Jordan Parks und Ron Curry kommen nach Bonn

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets haben ihre ersten ausländischen Neuverpflichtungen getätigt. Vom italienischen Zweitligisten Pallacanestro Alma Trieste wechselt Jordan Parks auf den Hardtberg. Der Amerikaner unterschrieb einen Vertrag für eine Spielzeit. Zuletzt hatte der Power Foward mit seinem Team das Finale der Playoffs in Italiens zweiter Liga erreicht. Er sorgte in der abgelaufenen Saison für 14,3 Punkte und 7,4 Rebounds. Außerdem verpflichteten die Bonner Ron Curry. Der 23-Jährige spielte zuletzt in Novo Mesto in der slowenischen Liga.

Der ebenfalls 23-jährige Parks stand bis Anfang vergangener Woche noch in der Finalserie auf dem Parkett. Im Anschluss an die gegen Virtus Bologna errungene Vizemeisterschaft reiste Parks für ein Kennenlernen nach Bonn – und hinterließ dabei einen bleibenden Eindruck. „Wir haben ihn während der Playoffs ohne sein Wissen vor Ort in Augenschein genommen, wollten ihn im Anschluss aber unbedingt auch einmal nach Bonn einladen“, erklärte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich. „Dabei hat Jordan sich als außerordentlich offener, sympathischer und an unseren Strukturen interessierter Typ gezeigt. Als einer, der die Telekom Baskets Bonn national wie international mit viel Engagement und Ehrgeiz repräsentieren wird.“

Der Amerikaner selbst hofft auf einen Karrieresprung in Bonn: „Ich freue mich darauf, Teil des Programms der Telekom Baskets Bonn zu werden. Ich denke, dass ich dem Team mit meinen Fähigkeiten helfen kann, Spiele zu gewinnen, aber in Bonn gleichzeitig auch den nächsten Entwicklungsschritt machen kann.“

Ron Curry hat seine erste professionelle Spielzeit in Europa hinter sich gebracht. Der Guard sorgte für 12,1 Punkte und holte 3,1 Rebounds. Dazu gab er im Schnitt 2,5 Assists. Damit hat er Headcoach Predrag Krunic beeindruckt. Wichtig soll er aber vor allem in der Defensive werden: „Mit Ron stößt ein junger Spieler zu uns, der in seiner Rookie-Saison als Profi gezeigt hat, dass er beide Guard-Positionen besetzen kann. Für uns wird er primär als starker Verteidiger und sicherer Schütze auftreten, soll darüber hinaus aber auch den Spielaufbau unterstützen.“

DiLeo und O´Shea bleiben bis 2019

Die Telekom Baskets haben sich mit Spielmacher TJ DiLeo und Co-Trainer Chris O´Shea auf eine Vertragsverlängerung geeinigt. Beide unterschrieben neue Arbeitspapiere, die bis 2019 Gültigkeit haben. Der Vertrag von Cheftrainer Predrag Krunic hatte sich schon durch das Erreichen der Playoffs verlängert. Ein erster Schritt in Richtung der erhofften Kontinuität ist damit gemacht.

„TJ war und ist eine absolute Bereicherung für die Telekom Baskets Bonn, ein einwandfreier Charakter und auf dem Feld immer da, wenn und wo er gebraucht wird“, sagte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich zur Verlängerung. „Er ist einer der sozialen Anker innerhalb der Mannschaft gewesen und hat sich in der vergangenen Saison zu einer Führungspersönlichkeit entwickelt. Entsprechend freuen wir uns, TJ weiter als wichtigen Teil des Teams an Bord zu haben.“

Je länger die Saison dauerte, desto mehr wuchs der Guard in seine Rolle bei den Baskets hinein. Als Josh Mayo in den Playoffs ausfiel, übernahm der Deutsch-Amerikaner sogar komplett das Ruder und führte seine Mannschaft durch die beachtenswerte Serie.

Auch der neue Vertrag für den Co-Trainer war laut Wichterich verdient: „Es ist großartig, mit Chris weiterhin einen super Typen und akribischen Arbeiter in unserem Programm zu haben. Er hat sowohl in sportlich schwierigen als auch spannenden Phasen seine Professionalität und Loyalität unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit Predrag Krunic bildet er ein sich exzellent ergänzendes Trainergespann.“

O´Shea selbst freute sich ebenfalls, weiter in Bonn arbeiten zu können: „Ich fühle mich in Bonn und bei den Telekom Baskets sehr wohl, und bedanke mich für das mir von Seiten der Vereinsführung als auch von Coach Krunic entgegengebrachte Vertrauen. Wir haben hier einen ausgezeichneten Standort, der infrastrukturell und organisatorisch auf einem sehr hohen Level ist. Dennoch glaube ich, dass wir aus unseren Möglichkeiten noch mehr herausholen können. Ich freue mich darauf, die positive Entwicklung der Mannschaft des letzten Jahres auch in Zukunft  weiter zu unterstützen und aktiv daran mitzuwirken.“

Der Co-Trainer war bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten für die detaillierte Spielvor- und -nachbereitung als auch das Individualtraining zuständig. Diese Aufgaben wird er laut Verein auch weiter haben.

Eine weitere Spielzeit in den Büchern

© Sebastian Derix

Das war sie also, die Saison der Telekom Baskets. Mit der Abschlussfeier im Foyer des Telekom Domes ist auch der letzte halbwegs offizielle Termin für Mannschaft, Staff und Anhängerschaft ohne größere Unfälle über die Bühne gebracht. In den nächsten Tagen werden sich die Spieler in alle Windrichtungen verteilen. Vorher wurden und werden noch Saisonabschluss- und eventuell erste Sondierungsgespräche für die kommende Spielzeit geführt. Mit wem, darüber kann trefflich spekuliert werden. Sicher ist, wie im Basketball häufig, dass nur wenige Spieler einen Vertrag für die nächste Saison haben. Im Fall der Baskets sind das Yorman Polas-Bartolo, Konstantin Klein und Johannes Richter.

Kein schlechter (deutscher) Grundstock, um ein Team herum zu basteln. Und doch scheint etwas zu fehlen. Oder jemand. Die Rede ist natürlich von Florian Koch. Urgestein, Eigengewächs, Inventar. Flo war eigentlich immer da. Ob das auch in der kommenden Saison noch so sein wird, darf zumindest bezweifelt werden. Zwar ist er Bonner mit ganzem Herzen, mit den Baskets seit der Jugend verbunden und seit Jahren eine feste Konstante in der ersten Mannschaft. Mit der Entwicklung seiner Spielzeit in der abgelaufenen Saison kann er aber sicher nicht zufrieden sein. Da stellt sich dann irgendwann tatsächlich die Frage nach dem Propheten im eigenen Land. Muss er vielleicht in die weite Welt hinaus, um endlich Spielzeit zu sehen?

Für die Bonner Anhänger wäre es ein Verlust, das machten sie am letzten Spieltag mehr als deutlich. Auch Flo wird sich schwer tun, die Heimat zu verlassen. Das war ihm ebenfalls anzusehen. Den Entschluss kann er derweil nur alleine treffen – allenfalls noch mit seinem engsten Umfeld. Es wird vermutlich nicht viel weniger als eine Grundsatzentscheidung: In Bonn bleiben und (endgültig) zur „Legende“ bei den Fans werden, oder doch den Schritt wagen und darauf hoffen, bei einem anderen Club mit mehr Spielzeit Stufe für Stufe die Karriereleiter hinauf zu klettern. Beide Entscheidungen könnte man nachvollziehen. Möge er die treffen, mit der er glücklich werden kann.

Dauer(b)renner Mayo verletzt

© Sebastian Derix

Die Enttäuschung nach der Niederlage der Telekom Baskets gegen Brose Bamberg am späten Mittwochabend hielt sich in Grenzen. Zu dominant war der Deutsche Meister, zu realistisch sind auch die Bonner Fans. Sie können einordnen, dass der Sieg in Spiel eins an eine Sensation grenzte und es in der Serie schwer werden würde, diese Leistung zu wiederholen. Bamberg hätte einen ähnlich miesen Tag erwischen müssen, wie am vergangenen Samstag, Bonn dagegen einen Sahnetag in Angriff und Verteidigung.

Dass damit nicht zu rechnen war, war vermutlich jedem im Telekom Dome klar. Als dann nach knapp 25 Minuten auch noch Josh Mayo verletzt ausgewechselt werden musste, wurde klar, dass es an diesem Abend um Schadensbegrenzung gehen würde. Am Ende stand ein 87:71 für die Gäste auf der Anzeigetafel. Die Hausherren wurden trotzdem gefeiert. Auch Mayo, der noch etwas unrund durch die Halle stakste. Eine Verletzung im hinteren Oberschenkel sorgte dafür, dass sein aufrechter Gang etwas eingeschränkt war.

Am Donnerstagmorgen war der Spielmacher zur MRT-Untersuchung beim Arzt. Ein Ergebnis soll im Laufe des Tages bekannt werden. Ein Einsatz im dritten Playoff-Viertelfinale am Sonntag in Bamberg ist zumindest fraglich. Sollte Mayo ausfallen, würde Jamarr Sanders für ihn einspringen. Der Amerikaner kam erst im Laufe der Saison zu den Baskets und konnte bisher nur bedingt nachweisen, dass er eine Verstärkung ist. Am Sonntag wäre ein guter Zeitpunkt für eine Leistungsexplosion. Viel weniger dürfte nicht nötig sein, um den Bonner Traum vom Halbfinale aufrecht zu erhalten.

 

UPDATE MAYO: Das MRT hat laut Verein kein eindeutiges Ergebnis ergeben. Mayo wird jetzt durch die physiotherapeutische und die osteopathische Abteilung weiter eingehend untersucht und behandelt. Ein Einsatz am Sonntag ist deshalb weiterhin fraglich.

Baskets entführen den Heimvorteil

© Sebastian Derix

Ach übrigens, es steht 1:0 – so hieß es vor fast genau fünf Jahren, als die Telekom Baskets zuletzt in eine Playoff-Serie gegen Brose Bamberg ging. Am Ende stand es 3:1 für den damaligen und aktuell amtierenden Deutschen Meister. Dennoch schafften die Bonner seinerzeit eine Art Sensation. Nicht viel weniger gelang am vergangenen Samstag – ebenfalls gegen und in Bamberg – im ersten Spiel der diesjährigen Viertelfinalserie.

Mit 93:92 fügten die Baskets den Hausherren eine empfindliche Niederlage zu. Nach dem eher schwachen Ende der regulären Saison eine Energieleistung, die den Männern von Coach Predrag Krunic nur die absoluten Experten zugetraut hatten. Josh Mayo geriet dabei zum Dauerbrenner und -renner. Ohne Pause ackerte der kleine Bonner Aufbauspieler, sammelte in 40 Spielminuten 25 Punkte und gab zudem neun direkte Korbvorlagen. Stark agierten aber auch alle anderen Baskets, die Zeit auf dem Parkett verbringen durften.

Jetzt ist vor allem Regeneration angesagt. Die Starting Five musste im Schnitt rund 33 Minuten Vollgas geben. Schon am Mittwoch kommt der Meister in den Telekom Dome. Er wird Spiel 2 sicher nicht einfach abschenken wollen. Durch den Sieg haben die Baskets allerdings vorerst den Heimvorteil geklaut. Jetzt sind auch die Bonner Anhänger gefragt. Der Telekom Dome muss wie ein Mann hinter dem Team stehen, damit das Heim tatsächlich zum Vorteil wird. Wenn das klappt, heißt es vielleicht am Mittwoch: Ach übrigens, es steht 2:0.

Den Blick nach oben. Und unten.


Es hat ein paar Tage gedauert, die Niederlage der Telekom Baskets gegen Oldenburg und den damit verpassten fünften Platz in der Bundesliga-Endabrechnung zu verdauen. Zu ärgerlich war die Heimpleite. Und gleichzeitig so wenig notwendig. Dem Rückstand aus den ersten Minuten rannten die Bonner ein ganzes Spiel lang hinterher. Rickey Paulding hatte dafür gesorgt. Immer wieder stand Mr. Oldenburg frei und ließ die Kugel von jenseits der Dreierlinie fliegen. Und landen. Das taten schlussendlich auch die Hausherren. Auf dem harten Parkett der heimischen Spielstätte.

Inzwischen sind sie wieder aufgestanden. Die Krone gerichtet, die Niederlage in den Ordner „Giftschrank“ abgeheftet. Jetzt geht der Blick nach oben. In der Tabelle. Und nach unten. Auf der Landkarte. Bamberg ist das Ziel der nächsten Busreisen der Bonner Basketballer. Und das nicht zum Spaß: „Wir haben neun Monate gekämpft. Jetzt wollen wir Bamberg auch schlagen“, sagt Florian Koch. Dass dazu in allen Spielen eine perfekte Leistung notwendig ist, weiß jeder im Team.

Los geht es am Samstagnachmittag. Während in der Heimat Rhein in Flammen beginnt, soll in Franken ein Bonner Feuerwerk gezündet werden. Aber nicht nur in der Offensive müssen die Baskets über sich hinaus wachsen. Vor allem in Sachen Verteidigung gilt es, die Ladung eines ganzen Betonmischers auf dem Bamberger Parkett zu lassen. Am kommenden Mittwoch steht Spiel zwei an – im heimischen Telekom Dome. Hochball ist dann um 20.30 Uhr.

Zurück in der Spur

© Sebastian Derix

Mit einer beeindruckenden Leistung haben sich die Telekom Baskets in der easyCreditBBL zurück gemeldet. Durch einen ungefährdeten 102:85-Sie bei den Giessen 46ers sicherte sich das Team von Cheftrainer Predrag Krunic zudem die Playoff-Teilnahme. Nach einem Jahr Abstinenz sind die Bonner damit wieder da, wo sie nach eigenem Selbstverständnis hin wollen – und das zum 18. Mal in der 21-jährigen Bundesligageschichte des Vereins.

Nach zuletzt drei Niederlagen dominierten die Baskets in Gießen von Beginn an. Kapitän Josh Mayo hielt früh die Zügel straff in der Hand, Ryan Thompson zeigt erstmals seit seiner Verletzung, wie wichtig er für die Mannschaft sein kann und gegen Julian Gamble war unter keinem der Körbe in der Gießener Sporthalle Ost auch nur der Hauch eines Krauts gewachsen. Nach einer stimmungsvollen Verabschiedung ihres Trainers Denis Wucherer, war es um die festliche Stimmung in Gießen schnell geschehen. Wen auch immer Wucherer aufbot, Bonn hatte stets die bessere Antwort.

Drei Viertel lang gaben die Baskets Vollgas. Dann begann Coach Krunic, seinen wichtigsten Spielern längere Pausen zu gönnen. Schonung war angesagt für das letzte reguläre Saisonspiel am kommenden Montag. Gegen Oldenburg geht es um Platz fünf. Gewinnen die Baskets, heißt der Gegner in der ersten Playoff-Runde Bayreuth. Verliert Bonn, landet das Team in der Endabrechnung auf Platz sieben. Damit würden die Baskets einmal mehr auf Bamberg treffen. Sicher die deutlich unangenehmere Aufgabe.