Foo Fighters, Thirty Seconds to Mars und die Gorillaz am Ring

© Sebastian Derix

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Das wird ein Fest! Die Veranstalter von Rock am Ring haben heute die ersten Bands für die Ausgabe im Juni 2018 bekannt gegeben: Headliner sind die Foo Fighters, Thirsty Seconds to Mars und die Gorillaz. Außerdem am Start sind Giganten wie Rise Against, Casper, Marilyn Manson oder Body Count, inklusive Copkiller Ice-T.

Dazu kommt eine ganze Breitseite an harter Gitarrenmusik: Avenged Sevenfold, Stone Sour, A Perfect Circle, Parkway Drive, Good Charlotte, Bullet For My Valentine, Hollywood Undead, Enter Shikari,  Black Stone Cherry, Asking Alexandria, Meshuggah, Callejon, Caliban und Nothing But Thieves.

Auch die Fans von Indie-Rock und Urban kommen nicht zu kurz: Bilderbuch, Milky Chance, Kaleo, Trailerpark, Kettcar, RAF Camora, Jimmy Eat World, Walking On Cars, UFO361, Alma oder Yung Hurn.

Neu ist, dass Tickets für das Festival und fürs Camping einzeln gekauft werden. Das kommt vor allem denjenigen zugute, die aus dem nahen Umkreis kommen und täglich anreisen. Ein Frühbucherticket gibt es deshalb schon für 149 Euro. 15.000 Eintrittskarten werden an Early Birds rausgehauen. Der Vorverkauf startet am 1. November. Sind die Frühbucherkarten weg, steigt der Preis auf 169 Euro.

 

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Der Rock ist zurück am Ring

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Paukenschlag am Montagmittag: Rock am Ring kehrt mit sofortiger Wirkung zurück an den Nürburgring. Das teilten die Veranstalter mit. Der Wechsel zurück an den alten Standort des Festivals sei unausweichlich, heißt es in einer Erklärung. Wirtschaftlich sei die ehemals neue Spielstätte, der Flugplatz in Mendig, nicht mehr haltbar. Trotz Rekordbesucherzahlen könne man ständig wachsende Auflagen in Sachen Umweltschutz nicht finanzieren, so Marek Lieberberg. Es wären Investitionen in Millionenhöhe notwendig, um das Festival in Mendig weiter genehmigt bekommen zu können. Das sei nicht machbar.

Gleichzeitig bedankte sich der Veranstalter bei der Verbandsgemeinde Mendig. Die Verantwortlichen hätten alles getan, um dem Festival eine neue Heimat zu geben. Auch die Anwohner, insbesondere die Landwirte, die Parkflächen zur Verfügung gestellt hätten, treffe keine Schuld. Vielmehr seien die bereit gewesen, ihr Engagement sogar noch auszuweiten.

Die Rückkehr an den Ursprungsort sei verbunden mit klaren Auflagen, die man erfüllen könne, so Lieberberg. Durch den Umzug werde das größte deutsche Festival zukunftsfähig gemacht. Nach dem großen Knall und der Trennung hätten sich die aktuellen Betreiber glaubwürdig um eine Rückkehr bemüht. Auch die jetzt ausgemachten Bedingungen seien für beide Seiten annehmbar.

So kehrt also Rock am Ring zurück an die traditionsreiche Rennstrecke in der Eifel. Verbunden damit wird sicher nicht nur von Seiten der Veranstalter der Wunsch, nach zwei (vor allem durch widriges Wetter) doch eher chaotischen Ausgaben wieder zum Kerngeschäft Festival zurückkehren zu können. Rock am Ring ist wieder zuhause.

 

Es wird weiter in Mendig gerockt

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Die Entscheidung ist gefallen: Rock am Ring 2017 wird wieder auf dem Flugplatz in Mendig stattfinden. Damit sind Umzugsbemühungen in Richtung Nürburgring zumindest für das kommende Jahr vom Tisch. Bei den beiden ersten Versuchen in Mendig hatten jeweils schwere Unwetter für zum Teil schwer verletzte Besucher gesorgt. Die Veranstalter hoffen deshalb, „dass 2017 ein uneingeschränkt faszinierendes Festivalerlebnis bietet, bei dem allein die Musik und das spezielle Ring-Feeling im Vordergrund stehen. Dafür geben wir Alles!“ Das schreiben Marek und Andre Lieberberg in einer Erklärung.

Auch von offiziellen Seiten ist man froh, dass das Festival in Mendig bleibt. „Das größte Festival Deutschlands, die coolsten Fans Europas und die besten Bands der Welt werden wieder eine rockige Zeit in Mendig erleben. Wir freuen uns sehr, auch 2017 Gastgeber für Rock am Ring sein zu dürfen“, betonten Verbandsbürgermeister Jörg Lempertz und Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel übereinstimmend.

Der Vorverkauf beginnt schon morgen, Donnerstag, um zehn Uhr. Ab dann gibt es ein limitiertes Frühbucher-Kontingent an 3-Tage-Festivaltickets für 185,- Euro inkl. Parken, Campen, Vorverkaufsgebühr sowie 10,- Euro rückzahlbares Müllpfand.

Noch immer keine Klarheit bei Rock am Ring

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Gestern stellten die Veranstalter des Rock am Ring-Festivals ein stimmungsvolles Rückblick-Video der Konzerte aus dem Juni vor. Heute gab es dann die ersten Bestätigungen für das Festival im nächsten Jahr. Die Toten Hosen und System of a Down sind als Headliner vorgesehen. Mit dabei sind aber auch Größen wie Kraftklub, Macklemore & Ryan Lewis, die Beginner, Marteria, Bastille oder In Flames.

Unklar ist aber weiterhin, wo die Konzerte im kommenden Jahr stattfinden. Man habe sehr bewusst heute noch keinen Ort angegeben, sagte Marek Lieberbergs Sprecherin Katharina Wenisch am Nachmittag. Eventuell gebe es Ende nächster Woche mehr zu sagen. Auch am Nürburgring hält man sich bedeckt. „Wir wollen Rock am Ring weiter gerne zurück“, war alles, was sich Pressesprecherin Ann-Kathrin Schürmann entlocken ließ.

Bei den Bands scheint man schon einen Schritt weiter zu sein. In Flames und System of a Down geben zum Beispiel Mendig in ihrem Tourplan als Veranstaltungsort an. Möglicherweise ist das aber auch nur der derzeitige Stand der Dinge. Einen Vertrag mit Mendig hat Veranstalter Lieberberg ja noch.

Kein Verfahren gegen Lieberberg

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Die Staatsanwaltschaft Koblenz sieht keine Veranlassung, gegen Rock am Ring-Veranstalter Marek Lieberberg zu ermitteln. Nach einer anonymen Anzeige hatte sie geprüft, ob Lieberberg oder die Aufsichtsbehörde strafbar falsch gehandelt hatten. Das Festival in Mendig war nach heftigen Unwettern mit Blitzeinschlägen zunächst unterbrochen und später vorzeitig beendet worden. 71 Besucher waren zum Teil schwer verletzt worden.

Nach den bisher bekannten Umständen gebe es aber keine Anhaltspunkte für den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung seitens der Veranstalter oder der Genehmigungsbehörde, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Geprüft wurde dabei auch das Sicherheitskonzept des Veranstalters. Lieberberg und seine Mitarbeiter haben demnach die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes ordnungsgemäß beachtet und auch die erforderlichen Maßnahmen getroffen.

„Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass Veranstaltungsbesucher im Fall einer Warnung vor einem drohenden Unwetter auch selbst eine Verantwortung dafür tragen, sich drohenden Gefahren zu entziehen, soweit dies nach den Umständen der Veranstaltung möglich ist“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Unterdessen teilte eine Sprecherin des Veranstalters mit, dass das Festival auch im kommenden Jahr wieder stattfinden werde. Im Oktober sollen dazu Einzelheiten bekannt gemacht werden. Vor Wochen war über einen Umzug zurück an den Nürburgring spekuliert worden. Dazu gibt es bislang aber keine Neuigkeiten.

 

Zurück zum Ring?

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Spekuliert wird schon lange, eigentlich schon, seitdem die Vertragsverhandlungen zwischen Veranstalter Marek Lieberberg und den Eigentümern des Nürburgrings gescheitert waren. Jetzt scheint eine Rückkehr des Rock am Ring-Festivals an die Rennstrecke in der Eifel konkreter denn je zu werden. Laut Koblenzer Rhein-Zeitung will der neue Eigentümer alles dafür tun, dass Rock am Ring im kommenden Jahr zurück in die Heimat kommt. „Wir wollen Rock am Ring unbedingt zurück haben“, sagte demnach Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort.

Und das so schnell wie möglich. Nach Medienberichten müsse die Entscheidung über eine Rückkehr noch in diesem Monat fallen – wegen der langfristigen Planungen der Rennstrecke. Nach zwei völlig missratenen Ausgaben des Festival ins Mendig mit Blitzeinschlägen und zusammen mehr als 100 Verletzten dürfte die Liebe zum „Field of Rock“, wie es Lieberberg einst bei der Verkündung des Wechsels nannte, ziemlich erloschen sein. Zudem hatten die Behören in Mendig den Veranstalter in diesem Jahr angewiesen, das Festival zu beenden – Lieberberg hält das bis heute für eine falsche Entscheidung.

„Ganz sicher weiß Herr Lieberberg, was er am Nürburgring hat, was er hier in 29 Jahren zusammen mit dem Nürburgring geschaffen hat“, sagte Nürburgring-Sprecher Uwe Baldes. Allerdings wisse man auch, dass Lieberberg in Mendig einen Vertrag bis 2019 habe. Sollten sich da die Dinge ändern, stehe man aber bereit. „Wir haben die Voraussetzungen, die man zur Durchführung eines Musikfestivals benötigt. Wenn es eine Möglichkeit gibt, Rock am Ring zurück zu holen, wäre das perfekt.“

Und Baldes bestätigt auch Gespräche zwischen dem Veranstalter und den Verantwortlichen am Ring: „Aktuell werden die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ausgelotet. Schauen wir mal, was die nächsten Wochen bringen“, ergänzt er vielsagend. Eine Deadline Ende Juli wollte Baldes aber nicht bestätigen. Und dennoch: „Wenn wir Rock am Ring einplanen sollen, können oder besser dürfen, dann müssen wir das relativ frühzeitig tun. Der Terminplan für das kommende Jahr ist schon in Arbeit, das ist ein großes Puzzle. Von daher gibt es da sicher schon zeitliche Vorgaben.“

Eine zeitnahe Entscheidung ist also wahrscheinlich. Dass Lieberberg noch einmal in Mendig veranstaltet, scheint so gut wie ausgeschlossen – Vertrag hin oder her. Dass er sich einen anderen Ort als den Nürburgring aussucht, sollte er wechseln, dürfte ebenfalls mehr als unwahrscheinlich sein. Die Verantwortlichen am Ring, von denen er sich im Streit getrennt hatte, sind längst nicht mehr da. „Der Verkauf des Nürburgrings ist abgeschlossen, d.h. wir haben hier eine stabile und sichere Zukunft“, wirbt Uwe Baldes noch einmal.

Rock ohne Ring und ohne Lieberberg

© Sebastian Derix

Ich habe in den vergangenen Jahren die Irrungen und Wirrungen um Deutschlands berühmtestes Rockfestival einigermaßen aufmerksam verfolgt. Nicht nur einmal saß ich dabei kopfschüttelnd vor dem Rechner und habe nicht verstanden, was Veranstalter-Urgestein Marek Lieberberg bei der ein oder anderen Entscheidung geritten hat. Am Ende war aber egal wer oder was geritten wurde, Rock am Ring war in jedem Jahr ein riesiger Erfolg.

Daran änderten auch der Abschied vom Nürburgring, die Kämpfe vor Gericht um Namens- und Merchandise-Rechte oder der Blitzeinschlag und das Camping-Chaos auf dem neuen Gelände in Mendig nichts. Man hatte den Eindruck, dass Rock am Ring und die Familie Lieberberg gemeinsam alles überstehen könnten. Und genau deshalb schien bislang auch jede Entscheidung einen gewissen Sinn zu ergeben – wenn auch manchmal erst nachträglich.

Jetzt aber habe ich mir vor lauter Kopfschütteln schon fast ein Schleudertrauma zugezogen. Marek Lieberberg verlässt seine eigene Firma, packt seinen Sohn unter den Arm und wechselt zum kommenden Jahr zum amerikanischen Veranstaltungskonzern Live Nation. Er wird CEO des neu gegründeten deutschen Ablegers der Amerikaner, Sohn Andre wird Präsident von Live Nation Germany. Der Wechsel von CTS Eventim (dem Konzern hinter der Marek Lieberberg Konzertagentur – MLK) zu Live Nation eröffnet ihm ganz neue Möglichkeiten, so Lieberberg in einer Erklärung: „Ein Teil von Live Nation zu sein, ist der Traum eines jeden Veranstalters“, wird der 69-Jährige in einer Presseerklärung zitiert.

Sein Baby aber, das Festival, das er aus der Taufe gehoben und mit dem er sogar den schmerzhaften Ortswechsel vollzogen hat, bleibt auf der Strecke. Rock am Ring (und auch Rock im Park) werden weiter von CTS Eventim bzw. MLK veranstaltet. Der Name Lieberberg steht weiter drauf, es steckt nur kein Lieberberg mehr drin.

Ein Veranstalterkollege erklärte gestern, er könne den Schritt verstehen. Um ihn zu erklären, wäre sicher mehr als eine Stunde Zeit nötig. Der Zugriff auf nahezu alle Künstler der Welt macht wohl für Marek Lieberberg den großen Reiz der neuen Aufgabe aus. Dass dabei „der Ring“ aufgegeben werden muss, scheint ein notwendiges Übel zu sein.

Es wird spannend werden, zu sehen, wie sich das Festival entwickelt. Wer bucht jetzt die Künstler? Wird die Lieberbergsche Philosophie fortgesetzt? Gibt es ohne Lieberberg vielleicht doch eine Rückkehr an den Nürburgring? Oder stirbt nach dem faktischen Tod des Grünehöllerockimpottwasauchimmerkonzertwochenendes auch der Gigant am deutschen Festivalhimmel? Können sich Eventim und Live Nation vielleicht sogar auf eine Zusammenarbeit einigen, die die Lieberbergs weiter an Rock am Ring bindet? Denk ich an den Ring, sehe ich zur Zeit nur Fragezeichen.