er koordinieren, von den Jüngsten bis hin zu denen, die den Sprung in den Profibereich schaffen wollen und können.

Und er analysiert die Gegner der Profis, stellt Videos zusammen und präsentiert diese den Spielern: „Ich versuche meine Ideen verständlich zu machen. Das ist nicht immer ganz einfach, ich bin nicht so leicht zu verstehen“, sagt Pohl mit einem Augenzwinkern im Interview mit dem Bonner Campusradio bonnFM. Eine halbe Stunde hat er sich Zeit genommen, um über seine Arbeit auf und neben dem Parkett des Telekom Domes zu sprechen.

Der „Assistenztrainer aus Leidenschaft“ spricht über Basketball-Kids früher und heute („Die Qualität der Spieler hat abgenommen, weil sich die Kinder weniger bewegen.“), auch in Bezug auf schulische Leistungen und Freizeit („Durch G8 ist das Arbeitsvolumen deutlich höher, die Freizeit geringer. Die Schule nebenbei zu machen, so wie wir das früher gemacht haben, ist nicht mehr möglich.“). Er beschreibt die Arbeit unter den verschiedenen Cheftrainern („Man muss schon ein bisschen bekloppt sein.“) und gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Telekom Baskets („Der aktuelle und der ehemalige Trainer haben sicher etwas unterschiedliche Ausrichtungen vom Typ her, aber so unterschiedlich sind sie dann doch nicht.“).

Am Donnerstag gibt es das Interview on Air. In der Sendung „Slamdunk“ werden große Ausschnitte daraus zu hören sein. Die Sendung gibt´s in Bonn und Umgebung unter UKW 96,8MHz – weltweit im Netz, der Stream ist unter http://www.bonn.fm zu finden. Los geht´s um 18 Uhr. Einen Studiogast gibt´s auch: Das Bo! Das Bo? Das Bo. Mit Teambetreuer und Physio Bogdan Suciu startet die Reihe der Gäste aus dem Team hinter dem Team. Einschaltbefehl!