Polas Bartolo wird immer mehr zum Faktor

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets haben das Achtelfinal-Hinspiel im FIBA Europe Cup gewonnen. Mit einer starken Leistung wiesen sie die Gäste von Kataja Basket in ihre finnischen Schranken. Nicht ganz unbeteiligt am am Ende deutlichen 91:72-Sieg war ein Mann, der für die Baskets immer mehr zu einem wichtigen Faktor wird: Yorman Polas Bartolo.

Der Deutsch-Kubaner ackerte einmal mehr wie ein Besessener. Keinen Ball gab er verloren, um keinen Block drückte er sich nicht herum. Und auch offensiv drehte der 31-Jährige richtig auf. Elf Punkte und sechs Rebounds, drei davon am offensiven Brett sammelte er. Sechsmal klaute er zudem den gegnerischen Ball und dreimal gab er direkte Korbvorlagen.

Folgerichtig steigt auch die Einsatzzeit des neuen Bonner Kettenhundes. Mit nur knapp unter 30 Minuten stand er am dritt-längsten auf dem Parkett des Telekom Domes. Dass es nicht noch mehr wurde, lag daran, dass er nach seinem fünften Foul vorzeitig auf die Bank musste. Das ändert aber vermutlich nichts daran, dass so manch gegnerischer Spieler in den nächsten Tagen Alpträume wegen seiner langen Arme haben dürfte.

In zwei Wochen reisen die Baskets in die finnische Einöde. Dort gilt es, den 19-Punkte-Vorsprung zu verteidigen. Eine Aufgabe, bei deren Erfüllung Polas Bartolo einen nicht zu unterschätzenden Anteil liefern wird werden muss. Hält er bis dahin seine Form, stehen die Chancen auf eine Bonner Viertelfinalteilnahme nicht schlecht.

Im Achtelfinale gegen Kataja Basket

© Sebastian Derix

Ken Horton trifft auf alte Bekannte: Die Telekom Baksets müssen im Achtelfinale des FIBA Europe Cups in Finnland antreten – bei Kataja Basket. Das hat die Auslosung am frühen Nachmittag in München ergeben. Das Hinspiel findet am 8. Februar im Bonner Telekom Dome statt. Zwei Wochen später müssen die Baskets dann auswärts ran.

„Mit Kataja Basket treffen wir vielleicht nicht auf den stärksten Gegner, aber sicherlich auf einen der unangenehmsten“, kommentierte Sportmanager Michael Wichterich das Los. „Die Finnen haben in der Champions League mit starken Auftritten überzeugt und sind nur haarscharf an der Playoff-Qualifikation vorbeigeschrammt.“

In der Saison 2014/15 spielte Baskets-Forward Ken Horton im Team von Kataja. Mit 71 Punkten und 47 Rebounds in fünf Playoff-Finalspielen avancierte der Amerikaner seinerzeit zu einem wichtigen Eckpfeiler des Gewinns der Finnischen Meisterschaft.

Am Wochenende haben die Baskets spielfrei. Samstagabend hätte das Spiel der Bonner in Hagen stattgefunden. Nach der Insolvenz des Vereins und dem Rückzug aus dem Spielbetrieb wird die Partie nicht mehr ausgetragen. Das gilt für alle Vereine.

Denjenigen, denen durch den Wegfall ein Heimspiel fehlt, gewährt die easyCreditBBL einen hohen vierstelligen Ausfallbetrag. Weil das Bonner Heimspiel gegen die Feuervögel schon früh in der Hinrunde stattgefunden hat, sind die Baskets von der Regelung nicht betroffen.

Gute Nachrichten gibt es von Josh Mayo: Der Point Guard war im dritten Viertel in Litauern umgeknickt und vom Feld gehumpelt. Er werde beim nächsten Spiel am 5. Februar gegen ALBA Berlin spielen können, heißt es aus Vereinskreisen.

Ohne große Probleme ins Achtelfinale

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets haben das Achtelfinale des FIBA Europe Cups erreicht. Beim litauischen Vertreter KK Prienu-Birstono gewannen die Bonner ungefährdet mit 75:61. Bester Werfer wurde Ken Horton mit 19 Punkten. Eine 75 prozentige Dreierquote machte den schnellen Amerikaner für die Gastgeber kaum ausrechenbar.

Gegen phasenweise schwache Litauer konnten die Baskets den Ausfall von Center Filip Barovic nahezu mühelos kompensieren. Der FIBA-Cup erfahrene Ersatzmann Johannes Richter bekam eine knappe Viertelstunde Spielzeit und sorgte für Entlastung in Form von sechs Punkten und sechs Rebounds.

Eine Schrecksekunde gab es im dritten Viertel: Spielmacher Josh Mayo knickte um und musste das Parkett verlassen. Unrund humpelte er zu einer kurzen Auszeit in die Kabine, kurze Zeit später kam er aber zurück in die Halle. Nach der Schlusssirene konnte er dann schon wieder fast normal gehen. Es scheint, als hätten die Baskets hier Glück im Unglück gehabt.

Am Donnerstagnachmittag findet die Auslosung für das anstehende Achtelfinale an. Gezogen wird in der Münchener FIBA-Zentrale um 14 Uhr. Die Ziehung wird live auf der Youtube-Seite übertragen. Im Lostopf sind folgende Teams:

als Absteiger aus der Champions League:

Oostende (BEL)
Proximus Spirou (BEL)
Ironi Nahariya (TR)
Muratbey Usak Sportif
CSM CSU Oradea (HU)
Ironi Nahariya (ISR)
Kataja Baskets (FIN)
Stelmet Zielona Gora (POL)

und die „Weiterkommer“ im FIBA Europe Cup:

Telekom Baskets Bonn (GER)
Elan Chalon (FRA)
Gaziantep (TR)
Demir Insaat (TR)
Körmend (HU)
Nanterre (FRA)
Pau-Lacq-Orthez (FRA)
BC Enisey (RU)

Der doppelt doppelte Lawrence

© Sebastian Derix

Der Baskets-Express rollt – jetzt auch wieder europäisch. Im ersten Europa-Auswärtsspiel der Saison gewannen die Bonner in Ljubljana mit 82:77. Für die meisten Punkte sorgte Aaron White. Deren 20 standen am Ende hinter seinem Namen auf der Anzeigetafel, Zudem hatte er sich sieben Abpraller geschnappt. Das alles in weniger als 24 Minuten Spielzeit. Der lange Amerikaner war an diesem Abend kaum aufzuhalten.

Überhaupt nicht zu stoppen scheint zur Zeit aber der Kapitän, Geno Lawrence. Neben zwölf eigenen Punkten gab der Spielmacher bärenstarke elf Assists. Es doppelt doppelt beim Bonner Spielführer. Weniger als 26 Minuten Spielzeit hatte Lawrence dafür gebraucht. Etwas aus der Rolle fiel leider Xavier Silas. Nur etwas mehr als fünf Minuten stand der auf dem Parkett. Vier Punkte markierte er, alle per Freiwurf.

Einer, der auf dem Statistikbogen zwar erscheint, dessen Zahlen aber nicht wirklich überragend aussehen, sorgte dann aber für den vielleicht wichtigsten Ballgewinn Schrägstrich Korberfolg des Spiels aus Bonner Sicht. Weniger als sieben Sekunden vor Spielende schnappte sich Andrej Mangold nach einem verworfenen Gästefreiwurf den Rebound und marschierte nach vorne. Gefoult, Freiwürfe getroffen, Spiel entschieden.

Am Sonntag geht es spannend in der Liga weiter. Die Freunde aus Würzburg kommen in den Telekom Dome – bislang in dieser Saison ungeschlagen. Der Aufsteiger mischt die Liga auf. Die Bonner werden aber mit einer breiten Brust aus Slowenien nach Hause kommen. Sie wollen sich in der Tabellenspitze etablieren. Wegen Allerheiligen wurde der Spielbeginn von 15 auf 18 Uhr verschoben.

Dauerfeuer aus der Stadt der Liebe

© Sebastian Derix

„Sie haben viele gute Werfer, vor allem auch von hinter der Dreipunktlinie. Die werfen aus dem Dribbling, die werfen aus dem Fastbreak, die werfen immer, wenn sie frei sind“, ist sich Baskets-Coach Mathias Fischer vor dem Eurocup-Spiel gegen Paris Levallois am Mittwochabend bewusst. Seine Mannschaft erwartet also aus der Distanz ein Dauerfeuer der Franzosen. „Wir müssen sehr aufpassen und dafür sorgen, dass sie keine einfachen Würfe bekommen.“ Dass dies nicht die einzige Stärke des Teams um den Ex-Bamberger Sharrod Ford ist, weiß Fischer auch. „Paris spielt sehr athletisch. Wir müssen uns also anstrengen, um die Rebounds zu holen. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie die Bretter dominieren.“

Vielmehr will Fischer mit Tempo dagegenhalten. Die Baskets sollen verstärkt über Fastbreaks kommen. „Wir müssen den Ball bewegen. Das ist unsere Stärke. Wenn wir viele Assists haben, dann haben wir gute Chancen.“ Sein Team sei inzwischen auf einem ganz anderen Level als noch vor Wochen. Die Siege der vergangenen Tage hätten viel Selbstvertrauen gegeben, meint der Coach. Trotzdem werde das Spiel kein Selbstläufer: „Paris kann Basketball spielen. Das wird eine richtige Aufgabe. Aber wir wollen das Spiel gewinnen.“

Wichtig wäre, dass das Team von Beginn an bereit ist. „Am Wochenende haben wir wieder den Start verschlafen“, so Fischer, „aber mir ist es lieber, wir verpennen den Start und sind dann am Ende hellwach.“ Wollen die Baskets im Eurocup eine Chance auf ein Weiterkommen haben, müssen sie ihre Heimspiele gewinnen. Außerdem muss aller Voraussicht nach mindestens ein Auswärtssieg her. Dass das schwer wird, ist allen klar. „Ich denke nur von Spiel zu Spiel, wo wir den Sieg dann holen, das werden wir sehen“, sagt Fischer. Fangen wir mit dem Heimsieg am Mittwochabend an.

Wieder hochklassig durch Europa

© Sebastian Derix

Europa. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Telekom Baskets – auch in der kommenden Saison sind die Baskets wieder europäisch unterwegs. Wie schon in der vergangenen Saison treten die Bonner im Eurocup an, dem zweithöchsten europäischen Wettbewerb. Die Baskets haben eine Wildcard bekommen.

Neben den Baskets sind drei weitere deutsche Mannschaften im Eurocup dabei. Der ehemalige Serienmeister aus Bamberg spielt zum ersten mal seit Jahren keine Euroleague, Oldenburg und die Artland Dragons kennen sich inzwischen im Eurocup aus. Auch die Gruppengegner der Baskets aus dem vergangenen Jahr, Saragossa und Rom sind wieder mit am Start.

In der kommenden Saison treten insgesamt 36 Teams im Eurocup an. Diese sind aufgeteilt in Gruppen zu je sechs Mannschaften. Die besten vier Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für die Last 32.

Nach Gaffney auch noch Jordan?

Ohne den verletzten Tony Gaffney mussten die Telekom Baskets gegen Rom bestehen. Das funktionierte relativ gut – zumindest solange Spielmacher Jared Jordan auf dem Parkett stand. Allerdings schied in der zweiten Halbzeit auch der magische Amerikaner verletzt aus. Mit Schmerzen im Fuß ließ er sich auswechseln.

Danach mussten die Baskets den Ausfall eines weiteren Stammspielers kompensieren. Sie schafften es – allerdings in einem Spiel, dessen sportliche Bedeutung gegen null tendierte. Die ordnende Hand auf dem Feld fehlte sichtlich. Zwar mühte sich Jordans Ersatz David McCray redlich, die schon fast legendäre Übersicht des Amerikaner fehlte aber an einigen Ecken und Enden.

Doch wird auch Jordan für längere Zeit ausfallen? „Wir hoffen, dass wir das bis zum Wochenende in den Griff bekommen. Es ist keine neue Sache, Jared hatte schon einmal kleine Probleme am Fuß,“ sagte Coach Mathias Fischer. „Er kann ja noch laufen,“ hieß es aus dem Betreuerstab. Und die Ehrenrunde absolvierte Jordan tatsächlich ohne größere Beschwerden.

Das konnte Tony Gaffney nach seiner Verletzung aus dem Bayreuth-Spiel allerdings auch. Am Ende stand er jedoch mit einem doppelten Bänderriss im Knöchel da, der ihn für Wochen außer Gefecht setzt. Bleibt zu hoffen, dass Sportkamerad Jordan tatsächlich nicht schlimmer verletzt ist. Den Ausfall zweier Leistungsträger könnten die Baskets beileibe nicht gebrauchen.