Basketball-Nationalmannschaft im TV

© Sebastian Derix

Wenn im Sommer die Vorrunde der Basketball-Europameisterschaft unter anderem in Berlin stattfindet, dann können auch diejenigen Basketballinteressierten die Spiele der deutschen Nationalmannschaft sehen, denen der Weg in die O²-Arena zu weit, zu beschwerlich oder schlichtweg zu teuer ist. Der Deutsche Basketball Bund und der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland haben heute verkündet, dass sie in Sachen Live-Übertragung zu einer Einigung gekommen sind. Zusammen mit dem Rechteinhaber, der FIBA, wurde geregelt, dass ARD und ZDF alle Vorrundenspiele der Deutschen live übertragen. Auch in die Vorbereitung von Schröder (Nowitzki?) und Co. wird das Fernsehen eingebunden sein.

„Ich freue mich sehr, dass die EuroBasket-Spiele und einige Vorbereitungsspiele unserer Herren-Nationalmannschaft im kommenden Sommer bei ARD und ZDF live zu sehen sind. Das ist großartig für unsere Fans und für den gesamten deutschen Basketball. Die Begeisterung für unseren schönen Sport wird frei zugänglich aus den Arenen in die Wohnzimmer übertragen“, sagte DBB-Präsident Ingo Weiss. Die bisher fest vereinbarten Vorbereitungsspiele werden im ZDF und im NDR gezeigt. Die Europameisterschaft selbst soll nach derzeitigen Planungen jeweils im Hauptprogramm laufen. Wie es nach der Vorrunde weitergeht, ist derzeit allerdings noch nicht klar. Sollten die deutschen Basketballer das Achtelfinale und eventuelle weitere Spiele erreichen, werde kurzfristig verhandelt, heißt es vom DBB.

Diese Übertragungen stehen aktuell fest:

So. 30.08.2015
15.00 Uhr (live im ZDF)
Deutschland – Frankreich
Köln, LANXESS arena

Supercup

Sa., 22.08.2015
15.45 Uhr (Live im NDR)
Deutschland – Polen
Hamburg, Arena Wilhelmsburg

 

EuroBasket 2015

Sa., 05.09.2015
15.00 Uhr (live im ZDF)
Deutschland – Island
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

So. , 06.09.2015
15.00 Uhr (live im ZDF)
Deutschland – Serbien
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

Di., 08.09.2015
17.45 Uhr (Live in der ARD)
Deutschland – Türkei
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

Mi., 09.09.2015
17.45 Uhr (Live in der ARD)
Deutschland – Italien
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

Do., 10.09.2015
17.45 Uhr (Live in der ARD)
Deutschland – Spanien
Berlin, Arena der EuroBasket 2015 Berlin

 

Über die feststehenden Live-Übertragungen hinaus werden ARD und ZDF auf weiteren Kanälen (z.B. Sportsendungen in den dritten Programmen) und in weiteren Formaten (z.B. Sportschau bzw. Sport-Reportage) von den Spielen der deutschen Mannschaft berichten. Für die übrigen Vorbereitungsspiele gegen Kroatien (14./16. August 2015), in Frankreich (28. August 2015) und beim Supercup (Deutschland – Lettland am 21. August 2015; Deutschland – Türkei am 23. August 2015) werden derzeit noch Übertragungsmöglichkeiten gesucht, meldet der Basketball Bund.

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Buschi sitzt wieder im BBL-Boot

© Sebastian Derix

Die Modalitäten sind jetzt also raus: Ab dem 19. September können sich alle Basketballfreunde für das neue BekoBBL-TV-Portal der Telekom anmelden. Bis zu 350 Spiele, live und/oder On-Demand, gibt es, für Telekom-Kunden mit Entertain oder Laufzeitvertrag mit Internet-Flat komplett kostenlos. Alle anderen können die Spiele für 9,95€ im Jahresabo, oder für 14,95€ für den einzelnen Monat beziehen.

Neben den „normalen“ Wegen über Fernseher oder Internet (telekombasketball.de) wird es in Zukunft auch eine App für Mobilfunkgeräte geben – sowohl für Android-Geräte, als auch für solche mit iOS-Betriebssystem. Ein Free-TV Partner soll ebenfalls ein Spiel pro Spieltag übertragen. Hier laufen die Verhandlungen noch. Im Spiel sollen Sport1 und Eurosport sein. Die Sendelizenz für die Basketball-Bundesliga hat für die kommenden zehn Jahre die BekoBBL bekommen, meldet digitalfernsehen.de.

Mit im Kommentatoren-Boot sitzt in Zukunft der ein oder andere alte Bekannte. Die „Stimme des deutschen Basketballs“ konnte der Verlockung nicht widerstehen: Frank Buschmann wird bis zu 60 Spiele als Kommentator begleiten. Außerdem am Mikro: Michael Körner (SPORT1), Markus Krawinkel (SKY), Arne Malsch (sportdigital) und Stefan Koch (zuletzt als Trainer in Würzburg tätig). Ergänzt wird das Team von rund 45 weiteren Mitgliedern des neuen Redaktions-Teams. Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann wird als Experte Spiele und Teams analysieren.

Am 27. September startet das Live-Angebot. Schon vor der Saison findet in Berlin der Champions Cup statt. Pokalsieger ALBA Berlin und Meister Bayern München stehen sich gegenüber. Hier wird das neue Team seine Feuertaufe zu bestehen haben. Vier HD-Kameras sind dann im Einsatz, bei ausgewählten Spielen sogar noch zwei weitere.

 

Vorteile für die Baskets?

© Sebastian Derix

Für die kommenden vier Spielzeiten hat sich die Deutsche Telekom die TV-Rechte an der BekoBBL gesichert. Jedes Saisonspiel, AllStar-Day, die Pokalspiele und der Champions-Cup werden live und on Demand im Internet zur Verfügung gestellt. Das macht deutlich über 300 Spiele in der Saison. Dazu folgt noch ein Partner, der je ein Spiel pro Spieltag plus Playoffs im freien Fernsehen anbietet.

Die große Frage, die vor allem in Bonn, aber möglicherweise auch im Rest der Liga auftaucht: Profitieren die Telekom Baskets direkt vom neuen TV-Vertrag? Sicher! Jedes Spiel der Baskets wird live übertragen, für Telekom Kunden (und davon gibt es gerade in Bonn nicht nur drei oder vier), sogar kostenlos – egal ob Festnetz-, Internet-, Entertain- oder „nur“ Mobilfunk-Kunde. Die Baskets werden neue Sportfans ansprechen können, durch eine professionelle Versorgung der Spiele mit mindestens vier Kameras entsteht ein neues „Basketballerlebnis“ am Bildschirm. Das bringt mögliche neue Zuschauer in die Halle, der Fanartikelverkauf könnte steigen, das Interesse an den Baskets, auch aus Sponsorensicht, wird durch eine dauerhafte Medienpräsenz sicher nicht sinken. Zudem generiert die Liga nach Angaben von Chef Jan Pommer deutlich mehr Geld aus dem neuen Vertrag. Auch das kommt in gewissem Maße den Vereinen und damit auch den Baskets zugute.

Wird aber die Telekom „ihrem“ Verein jetzt einen Zuschuss zum jährlichen „Standortsponsoring“ gewähren? In Gesprächen am Rande der Verkündung des neuen Vertrags zeigte sich, dass das eher nicht der Fall sein wird. Es wird wohl keinen Bonus geben, damit Magenta in den Playoffs möglichst lange über die Bildschirme flimmert. Vielmehr werden Verein und auch Sponsor vermutlich in Zukunft darauf achten (müssen), dass gar nicht erst der Eindruck einer Bevorzugung entsteht. In Zeiten, in denen Verschwörungstheorien das Salz einer jeden Suppe sind, werde das schwer genug, hieß es.

Um ein Fazit zu ziehen: Die Baskets profitieren sicher vom neuen Vertrag. Schon aus ganz praktischen Gründen: Trainer Mathias Fischer freute sich, in Zukunft für sein Scouting perfekt ausproduzierte Spiele zur Verfügung zu haben. Der finanzielle Mehrwert wird auch die Bonner erreichen, wenn er auch nicht direkt ausreichen wird, einen zukünftigen MVP zu verpflichten. Mehr Geld von der Telekom auf direktem Wege wird es als Konsequenz des Vertrages aber wohl nicht geben.

Das Ende der freien Basketballstreams

© Sebastian Derix

„Videoangebote abseits der Telekom wird es nicht mehr geben“, sagt BekoBBL-Geschäftsführer Jan Pommer. Das klingt zunächst vor allem für Fans und Mitarbeiter der „vereinseigenen“ Streams (Trier o.ä.) doof, schließlich hat man sich hier mit viel Arbeit etwas aufgebaut. Für den Basketballfan an sich folgt die gute Nachricht aber auf dem Fuße: Die Deutsche Telekom hat sich die Übertragungsrechte für die kommenden vier Jahre gesichert. Sie überträgt ab der kommenden Saison alle Spiele in HD – im Netz, via Entertain, auf Smartphones, Tablets etc..

Das ganze Paket ist für Telekom-Kunden kostenlos, d.h. man muss bei Entertain keine Inhalte dazu buchen. Das heißt aber auch, dass selbst Mobilfunkkunden der Telekom das Angebot kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Für Nicht-Telekomer wird es zwei Bezahl-Pakete geben. Zum einen gibt es ein Monatsabo, zum anderen eine Art League-Pass, hier soll der Monatspreis bei unter zehn Euro liegen. Für alle Spiele der Saison in HD ein durchaus attraktives Angebot.

Einen Partner fürs Free-TV suchen BBL und Telekom aktuell noch. Man spreche natürlich mit Sport1, es gebe aber auch andere Kandidaten. Wer am Ende das beste Angebot mache, werde man sehen, so Pommer. Das beste Komplettangebot machte die Telekom. Wie viel die Liga für den Verkauf der Rechte bekommt wollte der Geschäftsführer nicht verraten. Man habe sich aber, laut Pommer, deutlich verbessert. Die zusätzlichen Einnahmen kämen auch den Vereinen zugute. In welchem Maße, müsse man noch sehen.

Im freien TV soll in Zukunft ein Spiel pro Spieltag zu sehen sein, dazu Zusammenfassungen und Highlights. Um Zuschauern und Fans einen weiteren Service zu bieten, arbeite man an festen Spiel- und Übertragungsterminen. „Der Zuschauer muss wissen, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit Basketball läuft“, sagt Pommer. „Dass das nicht samstags um 15.30 Uhr sein wird, versteht sich von selbst.“

Die Ente hat gekackt

© Sebastian Derix

Frank Buschmann polarisiert. Die einen halten ihn für den besten, unterhaltsamsten und kompetentesten Sportmoderator Schrägstrich Kommentator der Gegenwart. Die anderen sehen in ihm den personifizierten Selbstdarstellungsdrang, den unseriösen Schwätzer und inkompetenten Fernsehfritzen. Dazwischen gibt´s nicht viel. Und nicht viele. In einem sind sich aber vermutlich alle einig: Der Mann ist verrückt. Dieser Vermutung würde Buschi selbst wahrscheinlich sogar zustimmen, untertitelt er sein Buch „Am Ende kackt die Ente“ doch mit „Aus dem Leben eines Sportverrückten“.

Das Buch erzählt die Geschichte seines Lebens. Mit knapp 50 wird es schließlich auch langsam Zeit, seine Memoiren zu schreiben. Wie sollte man sonst noch deren Fortsetzung gewinnbringend vermarkten können? Und vermarkten kann er, der Buschi. Das Buch und sich selbst. Mit dem Buch fing er früh an. Alle Kanäle in den sozialen Netzwerken wurden bespielt bis die Ente kackte. Noch viel früher fing er aber mit seiner eigenen Vermarktung an. Die begann wohl noch während seiner aktiven Basketballerkarriere, als er den Weg zum Radio fand. Auch davon handelt „Am Ende kackt die Ente“. Buschmanns Weg in die Medien, in den Medien und fast wieder raus aus den Medien, rein in seinen Keller und zu Buschi TV.

Wer Buschi mag, der wird das Buch mit Vergnügen lesen. Wer ihn scheiße findet, wird aller Voraussicht nach gar nicht erst danach greifen. Und das ist auch gut so. Denn die Selbstbeweihräucherung kann auf die Dauer schon recht anstrengend sein. Interessant sind allerdings viele Blicke hinter die Kulissen. Die Zeit in den 90ern, als sich in Deutschland auf einmal tausende Jugendliche für die NBA interessierten. Michael Jordan, Dennis Rodman, später die Basketball-Nationalmannschaft und Dirk Nowitzki.

Buschi schreibt wie er spricht. Das macht die ganze Sache authentisch, bisweilen aber auch anstregend zu lesen. Man muss sich schon ziemlich in seinen Sprach- und Sprechstil hineinversetzen, um alle Sätze beim ersten Versuch zu verstehen. Andererseits braucht man natürlich auch keinen Duden, um Fremdworte nachzuschlagen. „Am Ende kackt die Ente“ ist ein Buch, das man wunderbar nebenbei lesen kann. Die einzelnen Kapitel haben eine benutzerfreundliche Länge. Ich verkneife mir den Begriff der „perfekten Klolektüre“ – aber im Prinzip trifft es das ganz gut.

Wer Buschmanns Erstlingswerk kauft, bekommt, was er erwartet. Geschichten, Klamauk und einen Blick hinter die Kulissen. Einzig im Vorwort überrascht der Autor tatsächlich: Buschmann richtet sich an seinen verstorbenen Vater, mit dem er gerne ein größeres Stück seines Lebensweges gegangen wäre. Er fragt sich, ob der alte Herr stolz auf ihn wäre. Dieses Kapitel ist der einzig wirkliche Blick hinter die Kulissen und Fassaden des Frank Buschmann. Hier zeigt er Schwäche. Und das kennt man nun wirklich nicht von ihm.