Kunst!Rasen 2017

Die neue Kunst!Rasen-Saison ist gestartet. Drei Konzert in drei Tagen: Passenger, Brings und die 257ers. Ich durfte einmal mehr ein paar Fotos schießen. Hier ist eine kleine Auswahl:

Geld zurück für Festivalbesucher

© Sebastian Derix

Gute Nachrichten aus dem Hause Lieberberg: Besucher von Rock am Ring bekommen einen Teil ihres Eintrittsgeldes zurück. Weil das Programm vor dem letzten Festivaltag wegen der anhaltenden Unwettergefahr abgebrochen werden musste, erstattet der Veranstalter den Betroffenen 40 Prozent der Eintrittskarte, abzüglich der gezahlten Müllgebühr. Um in den Genuss der Rückzahlung zu kommen, müssen Ticketinhaber ihre Originalkarten per Post einschicken, nach spätestens 30 Tagen soll der Betrag dann beim Festivalbesucher angekommen sein.

Um die Erstattung zu vereinfachen, gibt es mehrere Tipps: Wer noch die Bestellbestätigung hat, möge sie bitte mit einreichen. Außerdem stellt der Veranstalter ein Online-Formular bereit, auf dem die Bankverbindungen eingetragen werden können. Alle weiteren Infos gibt es hier. Die Abwicklung übernimmt die Firma CTS EVENTIM. Anträge auf Erstattung sollen nach Möglichkeit bis spätestens 31. Juli eingereicht werden.

Feines neues Festival

© Sebastian Derix

Als im Jahr 2011 rund 160.000 Besucher in die Rheinaue strömten, um bei freiem Eintritt zahlreichen Bands zuzuhören, ahnten sie noch nicht, dass es die Rheinkultur im Jahr darauf nicht mehr geben würde. Ich erinnere mich, dass ich einigermaßen geschockt war, als das Aus auf einer Pressekonferenz im Parkrestaurant Rheinaue verkündet wurde. Drei Jahre später wurden in der gleichen Location die Planungen für ein neues Festival vorgestellt – die Rockaue war geboren.

Am vergangenen Wochenende stand endlich die erste Ausgabe an. Gut 40 Bands standen auf vier Bühnen. Highlight war unter anderem der DJ Felix Jaehn, bei dem den Veranstaltern ein Schnäppchen gelang, weil sie ihn vor seinem großen Durchbruch verpflichteten. Außerdem standen mit Schandmaul und Jennifer Rostock etablierte Bands als Headliner auf der Bühne, die die Rheinaue aus Rheinkultur-Zeiten schon kannten.

12 Stunden Musik, tolles Wetter, Bands aus verschiedenen Musikrichtungen – die erste Rockaue war gut aufgestellt. Rund 20.000 waren gekommen um zu feiern. Die Rheinaue zeigte einmal mehr, dass sie als Veranstaltungslocation geradezu optimal ist. Verbessert werden kann aber natürlich immer etwas. Die Schlangen am Einlass waren zu Hochzeiten zu lang. Auch an den Toilettenwagen wartete man bisweilen mehrere Songs – ein rechtzeitiges Vorausahnen des nächsten Bedürfnisses war notwendig.

Das alles ist allerdings Meckern auf einem recht hohen Niveau. Die erste Ausgabe eine Festivals kann nicht perfekt sein. Es muss Raum für Verbesserungen im kommenden Jahr sein. Denn, das steht fest, am 9. Juli 2016 geht die Rockaue in ihre zweite Ausgabe. „BONN! Feines neues Festival habt ihr da! Dankeschön“, postete die Band Jennifer Rostock nach ihrem Auftritt auf Facebook. Dem kann man sich nur anschließen.

Lustige alte Männer

Mal wieder ein Fotobeitrag: In der vergangenen Woche hatte ich die Chance auf dem Bonner Kunstrasen zu fotografieren. Status Quo und Alice Cooper waren zu Gast. Beide lieferten eine tolle Show ab.

Als Bonn noch mehr konnte – The DOORS

© Sebastian Derix

Bonn kann mehr – sagt zumindest eine Facebook-Gruppe, die sich seit einiger Zeit großer Beliebtheit erfreut. Da geht es gegen Meckerbürger, für mehr Kulturveranstaltungen, Open-Air Konzerte und ähnliche Dinge. Dinge, die selbst auch in Bonn „früher“ völlig normal waren, die aber inzwischen mehr und mehr eingestampft werden. Zu diesen Dingen gehörten lange Jahre auch die Konzerte auf der Museumsmeile. Mehr oder weniger interessante Bands traten unter einem riesigen Zeltdach auf, auf dem Grünstreifen vor dem Veranstaltungsgelände sammelten sich die Schwarzhörer und niemand beschallte sie mit Krach, damit sie nichts vom eigentlichen Konzert mitbekamen.

Eines dieser Konzerte, wohl das beste, das ich auf der Museumsmeile gesehen bzw. in dem Fall mehr gehört habe, war der Auftritt der Doors. Ziemlich genau zehn Jahre (17.7.2004) ist es jetzt her, dass sich Ray Manzarek, Robby Krieger, Ty Dennis, Angelo Barbera und, anstelle von Legende Jim Morrison, Ex-Cult Sänger Ian Astbury die Ehre gaben. Es war ein warmer Sommerabend, wir, eine Gruppe von mehr oder minder amen Studenten, konnten oder wollten uns die 50 Euro Eintritt nicht leisten und verabredeten uns zu einem Treffen auf dem Grünstreifen entlang der B9, ein Picknickkorb mit Rotwein, Käse und Hartwurst im Gepäck (Kultur!).

Von unserem Platz, fast genau gegenüber der Bühne, konnten wir perfekt hören. Wer besonders hoch springen konnte, war sogar in der Lage, die Bühne zu sehen. Und dann ging es los: „Ladies and Gentlemen, live from Los Angeles, California, The DOORS!“. Es gab alle „Hits“ – Ian Astbury machte seine Sache großartig. Er erinnerte an Morrison, versuchte aber nicht zu sehr ihn zu kopieren. Manzarek und Krieger harmonierten, der Keyboarder hielt die Zügel in der Hand. Bis die Natur versuchte, ihm einen Streich zu spielen. Ein Gewitter zog auf, es wurde schlagartig dunkel.

Das Ganze tat der Stimmung allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil. Manzarek reagierte und stellte das Programm um. Mit den ersten Böen und Regentropfen erklang der Beginn von „Riders on the Storm“. Von unserem Platz aus konnten wir sehen, wie sich die Gewitterwolken hinter der Bühne immer höher auftürmten. Es war im wahrsten Sinne ein Bild für die Götter. Und dann brach es los. Auf der Bühne, über der Bühne. Es war der wohl atmosphärischste Moment, den ich je bei einem Konzert erlebt habe. Kein Regisseur hätte das besser inszenieren können.

Zehn Jahre ist das jetzt her. Manchmal denke ich an diesen legendären Abend zurück und bedauere, dass es noch keine Foto-Handys gab, die eine akzeptable Bildqualität geliefert hätten. Zu gerne hätte ich das Spektakel an Himmel und Bühne festgehalten, vielleicht sogar gefilmt. Die Bilder bleiben aber auch so – ohne drölftausend leuchtende Smartphonebildschirme im Publikum. Dieser Abend war ein Erlebnis. Zu einer Zeit, in der Bonn noch mehr konnte.