Eine tolle Europapokal-Saison?

© Sebastian Derix

„Glückwunsch an die Telekom Baskets. Sie können stolz auf ihre Leistung sein.“ Klingt gut, wollte am Mittwochabend trotzdem keiner hören. Das Lob von Nanterres Coach Pascal Donnadieu verhallte in den überschaubaren Weiten des Presseraumes in den Katakomben der Bonner Heimspielstätte. Drei Viertel lang hatten die Baskets das Rückspiel im Halbfinale des diesjährigen FIBA Europe Cups sicher im Griff. Dann hatten sie vergessen, den Sack zuzumachen. Die Partie ging den Bach runter, in der Geschwindigkeit eines eisigen Bergbaches. Und nach kalter Dusche fühlte es sich auch an. Einmal mehr waren die Baskets gescheitert, eine halbe Hand schon am Pokal.

Warum es so gekommen war, kann eigentlich auch am Tag danach noch niemand wirklich verstehen. Nach zwei Minuten im Schlussviertel schien der Korb der Gäste auf einmal wie vernagelt. Der Ball wollte einfach nicht mehr rein ins Eckige Runde. Anders zum Beispiel beim deutschen Nationalspieler in französischen Diensten, Heiko Schaffartzik. Der machte, als es ganz besonders wichtig wurde, eben diese Heiko-Schaffartzik-Dinge, die ihn so berühmt wie wertvoll gemacht haben. Einen einzigen Dreier versenkte er im ganzen Spiel. Und das, als Nanterre gerade dabei war, das Gaspedal durchs Bodenblech zu treten. Nach dem Treffer des Deutschen hatten sie den Fuß dann endgültig in der Ölwanne. Das Spiel war gelaufen.

Was blieb war Enttäuschung. Und doch blitzte eine leichte Spur von Stolz auf, als Baskets-Coach Predrag Krunic seinen Kommentar des Abends abgab: „Es war eine tolle Europapokal-Saison, mit Spielen, auf die wir stolz sein können.“ Sein gequälter Gesichtsausdruck verriet aber, dass auch er sich einen weiteren europäischen Schritt gut hätte vorstellen können. Und im „Hauptsache nicht schon wieder Zweiter“, das man ab und an in der Halle hören konnte, schwang auch mehr Galgenhumor als ernst gemeinte Erleichterung mit.

Ein nüchterner Blick auf die Statistik zeigt: Es war in der Tat eine sehr erfolgreiche europäische Saison der Bonner Basketballer. Der erste Halbfinaleinzug in einem Europapokal, zwölf Siege in 16 Spielen und ein Team, das zwar den Einzug ins Finale verpasst hatte, sich aber vor allem auch in den europäischen Spielen immer wieder als starke Einheit präsentiert hatte. Nicht zuletzt im Europapokal holten sich die Baskets das Selbstvertrauen, das sie aktuell in der Liga auf den fünften Tabellenplatz geführt hat.

Um auch im kommenden Jahr wieder auf die Reise durch Europa gehen zu können, müssen die Baskets sich qualifizieren. Auch dafür sind die kommenden Spiele in der easyCreditBBL wichtig. Eine möglichst gute Ausgangsposition für die Playoffs bedeutet gleichzeitig, dass auch die Quali für einen der europäischen Pokalwettbewerbe wahrscheinlicher wird. Welcher es am Ende sein wird, hängt nicht unerheblich auch von FIBA und Euroleague ab. Der Streit der beiden Organisationen scheint kein Ende finden zu wollen. Eine Entscheidung, an welchem der zahlreichen Wettbewerbe die Baskets am Ende möglicherweise teilnehmen könnten, wird also auch noch auf sich warten lassen.

Polas Bartolo wird immer mehr zum Faktor

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Die Telekom Baskets haben das Achtelfinal-Hinspiel im FIBA Europe Cup gewonnen. Mit einer starken Leistung wiesen sie die Gäste von Kataja Basket in ihre finnischen Schranken. Nicht ganz unbeteiligt am am Ende deutlichen 91:72-Sieg war ein Mann, der für die Baskets immer mehr zu einem wichtigen Faktor wird: Yorman Polas Bartolo.

Der Deutsch-Kubaner ackerte einmal mehr wie ein Besessener. Keinen Ball gab er verloren, um keinen Block drückte er sich nicht herum. Und auch offensiv drehte der 31-Jährige richtig auf. Elf Punkte und sechs Rebounds, drei davon am offensiven Brett sammelte er. Sechsmal klaute er zudem den gegnerischen Ball und dreimal gab er direkte Korbvorlagen.

Folgerichtig steigt auch die Einsatzzeit des neuen Bonner Kettenhundes. Mit nur knapp unter 30 Minuten stand er am dritt-längsten auf dem Parkett des Telekom Domes. Dass es nicht noch mehr wurde, lag daran, dass er nach seinem fünften Foul vorzeitig auf die Bank musste. Das ändert aber vermutlich nichts daran, dass so manch gegnerischer Spieler in den nächsten Tagen Alpträume wegen seiner langen Arme haben dürfte.

In zwei Wochen reisen die Baskets in die finnische Einöde. Dort gilt es, den 19-Punkte-Vorsprung zu verteidigen. Eine Aufgabe, bei deren Erfüllung Polas Bartolo einen nicht zu unterschätzenden Anteil liefern wird werden muss. Hält er bis dahin seine Form, stehen die Chancen auf eine Bonner Viertelfinalteilnahme nicht schlecht.

Dauerkarten zählen auch für Achtelfinale

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Zum sechsten Mal seit der Vereinsgründung haben die Telekom Baskets ein Achtelfinale eines europäischen Wettbewerbs erreicht. In der nächsten Woche startet das Duell gegen Kataja Basket aus der finnischen Stadt Joensuu. Schon heute beginnt der Vorverkauf für das Spiel am 8. Februar.

Die Auslastung des Telekom Domes ist allerdings während der diesjährigen Europapokalsaison alles andere als optimal. Um das zu ändern und auch, um denjenigen Fans, die eine Dauerkarte für die easyCreditBBL-Saison gekauft haben, ihren Dank auszudrücken, haben die Baskets sich eine Aktion ausgedacht. Zum Hinspiel des Achtelfinales im FIBA Europe-Cups haben ebenjene Dauerkarteninhaber freien Zugang zum Spiel.

Die Bundesliga-Dauerkarte gilt automatisch für den jeweils reservierten Platz. Zuschauer können – wie bei einem Bundesligaspiel – mit ihrer Dauerkarte zu den Scannern am Eingang des Telekom Dome, sie werden dann eingelassen. Die Karte ist schon jetzt für das Spiel freigeschaltet. Mehrkosten gibt es nicht, auch weitere Maßnahmen sind nicht notwendig.

Vorher steht noch das Ligaspiel gegen ALBA Berlin an. Am kommenden Sonntag kommen die Hauptstädter in den Telekom Dome. Hochball ist um 15.30 Uhr.

Ohne große Probleme ins Achtelfinale

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Die Telekom Baskets haben das Achtelfinale des FIBA Europe Cups erreicht. Beim litauischen Vertreter KK Prienu-Birstono gewannen die Bonner ungefährdet mit 75:61. Bester Werfer wurde Ken Horton mit 19 Punkten. Eine 75 prozentige Dreierquote machte den schnellen Amerikaner für die Gastgeber kaum ausrechenbar.

Gegen phasenweise schwache Litauer konnten die Baskets den Ausfall von Center Filip Barovic nahezu mühelos kompensieren. Der FIBA-Cup erfahrene Ersatzmann Johannes Richter bekam eine knappe Viertelstunde Spielzeit und sorgte für Entlastung in Form von sechs Punkten und sechs Rebounds.

Eine Schrecksekunde gab es im dritten Viertel: Spielmacher Josh Mayo knickte um und musste das Parkett verlassen. Unrund humpelte er zu einer kurzen Auszeit in die Kabine, kurze Zeit später kam er aber zurück in die Halle. Nach der Schlusssirene konnte er dann schon wieder fast normal gehen. Es scheint, als hätten die Baskets hier Glück im Unglück gehabt.

Am Donnerstagnachmittag findet die Auslosung für das anstehende Achtelfinale an. Gezogen wird in der Münchener FIBA-Zentrale um 14 Uhr. Die Ziehung wird live auf der Youtube-Seite übertragen. Im Lostopf sind folgende Teams:

als Absteiger aus der Champions League:

Oostende (BEL)
Proximus Spirou (BEL)
Ironi Nahariya (TR)
Muratbey Usak Sportif
CSM CSU Oradea (HU)
Ironi Nahariya (ISR)
Kataja Baskets (FIN)
Stelmet Zielona Gora (POL)

und die „Weiterkommer“ im FIBA Europe Cup:

Telekom Baskets Bonn (GER)
Elan Chalon (FRA)
Gaziantep (TR)
Demir Insaat (TR)
Körmend (HU)
Nanterre (FRA)
Pau-Lacq-Orthez (FRA)
BC Enisey (RU)

Gute Chancen aufs Achtelfinale

© Sebastian Derix

Konsti Klein hätte sich beruhigt zurücklehnen können. Erstmals nach seiner Operation war der Guard der Telekom Baskets wieder bei einem Spiel seiner Mannschaft am Rand des Parketts. Den geschienten Fuß balancierte er gekonnt auf zwei Gehhilfen. Doch trotz der schon früh relativ deutlichen Dominaz der Baskets gegen den österreichischen Meister aus Oberwart, schaltete sich Klein immer wieder lobend und anfeuernd mit ein. Seine Kollegen auf dem Feld hielten sich an die Anweisungen. In Gefahr war der eingeplante Heimsieg im FIBA Europe Cup eigentlich nie.

Aus dem Grund konnte Coach Predrag Krunic die Spielzeit an diesem Abend sehr ausgeglichen verteilen. Kein Spieler stand weniger als knapp vierzehn Minuten auf dem Parkett, Flo Koch war mit 25 Minuten derjenige, der die meisten Minuten abgreifen konnte. Und er dankte es seinem Trainer. Anfangs noch nervös und teils überhastet agierend, gewann er immer mehr Sicherheit und trug sich am Ende mit acht Punkten und drei Rebounds ins Scouting ein.

Klassenbester am Mittwochabend war aber Filip Barovic. In nur neunzehneinhalb Minuten brachte er es auf 21 Punkte und sieben Rebounds. Nur einen einzigen Wurf aus dem Feld setzte er daneben. Aber nicht nur mit seiner Leistung war der Trainer nach dem Spiel zufrieden: „Nach unserer Niederlage gegen Nicosia war es wichtig für uns, mit viel Energie in das Spiel zu starten. Mit unserer hohen Intensität in der Defense haben wir von Beginn an den Ton angegeben. Auch in der Offensive haben wir den Ball gut bewegt und sind geschlossen als Team aufgetreten.“

Durch den Sieg und die Ergebnisse in den anderen Gruppen stehen die Chancen auf ein Weiterkommen für die Bonner aktuell nicht schlecht. Gewinnen sie das Gruppen-interne Endspiel in Litauen, sind sie als Tabellenerster für das Achtelfinale qualifiziert. Mit einer nicht zu hohen Niederlage, könnten sie auch als einer der zwei besten Gruppenzweiten noch eine Runde weiter kommen. In fast allen Gruppen haben die jeweils Zweiten schon jetzt zwei Niederlagen auf dem Konto – Bonn hat bislang eine. In Sachen Punkteverhältnis stehen die Baskets aktuell klar am besten da.

Am kommenden Sonntag geht es erst einmal national weiter. Die Bonner müssen in der Pokal-Quali in München antreten. Hochball ist um 15.30 Uhr. Das für diesen Sonntag eigentlich geplante Heimspiel gegen Würzburg findet nicht statt, es muss verschoben werden. Einen neuen Termin gibt es aktuell noch nicht. Schon gekaufte Karten behalten aber ihre Gültigkeit.

Bittere Niederlage auf Zypern

© Sebastian Derix

Die in der Zwischenrunde des FIBA Europe-Cups bislang blütenweiße Tischdecke der Telekom Baskets hat die ersten Flecken bekommen. Auf Zypern setzte es am Abend eine 78:84-Niederlage bei APOEL Nikosia. Da half auch ein Double-Double von Ken Horton nicht. Der Amerikaner servierte 17 Punkte und 13 Rebounds und wurde damit zum Oberkellner der Partie. Der zuletzt überragende Ryan Thompson hatte sich dagegen eher unter dem Tisch versteckt. Zwar sorgte er für sieben Assists. Die Punkteausbeute (2) war dagegen kein Trinkgeld wert.

Zu überzeugen wusste Johannes Richter. Zwar stand der Youngster einmal mehr nur elfeinhalb Minuten auf dem Parkett. In der Zeit schnappte er sich aber neun Rebounds, vier davon in der Offensive. Zudem sorgte er für fünf Punkte. Besser als zuletzt machte es auch Ojars Silins. Als guter Gast brachte er Nikosia 16 Geschenke mit. Das entscheidende Haar in der Suppe war aber, dass es am Ende nicht reichte, um die Rechnung komplett zu bezahlen. Der haushohe Favorit aus dem Rheinland musste mit leerem Magen wieder in die Heimat reisen. Einziger Trost: Die Gruppenführung bleibt dem Team von Chefkoch Predrag Krunic erhalten.

Für einen Großteil des Teams steht jetzt erstmal Erholung auf der Speisekarte. Nicht so für Ryan Thompson und Ken Horton. Beide werden beim AllStar-Day am Samstag im Telekom Dome vertreten sein. Thompson steht neben dem eigentlichen Spiel auch auf der Starterliste des Drei-Punkte-Contests. Horton wird seine goldenen Schuhe beim Dunking-Contest in die Lüfte wirbeln. UPDATE: Auch Kapitän Josh Mayo wird dabei sein. Er ersetzt den verletzten Julius Jenkins. Jenkins Platz im Dreier-Wettbewerb übernimmt laut easyCredit-BBL Rickey Paulding. Das Spektakel im Dome startet um 16 Uhr mit einer Autogrammstunde. Einige Karten gibt es noch – Kostenpunkt ab 15 Euro.