Gavel für Deutschland

© Sebastian Derix

Schon seit Beginn der EM-Vorbereitung war er dabei, allein spielen durfte er bislang nicht: Anton Gavel, für den der Deutsche Basketball Bund einen Wechsel der Basketball-Nationalität beantragt hatte, wartete noch auf eine Freigabe durch den Weltverband. Heute hat die FIBA entschieden – Gavel ist ab sofort für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft spielberechtigt. Das teilte der DBB am Abend mit.

„Wir freuen uns natürlich riesig. Anton hat die Mannschaft bereits im Training sehr bereichert und wird das auch im Spiel tun. Der Zeitpunkt ist natürlich klasse“, sagte DBB-Generalsekretär Wolfgang Brenscheidt der Deutschen Presse Agentur.  „Das ist natürlich eine gute Nachricht für uns. Anton trainiert seit drei Wochen mit uns, ist voll integriert und gehört fest zur Mannschaft. Jetzt kann er auch endlich spielen, das hat er verdient und das ist für uns ganz wichtig. Tonno bringt uns Stabilität und Siegermentalität“, freute sich Bundestrainer Chris Fleming.

Der 30-jährige Gavel, der in der Slowakei geboren wurde, seit 2000 in Deutschland lebt und seit 2013 einen deutschen Pass hat, freute sich ebenfalls: „Ich bin froh, dass das Warten jetzt ein Ende hat und freue mich sehr darauf, für das Land, das mir so viel gegeben hat, auf dem Feld zu stehen. Das Zugucken bei den bisherigen Spielen war hart für mich.“ Schon morgen könnte Gavel zu seinem Debüt im deutschen Dress kommen. Die Nationalmannschaft bestreitet in Zagreb ein Testspiel gegen Kroatien.  Mit dabei wird erstmals seit Jahren auch wieder Deutschlands bester Basketballer, Dirk Nowitzki, sein.

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Basketball-Nationalmannschaft im TV

© Sebastian Derix

Wenn im Sommer die Vorrunde der Basketball-Europameisterschaft unter anderem in Berlin stattfindet, dann können auch diejenigen Basketballinteressierten die Spiele der deutschen Nationalmannschaft sehen, denen der Weg in die O²-Arena zu weit, zu beschwerlich oder schlichtweg zu teuer ist. Der Deutsche Basketball Bund und der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland haben heute verkündet, dass sie in Sachen Live-Übertragung zu einer Einigung gekommen sind. Zusammen mit dem Rechteinhaber, der FIBA, wurde geregelt, dass ARD und ZDF alle Vorrundenspiele der Deutschen live übertragen. Auch in die Vorbereitung von Schröder (Nowitzki?) und Co. wird das Fernsehen eingebunden sein.

„Ich freue mich sehr, dass die EuroBasket-Spiele und einige Vorbereitungsspiele unserer Herren-Nationalmannschaft im kommenden Sommer bei ARD und ZDF live zu sehen sind. Das ist großartig für unsere Fans und für den gesamten deutschen Basketball. Die Begeisterung für unseren schönen Sport wird frei zugänglich aus den Arenen in die Wohnzimmer übertragen“, sagte DBB-Präsident Ingo Weiss. Die bisher fest vereinbarten Vorbereitungsspiele werden im ZDF und im NDR gezeigt. Die Europameisterschaft selbst soll nach derzeitigen Planungen jeweils im Hauptprogramm laufen. Wie es nach der Vorrunde weitergeht, ist derzeit allerdings noch nicht klar. Sollten die deutschen Basketballer das Achtelfinale und eventuelle weitere Spiele erreichen, werde kurzfristig verhandelt, heißt es vom DBB.

Diese Übertragungen stehen aktuell fest:

So. 30.08.2015
15.00 Uhr (live im ZDF)
Deutschland – Frankreich
Köln, LANXESS arena

Supercup

Sa., 22.08.2015
15.45 Uhr (Live im NDR)
Deutschland – Polen
Hamburg, Arena Wilhelmsburg

 

EuroBasket 2015

Sa., 05.09.2015
15.00 Uhr (live im ZDF)
Deutschland – Island
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

So. , 06.09.2015
15.00 Uhr (live im ZDF)
Deutschland – Serbien
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

Di., 08.09.2015
17.45 Uhr (Live in der ARD)
Deutschland – Türkei
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

Mi., 09.09.2015
17.45 Uhr (Live in der ARD)
Deutschland – Italien
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

Do., 10.09.2015
17.45 Uhr (Live in der ARD)
Deutschland – Spanien
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

 

Über die feststehenden Live-Übertragungen hinaus werden ARD und ZDF auf weiteren Kanälen (z.B. Sportsendungen in den dritten Programmen) und in weiteren Formaten (z.B. Sportschau bzw. Sport-Reportage) von den Spielen der deutschen Mannschaft berichten. Für die übrigen Vorbereitungsspiele gegen Kroatien (14./16. August 2015), in Frankreich (28. August 2015) und beim Supercup (Deutschland – Lettland am 21. August 2015; Deutschland – Türkei am 23. August 2015) werden derzeit noch Übertragungsmöglichkeiten gesucht, meldet der Basketball Bund.

Qualifikation geglückt

© Sebastian Derix

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat die Qualifikation zur Europameisterschaft im kommenden Jahr geschafft. Im abschließenden Quali-Spiel siegten die Jungs von Trainer Emir Mutapcic in Luxemburg deutlich mit 118:.66. Dabei tat sich das Team auch in diesem Spiel lange Zeit schwer. Kurz vor der Halbzeit ließen Schröder, Schaffartzik und Co ihren Gegner bis auf drei Punkte heran kommen. Am Ende reichte es aber doch zum Sieg und damit auch zu einem der sechs besten zweiten Plätze in der Gruppenphase.

Die Bilanz der Beteiligten viel dann auch unterschiedlich aus. Neu-Nationalspieler Dennis Schröder freute sich über einen tollen Sommer mit guten Spielen und einer guten Teamchemie, Kapitän Heiko Schaffartzik räumte ein, dass die Mannschaft nicht die bestmögliche Leistung gezeigt hatte. Der Bundestrainer schlug in eine ähnliche Kerbe. Man habe das vorhandene Talent nicht ausschöpfen können, sagte Mutapcic im verbandseigenen Videoformat.

Das wichtigste Ziel wurde dennoch erreicht. Das DBB-Team wird an der kommenden Europameisterschaft teilnehmen. Ob Deutschland dann auch zu den Ausrichtern zählt, ist noch unklar. Eine Bewerbung mit Berlin als Standort ist raus. Sollte sie erfolgreich sein, könnte sogar Deutschlands bester Basketballer, Dirk Nowitzki, noch einmal die Schuhe fürs Nationalteam schnüren. Eine EM vor heimischem Publikum hätte selbst für den NBA-Star einen gewissen Reiz.

Die Spirale der Schuld

© Sebastian Derix

Ich glaube, spätestens nach dem heutigen WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft ist die Sache verjährt. Das 4:0 gegen Portugal machte eine Schmach wett, die ich vor zwei Jahren auf mich geladen hatte. Es wird Zeit zu beichten: Ja, ich bin schuld am Ausscheiden der Nationalmannschaft im Halbfinale der EM 2012 gegen Italien. Der ein oder andere mag sich verwundert die Augen reiben. Vielleicht hat auch Mancher schon eine andere Website aufgerufen und gleichzeitig einen Krankenwagen bestellt. Ich erzähle euch die Geschichte:

Beim Mönchengladbacher Lokalradio 90,1 gibt es immer mindestens einen Mitarbeiter, der die Spiele von Welt- und Europameisterschaften bei verschiedenen Public Viewings in der Stadt begleitet. Es gilt Stimmung und Stimmen der Fans einzufangen, Organisatoren zu interviewen und den am wenigsten betrunkenen Zuschauern die klügsten Sätze zu entlocken. Dieser „Public-Viewing-Reporter“ war bei der vergangenen EM ich. Sehr lange. Sehr erfolgreich. Zumindest was die Funktion als Maskottchen für die Nationalelf anging.

Vorrunde und Viertelfinale hatten Jogis Jungs und ich also stets siegreich hinter uns gebracht, als die Anfrage kam, doch auch das Halbfinale gegen Italien zu bearbeiten. Jetzt kam der Fehler: Ich sagte ab, wollte das Spiel privat und mit Freunden gucken. Wie das ausging, wissen wir alle. Italien gewann, ich hatte es vergeigt. Dass ich den gleichen Fehler schon beim Finale der WM zwei Jahre zuvor gemacht hatte, verschweige ich an dieser Stelle.

Zwei Jahre trug ich diese Schande mit mir herum. Niemand schien den Zusammenhang bemerkt zu haben. Das tröstete mich aber nur rudimentär. Dann kam die Bitte, beim deutschen WM-Auftakt gegen Portugal einmal mehr den Hockeypark in Mönchengladbach zum Public Viewing aufzusuchen – „das Übliche halt“. Ich wehrte mich mit Händen, Füßen und allem, was sich sonst noch erfolglos einsetzen ließ, Es half nichts, ich hatte den Job.

Das Ergebnis haben wir alle gesehen. Jogis Jungs machten ihre Aufgabe besonders gut, ich sammelte ein paar extrem starke Gesangseinlagen und WM-Prognosen. Ich hatte etwas gut zu machen. Nach diesem Spiel denke ich, ich habe meine Schuld beglichen. Einen solchen Turnierstart hätte niemand vorhersehen können. Alles ist gut! Ach, übrigens: Ich werde das Samstagspiel gegen Ghana nicht public viewen. Ich will nicht wieder in diese Spirale der Schuld. Dann lieber nach einem 4:0 nach der Vorrunde rausfliegen.

Bangen um die Zwischenrunde

Für die deutsche Basketball Nationalmannschaft ist der Sprung in die Zwischenrunde der Europameisterschaft aus eigener Kraft nicht mehr möglich. Nach der Niederlage gegen Belgien müssen die Deutschen in den letzten beiden Gruppenspielen zwei Siege einfahren und sind gleichzeitig auf Schützenhilfe der anderen Mannschaften angewiesen.

Dabei kam die Mannschaft heute zwar schwer, dann aber doch recht ordentlich ins Spiel. Noch im ersten Viertel konnte sich das Team einen klaren Vorsprung erarbeiten. Die Niederlage gegen Belgien schien verdaut. Als die Ukraine dann aber begann, sich zur Wehr zu setzen, kam die deutsche Mannschaft wieder ins Schwimmen und der erarbeitete Vorsprung war innerhalb der ersten zehn Minuten wieder weg. Und danach wurde es nicht besser. Deutschland spielte zu eindimensional, die Ukraine hingegen traf – vor allem auch aus der Distanz – fast nach Belieben. Zur Halbzeit war die deutsche Mannschaft einmal mehr deutlich hinten (28:39).

Wie gegen Belgien kämpften sich Frank Menz´ Männer aber wieder heran. Und ebenfalls wie gegen Belgien reichte es am Ende nicht. Zu zerfahren spielte das Team, zu unerfahren zeigten sich einige Spieler. Die Erfahrenen, wie Schaffartzik oder Benzing, lieferten erneut eine starke Leistung, Schaffartzik wurde mit 22 Punkten und elf Assists bester deutscher Spieler. Von den Jungen überzeugte aber nur einmal mehr Niels Giffey. Der junge Collegespieler lieferte 18 Zähler ab. Am Ende stand eine 83:.88 Pleite, die großartige Ausgangsposition nach dem Auftaktsieg gegen Frankreich ist endgültig dahin.

Am Samstag haben die Deutschen spielfrei. Das junge Team kann und muss wieder Selbstvertrauen tanken. Dass sie spielen können, haben sie gegen Frankreich gezeigt. Jetzt gilt es, mit den Niederlagen leben zu lernen und die letzte Chance zu ergreifen. Am Sonntag um 14.30 Uhr muss ein Sieg gegen Großbritannien her.