Auf dem Weg in die ChampionsLeague

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets stehen mit einem Bein in der ChampionsLeague. Am Abend gewannen die Bonner deutlich mit 90:70 beim finnischen Vertreter Kataja Basket. Drei Viertel lang waren die Baskets überhaupt nicht zu stoppen. Gegen Ende ließen sie die Hausherren dann doch noch etwas rankommen. Dennoch geht das Team von Chefcoach Predrag Krunic als haushoher Favorit ins Rückspiel am kommenden Montag.

Nach den Querelen der Anreise war es ein Blitzstart der Baskets, der so kaum zu erwarten gewesen sein dürfte. Nach knapp zwei Minuten lagen sie schon zweistellig vorne. Die Hausherren wurden förmlich an die Wand gespielt und standen ein ums andere Mal staunend da, wenn die Bonner ihnen keine Chance ließen. Offensiv gelang Kataja so gut wie nichts, die Gäste vom Rhein dagegen legten vor allem auch von außen eine starke Leistung aufs Parkett.

Dabei verteilte Coach Krunic die Spielzeit das ganze Spiel über sehr ausgeglichen. Heraus stachen Yorman Polas Bartolo, der fast 33 Minuten auf dem Feld stand und Julian Jasinski, der keine einzige Minute sah. Auch Malcolm Hill wurde noch nicht eingesetzt. Alle anderen Spieler lagen in einem ähnlichen Bereich. Polas Bartolo nutzte seine Spielzeit und schwang sich zum besten Spieler der Baskets auf. 14 Punkte und zwölf Rebounds standen am Ende hinter seinem Namen im Statistikbogen.

Auf die Bremse trat nach dem überzeugenden Sieg allerdings Coach Krunic: „Auch wenn das Spiel vorbei ist, war das insgesamt nur eine Halbzeit. Der zweite schwere Test steht uns am Montag daheim bevor“, so Krunic nach dem Schlusspfiff. „Wir haben in den ersten 30 Minuten eine gute Verteidigung gezeigt, doch Kataja Basket hat dann nochmals klargemacht, warum sie Badalona geschlagen haben. Jetzt gilt es für uns alle – das Team gemeinsam mit den Fans – am Montag bereit zu sein.“

Folgerichtig wird er die Zeit bis zum Montagabend mit seiner Mannschaft nutzen. Um 20 Uhr steht dann das Rückspiel im Telekom Dome an. Allerdings sollte es mit mindestens einem Teufel zugehen, sollten sich die Baskets den Einzug in die ChampionsLeague am Montag noch nehmen lassen. Kurz nach dem Abpfiff heißt es dann auch schon wieder Vorbereitung auf das erste BBL-Spiel. Am Mittwoch kommt dann Ulm in den Telekom Dome.

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Die Baskets sind komplett

© Sebastian Derix

Das fehlende Puzzleteil ist gefunden: Die Telekom Baskets haben Malcolm Hill verpflichtet. Der Amerikaner spielte zuletzt einige Monate auf den Philippinen. Vorher war der Rookie vier Jahre lang an der University of Illionis. Sportmanager Michael Wichterich spricht von einem Spieler, der „aus einem guten Basketball-College-Programm“ kommt.

„Mit Malcolm Hill vervollständigt ein mit vielen Fähigkeiten ausgestatteter Spieler unser Team“, so Wichterich weiter. „Er ist sowohl aus der Distanz gefährlich, kann aber auch dynamisch und mit einer guten Ballsicherheit den Korb attackieren. Mit ihm sind wir auf den Außenpositionen maximal variabel.“

Trotz seiner erst 21 Jahre ist auch Headcoach Predrag Krunic von seinem Neuzugang überzeugt. Er sei sicher, „dass Hill unsere Optionen im Team deutlich erweitert. Malcolm ist ein athletischer Spieler mit ausgeprägten Allround-Fähigkeiten und passt in unser System und Team. Mit 21 Jahren ist er sehr jung, weshalb wir ihn behutsam entwickeln werden“, so Krunic.

Wann Hill in Bonn ankommt, ist noch nicht ganz klar. Man gehe davon aus, dass er bis zum Wochenende auf dem Hardtberg eintreffen werde, heißt es vom Verein.

Capitano on board

© Sebastian Derix

Der Mann mit den karibischen Wurzeln fühlte sich sichtlich am wenigsten wohl: Yorman Polas Bartolo und die schmalen Ruderboote, das schien keine Liebe auf den ersten Blick zu werden. Die Baskets waren am Montagnachmittag im Rahmen der Aktion Baskets@School beim Ruderclub der Otto-Kühne-Schule in Bad Godesberg zu Gast. Und der Deutsch-Kubaner fremdelte doch deutlich mehr als seine Kollegen mit dem ungewohnten Sportgerät. Dennoch ließ er sich bereitwillig in die Kunst des Ruderns einweisen und nahm dann doch Platz. Nach einigen Metern huschte sogar eine Art Lächeln über sein Gesicht.

Ebenfalls mit ordentlichem Unwohlsein in der Magengegend ging der Kapitän an Bord. Josh Mayo erinnerte sich nur ungern an seine ersten Erfahrungen im Kajak-Bereich. Ihm sei dabei ordentlich schlecht geworden, gab er zu Protokoll, bevor er „Onkel Udo“ bestieg. Dennoch ging er die neue Aufgabe mit der Würde eines Mannschaftsführers an und zeigte schon kurz darauf sein breitestes Grinsen. Der Seegang auf dem Rhein gab sich aber auch Mühe, die Mägen der Basketballer nicht zu sehr auf links zu drehen. Zudem sahen sich alle Spieler in den Booten bester Betreuung durch Schüler und Lehrer ausgesetzt.

Für Alex Möller wurde die Bötchenstour zu einer Art Origami-Workshop. Bis der lange Lulatsch seine Beine in das Ruderboot gefaltet hatte, dauerte es eine ganze Weile. Es waren aber nicht seine ersten Erfahrungen im Schiffsbereich. Folgerichtig schlug er sich, einmal gut verstaut, sehr ordentlich auf dem Wasser.

Julian Jasinski und TJ diLeo durften sich ein Boot teilen. Auch hier gab es kleinere Schwierigkeiten: Erst hatte ein Hund ausgerechnet unter einen der Schuhe des Baskets-Guards gemacht. (Zum Glück war ausreichend Wasser vorhanden.) Dann fiel auf einmal der Sitz im Boot auseinander. Jasinski, der sich extra eine windschnittige Frisur zugelegt hatte, ertrug die Kapriolen seines Co-Piloten geduldig – genau so, wie die übrige Crew des „Nackter Mann“ auch.

Sorgen muss sich Sportmanager Michael Wichterich möglicherweise um die Zukunft eines weiteren Bonner Guards: Konsti Klein, als erster in eines der Boote gehüpft, verkündete im Vorbeifahren einen Sportartwechsel. Er werde von nun an auf Wassersport umsatteln. Wichterich allerdings konterte mit der Hoffnung, dass der Ruderclub der Schule den Vertrag der Baskets nicht überbieten könne. Es stehen augenscheinlich noch harte Verhandlungen bevor.

Zum Abschluss der munteren Rundfahrt gab es dann noch eine Baskets-Regatta. Nur logisch, dass sich der Kapitän und der frisch gekürte Wassersportler mit ihren Crews ein Boot-an-Boot-Rennen lieferten. Die Meinungen, wer am Ende die Bootsspitze vorne hatte, gingen dabei am Ende auseinander. Die Diskussionen dauerten noch an, als Yorman Polas Bartolo mit gemütlicher Geschwindigkeit (SWAG!) ins Ziel geschippert kam.

 

Licht und Schatten in Frankfurt

© Sebastian Derix

Bei den Telekom Baskets läuft die Vorbereitung auf die neue Spielzeit auf Hochtouren. Am Wochenende standen in deren Rahmen zwei Spiele in Frankfurt an – einmal gegen die Antwerp Giants und einmal gegen die heimischen Skyliners. Gegen den belgischen Vertreter konnten die Männer von Coach Krunic gewinnen, gegen die Hausherren in der Basketball-City Mainhatten setzte es eine knappe Niederlage.

Gegen Antwerpen erstmals im Einsatz war Ron Curry. Von seinem Muskelfaserriss genesen, zeigte der Amerikaner gleich, dass auch er ein wichtiger Teil des Teams werden könnte. 15 Punkte bei drei Dreiern legte er auf und hatte damit erheblichen Anteil am Sieg gegen starke und vor allem bissige Belgier. Überragend war allerdings Julian Gamble. Der Bonner Center dominierte die Bretter und sammelte 21 Punkte und 15 Rebounds.

Diese Leistung konnte er am Sonntag nicht wiederholen. Auch Curry musste wieder aussetzen. Er wurde nach der Verletzungspause geschont. Dafür konnte Jordan Parks wieder normal eingesetzt werden. Er hatte am Samstag einen Schlag aufs Knie bekommen und war danach vorsichtshalber nicht mehr eingewechselt worden. Und, ebenfalls wie gegen Antwerpen, mussten die Baskets auch gegen Frankfurt einem zwischenzeitlichen Rückstand hinterherlaufen – und schafften das auch. Am Ende zogen sie dennoch den Kürzeren.

Chefcoach Predrag Krunic war mit der Leistung seiner Mannschaft an den beiden Tagen dennoch nicht unzufrieden: „Es war insgesamt ein sehr gutes Testspiel-Wochenende mit einer Partie gegen eine physisch auftretende Frankfurter Mannschaft. Wir hatten am Ende gar noch die Chance auf den Sieg, haben aber leichte Punkte liegen lassen. Jetzt geht es für uns darum, mit einem vollen Kader weiter zu arbeiten und dann den Feinschliff für die anstehende Champions League-Qualifikation voranzutreiben.“

Der Coach spricht dabei schon an, dass er bald einen weiteren Zugang zu seiner Trainingsgruppe erwartet. Nemanja Djurisic ist mit seiner Nationalmannschaft aus der Europameisterschaft ausgeschieden. Die Montenegriner scheiterten an Lettland. Djurisic wird jetzt zügig nach Bonn reisen und dann bald im Training erwartet. Ob er schon bei der Präsentation der Mannschaft am Mittwoch auf dem Friedensplatz dabei ist, ist aktuell noch nicht ganz klar. Beim Vorbereitungsturnier in Brüssel am kommenden Wochenende soll er aber auf jeden Fall dabei sein.

Euroleague-Erfahrung für die Baskets

© Sebastian Derix

Gute Nachrichten zum Wochenende: Die Telekom Baskets haben Nemanja Djurisic verpflichtet. Der PowerForward unterschrieb einen Vertrag für eine Spielzeit in Bonn. Er war zuletzt in der polnischen ersten Liga bei Stelmet Zielona Góra aktiv. Mit dem Club spielte er auch schon in Bonn – beim Vorbereitungsturnier im Jahr 2015.

Auch international konnte der Bonner Neuzugang bereits reichlich Erfahrung sammeln. So war er in der Euroleague, im Eurocup und in der Basketball-Championsleague aktiv. Hier spielte er in der vergangenen Saison unter anderem gegen Ludwigsburg. Seit seiner Jugend ist Djurisic zudem im erweiterten Kader der Nationalmannschaft Montenegros.

Baskets-Cheftrainer Predrag Krunic zeigte sich von der Verpflichtung seines neuen PowerForwards begeistert: „Wir hatten bei der Besetzung der Innenpositionen ein klares Ziel und sind der Meinung, dass Nemanja alle Voraussetzungen mitbringt, um dieses zu erreichen. Er spielt die Position Vier, kann aber auch auf die Fünf ausweichen. Trotz seines noch jungen Alters hat er viel europäische Erfahrung, was uns sicher weiter helfen.“

Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich scheint ebenfalls angetan, auch wenn er gleichzeitig mahnend den finanziellen Zeigefinger hebt: „Es ist immer ein sportlicher wie wirtschaftlicher Spagat, einerseits ein gewisses Maß an Kontinuität im Team und andererseits über Neuverpflichtungen frische Impulse zu erhalten. Ich finde, das sieht bisher ziemlich vielversprechend für die nächste Saison aus.“

Mit der Verpflichtung Djurisics steht die Mannschaft für die kommende Spielzeit fast. Ein Teammitglied für die Position Drei wird noch gesucht. „Auch bei der letzten Verpflichtung lassen wir uns so viel Zeit, wie wir brauchen“, kommentierte Präsident Wiedlich.

 

Silins und Horton verlassen Bonn

© Sebastian Derix

Ojars Silins und Ken Horton werden nicht weiter für die Telekom Baskets spielen. Horton verkündete schon am Sonntag, dass er in der kommenden Spielzeit in Frankreich auflaufen werde. Er schloss sich Elan Bearnais Pau-Lacq-Orthez an und spielt in Zukunft wieder in der ersten französischen Liga. Schon seine erste Saison als Profi hatte der Amerikaner in Frankreich verbracht, damals spielte er in Boulogne-sur-Mer.

Neben Horton wird auch der für ihn als (Verletzungs-) Ersatz verpflichtete Silins nicht auf den Hardtberg zurückkehren. Der Lette unterschrieb einen Jahresvertrag bei Dolomiti Energia Trento. Damit spielt er in der kommenden Saison im Eurocup und bekommt es unter anderem mit ratiopharm Ulm zu tun. Auch Silins zieht es damit zurück in die Vergangenheit. Vor seinem Engagement in Bonn spielte er sechs Jahre lang bei Reggio Emilia, zuerst in der Jugend, danach in der ersten italienischen Liga.

Derweil machten sich Sportmanager Michael Wichterich und Chefcoach Predrag Krunic auf in Richtung Summerleague. In Las Vegas versuchen die beiden, weitere Verpflichtungen für das künftige Baskets-Team zu tätigen. Auf den großen Positionen muss Ersatz für Horton/Silins/(Barovic?) her. Und auch auf der Position drei könnte noch nachgelegt werden.

Gamble bleibt in Bonn

© Sebastian Derix

Die Telekom Baskets und Center Julian Gamble haben sich auf eine Vertragsverlängerung geeinigt. Der Amerikaner war vor der verganenen Spielzeit aus Belgien nach Bonn gewechselt. Auf dem Hardtberg wurde er schnell zum dominierenden Spieler unter den Körben, der in jedem Spiel der Saison auf dem Parkett stand. Gamble verlängerte seinen Vertrag um eine Spielzeit.

„Julian hat bereits in Belgien sein Potenzial angedeutet und ist für uns Baskets in der Bundesliga in die ihm zugedachte Rolle hinein- und im Saisonverlauf auch das ein oder andere Mal darüber hinausgewachsen“, begründete Baskets-Sportmanager Michael Wichterich den neuen Vertrag. „Dabei hat er sowohl auf dem Parkett aber auch als Führungspersönlichkeit innerhalb des Teams überzeugt. Mit seiner Weiterverpflichtung bleibt uns nunmehr ein insgesamt starkes Gerüst an Leistungsträgern aus dem Vorjahr erhalten, was so aktuell nur wenige Playoff-Teams vorweisen können.“

Gamble selbst freut sich ebenfalls über ein weiteres Jahr in Bonn: „Ich bin froh auch nächstes Jahr eine Situation vorzufinden, die für mich sportlich als auch für meine Familie abseits des Feldes ideal ist. Wir haben letztes Jahr schon einiges erreicht, wollen jetzt aber noch eine Schippe drauflegen. Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft, mit den Coaches sowie dem Staff, dem Back-Office und vor allem den Fans war großartig – darauf wollen wir gemeinsam wieder aufbauen.“

Derweil hat die easyCredit-BBL den neuen Spielplan veröffentlicht. Die Baskets würden demnach mit einem Auswärtsspiel in Ludwigsburg in die neue Saison starten. Spiel zwei wäre dann in Ulm. Terminiert sind die Spiele für den 28. September und 3.Oktober. Weil die Bonner aber am 29. September in die Quali für die Champions League starten (Spiel zwei am 2. Oktober), werden beide Partien aller Voraussicht nach verlegt. Wann sie stattfinden ist allerdings noch nicht klar.