Vorteile für die Baskets?

© Sebastian Derix

Für die kommenden vier Spielzeiten hat sich die Deutsche Telekom die TV-Rechte an der BekoBBL gesichert. Jedes Saisonspiel, AllStar-Day, die Pokalspiele und der Champions-Cup werden live und on Demand im Internet zur Verfügung gestellt. Das macht deutlich über 300 Spiele in der Saison. Dazu folgt noch ein Partner, der je ein Spiel pro Spieltag plus Playoffs im freien Fernsehen anbietet.

Die große Frage, die vor allem in Bonn, aber möglicherweise auch im Rest der Liga auftaucht: Profitieren die Telekom Baskets direkt vom neuen TV-Vertrag? Sicher! Jedes Spiel der Baskets wird live übertragen, für Telekom Kunden (und davon gibt es gerade in Bonn nicht nur drei oder vier), sogar kostenlos – egal ob Festnetz-, Internet-, Entertain- oder „nur“ Mobilfunk-Kunde. Die Baskets werden neue Sportfans ansprechen können, durch eine professionelle Versorgung der Spiele mit mindestens vier Kameras entsteht ein neues „Basketballerlebnis“ am Bildschirm. Das bringt mögliche neue Zuschauer in die Halle, der Fanartikelverkauf könnte steigen, das Interesse an den Baskets, auch aus Sponsorensicht, wird durch eine dauerhafte Medienpräsenz sicher nicht sinken. Zudem generiert die Liga nach Angaben von Chef Jan Pommer deutlich mehr Geld aus dem neuen Vertrag. Auch das kommt in gewissem Maße den Vereinen und damit auch den Baskets zugute.

Wird aber die Telekom „ihrem“ Verein jetzt einen Zuschuss zum jährlichen „Standortsponsoring“ gewähren? In Gesprächen am Rande der Verkündung des neuen Vertrags zeigte sich, dass das eher nicht der Fall sein wird. Es wird wohl keinen Bonus geben, damit Magenta in den Playoffs möglichst lange über die Bildschirme flimmert. Vielmehr werden Verein und auch Sponsor vermutlich in Zukunft darauf achten (müssen), dass gar nicht erst der Eindruck einer Bevorzugung entsteht. In Zeiten, in denen Verschwörungstheorien das Salz einer jeden Suppe sind, werde das schwer genug, hieß es.

Um ein Fazit zu ziehen: Die Baskets profitieren sicher vom neuen Vertrag. Schon aus ganz praktischen Gründen: Trainer Mathias Fischer freute sich, in Zukunft für sein Scouting perfekt ausproduzierte Spiele zur Verfügung zu haben. Der finanzielle Mehrwert wird auch die Bonner erreichen, wenn er auch nicht direkt ausreichen wird, einen zukünftigen MVP zu verpflichten. Mehr Geld von der Telekom auf direktem Wege wird es als Konsequenz des Vertrages aber wohl nicht geben.

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Das Ende der freien Basketballstreams

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„Videoangebote abseits der Telekom wird es nicht mehr geben“, sagt BekoBBL-Geschäftsführer Jan Pommer. Das klingt zunächst vor allem für Fans und Mitarbeiter der „vereinseigenen“ Streams (Trier o.ä.) doof, schließlich hat man sich hier mit viel Arbeit etwas aufgebaut. Für den Basketballfan an sich folgt die gute Nachricht aber auf dem Fuße: Die Deutsche Telekom hat sich die Übertragungsrechte für die kommenden vier Jahre gesichert. Sie überträgt ab der kommenden Saison alle Spiele in HD – im Netz, via Entertain, auf Smartphones, Tablets etc..

Das ganze Paket ist für Telekom-Kunden kostenlos, d.h. man muss bei Entertain keine Inhalte dazu buchen. Das heißt aber auch, dass selbst Mobilfunkkunden der Telekom das Angebot kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Für Nicht-Telekomer wird es zwei Bezahl-Pakete geben. Zum einen gibt es ein Monatsabo, zum anderen eine Art League-Pass, hier soll der Monatspreis bei unter zehn Euro liegen. Für alle Spiele der Saison in HD ein durchaus attraktives Angebot.

Einen Partner fürs Free-TV suchen BBL und Telekom aktuell noch. Man spreche natürlich mit Sport1, es gebe aber auch andere Kandidaten. Wer am Ende das beste Angebot mache, werde man sehen, so Pommer. Das beste Komplettangebot machte die Telekom. Wie viel die Liga für den Verkauf der Rechte bekommt wollte der Geschäftsführer nicht verraten. Man habe sich aber, laut Pommer, deutlich verbessert. Die zusätzlichen Einnahmen kämen auch den Vereinen zugute. In welchem Maße, müsse man noch sehen.

Im freien TV soll in Zukunft ein Spiel pro Spieltag zu sehen sein, dazu Zusammenfassungen und Highlights. Um Zuschauern und Fans einen weiteren Service zu bieten, arbeite man an festen Spiel- und Übertragungsterminen. „Der Zuschauer muss wissen, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit Basketball läuft“, sagt Pommer. „Dass das nicht samstags um 15.30 Uhr sein wird, versteht sich von selbst.“