Licht und Schatten in Frankfurt

© Sebastian Derix

Bei den Telekom Baskets läuft die Vorbereitung auf die neue Spielzeit auf Hochtouren. Am Wochenende standen in deren Rahmen zwei Spiele in Frankfurt an – einmal gegen die Antwerp Giants und einmal gegen die heimischen Skyliners. Gegen den belgischen Vertreter konnten die Männer von Coach Krunic gewinnen, gegen die Hausherren in der Basketball-City Mainhatten setzte es eine knappe Niederlage.

Gegen Antwerpen erstmals im Einsatz war Ron Curry. Von seinem Muskelfaserriss genesen, zeigte der Amerikaner gleich, dass auch er ein wichtiger Teil des Teams werden könnte. 15 Punkte bei drei Dreiern legte er auf und hatte damit erheblichen Anteil am Sieg gegen starke und vor allem bissige Belgier. Überragend war allerdings Julian Gamble. Der Bonner Center dominierte die Bretter und sammelte 21 Punkte und 15 Rebounds.

Diese Leistung konnte er am Sonntag nicht wiederholen. Auch Curry musste wieder aussetzen. Er wurde nach der Verletzungspause geschont. Dafür konnte Jordan Parks wieder normal eingesetzt werden. Er hatte am Samstag einen Schlag aufs Knie bekommen und war danach vorsichtshalber nicht mehr eingewechselt worden. Und, ebenfalls wie gegen Antwerpen, mussten die Baskets auch gegen Frankfurt einem zwischenzeitlichen Rückstand hinterherlaufen – und schafften das auch. Am Ende zogen sie dennoch den Kürzeren.

Chefcoach Predrag Krunic war mit der Leistung seiner Mannschaft an den beiden Tagen dennoch nicht unzufrieden: „Es war insgesamt ein sehr gutes Testspiel-Wochenende mit einer Partie gegen eine physisch auftretende Frankfurter Mannschaft. Wir hatten am Ende gar noch die Chance auf den Sieg, haben aber leichte Punkte liegen lassen. Jetzt geht es für uns darum, mit einem vollen Kader weiter zu arbeiten und dann den Feinschliff für die anstehende Champions League-Qualifikation voranzutreiben.“

Der Coach spricht dabei schon an, dass er bald einen weiteren Zugang zu seiner Trainingsgruppe erwartet. Nemanja Djurisic ist mit seiner Nationalmannschaft aus der Europameisterschaft ausgeschieden. Die Montenegriner scheiterten an Lettland. Djurisic wird jetzt zügig nach Bonn reisen und dann bald im Training erwartet. Ob er schon bei der Präsentation der Mannschaft am Mittwoch auf dem Friedensplatz dabei ist, ist aktuell noch nicht ganz klar. Beim Vorbereitungsturnier in Brüssel am kommenden Wochenende soll er aber auf jeden Fall dabei sein.

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Baskets klettern auf Platz fünf

© Sebastian Derix

So krümelt der Keks nun mal. Und damit genug der Cookieestik in diesem Text. Denn eigentlich ging es in Frankfurt heute doch um Basketball. Und das so erfolgreich, dass sich ein Blick auf das Spiel lohnt. Und auch darüber hinaus. Denn nach dem denkbar knappen 74:73-Sieg der Telekom Baskets bei den Fraport Skyliners haben sich die Bonner Platz fünf in der Tabelle geschnappt. Das war nur möglich, weil die Oldenburger Baskets sich zuhause gegen ALBA Berlin durchsetzten. Mit einem Spiel und einer Niederlage weniger schoben sich die Bonner also vorerst an den Hauptstädtern vorbei.

Dafür war allerdings ein hartes Stück Arbeit notwendig. Die Baskets kamen nicht besonders gut ins Spiel. Vielmehr stellte die aggressive Defense der Skyliners sie vor einige Probleme. Einzig Julian Gamble konnte schon von Beginn an für etwas offensive Entlastung sorgen. Gegen ihn war auch unter den Frankfurter Körben kein echtes Kraut gewachsen. Die Folge war ein Double-Double aus 20 Punkten und zehn Rebounds.

Gamble zur Seite sprang, wenn auch mit etwas Verspätung, einmal mehr der Mannschaftskapitän. Josh Mayo wurde mit 24 Punkten sogar Topscorer des Spiels. Auch Yorman Polas Bartolo bestätigte erneut seine gute Form. Mit 16 Punkten und vier Rebounds trug auch er entscheidend zum Sieg der Baskets bei.

Bis es soweit war, musste sich das Team aber ein ums andere Mal selbst finden. Zuerst hakte es in der Offensive, dann in der Ballsicherheit, hin und wieder auch beim Glück. Dass die Baskets in dieser Saison aber in der Lage sind, sich durch solche Situationen durch zu beißen, haben sie inzwischen des Öfteren bewiesen. Und so war es auch an diesem Sonntagnachmittag in Frankfurt. Als die Skyliners ihren Anführer Tez Robertson verloren, waren die Bonner da und schlugen zu. Sie nutzten die kurze Phase fehlender Konzentration, um das Momentum in Richtung Rhein zu schicken.

Ab sofort gilt die Konzentration und der ganze Fokus wieder dem Europe Cup. Nach der Sieg im Hinspiel am vergangenen Mittwoch, soll auch am kommenden Mittwoch in heimischer Halle keine Niederlage passieren. Bis dahin steht vor allem Regeneration auf dem Plan. Da schadet es sicher nicht, dass die Heimfahrt aus Frankfurt schon am frühen Sonntagabend abgeschlossen war. Hochball gegen Nanterre ist am Mittwoch um 19.30 Uhr. Es gibt noch ein paar wenige Tickets im Vorverkauf.

Johannes Richter wechselt nach Bonn

© Telekom Baskets Bonn

© Telekom Baskets Bonn

Bei den Telekom Baskets wird weiter am Kader für die kommende Spielzeit gebastelt. Heute gab der Verein die Verpflichtung von Johannes Richter bekannt. Der PowerForward/Center spielte zuletzt für die FRAPORT Skyliners Frankfurt. In Bonn unterschrieb der 22-jährige deutsche Nachwuchsspieler einen Vertrag über zwei Spielzeiten.

Drei Jahre spielte Richter in Frankfurt. In der abgelaufenen Spielzeit wurde er mit seiner Mannschaft FIBA Euro Cup-Sieger. Im Schnitt stand er 7:43 Minuten auf dem Parkett. „Johannes verfügt für sein Alter über viel Erfahrung auf sehr hohem Niveau. Drei Jahre in Bamberg und Frankfurt haben seine Entwicklung großartig vorangetrieben, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung soll er nun für und mit den Telekom Baskets Bonn machen“, kommentierte Sportmanager Michael Wichterich die Verpflichtung des 2,05m-Mannes. „Mit ihm haben wir ein schlagkräftiges deutsches Quartett frühzeitig beisammen.“

Richter selbst freut sich auf die neue Aufgabe: „Coach Poropat hat mich als Charakter überzeugt, aber auch sein Konzept des Neuanfangs, von dem ich gern Teil sein möchte. Bonn ist ein professionell aufgestellter Club mit tollen Fans – im Telekom Dome herrscht eine Stimmung, die dich als Gegner nicht unberührt lässt. Die Baskets-Fans können davon ausgehen, dass ich in Bonn meine Kämpfernatur einbringen werde.“

Besagte Kämpfernatur hat auch Coach Silvano Poropat imponiert: „Für uns sind gleich mehrere Dinge, die Johannes verkörpert, von großem Wert. Er bringt sowohl im Spiel als auch im Training eine kämpferische Einstellung aufs Parkett, gibt immer hundertprozentigen Einsatz und agiert physisch sowie mit hoher Intensität. Zudem schätze ich seine Qualitäten beim Rebounding – an beiden Ende des Feldes. Der dritte Aspekt ist, dass er im Jugend- und Herrenbereich gelernt hat, wie er sich in einem System bewegen und funktionieren kann.“

Fest steht seit heute auch, dass Forward Isaiah Philmore in der kommenden Saison für die WALTER Tigers Tübingen auf Korbjagd geht. Baskets-Sportmanager Michael Wichterich: „Auch wenn das vergangene Jahr für die Baskets alles andere als erfolgreich lief, an Isaiah hat es sicher nicht gelegen. Er hat für uns immer 100% gegeben, wofür wir ihm herzlich danken. Wie wünschen ihm auf seinem weiteren sportlichen Weg in Tübingen von alles Gute und viel Erfolg.“

Frankfurt zerbröselt die Baskets

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Der Keks ist eigentlich schnell gegessen: Die Telekom Baskets haben in Frankfurt eine bittere Klatsche kassiert. Nicht einmal 50 Punkte machte das Team von Noch-Neu-Coach Silvano Poropat am Main. Das lag natürlich zum einen an der bekannt starken Verteidigung der Hausherren. Offensiv lief aber für die Baskets an diesem Sonntag auch gar nichts zusammen. Aufgegeben hat sich das Team nicht. Allein es fand überhaupt kein Mittel, um das Abwehrbollwerk dauerhaft zu knacken. Am Ende waren die Bonner Anhänger einmal mehr zahlreich auf die Reise gegangen, um ihre Mannschaft nach vorne zu treiben. Genutzt hatte es nichts.

 

 

Gesprächsbedarf

© Sebastian Derix

Der Dome hatte sich schon merklich geleert. Johannes Voigtmann gab strahlend dem Fernsehen das übliche Siegerinterview. Jimmy McKinney und Andrej Mangold hingegen hatten noch anderweitig Gesprächsbedarf. Angeregt diskutierten der Verteidigungsminister und der Distanzspezialist über die vergangenen vierzig Minuten. Und sie sahen dabei nicht glücklich aus. Verständlich, hatten sich die Telekom Baskets doch fast ein komplettes Spiel lang vorführen lassen.

Als vor der Mannschaftspräsentation die Pyramide des Danceteams zusammenbrach, hatte sich schon angedeutet, dass es ein Spiel zum Vergessen werden würde. Dass die Baskets dann fast fünfeinhalb Minuten brauchten, um per Freiwurf den ersten Punkt zu markieren, machte den Tag endgültig zu einem gebrauchten. Der Frankfurter Zug rollte längst auf Hochtouren. Bonn kam nicht mehr hinterher. Von einer Sequenz nach der Halbzeit abgesehen, als Mangold zum Angriff blies. Leider zog kaum einer seiner Mitspieler am gleichen Strang, was den Funken der Bonner Hoffnung gleich wieder erlöschen lies.

Viel Hoffnung auf Besserung machte an diesem Abend wenig. Geno Lawrence zum Beispiel. Neun Assists, acht Rebounds und sieben Punkte sind verdächtig nahe an einem Triple-Double. Man mag sich gar nicht vorstellen, wo die Baskets ohne ihren Spielmacher stehen würden. Auch Tadas Klimavicius mit 16 Punkten und fünf Rebounds brachte eine ordentliche Leistung. Und Aaron White schultert die ihm nach der Verletzung Philmores übertragene Verantwortung in Anbetracht seines jungen Alters bravourös (12 Punkte, sechs Rebounds). Andrej Mangold war der Initiator der kurzen Aufholjagd nach der Pause und Michael Chylinski kommt ganz wirklich sehr langsam ins Rollen.

Ansonsten war da viel Schatten. Und Ratlosigkeit. Auch beim Trainer. „Bei uns muss sich grundsätzlich etwas ändern. Wir haben zu viele Baustellen, von denen ich nach dem Eurocup-Spiel in Oldenburg dachte, dass wir einen Schritt nach vorn gemacht hätten. Wir haben gut trainiert, deshalb verstehe ich nicht, warum wir uns heute 35 Minuten haben vorführen lassen“, meinte Coach Mathias Fischer. Wenn sie Glück hat, kommt die Mannschaft sogar um eine Videoanalyse des Spiels herum: „Aus diesem Spiel möchte ich am liebsten gar nichts mitnehmen, ich bin nicht mal sicher, ob ich den Spielern noch einmal die Clips zeigen werde.“

Ob das des Pudels Lösung ist, mag trefflich diskutiert werden. Natürlich müssen die heutigen Fehler angesprochen werden. Andererseits scheint die Mannschaft so verunsichert, dass ein großer Batzen Watte vielleicht den besseren Effekt verspricht. In vielen Gesprächen will der Trainer versuchen, seine Mannschaft wieder aufzubauen. Olli Kahn forderte einst in einer Krisensituation Eier von seinen Mannschaftskameraden. Dass er backen wollte, darf bezweifelt werden. Auch die Baskets sollten die Weihnachtsplätzchen noch auf die lange Bank schieben. Die Produkte vom Federvieh würden aber dennoch sicher nicht schaden.

Baskets holen McKinney

© Sebastian Derix

Es steht im Augenblick nicht allzu gut um die Adduktoren von Michal Chylinski. Der neue Guard der Telekom Baskets hat deshalb schon die Europameisterschaft verpasst. Jetzt ist klar, dass er auch beim Saisonstart in die BekoBBL fehlen wird. Die Bonner haben deshalb reagiert und einen Routinier an den Rhein geholt. Jimmy McKinney erhält bei den Baskets einen Vertrag bis Anfang November. Er wird am Montag in Bonn erwartet.

Bei der offiziellen Mannschaftspräsentation am späten Nachmittag war der Amerikaner also noch nicht dabei. Dennoch gab es Vorschusslorbeeren von Coach Mathias Fischer: „Jimmy bringt ein hohes Maß an Erfahrung mit und ist genau der Spielertyp, den wir gesucht haben.“ Zuletzt hatte es geheißen, man müsse bei Chylinski von Tag zu Tag schauen, wie sich die Verletzung entwickelt. Verschlimmern könne sie sich allerdings nicht.

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Da es bis zur vollständigen Genesung aber noch dauert, mussten die Baskets jetzt reagieren, so Fischer: „Nach umfangreichen Medizin- und Athletiktests haben wir einen konkreten Zeitplan bezüglich der Rehabilitationsdauer. Für genau diese Dauer haben wir jemanden gesucht, der uns vom Fleck weg helfen kann und personelle Stabilität gibt.“ Und da kam der 32-jährige BBL-Veteran ins Spiel. Sechs Jahre Frankfurt, zwei Würzburg und eines in Tübingen hat der Shooting Guard auf dem Buckel.

Gute Nachrichten gibt es bei der Verletzung von Isiah Philmore. Er soll am Wochenende beim Baskets-Cup wieder auf dem Parkett stehen können. Frohe Kunde kommt auch aus Brooklyn: Geno Lawrence ist zum zweiten Mal Vater geworden. Sei Stammhalter trägt den Namen Eugene. Der glückliche Vater soll ebenfalls pünktlich zum Baskets-Cup wieder in Bonn sein. 

 

Lampen aus

© Sebastian Derix

Es konnte einem Angst und Bange werden nach den ersten zehn Minuten des Spiels der Telekom Baskets gegen die Fraport Skyliners. Zwar lagen die Gäste nicht uneinholbar vorne (25:18), allerdings schossen sie am Samstagabend zu Beginn alle Lampen aus. Sieben von acht Dreiern fanden im ersten Viertel ihr Ziel, bis zur Halbzeit sank die Quote, allerdings nur auf immer noch bärenstarke 56 Prozent. Die Baskets taten sich schwer gegen die schlafwandlerische Sicherheit, mit der Robertson, Burtschi und Konsorten die Murmel fliegen ließen.

Folgerichtig setzten sich die Gäste immer weiter ab. Zur Halbzeit lagen sie mit 12 Punkten vorne, es sollten sogar noch 15 werden. Aber die Baskets wären nicht die Baskets (in dieser Saison), wenn sie sich nicht irgendwann ihrer Stärken erinnert hätten. Mit steigender Intensität in der Defense kam auch die offensive Sicherheit, gleichzeitig ging die auf Seiten der Frankfurter immer mehr verloren. Nur noch zwei magere Dreier der Blauen fanden in Hälfte zwei ihr Ziel.

Es waren wieder einmal die kleinen, fiesen Bonner Beißer, die ihr Team auf die Siegerstraße brachten. Andrej Mangold und Mickey McConnell klauten je dreimal des Gegners Ball. Auch Geno Lawrence und (der deutlich längere) Angelo Caloiaro taten sich hier hervor. Dazu noch ein litauischer Wühlbüffel unter dem Korb und sein treffsicherer Landsmann als Kapitän – das Frankfurter Schicksal war nur wenige Sekunden vor Spielende besiegelt.

Geholfen hat sicher auch die Halle. Während der zweiten Halbzeit und vor allem der intensiven Aufholjagd stieg der Lautstärkepegel deutlich an. Nicht nur die Mannschaft bereitet sich langsam auf die Playoffs vor. Auch die Fans scheinen in die Warmup-Phase übergegangen zu sein. Und am Ende strahlten mehr als 5.000 Anhänger der Baskets, die Lampen in Frankfurt waren aus.