Der Rock ist zurück am Ring

© Sebastian Derix

Paukenschlag am Montagmittag: Rock am Ring kehrt mit sofortiger Wirkung zurück an den Nürburgring. Das teilten die Veranstalter mit. Der Wechsel zurück an den alten Standort des Festivals sei unausweichlich, heißt es in einer Erklärung. Wirtschaftlich sei die ehemals neue Spielstätte, der Flugplatz in Mendig, nicht mehr haltbar. Trotz Rekordbesucherzahlen könne man ständig wachsende Auflagen in Sachen Umweltschutz nicht finanzieren, so Marek Lieberberg. Es wären Investitionen in Millionenhöhe notwendig, um das Festival in Mendig weiter genehmigt bekommen zu können. Das sei nicht machbar.

Gleichzeitig bedankte sich der Veranstalter bei der Verbandsgemeinde Mendig. Die Verantwortlichen hätten alles getan, um dem Festival eine neue Heimat zu geben. Auch die Anwohner, insbesondere die Landwirte, die Parkflächen zur Verfügung gestellt hätten, treffe keine Schuld. Vielmehr seien die bereit gewesen, ihr Engagement sogar noch auszuweiten.

Die Rückkehr an den Ursprungsort sei verbunden mit klaren Auflagen, die man erfüllen könne, so Lieberberg. Durch den Umzug werde das größte deutsche Festival zukunftsfähig gemacht. Nach dem großen Knall und der Trennung hätten sich die aktuellen Betreiber glaubwürdig um eine Rückkehr bemüht. Auch die jetzt ausgemachten Bedingungen seien für beide Seiten annehmbar.

So kehrt also Rock am Ring zurück an die traditionsreiche Rennstrecke in der Eifel. Verbunden damit wird sicher nicht nur von Seiten der Veranstalter der Wunsch, nach zwei (vor allem durch widriges Wetter) doch eher chaotischen Ausgaben wieder zum Kerngeschäft Festival zurückkehren zu können. Rock am Ring ist wieder zuhause.

 

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Es wird weiter in Mendig gerockt

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Die Entscheidung ist gefallen: Rock am Ring 2017 wird wieder auf dem Flugplatz in Mendig stattfinden. Damit sind Umzugsbemühungen in Richtung Nürburgring zumindest für das kommende Jahr vom Tisch. Bei den beiden ersten Versuchen in Mendig hatten jeweils schwere Unwetter für zum Teil schwer verletzte Besucher gesorgt. Die Veranstalter hoffen deshalb, „dass 2017 ein uneingeschränkt faszinierendes Festivalerlebnis bietet, bei dem allein die Musik und das spezielle Ring-Feeling im Vordergrund stehen. Dafür geben wir Alles!“ Das schreiben Marek und Andre Lieberberg in einer Erklärung.

Auch von offiziellen Seiten ist man froh, dass das Festival in Mendig bleibt. „Das größte Festival Deutschlands, die coolsten Fans Europas und die besten Bands der Welt werden wieder eine rockige Zeit in Mendig erleben. Wir freuen uns sehr, auch 2017 Gastgeber für Rock am Ring sein zu dürfen“, betonten Verbandsbürgermeister Jörg Lempertz und Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel übereinstimmend.

Der Vorverkauf beginnt schon morgen, Donnerstag, um zehn Uhr. Ab dann gibt es ein limitiertes Frühbucher-Kontingent an 3-Tage-Festivaltickets für 185,- Euro inkl. Parken, Campen, Vorverkaufsgebühr sowie 10,- Euro rückzahlbares Müllpfand.

Noch immer keine Klarheit bei Rock am Ring

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Gestern stellten die Veranstalter des Rock am Ring-Festivals ein stimmungsvolles Rückblick-Video der Konzerte aus dem Juni vor. Heute gab es dann die ersten Bestätigungen für das Festival im nächsten Jahr. Die Toten Hosen und System of a Down sind als Headliner vorgesehen. Mit dabei sind aber auch Größen wie Kraftklub, Macklemore & Ryan Lewis, die Beginner, Marteria, Bastille oder In Flames.

Unklar ist aber weiterhin, wo die Konzerte im kommenden Jahr stattfinden. Man habe sehr bewusst heute noch keinen Ort angegeben, sagte Marek Lieberbergs Sprecherin Katharina Wenisch am Nachmittag. Eventuell gebe es Ende nächster Woche mehr zu sagen. Auch am Nürburgring hält man sich bedeckt. „Wir wollen Rock am Ring weiter gerne zurück“, war alles, was sich Pressesprecherin Ann-Kathrin Schürmann entlocken ließ.

Bei den Bands scheint man schon einen Schritt weiter zu sein. In Flames und System of a Down geben zum Beispiel Mendig in ihrem Tourplan als Veranstaltungsort an. Möglicherweise ist das aber auch nur der derzeitige Stand der Dinge. Einen Vertrag mit Mendig hat Veranstalter Lieberberg ja noch.

Kein Verfahren gegen Lieberberg

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Die Staatsanwaltschaft Koblenz sieht keine Veranlassung, gegen Rock am Ring-Veranstalter Marek Lieberberg zu ermitteln. Nach einer anonymen Anzeige hatte sie geprüft, ob Lieberberg oder die Aufsichtsbehörde strafbar falsch gehandelt hatten. Das Festival in Mendig war nach heftigen Unwettern mit Blitzeinschlägen zunächst unterbrochen und später vorzeitig beendet worden. 71 Besucher waren zum Teil schwer verletzt worden.

Nach den bisher bekannten Umständen gebe es aber keine Anhaltspunkte für den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung seitens der Veranstalter oder der Genehmigungsbehörde, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Geprüft wurde dabei auch das Sicherheitskonzept des Veranstalters. Lieberberg und seine Mitarbeiter haben demnach die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes ordnungsgemäß beachtet und auch die erforderlichen Maßnahmen getroffen.

„Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass Veranstaltungsbesucher im Fall einer Warnung vor einem drohenden Unwetter auch selbst eine Verantwortung dafür tragen, sich drohenden Gefahren zu entziehen, soweit dies nach den Umständen der Veranstaltung möglich ist“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Unterdessen teilte eine Sprecherin des Veranstalters mit, dass das Festival auch im kommenden Jahr wieder stattfinden werde. Im Oktober sollen dazu Einzelheiten bekannt gemacht werden. Vor Wochen war über einen Umzug zurück an den Nürburgring spekuliert worden. Dazu gibt es bislang aber keine Neuigkeiten.

 

Geld zurück für Festivalbesucher

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Gute Nachrichten aus dem Hause Lieberberg: Besucher von Rock am Ring bekommen einen Teil ihres Eintrittsgeldes zurück. Weil das Programm vor dem letzten Festivaltag wegen der anhaltenden Unwettergefahr abgebrochen werden musste, erstattet der Veranstalter den Betroffenen 40 Prozent der Eintrittskarte, abzüglich der gezahlten Müllgebühr. Um in den Genuss der Rückzahlung zu kommen, müssen Ticketinhaber ihre Originalkarten per Post einschicken, nach spätestens 30 Tagen soll der Betrag dann beim Festivalbesucher angekommen sein.

Um die Erstattung zu vereinfachen, gibt es mehrere Tipps: Wer noch die Bestellbestätigung hat, möge sie bitte mit einreichen. Außerdem stellt der Veranstalter ein Online-Formular bereit, auf dem die Bankverbindungen eingetragen werden können. Alle weiteren Infos gibt es hier. Die Abwicklung übernimmt die Firma CTS EVENTIM. Anträge auf Erstattung sollen nach Möglichkeit bis spätestens 31. Juli eingereicht werden.

Rock ohne Ring und ohne Lieberberg

© Sebastian Derix

Ich habe in den vergangenen Jahren die Irrungen und Wirrungen um Deutschlands berühmtestes Rockfestival einigermaßen aufmerksam verfolgt. Nicht nur einmal saß ich dabei kopfschüttelnd vor dem Rechner und habe nicht verstanden, was Veranstalter-Urgestein Marek Lieberberg bei der ein oder anderen Entscheidung geritten hat. Am Ende war aber egal wer oder was geritten wurde, Rock am Ring war in jedem Jahr ein riesiger Erfolg.

Daran änderten auch der Abschied vom Nürburgring, die Kämpfe vor Gericht um Namens- und Merchandise-Rechte oder der Blitzeinschlag und das Camping-Chaos auf dem neuen Gelände in Mendig nichts. Man hatte den Eindruck, dass Rock am Ring und die Familie Lieberberg gemeinsam alles überstehen könnten. Und genau deshalb schien bislang auch jede Entscheidung einen gewissen Sinn zu ergeben – wenn auch manchmal erst nachträglich.

Jetzt aber habe ich mir vor lauter Kopfschütteln schon fast ein Schleudertrauma zugezogen. Marek Lieberberg verlässt seine eigene Firma, packt seinen Sohn unter den Arm und wechselt zum kommenden Jahr zum amerikanischen Veranstaltungskonzern Live Nation. Er wird CEO des neu gegründeten deutschen Ablegers der Amerikaner, Sohn Andre wird Präsident von Live Nation Germany. Der Wechsel von CTS Eventim (dem Konzern hinter der Marek Lieberberg Konzertagentur – MLK) zu Live Nation eröffnet ihm ganz neue Möglichkeiten, so Lieberberg in einer Erklärung: „Ein Teil von Live Nation zu sein, ist der Traum eines jeden Veranstalters“, wird der 69-Jährige in einer Presseerklärung zitiert.

Sein Baby aber, das Festival, das er aus der Taufe gehoben und mit dem er sogar den schmerzhaften Ortswechsel vollzogen hat, bleibt auf der Strecke. Rock am Ring (und auch Rock im Park) werden weiter von CTS Eventim bzw. MLK veranstaltet. Der Name Lieberberg steht weiter drauf, es steckt nur kein Lieberberg mehr drin.

Ein Veranstalterkollege erklärte gestern, er könne den Schritt verstehen. Um ihn zu erklären, wäre sicher mehr als eine Stunde Zeit nötig. Der Zugriff auf nahezu alle Künstler der Welt macht wohl für Marek Lieberberg den großen Reiz der neuen Aufgabe aus. Dass dabei „der Ring“ aufgegeben werden muss, scheint ein notwendiges Übel zu sein.

Es wird spannend werden, zu sehen, wie sich das Festival entwickelt. Wer bucht jetzt die Künstler? Wird die Lieberbergsche Philosophie fortgesetzt? Gibt es ohne Lieberberg vielleicht doch eine Rückkehr an den Nürburgring? Oder stirbt nach dem faktischen Tod des Grünehöllerockimpottwasauchimmerkonzertwochenendes auch der Gigant am deutschen Festivalhimmel? Können sich Eventim und Live Nation vielleicht sogar auf eine Zusammenarbeit einigen, die die Lieberbergs weiter an Rock am Ring bindet? Denk ich an den Ring, sehe ich zur Zeit nur Fragezeichen.

Rocken auf dem Flugplatz

© Sebastian Derix

Das Geheimnis, das keines mehr war, ist gelüftet: Rock am Ring findet in Zukunft auf dem Flugplatz in Mendig statt. Für den frühen Nachmittag hatte Veranstalter Marek Lieberberg zur Pressekonferenz in die Eifelgemeinde geladen. Angekündigt war der Beginn mit einem Fotocall, „der spektakuläre Bilder liefert“. Was dann kam war Marek Lieberberg – von oben. In einer alten Antonow, die „zufällig hier so rumstand“, flog der Konzertguru samt Sohnemann ein. Neben der versammelten Weltpresse waren auch zahlreiche Mendiger gekommen.

Lieberberg nahm ein Bad in der doch recht jungen Menge und wandte sich dann der Öffentlichkeit zu. Noch einmal dankte er der Stadt Mönchengladbach und den Menschen, die alles dafür getan hätten, dass Rock am Ring an den Niederrhein kommt. Noch einmal schalt er die BIMA, die dieses Unterfangen böswillig vereitelt habe. Dann jedoch konzentrierte er sich auf sein „Field of Dreams“, wie er den Flugplatz mehrfach nannte. Die Möglichkeiten seien hier einzigartig. Alle Camper könnten auf dem Gelände ihre Zelte aufschlagen. Wer auf dem Festival angekommen sei, der bleibe da für drei Tage.

Vier Bühnen wird es geben, davon zwei gleichwertige Open Air-Bühnen und zwei kleinere Zeltbühnen. Mindestens in einem der Zelte soll verstärkt auch elektronische Musik geboten werden. Noch einmal lobte er, wie schon am Tag zuvor, die Konzepte des Tomorrowland Festivals. Die Programmatik werde man sich nicht zu eigen machen, das Ambiente sei aber durchaus interessant. Zu Künstlern konnten weder Marek, noch Sohn Andre Lieberberg etwas sagen. Headliner und weitere Bands sollen im Oktober bekannt gegeben werden. Dann soll auch der Vorverkauf starten.

Angesprochen auf die Nähe zum Nürburgring und das dortige Festival wurde Lieberberg erstmals etwas ungehalten. Es interessiere ihn nicht mehr, was am Nürburgring passiert. Wer seinen Namen, seinen Mythos stehlen wollte, über den mache er sich keine Gedanken mehr. Den Auftritt im Kampfflugzeug wollte er aber nicht als Kampfansage an die Veranstalter am Ring verstanden wissen. Man denke ohnehin langfristig. Der Vertrag in Mendig läuft zunächst über fünf Jahre, danach gebe es eine Option auf Verlängerung.